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Predigt von 7. 9. 1986, 14:30 Uhr, Krefeld, Deutschland

Ewald Frank

calendar_month 7. 9. 1986

7. 9. 1986, 14:30 Uhr, Krefeld, Deutschland
ausgestrahlt am 15. 9. 2021

Das Wort, das ich oder auf das ich Bezug genommen habe, finden wir in 2. Timotheus im 4. Kapitel. 2. Timotheus, Kapitel 4. Vers 7. Hier hat Paulus an seinen Mitarbeiter folgendes geschrieben: Vers 7 und 8:

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, habe den Lauf vollendet, den Glauben unverletzt bewahrt. Fortan liegt für mich der Siegeskranz der Gerechtigkeit bereit, den der Herr, der gerechte Richter mir an jenem Tage zuteilen wird, jedoch nicht nur mir, sondern überhaupt allen, die sein Erscheinen liebgehabt haben.“

Darauf kommt es an. Wir müssen auf die Erscheinung des Herrn warten, innig danach verlangen tragen. Wie junge Leute, die verlobt sind, eine Sehnsucht in sich verspüren, miteinander zu sein. Gemeinsam. Gemeinsam. Das muss in uns so werden im Geistlichen. Eine solche Sehnsucht muss uns erfüllen, aber so erfüllen, dass wir es nicht mehr aushalten, dass wir es nicht mehr aushalten, sondern von der göttlichen Liebe zu unserem himmlischen Bräutigam hingezogen werden! Und das ist noch nicht ganz so. Das muss aber so werden. Und ich glaube, dass es so werden wird. Die Liebe Gottes zu unserem Herrn und Erlöser wird uns dahin bringen, dass wir es verspüren werden, diesen Zug zu ihm, mehr denn je zuvor. Schon jetzt haben wir den Zug unter sein Wort zu kommen. Wir sehnen uns danach zu hören, was er uns zu sagen hat. Wir lieben ihn. Wir lieben sein Wort. Aber jetzt, ganz zum Schluss kommt dann der Übergang, dass wir auch seine Erscheinung liebgewinnen, uns darauf einstellen, innerlich darüber freuen, dass er wieder kommen wird, wie er es uns verheißen hat.

In Verbindung mit den verschiedenen Aufgaben, die unser Herr zu erfüllen hat, lasst mich noch aus Matthäus 25 lesen. Matthäus 25. Und ihr werdet sehen, dass abwechselnd Richter und König, Erlöser und Herr – verschiedene Aufgaben, und sie werden auch verschieden ausgedrückt. Hier in Matthäus 25 von Vers 31 steht: 

„Wenn aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Alle Völker werden alsdann vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.“

Hier in der deutschen Bibel lesen wir „Schafe von Böcken“. Eigentlich müsste es heißen „die Schafe von den Ziegen“. Ich glaube, das wisst ihr alle, die ihr die Bibel gelesen habt. Hier müsste stehen: „Er wird die Schafe von den Ziegen scheiden.“Das ist also Hundertprozentig korrekt. Hundertprozentig korrekt. Nicht jetzt „Schafe von Schafen“, „männlich und weiblich“. Das wäre ja eine Schande. Dann blieben ja die männliche zurück und dann wären im Himmel nur noch Frauen, und das darf ja wohl nicht wahr sein. Wir werden ja schließlich auch noch da sein müssen. Ohne uns gibt es keine Entrückung. Aber auch das habe ich irgendwo gesagt und dann bin ich schrecklich missverstanden worden. Ach, in der Fußnote, sagt Bruder Russ, kann man sagen, wer die Fussnote hat, tatsächlich: „Gemeint sind nicht Schafe, sondern Ziegen“. Ist sogar in der Fußnote geschrieben.

Aber ich habe tatsächlich irgendwo vor kurzem, wo Menschen glaubten, dass die Entrückung schon stattgefunden hat und der Herr schon gekommen ist und so weiter, habe ich doch ganz einfach gesagt: „Solange ihr mich noch hier seht, hat noch keine Entrückung stattgefunden!“ Und nicht in meiner Gegenwart, aber anschließend hat sich ein Bruder derart aufgeregt wie ein Truthahn und hat einfach gesagt: „Was nimmt der Bruder Frank sich da heraus zu sagen «Solange er noch hier ist, hat die Entrückung nicht stattgefunden».“ Ich nehme mir gar nichts heraus. Ich glaube schlicht und einfach nur, dass ich mitentrückt werde. Und wenn ich noch hier bin, ja, dann hat die Entrückung noch nicht stattgefunden. Ihr seid ja auch noch alle hier. Aber es gibt Menschen, die sind in ihrem Geiste verdreht und was immer man dann noch sagt, das wird verkehrt verstanden.

Also, wenn der Herr sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzt – das ist schon nach dem Hochzeitsmahl, wenn er sich dann auf den Thron seiner Herrlichkeit setzt um zwischen den Völkern zu richten und Recht zu sprechen. Und wisst ihr, was dann in Vers 34 steht? Da steht nicht das Wort „Richter“, sondern das Wort „König“.

„Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: «Kommt her, ihr von meinem Vater gesegneten, empfanget als euer Erbe das Königtum, das für euch seit Grundlegung der Welt bereitet oder bereitgehalten worden ist»“. [Mt 25:34]

Ganz klar. Dann beginnt das Königtum, die Herrschaft. Vorher hat er die Aufgabe, als Richter recht zu sprechen. Und dann beginnt er als König das Königtum, und wir alle werden ja mit ihm als Könige herrschen. So steht es geschrieben in Offenbarung im 20. Kapitel. Das könnt ihr auch noch nachlesen. Offenbarung Kapitel 20, hier steht in Vers 5 geschrieben: 

„Die übrigen Toten aber lebten bis zum Ablauf der tausend Jahre nicht wieder auf. Dies ist die erste Auferstehung.”

Moment, ich muss den halben Satz vorher lesen: 

„Sie wurden wieder lebendig und herrschten als Könige zusammen mit Christus tausend Jahre lang.“ 

Wir haben hier nicht Zeit, um all die Zusammenhänge zu zeigen. Wir leben, wie wir betont haben, in einer ganz besonderen Zeit. Es gibt keine Bibelstelle, keine Zusammenhänge, die noch unklar bleiben. Und wenn noch etwas da wäre, das wir noch nicht sehen, so werden wir es, wenn die Stunde dafür gekommen ist, klar und deutlich sehen. Gott führt uns von Erkenntnis zu Erkenntnis und von Klarheit zu Klarheit. Um mich an das behandelte Thema zu halten, lasst mich aus dem Alten Testament lesen, und zwar aus Nehemia. Ihr wisst ja, dass die Dinge des Alten Testaments auch ihre Schattenbilder für das Neue Testament haben. Und mit diesem Wort hier möchten wir dies Wochenende zum Abschluss bringen. Wer sich im Alten Testament nicht so gut auskennt Esra, Nehemia und dann folgt sicherlich gleich Hiob oder Esther was immer auch. Nehemia, Kapitel 8, hier lese ich von Vers 9. Nehemia 8, von Vers 9:

„Hierauf sagte Nehemia, dieser war nämlich Stadthalter und der Priester Esra, der Schriftgelehrte nebst die Leviten, die das Volk unterwiesen, folgendes zu dem ganzen Volke. Dieser Tag ist dem Herrn, eurem Gott, heilig. Seid nicht traurig und weint nicht. Das ganze Volk hatte nämlich beim Anhören der Worte des Gesetzes zu weinen begonnen. Dann fuhr er fort Gehet hin, esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und lasst auch denen, für die nichts zubereitet ist, Anteile zukommen. Denn der Tag ist unserem Herrn heilig. Darum seid nicht niedergeschlagen, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke. So beruhigten denn die Leviten das ganze Volk, indem sie sagten: "Seid still, denn der Tag ist heilig und seid nicht niedergeschlagen." Da ging das ganze Volk hin, um zu essen und zu trinken und Anteile zukommen zu lassen und ein großes Freudenfest zu feiern, denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen kundgetan hatte.“

Das ist ein wunderbares Wort. Mit welcher Zeit haben wir es hier zu tun? Die Rückkehr des Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft. Der Wiederaufbau des Tempels, die Versammlung des Volkes und dann wurde vorgelesen aus dem Buch Gottes, und alle hörten und begannen zu weinen. Es war ein Tag, der dem Herrn, unserem Gott, geheiligt war. Ihr Lieben, wir glauben, dass der Tag, in dem wir leben, unserem Gott heilig ist! Es ist ein besonderer Tag! 

Und unser Bruder aus Brüssel hat es uns ja in seinem Zeugnis deutlich vor Augen geführt. Er hing so an der Kirche, dass er sie sogar tragen wollte. Er wollte sie tragen. So wurde es ihm im Traum wohl gezeigt, wenn ich es ganz richtig begriffen habe. Und plötzlich hieß es „Herausgehen! Alles voller Dämonen!“.

„Ihr mein Volk, kommet heraus, sondert euch ab, rühret nichts Unreines an. Spricht der Herr.“[Jes 52:11, 2Kor 6:17]

Hat nicht der Prophet Jesaja in Kapitel 28 gesagt:

„Alle Tische sind voll Unflat und voll Gespei?“[Jes 28:8]

Aber Gott hat uns in diesen Tagen einen reinen Tisch mit reiner göttlicher Speise gedeckt, und wir dürfen alle einladen, um daran Anteil zu haben. Und was ist die Speise? Die Speise ist Gottes Wort.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes ergeht.“[5M 8:3, Mt 4:4]

Da sind wir schon wieder bei dem Kern der Sache für unsere Tage. Nicht ein Wort mit Menschen Meinungen vermengt und vermischt, sondern das reine, das klare und wahre und heilige Wort Gottes, als das „So spricht der Herr!“ Das Göttliche, reine Speise dürfen wir in uns aufnehmen.

Wie gesagt, das Volk war aus Babylon zurückgekommen. Wer mit der jüdischen Geschichte vertraut ist, weiß wo gerade um den babylonischen Talmut, den die Menschen zur Zeit Jesu gelesen haben und damit irregeführt wurden, anstatt die Thora zu lesen und die Propheten, haben sie den babylonischen Talmut gelesen und der ist bis heute noch direkt dort an der Klagemauer. Und sie lesen darin all die Deutungen, anstatt das Wort Gottes zu lesen. Gott will nicht, daß wir irgend etwas Ähnliches lesen, daß Männer während der Zeit, wo die Gemeinde noch in der babylonischen Gefangenschaft war, geschrieben hatten. Wir leben in einer ganz anderen Zeit. Wir lesen nicht alte Bücher, und was Männer vor 300, 400 Jahren gesagt haben, wir versammeln Gottes Volk im Namen des Herrn in seiner Gegenwart und lesen aus dem Buch Gottes, die Worte Gottes! Und sie gehen uns zu Herzen!

So war es damals, und der Tag ist, wie wir es gelesen haben, ein heiliger Tag dem Herrn gewesen. Und es hieß zum Trost: „Seid nicht traurig und weint nicht.“In Babylon hingen die Harfen an den Weiden. Es war Trauer und sie sagten:

„Wie sollen wir die Lieder unseres Gottes auf fremdem Boden singen?“[Ps 137:1-4]

Sie waren nicht bereit, die Harfen von den Bäumen zu nehmen und zu singen. Sie hatten nichts zu besingen. Es war Klage unter ihnen. Aber als sie zurückgekommen waren, als ihre Füße den Boden Jerusalems betreten haben, als der Tempel wieder aufgebaut wurde und das Volk versammelt worden ist und das Wort, das Original Wort, nicht der Talmut, das Original Wort ihnen vorgelesen wurde, da waren sie im tiefsten Inneren ergriffen, sie waren bewegt.

Sagt einmal, wie geht es uns in diesen Tagen? Wer ist noch innerlich ergriffen? Wer bewegt? In der ersten Zeit waren wir gepackt. Ich habe es jetzt, ich habe es wohl am Samstagabend gesagt: Auf der letzten Reise durch Afrika, wo tausende Menschen zum ersten Mal gehört haben, was Gott in dieser Zeit getan hat. Ja. Ihr hättet das mal miterleben sollen, in welch einer Ergriffenheit sie das, was sie gehört haben oder zu hören bekamen, aufgenommen und wie ihre Reaktion war. Lasst niemals den Zustand in euch aufkommen, dass Gottes Wort uns nicht mehr überwältigt. Gottes heiliges Wort muss uns jedes Mal ganz neu überwältigen. Dazu ist notwendig, dass wir im Glauben kommen und das Wort auch an- und abnehmen. Manche haben manchmal Mühe und deshalb ist innerlich diese Resonanz nicht. Aber sie wird noch kommen. Macht euch keine Sorgen. Hier am Ende haben wir gelesen: 

„Denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen kundgetan hatte.“[Neh 8:12]

In dem Moment, wo wir das Wort, das uns kundgetan wurde, verstanden haben, können auch wir den Herrn loben und preisen. Mit der göttlichen Klarheit kommt Dankbarkeit, kommt Friede und Freude im Heiligen Geist. Ein Mensch, der Ungewissheit hat, der nicht klar ist über irgendeine Sache, sei es welche Entscheidung es auch betreffen mag, der ist innerlich zerrissen. Mit dem Moment, wo Klarheit kommt, kommt auch Dankbarkeit. Und so war es damals. Deshalb heißt es hier: Esra und diese Brüder, Nehemia und so weiter, haben das Volk unterwiesen. Und es hieß:

„Dieser Tag ist dem Herrn, eurem Gott, heilig. Seid nicht traurig und weint nicht.“[Neh 8:10]

Es waren Prüfungszeiten, durch die sie gehen mussten. Was wurde ihnen nicht alles zugefügt … Aber sie haben den Tag erlebt, an dem das angefangene Werk seine Vollendung gefunden hatte. Steht nicht in Sacharja Kapitel 4 geschrieben, dass wir den geringen Anfang oder den kleinen Anfang nicht geringschätzen sollen [Za 4:10], den wir werden den Schlussstein, in den Händen Zerobabels sehen? Was war es? Gott beginnt, er gibt Verheißungen, und wenn die Zeit kommt, dann erfüllt er sie. Er sagte durch den Propheten Jeremia, dass Israel 70 Jahre in der Gefangenschaft sein würde [Jr 25:11-12, Jr 29:10] und dass 68 Jahre vergangen waren las der Prophet Daniel in den Schriften des Propheten Jeremia und der Geist Gottes begann in ihm zu wirken [Jr 1:12]. Und ist die Zeit um war, hat Gott das Geschick gewendet und sein Volk zurückgeführt, und hat die Verheißungen, die er gab, wahrgemacht. Gott wacht über seinem Wort um es zu erfüllen [Jr 1:12]. Wir haben den Vergleich für die Zeit, in der wir leben – ein Herauskommen aus allem, was Babylon ist.

Aber bitte lasst uns nicht nur aus Babylon herauskommen. Wir wollen auch Babylon aus uns heraustun. Viele sind herausgegangen von hier und von da und von dort und haben alle Taschen voll mitgebracht von dem Alten, was hier und dort war. Nein, wir müssen das Alte völlig ausziehen. Ich weiß nicht, ob dieser Vergleich hinkt. Ich weiß auch nicht, ob er passt. Aber ein Mensch, der sich aufs Sterben vorbereitet, von dem wird gesagt „Das Totenhemd hat keine Taschen.“ Da kann man überhaupt nichts mehr hineintun. Wenn wir uns anschicken, mit Christus zu sterben, dann bitte nicht nur rechts und links die Taschen mit altem Kram füllen, sondern wir wollen uns mit ihm in den Tod begeben, um mit ihm zu einem neuen Leben hervorzukommen. Und dann werden wir suchen, was droben ist und keinen alten Sauerteig mehr mit hinübernehmen, um das Neue irgendwann dann wieder zu durchsauen. Nein, Paulus schreibt an die Korinther: 

„Tut den alten Sauerteig aus eurer Mitte heraus, den ein wenig Sauerteig verdirbt, den ganzen Teig.“[1Kor 5:6-8, Gal 5:9]

Das müssen wir uns merken. Dazu hat Gott uns sein Wort geoffenbart – um allen alten Sauerteig … Und die Jünger haben kurz gefragt: “Was meint er damit?“ Als der Herr vom Sauerteig sprach, etwa von Broten. Er durchschaute ihre Gedanken und sprach dann zu ihnen von den Lehren der Pharisäer und Sadduzäer. Und dann erst begriffen sie, dass der alte Sauerteig ja nicht in irgendeinem Backtrog liegt, der ist ein bisschen gerundet wird und da zurückbleibt, sondern dass er in den falschen Lehren besteht. Und die mussten abgelegt werden. Und das müssen auch wir alle tun, um ein neuer Teig zu werden, durch und durch. Und das geschieht dann, wenn wir die Worte Gottes verstanden haben und nichts mehr hinzufügen. Hier steht: 

„Dieser Tag ist dem Herrn, eurem Gott, heilig. Seid nicht traurig und weint nicht.“ [Neh 8:9-10]

Die Zeit des Weinens … Manchmal muss man weinen. Als ich vor kurzem eine Geschichte erzählt bekam, waren mir die Tränen auch sehr nahe. Wir weinen manchmal über Dinge, die uns oder anderen wehtun, aber den geistlichen Bereich, wenn wir den richtig betrachten, dann bleibt nur noch eins über, und das ist die Freude am Herrn, die dann unsere Stärke werden kann [Neh 8:10]. Und dazu möchte Gott uns allen verhelfen. Es heißt hier auch:

„Dann fuhr er fort…“

Vers 10:

„Dann fuhr er fort: Gehet hin, esst fette Speisen und trinkt süße Getränke, und lasst auch denen, für die nichts bereitet ist, Anteile zukommen, denn der Tag ist unserem Herrn heilig.“

Also, es gibt Menschen die werden dann überrascht und Bruder Russ hat ja aus dem Hiob gelesen. Und es gibt ja Kapitel über Kapitel, gerade im Hiob, wo entweder er oder einer der drei Freunde gesprochen haben. Kapitel über Kapitel – 36 Kapitel oder 37 Kapitel insgesamt. Man müsste schnell nachsehen. Ja, 37 Kapitel vergingen wo der Hiob gesprochen hat, der Eliphas gesprochen hat und wer sie alle waren und jeder gab seine Weisheit zum Besten. Aber dann in Kapitel 38, da begann der Herr und mit dem Moment wandte sich das Geschick, dann hat Gott recht gesprochen. Und Hiob musste für seine Freunde eintreten, die ja ganz im Recht waren – 37 Kapitel über hatten sie recht und plötzlich, als der Herr sprach, dann hat er sie so schwer getadelt, dass in Kapitel 42, Vers 7 geschrieben steht Hiob 42, Vers 7:

„Darauf, nachdem der Herr so zu Hiob gesprochen hatte, sagte der Herr zu Eliphas von Theman …“ [Jb 42:7]

Das war „der Spokesman“ der Redemann, der hat das Wort geführt. Und er sagt hier:

„Entbrannt ist mein Zorn gegen dich und gegen deine beiden Freunde.“

Was war's? Sie haben den Mann, der schon Leidgeprüft war, auf denen der Teufel sich gestürzt hatte, den haben sie noch in größere Verzweiflung gebracht und haben ihn mit ihren Reden gemartert, ohne dass sie begriffen haben, was sie taten. Übrigens steht das Wort (Da ist dem Hiob einmal doch der Kragen geplatzt), und dann sagte er in Kapitel 19: Ich weiß es, weil ich schon im Rundbrief stehen habe. Hier, Hiob, Kapitel 19, hier steht in Vers 2:

„Wie lange wollt ihr mein Herz noch betrüben und mich mit Reden martern?“ [Jb 19:2-3]

Auch das gibt es. Man muss keinen unter eine Folter spannen. Man kann Menschen mit Worten, mit Reden, mit Verdächtigungen, mit allem möglichen martern, dass wir sie zu Grunde richten, dass sie gar nicht mehr können. Und dann, wie schon gesagt, ist dem Hiob der Kragen geplatzt. Und er sagt in Vers 3: 

„Schon zehnmal habt ihr mich geschmäht…“ 

Also hat sogar gezählt gehabt. 

„Schon zehnmal habt ihr mich geschmäht. Ihr schämt euch nicht, mir weh zu tun.“

Sie haben ihm weh getan, aber wie gesagt, mit dem Moment, als der Herr eingriff, als er redete, wandte sich das gesamte Geschick und es war zu essen und zu trinken. Es war ein Festmahl und Gott hat den Hiob dazu angeleitet, für seine Freunde zu beten.

Hier, in Nehemia haben wir gelesen, dass auch denen Anteile gegeben werden sollten, für die gar nichts zubereitet worden ist. Es wird Menschen geben, die noch ihre Überraschungen erleben werden. Menschen, die damit gar nicht gerechnet haben. Und plötzlich wird der Herr sie wie einen Brand aus dem Feuer herausreißen. Und sie werden essen und trinken und sich an den Tisch des Herrn setzen. Es heißt hier in einer solch wunderbaren Weise in Vers 11 und 12:

„So beruhigten denn die Leviten das ganze Volk, in dem sie sagten: «Seid still, denn der Tag ist heilig und seid nicht niedergeschlagen».“ [Neh 8:11-12]

Was war's? Ein heiliger Tag, ein Tag, den der Herr gemacht hatte. Ein Tag der besonderen Segnungen des allmächtigen Gottes unter dem Volke, das aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt war. Und genauso dürfen wir in diesen Tagen den Vergleich mit der Gemeinde des lebendigen Gottes ziehen, zu der wir uns zählen. Doch ich zähle mich zu der Gemeinde der Erstgeborenen. Ich hoffe und glaube, wir alle. Gott hat dafür Sorge getragen, dass sein Volk aus der geistlichen babylonischen Gefangenschaft herausgeführt, auf den heiligen Boden zurückgebracht wird, auf den Paulus und Petrus und alle Männer Gottes, alle Propheten und Apostel gewandelt sind und von dem Paulus an die Epheser schreibt, dass Christus der Eckstein ist [Eph 2:20]. Propheten und Apostel haben gesprochen und wir dürfen zu dem zurückkehren, zu dem wahren Wort, dem Ausgangspunkt der originalen Verkündigung dessen, was unsere Brüder am Anfang gepredigt haben. Das ist Wiedererstattung, Zurückbringung in das, was Gott der Gemeinde in diesen letzten Tagen verheißen hat. 

Auch uns möchte der Herr heute zurufen: „Seid still, denn der Tag ist heilig und seid nicht niedergeschlagen.“ Oft sind wir niedergeschlagen über mancherlei Dinge. Aber wenn wir unter dem Schall des Wortes Gottes sitzen, und wenn uns bewusstwird, was Gott an uns getan hat, dass er alle Gefängnisse gesprengt hat, dass er uns aus allem Babel heraus, oder Babylon herausgeführt hat. Schaut, wie nah die Dinge beieinander liegen. „Bab-el" bedeutet Pforte Gottes. „Bab-ylon" bedeutet Verwirrung. Wie schnell ist aus dem Bab-el, aus dem "Pforte Gottes" – „-el“ am Ende, ein Babylon gemacht worden? Die Dinge liegen sehr eng beieinander. Was hat der Feind aus dem ursprünglichen Worte Gottes gemacht? Wie viele Deutungen und Verdrehungen, dass nichts als ein Babylon übriggeblieben ist. Aber Gott hat all die Gefängnisse gesprengt, hat uns zurückgebracht auf den heiligen Boden. Wir sollen nicht länger traurig sein, sondern erkennen, dass dieser Tag, in dem wir jetzt leben, dem Herrn, unserem Gott, heilig ist, weil er ein besonderer Tag ist, ein Tag, den alle Propheten und Apostel hätten gern miterleben wollen. Und wir dürfen ihn aus Gnaden erleben. Ein Tag den der Herr gemacht hat. Es heißt hier dann zum Schluss:

„Da ging das ganze Volk hin, um zu essen und zu trinken, nach den Bedürftigen Anteile zukommen zu lassen und ein großes Freudenfest zu feiern.“

Da gibt es die Worte im Propheten Joel, dass wenn der Herr wiedererstatten wird, wird der Most überfließen und die Kufen und es wird nicht mehr mangeln – die Fülle wird wieder da sein. Denn so spricht der Herr „Ich werde wiedererstatten“ [Joel 2:24-25]. Er wird alles zurück geben in den ursprünglichen Stand, zurückversetzen. Das Volk Gottes, wird sich aufs Neue freuen und die Harfen von den Weiden nehmen [Ps 137:1-4]. Und es wird Freude und Jubel unter dem Volke Gottes sein. Der Schlüssel zu diesem allem liegt in den letzten Worten des zwölften Verses:

„Denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen kundgetan hatte.“ [Neh 8:12]

Möge Gott mir und dir, uns allen und seinem gesamten Volke die Gnade erweisen, ihn in seinem Reden zu verstehen, alles recht einzuordnen und mit großer Erwartung vorwärts gehen. Der Herr baut seine Gemeinde, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen [Mt 16:18]. Ihr wisst, als damals gebaut wurde, wie die Feinde ihnen geschadet haben [Neh 4] und wie sogar Freunde kamen und mitbauen wollten. Aber da gab es Menschen, die ihre Geburtsurkunde nicht gefunden hatten [Neh 7:64]. Habe das gewusst? Jawohl, da gab es Menschen, die haben nach ihrer Geburtsurkunde gesucht und haben sie nicht gefunden. Ich wollte es gar nicht mehr anschneiden. Es steht in Nehemia 7 in Vers 64:

„Diese hatten zwar nach einer Geburtsurkunde gesucht, aber eine solche hatte sich nicht finden lassen. Infolgedessen wurden sie als unrein vom Priesterdienst ausgeschlossen.“

Darauf wollen wir gar nicht näher eingehen. Wir glauben, dass wir göttlichen Geschlechts sind. Wir glauben, dass wir aus dem Samen des Wortes zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren worden sind. Wir sind nicht Gäste und Fremdlinge. Wir sind Bürger Gottes, Söhne und Töchter des Höchsten.

Und in dem Wort, das unser Bruder aus dem 2. Korinther gelesen hat, ist uns allen ja gesagt worden, was der Herr aus uns machen wollte. 2. Korinther 6, Vers 18:

„Ich will euch ein Vater sein und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein. Spricht der Herr, der Allmächtige.“

Und das steht nach dem Aufruf, aus allem herauszukommen, nichts Unreines mehr anzurühren und dann will der Herr uns annehmen. Es gibt also eine Bedingung, um angenommen und dann eingesetzt zu werden in die Sohnschaft – aus allem herauszukommen, um ganz in Christus, in sein Wort, in seine Kraft, in seinen Geist, wir müssen aus allem andern völlig herauskommen, um ganz in das Göttliche eingehen zu können. Wir müssen aus unseren Händen und Herzen alles lassen, was nicht gemäß dem Worte ist, um die volle Offenbarung des Wortes annehmen zu können.

„Sondert euch ab! Gebietet der Herr, gehet aus ihrer Mitte heraus. Rührt nichts Unreines an. So will ich euch aufnehmen, und ich will euch Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein. Spricht der Herr, der Allmächtige.“[2Kor 6:17-19]. 

Das ist unsere Zeit, das ist unser Tag. Es gibt Worte im Alten und im Neuen Testament, die einfach in unseren Tagen ihre Erfüllung finden. Wann gab es eine Zeit der endgültigen Herausrufung? Und was sagte Bruder Branham? „Aus dieser letzten Erweckung wird keine neue Denomination entstehen, sondern die Brautgemeinde wird aus ihr hervorgehen.“ Alle anderen Erweckungen (das ist keine Kritik, lediglich betrügliche Feststellung) haben organisiert, haben, haben, haben …  genau nach dem Muster der Mutter haben all die Töchter getan. [Ofb 17:5] Aber jetzt am Ende, in dem prophetischen Zeitalter, in dem wir uns jetzt befinden, hat Gott den prophetischen Plan seinem Volke wissen lassen, hat uns sein Wort frisch vom Thron geoffenbart! Einen reinen Tisch hat er uns gedeckt im Angesicht unserer Feinde [Ps 23:5]. Und die sind um uns her. Es ist besser, gehasst zu werden als zu hassen. Es ist besser, verleumdet zu werden als zu verleumden. Und so könnte man das Register fortsetzen. Man erkennt daran und daraus, wessen Geistes Kind man ist. Wahre Same Gottes kann nicht hassen, auch wenn es sich anstrengen würde. Es klappt nicht. Es geht nicht. Es ist nicht drin. Das Wesen Jesu erfüllt uns und die Früchte des Geistes werden offenbar.

Wir haben an diesem Wochenende über besondere Tage gesprochen. Und das war nun der Abschluss. Damals war auch ein besonderer Tag, der dem Herrn heilig war. Und ich sage euch, welche Tage dem Herrn heilig sind: Die Tage, an denen er unter seinem Volk wirken, reden und segnen kann – das sind Tage, die ihm heilig sind. Und ein solcher Tag ist auch dieser Tag, der Tag des Heils, der Tag der Gnade, in dem wir leben. Und die Zeit, in der wir angekommen sind, ist eine besondere Zeit. Ich habe schon gesagt, ein prophetischer Zeitabschnitt, wo nur diejenigen sich zurechtfinden, die das prophetische Wort für diese Zeit nicht nur hören, sondern durch den Geist verklärt und geoffenbart bekommen! Alle anderen werden zuschanden werden.

Abschließend noch der Gedanke: Der Dienst Bruder Branhams ist ja von allen anerkannt worden, und auch alle haben sich segnen lassen von Gott. Aber als dann der Anspruch gestellt wurde, dass er doch der Prophet ist, der in Worte verheißen war [Mal 4:5, Mk 9:12], da schieden sich die Geister. Sie wollten nicht zugeben, dass Gott jetzt erfüllt, was er verheißen hat. Alle möchten Segnungen, aber keine ist, oder viele sind nicht bereit, sich darunter zu beugen. Wir sind Gott dankbar, dass wir den Dienst der verheißen wahr erkannt haben. Dankbar sind wir auch dafür, dass wir nicht einem Menschen die Ehre geben, sondern dem lebendigen Gott. Wir werden uns hüten, einen Menschen zu verherrlichen. Was sagte Bruder Branham? Er sagt: „Dieses Wort ist mein absolut.“ Und dieses Wort ist und bleibt unser Absolut bis ans Ende! 

„Den Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Wort, bleibt in Ewigkeit.“[Mt 24:35] 

Möge Gott, der Herr uns alle reichlich, reichlich segnen! Amen.

Vielleicht kommen wir doch nach vorne, wie wir es schon öfters getan haben, um dem Herrn noch gemeinsam zu danken.