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Radio Luxemburg 1973-06-03 - 001

Ewald Frank

calendar_month 3. 6. 1973

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Radio-Predigt Nr. 1
3. Juni 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Schriftwort aus Hebr. 11,1:

„Der Glaube ist ein zuversichtliches Vertrauen dessen, was man erhofft, ein festes Überzeugtsein von dem, was man noch nicht sieht.“

Echter, von Gott gewirkter Glaube hat keinen Raum für Ungewißheit, denn er ist auf dem Worte Gottes gegründet. Alle Verheißungen sind ,Ja’ und ,Amen’, unabänderlich und treffen unfehlbar ein. Darauf ruhte der Glaube der Kinder Gottes zu allen Zeiten und ist heute noch darin verankert. Das Wort des Herrn war und ist ihre alleinige Richtschnur.

Wer vom biblischen Glauben spricht, nimmt gern Abraham als Vorbild. Von ihm heißt es:

„Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ (Rom. 4,3)

Wir können nicht nur irgend etwas glauben, sondern müssen Gott glauben. Wer das glaubt, was in sein eigenes Konzept paßt, versucht sich selbst zu rechtfertigen. Wer das glaubt, was Gott gesagt hat, wird von Ihm gerechtfertigt. Abraham wurde gerechtfertigt, weil er Gott glaubte. Wir müssen den Verheißungen Gottes wirklich Glauben schenken, andernfalls werden wir sie nicht erleben, noch vor Gott gerechtfertigt sein. Alle, die je von Gott begnadigt wurden, glaubten das Wort der Verheißung – das Wort, das Gott zu ihnen redete. Zu allen Zeiten ging es um diesen lebendigen Glauben an den lebendigen Gott. Auch heute geht es darum, daß der Einzelne Gott erlebt.

Menschen suchen und sehnen sich nach einem Erlebnis, das sie im tiefsten Inneren befriedigt. Überall auf der Erde gibt es Männer und Frauen, die von einer Sehnsucht getrieben werden, Ruhe und Frieden für ihre Seele zu finden. Mögen sie doch erkennen, daß ewige Ruhe und ewiger Friede nur in dem ewigen Gott zu finden sind. Alles Zeitliche wird vergehen, doch wer den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit. Ein solcher Mensch ist mit Gott verbunden, hat Ihn erlebt und glaubt Seinen Verheißungen. Echtes Christentum ist nicht eine tote Organisation, sondern ein lebendiger Organismus, bestehend aus Menschen, die Christus erlebt haben. Der Herr gab den Seinen die Verheißung:

„Die Welt sieht mich nicht mehr, ihr aber werdet mich sehen.“

Der Herr lebt! Er ist auferstanden und offenbart sich den Seinen noch heute. Die Apostelgeschichte berichtet, was Jesus tat und lehrte, wie Er den Aposteln, die Er erwählt hatte, Seine Aufträge durch den Heiligen Geist erteilte. Er bezeugte sich unter ihnen als der Lebendige und sprach mit ihnen über das Reich Gottes. Er öffnete ihnen das Verständnis für die Schrift und ihrer Erfüllung zu jener Zeit. Auch heute bezeugt Er sich unter den Seinen als der Lebendige, der Auferstandene und spricht mit ihnen über die Geschehnisse und Geheimnisse des Reiches Gottes.

Das ist der Kern unserer Verkündigung. Jesus Christus redet und wirkt heute wie damals. Es geht nicht allein darum, eine Predigt über Ihn zu halten, sondern um die Frage: Bezeugt Er sich als der Lebendige in unserem Leben und in dem Leben Seiner Gemeinde? Spricht Er durch den Geist und das Wort zu uns? Bezeugt Er sich heute wie damals?

Es genügt nicht, daß wir sagen: „Der Herr ist in unserer Mitte.“ Wenn Er wirklich unter uns ist, so haben wir Sein Wirken in unserer Mitte. Die Jünger erlebten den Herrn nach Seiner Auferstehung in besonderer Weise. Sie hatten nicht nur eine Erinnerung an Ihn – nein, der Herr selbst löste Seine Verheißung ein:

„Ich werde bei euch sein alle Tage, bis an das Ende der Welt“,

und ebenso die Zusage:

„Die Welt sieht mich nicht mehr, ihr aber werdet mich sehen.“

Er versprach ihnen die Ausrüstung mit der Kraft aus der Höhe und erfüllte Seine Verheißung. Die gleiche Kraft, dasselbe Leben, das in Christus Jesus war, wurde in den Seinen und durch sie offenbar. Die gleichen Wunder und Zeichen geschahen: Sünder wurden gerettet, Kranke geheilt, Gebundene frei und die Gläubiggewordenen mit Heiligem Geist erfüllt. Das Leben Gottes, Sein Wirken und Seine Kraft müssen in der Gemeinde offenbar werden. Jedes Glied des Leibes Jesu Christi muß mit dem Leben und der Kraft Gottes durchströmt werden.

Wenn der Herr sich im Leben jedes einzelnen als lebendig bezeugt hat, so stehen alle im Glauben fest zusammen. Es gibt bei ihnen kein ,Wenn' und ,Aber', sondern nur ein ,Ja* und ,Amen* jedem Worte Gottes gegenüber. Die Gemeinde Jesu Christi wurde zu allen Zeiten vom Herrn gesegnet, belehrt und gebraucht. Auch heute sind wir, sofern unsere Augen für das geöffnet sind, was Er jetzt tut, von dem Wirken unseres Gottes so überwältigt und erfaßt wie diejenigen, die die Kreuzigung miterlebten und an jenem Tage frühmorgens zur Gruft kamen und die Stimme des Engels hörten:

„Fürchtet euch nicht, denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier, Er ist auferstanden, wie Er es vorausgesagt hat.“

Wie überwältigend muß dies gewesen sein, und wie friedevoll die Worte:

„Fürchtet euch nicht! Ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht“.

Wer Jesus sucht, der findet Ihn. Wer anklopft, dem wird aufgetan. Ach, daß alle Christen miterleben könnten, was Gott heute tut! Wir dürfen uns nicht mit den Erlebnissen anderer begnügen und uns darauf berufen, nein, wir selbst müssen dabei sein, wenn der Herr sich den Seinen offenbart. Damals erfüllte sich die Schrift in mannigfaltiger Weise. Die wahren Jünger Jesu wurden davon ergriffen und bezeugten, was sie gesehen, gehört und mit dem Herrn erlebt hatten. Jesus ist nicht im Grab geblieben, Er ist auferstanden, hat überwunden und triumphierte über Hölle und Tod. Das muß uns mitreißen, überwältigen und zum Segen werden!

Es sei denn, der Geist Gottes vergegenwärtigt uns alles, was für uns geschah, sonst können wir nicht wie Paulus ausrufen:

„Ich bin mit Christus gekreuzigt und bin mit Ihm zu einem neuen Leben auferstanden.“

Jesus sprach:

„Ich lebe und ihr sollt auch leben.“

Möge der Geist Gottes jeden einzelnen so erfassen, daß wir einander zurufen: „Jesus lebt und bezeugt sich den Seinen auf übernatürliche Weise und redet mit ihnen auch in dieser Zeit über die Geheimnisse des Reiches Gottes. “ Wenn wir bereit sind, mit Ihm den ganzen Weg zu gehen, werden wir vom Glauben zum Schauen kommen.

Verehrte Hörer, werte Freunde, liebe Brüder und Schwestern! Hat sich der Herr Jesus Ihnen als lebendig bezeugt? Haben Sie Ihn in derselben Weise erlebt, wie die Heilige Schrift es berichtet? Hat Er zu Ihnen über die Geheimnisse Seines Wortes sprechen können? Sind Ihre Augen für das geöffnet, was Er in dieser Zeit tut?

Vergessen Sie nicht, daß Er den teuren Preis am Kreuz auf Golgatha für Sie bezahlte, für Sie litt und starb, damit Sie durch Ihn ewiges Leben haben. Möge Gott der Herr jedem einzelnen gnädig sein und ihm dieses Vertrauen und diesen lebendigen Glauben schenken. Wir wollen beten. Himmlischer Vater, ich bitte Dich von Herzen darum, daß Du alle segnest. Offenbare und bezeuge Dich denen, die Dir als dem lebendigen Gott glauben. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen!