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Radio Luxemburg 1973-06-17 - 003

Ewald Frank

calendar_month 17. 6. 1973

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Radio-Predigt Nr. 3
17. Juni 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Apg. 2 von Vers 1:

„Als dann der Tag des Pfingstfestes herbeigekommen war, befanden sie alle sich an einem Ort beisammen. Da entstand plötzlich ein Brausen vom Himmel her, wie wenn ein gewaltiger Wind daherfährt und erfüllte das ganze Haus, in welchem sie weilten; und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und von denen sich eine auf jeden von ihnen niederließ; und sie wurden alle mit heiligem Geist erfüllt und begannen in anderen Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab auszusprechen.“

Durch den Opfertod Jesu Christi auf Golgatha empfangen wir die Vergebung unserer Schuld und Sünde, wenn wir in echter Buße zu Ihm umkehren. So gewiß Christus auferstanden ist, kommen wir durch Bekehrung und Wiedergeburt zur Erneuerung und stehen zu einem neuen Leben in Ihm auf. Wo das geschehen ist, wird der Heilige Geist herabkommen und uns versiegeln, wie geschrieben steht:

„In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium von eurer Rettung, vernommen habt und zum Glauben gekommen seid, mit dem verheißenen heiligen Geist versiegelt worden, der das Angeld für unser Erbe ist für die Erlösung seiner Eigentumsgemeinde, zum Lobpreis seiner Herrlichkeit.“

Dieses Erlebnis mit Gott ist unerläßlich und heilsnotwendig. Es ist die Bürgschaft, daß unsere Erlösung in den Augen Gottes vollzogen wurde. Als Paulus nach Ephesus kam, fragte er gleich:

„Habt ihr den heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?“

Das ist die große Frage. Die meisten Gläubigen berufen sich darauf, den Heiligen Geist bei der Bekehrung oder Wiedergeburt empfangen zu haben, ohne in Wirklichkeit das erlebt zu haben, was die ersten Christen bei der Geistestaufe empfangen haben. Die Ausgießung des Heiligen Geistes gehört wie die Kreuzigung und Auferstehung zu dem Erlösungswerk. Dieses Ereignis ist für unser Heil von großer Bedeutung. Es ist notwendig, daß jeder Mensch Gott in der Weise erlebt, wie wir es in der Heiligen Schrift aufgezeichnet finden. Was empfangen wir durch das Pfingsterlebnis, durch die Ausgießung des Heiligen Geistes? Wir lesen:

„Als dann der Pfingsttag herbeikam, geschah ein Brausen wie das eines gewaltigen Windes, der vom Himmel herabkam. Als erstes erschienen ihnen Zungen wie von Feuer zerteilt, von denen sich eine auf jeden von ihnen setzte, und sie begannen in anderen Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab auszusprechen.“

Um es deutlich zu sagen, formten sich 120 Feuerzungen für die rund 120 Personen auf dem Obersaal und setzten sich auf jeden einzelnen. Weshalb Zungen? Warum nicht Ohren oder Augen? Warum gerade die Zunge? In Jakobus 3 steht:

„Die Zunge ist auch ein Feuer; als der Inbegriff der Ungerechtigkeit steht die Zunge unter unseren Gliedern da, sie, die den ganzen Leib befleckt, die sowohl das Rad des Seins in Brand setzt als auch von der Hölle in Brand gesetzt wird.“

Von keinem Gliede unseres Leibes wird etwas Derartiges ausgesprochen. Der Apostel führt weiter aus, daß der Mensch jedes Tier zu bändigen vermag:

„ … aber die Zunge vermag kein Mensch zu bändigen, dieses ruhelose Übel, voll todbringenden Giftes.“

So ist die Zunge jedes Menschen beschaffen. Hier gibt es keine Ausnahme. Gottes Wort behält in jedem Falle recht. Die natürliche Zunge des Menschen ist von dem Feuer der Hölle angezündet. Sehr viel Unheil ist durch sie entstanden. Bei den Gläubiggewordenen muß die Zunge in den Dienst Gottes gestellt werden. Das geschieht nicht durch gute Vorsätze, nicht einmal durch Bekehrung oder Wiedergeburt. Das geschieht einzig und allein durch die Taufe mit Geist und Feuer. Das göttliche Feuer muß das Feuer der Hölle löschen und vernichten. Jesus gebot Seinen Jüngern trotz aller Erlebnisse, die sie bereits gemacht hatten, nach Jerusalem hinaufzuziehen, um den verheißenen Heiligen Geist zu empfangen. Erst danach konnten sie als Seine Knechte Sein Wort verkündigen. Gemäß Joh. 20,22 hauchte der Herr Seine Jünger nach Seiner Auferstehung an und sagte zu ihnen:

„Empfanget den Heiligen Geist!“

Trotzdem gebot Er ihnen, in Jerusalem die Verheißung des Vaters abzuwarten. Schon Johannes der Täufer sagte:

„Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen.“

Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Zu Pfingsten offenbarte Er sich den Seinen in übernatürlicher Weise. Ihre Zungen wurden von dem Feuer Gottes durchglüht, um nunmehr in den Dienst der Verkündigung Seines Wortes gestellt zu werden.

Jakobus beschreibt die Zunge des natürlichen Menschen als von der Hölle angezündet und als den Inbegriff der Ungerechtigkeit. Alle Erlösten haben jedoch nicht nur Vergebung ihrer Sünde, sie haben nicht nur das ewige Leben empfangen, sondern sollen und müssen in den Dienst Gottes gestellt werden. Das geschieht mit Worten und Werken gleichermaßen. Gott will uns für andere zum Segen setzen, wie Er es am Anfang mit den Seinen zu Jerusalem tat. Das übernatürliche Ereignis war der herbeigeströmten Menschenmenge neu und befremdend, doch Petrus erhob seine Stimme und sprach:

„Ihr jüdischen Männer und ihr anderen alle, die ihr in Jerusalem wohnt: dies sei euch kundgetan und schenkt meinen Worten Gehör. Diese Männer hier sind nicht betrunken, wie ihr meint, es ist ja erst die dritte Stunde des Tages, nein, hier erfüllt sich die Verheißung des Propheten Joel: ,In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Gott, da werde ich von meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen, so daß eure Söhne und Töchter weissagen und eure jungen Männer Gesichte schauen und eure Greise Offenbarungen in Träumen empfangen.“

Hier haben wir den Maßstab und die Erkennungszeichen, die das Erlebnis der Taufe mit Geist und Feuer begleiten. Sollte jemand darüber im Zweifel sein, ob er dieses Erlebnis mit Gott gemacht hat, der forsche in seinem Leben nach, ob die biblischen Merkmale, die schon in der Weissagung des Propheten Joel angegeben werden und von Petrus am Pfingsttage hervorgehoben wurden, offenbar geworden sind. Jedes Erlebnis, sei es Bekehrung, Wiedergeburt oder Geistestaufe, das wir mit Gott in dieser Zeit machen, muß dieselbe Frucht und Auswirkung zur Folge haben, wie wir es am Anfang der neutestamentlichen Gemeinde sehen, andernfalls haben wir in unserem Herzen nicht erlebt, was wir mit unserem Munde bekennen. Wir können unsere Erlebnisse nur anhand der Bibel prüfen.

Jesus Christus hatte in den ersten Christen durch die Ausgießung des Heiligen Geistes Wohnung genommen. Er offenbarte und bezeugte sich als der Auferstandene. Dasselbe tut Er in dieser Zeit.

Verehrte Hörer! Ihnen ist mit einer Annahme allein nicht geholfen. Sie brauchen Gewißheit von Gott durch das Wort Gottes. Bitte lesen Sie die Heilige Schrift über dieses Thema sorgfältig durch und prüfen Sie sich jetzt, ob Sie dieses Erlebnis der Taufe des Heiligen Geistes mit Gott gemacht haben. Sie werden für diesen Hinweis dankbar sein und Gott dadurch in wunderbarer Weise erleben. Beten Sie vertrauensvoll darüber. Der Herr wird sich Ihnen offenbaren. Wir wollen beten.

Himmlischer Vater, ich bitte Dich von ganzem Herzen im Namen Jesu Christi, taufe die Deinen in dieser Zeit mit Geist und Feuer, wie Du es damals getan hast. Mögen sie Dir folgen, jedem Worte glauben und jede Verheißung erleben. Ich bitte Dich darum in Jesu Namen. Amen.