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Radio Luxemburg 1973-06-10 - 002

Ewald Frank

calendar_month 10. 6. 1973

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Radio-Predigt Nr. 2
10. Juni 1973

Herzlich grüße ich alle in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Lukas 24,50:

„Hierauf führte er sie hinaus bis in die Nähe von Bethanien, erhob dann seine Hände und segnete sie; und es begab sich: während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben…“

Das Werk Jesu Christi auf Erden war vollbracht, und Er, der Meister, schied von Seinen Jüngern. Doch ließ Er sie nicht in Trostlosigkeit zurück, sondern gab ihnen Seinen Segen, ehe Er in den Himmel emporgehoben wurde. Dieses gewaltige Ereignis stärkte ihren Glauben. Bei der Kreuzigung waren sie niedergeschlagen und ratlos, als sie sahen, wie ihr Herr verraten und verkauft wurde und wie Er leiden mußte, aber ihre Betrübnis verwandelte sich nach der Auferstehung in eine unaussprechliche Freude. Damals hatten sie noch nicht verstanden, daß der Weg zur Herrlichkeit durch die Schmach führt, doch das ewige Leben konnte uns nur durch Seinen Tod zuteil werden. Die Jünger hatten die Kreuzigung miterlebt; für sie war es der Zusammenbruch einer ganzen Welt. Sie sprachen:

„Wir aber hofften, er werde Israel erlösen.“ (v. 21)

Ja, die Erlösung der ganzen Welt geschah, wie Gott es geplant hatte. Das Reich Satans wurde dadurch aus den Fugen gehoben, erschüttert und brach zusammen. Jesus ging nicht nur bis zum Kreuz. Christus, unser Herr, triumphierte über alle Mächte der Finsternis, ließ die Gefangenen frei und hat den Menschen Gaben gegeben.

Die Heilige Schrift sagt:

„Im Geist ist er hinunter gegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt.“ (1Tm 3:16)

Die Hölle hatte keine Macht über Ihn. Er ging hinunter, um den Sieg von Golgatha zu verkündigen. Er hat den Teufel besiegt, der die Macht des Todes hatte, und alle Erlösten für immer in Freiheit versetzt, die auf den Retter gehofft hatten und im Glauben entschlafen waren. Wäre Er nicht hinunter gegangen, hätten sie nicht hinaufkommen können. Hebr. 2,14 sagt uns:

„ … durch seinen Tod hat er den vernichtet, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, um alle die in Freiheit zu setzen, die durch Furcht vor dem Tode während ihres ganzen Lebens in Knechtschaft gehalten wurden.“

In Matth. 27 von Vers 51 lesen wir:

„So zerriß der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke. Die Erde erbebte und die Felsen zersprangen, die Gräber taten sich auf und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt, kamen nach ihrer Auferstehung aus ihren Gräbern hervor, gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen.“

Das Erlösungswerk ging nicht stillschweigend vor sich, nein, der größte Kampf fand statt. Der Herr des Himmels besiegte den Teufel und die Hölle. Die Erde erbebte, die Felsen zersprangen, – der Sieg Gottes war durch Christus vollbracht.

Matthäus berichtet uns in Kap. 28:

„Da trat Jesus herzu und redete sie mit den Worten an: ,Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben. Darum gehet hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes tauft und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und wisset wohl: Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“

Das ist ein Teil des Missionsbefehls, den der Herr Jesus Seinen Jüngern gab. Die letzten Zweifel waren beseitigt. Jesus war in ihrer Mitte und sprach:

„Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben.“

Die Jünger empfingen die Offenbarung, daß sich Gott im Neuen Testament als Vater, Sohn und Heiliger Geist geoffenbart hat und befolgten den Auftrag, alle Völker zu lehren.

Zu Pfingsten richtete Petrus an das herbeigeströmte Volk die Worte:

„Tut Buße und laßt euch ein jeder auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“

Jesus sprach von dem Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Petrus hatte die Offenbarung, daß es hier um den Namen des Herrn Jesus Christus ging, in dem sich Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist geoffenbart hat. Jesus gebot den Jüngern, daß sie lehren sollten. Niemand sollte sich deshalb der Lehre der Apostel widersetzen, denn sie haben gewiß nur das gelehrt, was der Herr ihnen geboten hat.

In Markus 16 lesen wir einen weiteren Teil des Missionsbefehls, in dem es heißt:

„Später aber offenbarte Er sich den elf, als sie bei Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihre Herzenshärte, weil sie denen, die Ihn nach Seiner Auferweckung gesehen hatten, keinen Glauben geschenkt hatten.“

Schon Matthäus berichtet, daß einige zweifelten, und auch Markus schreibt, daß der Herr den Unglauben und die Herzenshärtigkeit Seiner Jünger tadelte. Dann lesen wir:

„Darauf sagte er zu ihnen: ,Gehet hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer da gläubig geworden ist und sich hat taufen lassen, wird gerettet werden. Wer aber ungläubig geblieben ist, wird verurteilt werden!“

Man muß alle Evangelien lesen, um den Missionsbefehl vollständig zu haben, denn jeder Evangelist gibt nur einen gewissen Teil desselben wieder. Markus schreibt weiter:

„Denen aber, die zum Glauben gekommen sind, werden diese Wunderzeichen folgen: in meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden, werden Schlangen vertreiben und, wenn sie etwas Todbringendes trinken, wird es ihnen nicht schaden: Kranken: werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“

Ein Knecht Gottes, der berufen wurde, das Evangelium zu verkündigen, leugnet diese biblischen Wahrheiten nicht. Markus fährt fort:

„Nachdem nun der Herr Jesus zu ihnen geredet hatte, wurde er in den Himmel emporgehoben und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall, wobei der Herr mitwirkte und das Wort durch die Zeichen bestätigte, die dabei geschahen.“

Es gibt nur ein wahres Evangelium, nur einen Herrn Jesus Christus und nur einen Missionsbefehl, an den sich alle von Gott berufenen und ausgesandten Verkündiger halten. Sie erleben, daß der Herr das Wort in mächtiger Weise bestätigt, wie Er es am Anfang tat.

„Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und derselbe in Ewigkeit…“

Menschen und Systeme ändern sich, doch Gott und Gottes Wort bleiben ewig unverändert. Was Er zugesagt hat, das hält Er gewiß. Er bezeugt sich den Seinen auch in dieser Zeit als der Lebendige und bestätigt Sein Wort:

„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt und werdet meine Zeugen sein.“

Nachdem der Herr all diese gewaltigen Worte gesprochen hatte, die zu dem Missionsbefehl gehören, segnete Er Seine Jünger mit erhobenen Händen und wurde vor ihren Augen in die Herrlichkeit emporgehoben. Eine Wolke nahm Ihn auf und entzog Ihn ihren Blicken. Noch heute segnet der Herr Jesus Seine Jünger und ist mit ihnen, während sie Sein Evangelium in Seiner Kraft verkündigen. Wahre Christen feiern nicht nur christliche Feste, sondern sind bereit, den ganzen Weg mit Ihm zu gehen, das ganze Wort Gottes und jede darin gegebene Verheißung zu glauben und zu erleben.

Werte Zuhörer! Haben Sie Gott in biblischer Weise erlebt? Sind Sie bereit, den ganzen Weg mit Ihm zu gehen? Glauben auch Sie alle Seine Verheißungen, wie es die wahren Jünger Jesu zu allen Zeiten taten? Erleben Sie heute das, was die Jünger damals erlebt haben? Wenn nicht, so kommen Sie noch heute zu Ihm. Er wird Sie in Gnaden annehmen. Wir wollen beten.

Herr, unser Gott, wir danken Dir in dem teuren Namen Jesus für die Gnade, die uns zuteil wurde, für den Glauben, den Du in den Deinen durch den Heiligen Geist wirkst. Erhebe Deine segnenden Hände über alle, die Dein Wort jetzt gehört haben. Offenbare es ihnen und bringe sie völlig in Deine Nachfolge. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen!