Circular Letter

Rundbrief März 1988

Ewald Frank

calendar_month 13. 3. 1988

„Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.“ (Heb. 13:8)

Rundbrief März 1988

Ganz herzlich grüße ich Euch alle in dem teuren Namen des HErm Jesus Christus mit dem Wort aus Hesekiel 12:22-23:

„Menschensohn, was für eine Redensart ist da bei euch im Lande Israel im Gebrauch, daß man sagt: 'Die Zeit zieht sich Tag für Tag hin, und alle Weissagung wird hinfällig'? Darum sage zu ihnen: 'So hat Gott der HErr gesprochen: Ich will dieser Redensart ein Ende machen: man soll sie in Israel nicht länger im Munde führen'. Sage ihnen vielmehr: 'Nahe herbeigekommen ist die Zeit und die Erfüllung aller Weissagungen!'“

Nicht alle sprechen aus, was sie denken, doch so manchen beschäftigt der Gedanke, daß die Zeit sich hinzieht und die Erfüllung all unserer Hoffnungen länger auf sich warten läßt, als ursprünglich angenommen. Wie oft haben wir die Worte in Offbg. 1:3 und 22:10 gelesen, wo es jedesmal heißt: „…denn die Zeit ist nahe“ ! Seit sie niedergeschrieben wurden, sind fast zweitausend Jahre vergangen, und wir warten immer noch. Doch beim HErrn sind eben tausend Jahre wie ein Tag (2. Petr. 3:8). Die Weissagungen der Schrift werden nicht hinfällig, sondern finden zu der von Gott bestimmten Zeit ihre Erfüllung. Mit Recht wartet das Volk Gottes wie nie zuvor seit jener ersten Generation auf die baldige Wiederkunft Jesu.

Wenn die Zeit der Erfüllung gekommen ist, wird jeder menschlichen Redensart und Deutung über die biblische Prophetie ein Ende bereitet. Gott verspätet sich nicht; Er wacht über Seinem Wort, um es zu erfüllen. Was wir als Verzug ansehen, bezeichnet die Heilige Schrift als Langmut und gibt dafür auch den Grund an: „Der HErr ist mit der Verheißung nicht säumig, wie manche Leute eine Säumigkeit sehen, sondern Er übt Langmut gegen euch, weil Er nicht will, daß einige verloren gehen, sondern daß alle zur Buße gelangen“ (2. Petr. 3:9).

Keiner, der zur Rettung vorherbestimmt ist, wird verlorengehen. Gott ist mehr als imstande, Sein Vorhaben mit der Menschheit auszuführen, und wird auch die letzten noch herausrufen. Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird die Zahl voll und die Brautgemeinde in die Fülle des Wachstums Christi hineingelangt sein.

In Offbg. 10:6-7 steht: „…es wird hinfort keinen Verzug mehr geben…“, das heißt: kein Zeitaufschub mehr geduldet, „…sondern in den Tagen, in denen die Stimme des siebenten Engels erschallt, wenn er in die Posaune stoßen wird, kommt das Geheimnis Gottes zum Abschluß.“

Gott vollendet, was Er begonnen hat. Wie Posaunenton erschallt das geoffenbarte, lebendige Wort in diesem letzten Gemeindezeitalter. Das ewiggültige Evangelium (Offbg. 14:6) wird allen Völkern und Sprachen zu einem Zeugnis verkündigt (Matth. 24:14). Die Posaune Gottes – die göttliche Botschaft – hat einen deutlichen Klang (1. Kor. 14:8). Wir wissen, worum es jetzt geht. Deshalb müssen wir uns zum Endkampf rüsten, das zweischneidige Schwert, Gottes Wort, ergreifen, dem besiegten Feind damit Widerstand leisten, das Feld behaupten und ihn in die Flucht schlagen.

Die heilsgeschichtlichen Ereignisse standen oft jahrhundertelang als Weissagungen geschrieben, ehe sie sich erfüllten. Das Warten dauerte lange, die Erfüllung kam überraschend. Schon der Prophet Habakuk rief aus: „HErr, verwirkliche Dein Werk inmitten der Jahre, mache es offenbar inmitten der Jahre!“ (3:2). Alle, die jetzt die Erfüllung der biblischen Prophetie erkennen, wenden sich von jeder Deutung ab und wandeln in dem Licht des geoffenbarten prophetischen Wortes, das als helles Licht in der Dunkelheit scheint. Diese Gruppe ist es auch, welche der Mahnung eingedenk bleibt, die Petrus gegeben hat: „…Dabei müßt ihr euch vor allem darüber klar sein, daß keine Weissagung der Schrift eine eigenmächtige Deutung zuläßt…“ (2. Petr. 1:19-21) Offenbarung und Deutung schließen einander aus. Wem das Wort durch den Geist geoffenbart wurde, der deutet nicht mehr, und wer noch deutet, beweist, daß es ihm noch nicht von Gott geoffenbart wurde.

Es kann sein, daß uns Verheißungen als zusammengehörend erscheinen, weil sie eventuell im gleichen Vers stehen, dennoch ist es möglich, daß sie zu verschiedenen Zeiten ihre Verwirklichung finden. Der HErr gab den Nachkommen Abrahams die Zusage, sie aus der Knechtschaft Ägyptens herauszuholen und in das Land, das von Milch und Honig überfließt, zu bringen (2. Mose 3:8). Nach der Herausführung aber folgte nicht gleich die Hineinführung, sondern die vierzigjährige Prüfungszeit während der Wüstenwanderung. Erst danach, zur Zeit Josuas, erfüllte sich der zweite Teil der Verheißung.

Dies sind die Tage, dies ist die Zeit, in welcher Gott Sein Werk zum Abschluß bringt. Wohlgemerkt: Es steht nicht geschrieben, daß ER Seinen Ratschluß den Evangelisten, den Predigern, den Priestern, Pfarrern, Bischöfen, Kardinälen oder gar dem Papst offenbart, sondern Seinen Knechten, den Propheten (Amos 3:7). Ein prophetisches Zeitalter, wie wir es jetzt erleben, setzt den prophetischen Dienst eines Knechtes Gottes voraus, denn das Wort des HErrn erging seit jeher an die Propheten (Apg. 3:21).

Wie das Auftreten Johannes des Täufers nur den Anfang eines heilsgeschichtlichen Abschnitts darstellte, so war es auch mit dem prophetischen Dienst für diese Zeit. Mit dem Heimgang des von Gott gesandten Propheten hörte das Wirken Gottes nicht auf, sondern wir befinden uns mitten in der Verwirklichung der allumfassenden biblischen Prophetie.

Wie bereits erwähnt, geschieht nicht alles auf einen Schlag. Wir tun gut daran, aus den Ereignissen beim ersten Kommen Christi zu lernen. Immer, wenn Gott auf Erden wirkte, geschahen übernatürliche Dinge. Als unser HErr und Erlöser Mensch wurde, gerieten Himmel und Erde in Bewegung. Die himmlischen Heerscharen sangen, der Engel gab die gewaltige Ankündigung (Luk. 2), die Hirten und die Weisen fanden, wie ihnen gesagt wurde.

Nach den Vorgängen bei der Geburt und der Beschneidung im Tempel wird es erst einmal still um unseren HErrn. Das nächste Mal wird Er im Alter von zwölf Jahren erwähnt, wie Er mit den Gelehrten im Tempel zu Jerusalem sprach. Dann fährt die Bibel mit ihrer Berichterstattung fort, als Er dreißig Jahre alt war und Sein mächtiger Dienst begann. Wer die Heilige Schrift genau liest, wird noch obendrein feststellen, daß die meisten Weissagungen sich in Seinen letzten Tagen und Stunden erfüllten. Es ging über Gethsemane und Golgatha, durch Tod und Auferstehung. Jede Weissagung traf in dem richtigen Zusammenhang zu der bestimmten Stunde ein. Wir müssen Gottes Handeln aus Seinem Wort erkennen, erst dann haben wir die Möglichkeit, wahrheitsgemäß auszurufen: „Heute ist diese Schrift vor unseren Augen erfüllt!“

Zur Zeit des Messias wartete man auf die Erfüllung aller prophetischen Aussprüche. Von einem ersten und zweiten Kommen wußte damals niemand etwas, ebensowenig von einer Gnadenzeit für die Völker und dem Geheimnis der Gemeinde bzw. der Braut. Sogar die Propheten forschten, auf welche Zeit der in ihnen wirkende Geist Christi hinwies (1. Petr. 1:10-11). Der Zeitplan Gottes mit der Menschheit und das Geheimnis Christi wurden ihnen nicht geoffenbart. Paulus drückt es mit folgenden Worten aus: „…das in früheren Zeitaltern den Menschenkindern nicht kundgetan worden ist, wie es jetzt Seinen heiligen Aposteln und Propheten geoffenbart worden ist“ (Eph. 3:5).

Selbst die beiden Jünger sagten dem HErrn auf dem Wege nach Emmaus voller Enttäuschung: „Wir aber hatten gehofft, daß Er es sei, der Israel erlösen würde“ (Luk. 24:21). Hatte doch Zacharias in seinem geistgewirkten Gebet wie die Propheten in einem Atemzug von zwei ganz verschiedenen Dingen gesprochen: „ER hat Sein Volk gnädig angesehen und ihm eine Erlösung geschaffen“, sowie: „Retten will Er uns von unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen“ (Luk. 1:68+71). Die Juden erwarteten die Rettung, die Befreiung von ihren Feinden und die Aufrichtung eines messianischen Königreiches. Deshalb erkannten sie die vollbrachte Erlösung und die neutestamentliche Bundesschließung nicht.

Wir müssen Gott in Seinem Tun respektieren und nur das wollen, was Er will. Es genügt nicht, nur zu glauben, was die Schrift sagt, wir müssen es Gott überlassen, wie und wann Er etwas tut. Jetzt findet die Herausrufung und Zubereitung der Brautgemeinde statt. Wir befinden uns mitten in der Erfüllung alles dessen, was Gott von Anfang an durch den Mund Seiner heiligen Knechte verkündigen ließ. Der Sinn und Zweck des prophetischen Dienstes in dieser Generation besteht hauptsächlich darin, uns mit dem Vorhaben Gottes vertraut zu machen. Der geschriebene Buchstabe tötete viele durch die eigenen Auslegungen. Das gesprochene Wort ist der geoffenbarte Wille Gottes, wodurch viele lebendig gemacht und auf den neuesten Stand der Entwicklung im Reiche Gottes gebracht werden.

Wie zu allen Zeiten, so geht es auch jetzt um die Erfüllung der Verheißungen, die Gott gegeben hat. Dabei ist es sehr wichtig, daß von Gott beauftragte Männer das Wort der Wahrheit recht teilen (2. Tim. 2:15). So gewiß es einer direkten Berufung und Sendung bedurfte, um das Wort durch göttliche Inspiration zu empfangen und niederzuschreiben, so bedarf es derselben Berufung und Sendung, der gleichen Inspiration des Heiligen Geistes, um das Wort in den richtigen Zusammenhang und in die dafür bestimmte Zeit einzuordnen.

In Matth. 21 finden wir den Einzug Jesu in Jerusalem beschrieben. In Vers 4-5 steht: „Dies ist aber geschehen, damit das Wort des Propheten erfüllt werde, das da lautet: 'Sage der Tochter Zion: Siehe! dein König kommt zu dir sanftmütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers.“ (Sach. 9:9) Sie erwarteten die Aufrichtung des Königreiches, denn es stand ja geschrieben: „Siehe, dein König kommt zu dir!“ Ihnen war nicht geoffenbart, daß es sich dabei um das ewige Reich Gottes (Dan. 7:27) und nicht um ein irdisches Königreich handelt. Unser HErr sagte ja selbst: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh. 18:36). Auch lehrte Er uns beten: „…Dein Reich komme…“

Voller Begeisterung verwendete das Volk die Worte aus Psalm 118:26, indem es ausrief: „Hosianna dem Sohne Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des HErrn! Hosianna in den Himmelshöhen!“ Eben diesen Vers stellte der HErr jedoch in Matth. 23, 39 in die Zukunft: „Denn Ich sage euch: Ihr werdet Mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr ausruft: ‘Gepriesen sei, der da kommt im Namen des HErrn!’“

Es überwältigt mich immer wieder neu, wenn ich die Genauigkeit des Wortes sehe. Gerade deshalb ist nichts wichtiger als die wirklich absolut korrekte Plazierung der biblischen Prophetie in die richtige Zeit und den richtigen Zusammenhang. Männer Gottes sind keine Schwätzer, keine religiösen Fanatiker, sondern Offenbarer des Willens Gottes, direkte Sprachrohre des Allmächtigen auf Erden. Schriftgelehrten bleibt es verborgen, doch wer Gnade vor Gott gefunden hat, erkennt den Tag der gnädigen Heimsuchung. Uns ist in dieser Generation ein besonderes Vorrecht zuteil geworden, weil wir die Übersicht über das gesamte Alte und Neue Testament erhalten haben. Wir sehen die bereits erfüllte Prophetie, haben aber auch erkannt, welche Verheißungen noch ausstehen, und rechnen in Kürze mit ihrer Erfüllung.

Propheten und Apostel wurden durch denselben Heiligen Geist inspiriert. Wir erkennen, daß der eine Gott nur ein Programm hat und daß es nur eine Quelle der göttlichen Offenbarung gibt. Deshalb stimmt auch alles in der gesamten Heiligen Schrift völlig überein. Wer heute als ein von Gott gesetzter Lehrer auftritt, muß die reine biblische Lehre bringen. Wer einen prophetischen Teil darlegt, muß es im Einklang mit dem gesamten prophetischen Zeugnis tun. Dies ist die Zeit, in der die Gläubigen in völlige Übereinstimmung mit dem gesamten biblischen Glaubensinhalt gelangen müssen. Sobald das geschehen ist, wird Gott zu Seinem vollkommenen Recht unter Seinem Volk kommen.

Wir sollten uns ganz neu bewußt werden, daß wir jetzt die letzte gnädige Heimsuchung Gottes erleben. Das geoffenbarte Wort ist wie Posaunenschall erklungen; das Halljahr wurde ausgerufen. Jeder darf frei ausgehen und in den Besitz seines rechtmäßigen, göttlichen Eigentums gelangen. Es gab tatsächlich keine Zeit auf Erden, die dieser vergleichbar wäre. Nie lag der gesamte Ratschluß Gottes so klar, so übersichtlich, bis in alle Einzelheiten nachvollziehbar vor uns.

Noch nie ist auch die Erwartung so groß gewesen wie jetzt. Obwohl von all den Geschwistern, mit denen wir in der Liebe Gottes verbunden sind, nur wenige zu den besonderen Versammlungen kommen können, wird die Teilnehmerschar immer größer. Es ist zu spüren, wie sich alle danach sehnen, den Anschluß an das abschließende Wirken Gottes zu bekommen. Keine Entfernung ist zu weit, keine Reise zu beschwerlich, kein finanzielles Opfer zu groß. All diese Dinge legen Zeugnis von dem ab, was tief in den Herzen der Menschen vor sich geht.

Die Jahresabschlußversammlungen 87/88 haben den Durchbruch eingeleitet. Viele sind zutiefst ergriffen worden und haben Gott erlebt, sie baten einander um Vergebung, und Hindernisse wurden ausgeräumt. Von den Osterversammlungen erwarten wir, daß die Auferstehungskraft Jesu Christi, unseres HErrn, sich an allen Seinen Gliedern als lebendigmachend erweist.

Im Auftrage Gottes wirkend
Br. Frank 

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Mancher wird überrascht sein zu sehen, daß William Branham mit einem, wie er es nannte, „umgedrehten“ Kragen auf einer Kanzel predigte. Er war ein Mann, der sich in jede Lage fügen konnte, immer mit dem Hauptziel vor Augen, möglichst vielen das Wort Gottes zu verkündigen. Paulus brachte es mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Denn obwohl ich von allen Menschen unabhängig bin, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um die Mehrzahl von ihnen zu gewinnen … kurz: für alle bin ich alles geworden um auf jeden Fall einige zu retten. Alles aber tue ich um der Heilsbotschaft willen, damit auch ich Anteil an ihr erlange“ (1. Kor. 9:19-23).

Weil Gott mir das gleiche aufs Herz gelegt hat, nehme auch ich jede Gelegenheit wahr, sofern sich mir eine offene Tür bietet, wie zum Beispiel in Seoul, wo ich in der größten dortigen Baptisten-Kirche predigte. Ebenso werde ich den Sonntag Morgen nie vergessen, als ich durch die Vermittlung eines protestantischen Bischofs in der größten katholischen Kirche in Witbank, Südafrika, predigen durfte. Es waren genau 65 Menschen, die dem Aufruf, ihr Leben dem HErrn zu weihen, folgten und mit denen ich gebetet habe. Mir geht es so, wie Bruder Branham des öfteren zum Ausdruck gebracht hat: Ich bin nicht gegen die Menschen in den Denominationen, sondern gegen das straff organisierte System. Möge der HErr uns tiefes Mitgefühl für alle Menschen schenken und uns vor jeder pharisäerischen Denk- und Handlungsweise bewahren. Die Ernte, die eingebracht werden muß, ist reif und groß. Es werden noch Menschen aus allen Völkern, Sprachen und Nationen sowie aus den verschiedensten Religionen herausgerufen werden. Noch gilt der Missionsbefehl: „Gehet hin in alle Welt…!“