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Radio Luxemburg 1973-06-24 - 004

Ewald Frank

calendar_month 24. 6. 1973

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Radio-Predigt Nr. 4
24. Juni 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie alle ganz herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Bibelwort aus Rom. 8,14:

„Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.“

Hier wird nicht nur allein von dem Glauben an Jesus Christus gesprochen, sondern von der Leitung des Heiligen Geistes. Man könnte die Bibelstelle auch so lesen: „Denn alle, die sich nicht vom Geiste Gottes leiten lassen, sind nicht Kinder Gottes.“

Im Augenblick mag das hart klingen, doch dieses ist die Tatsache, der wir hier ins Auge schauen müssen. Die ernste Frage, vor der wir stehen, lautet: Wie sieht die Leitung des Heiligen Geistes praktisch in unserem Leben aus? Es geht hier nicht um theoretische Begriffe, sondern um die Sache selbst. Zu allen Zeiten gab es Menschen, die von sich behaupteten, vom Geiste Gottes geleitet zu sein, ohne daß es tatsächlich der Fall war. Der Anspruch allein genügt also nicht. Immer wieder hören wir, daß Bewegungen und Evangelisten sich darauf berufen, unter der Leitung des Heiligen Geistes zu stehen, doch was ist der geistliche Maßstab? Welch ein Vorbilcl finden wir für die Leitung des Heiligen Geistes in der Heiligen Schrift?

Selbst ein Anfang, der unter der Leitung des Heiligen Geistes gemacht wurde, genügt nicht, wenn der Geist Gottes uns nicht weiterführen und bis zur Vollendung bringen kann. Paulus ermahnt uns alle mit den Worten:

„Seid ihr wirklich so unverständig? Im Geiste habt ihr begonnen und wollt nun im Fleische enden?“

Alles, was göttlichen Ursprungs ist, das ist geistlich, doch was menschlichen Ursprungs ist, das ist fleischlich. Das eine schließt das andere aus.

„Fleischlich gesinnt sein bedeutet Tod, dagegen geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.“ (Rom. 8,6)

Das eine bringt Leben, das andere den Tod. Das eine stammt von Gott, das andere von den Menschen. Vor Gott kann nur bestehen, was Er selbst durch die Kraft Seines Geistes in Übereinstimmung mit Seinem Wort gewirkt hat.

„Der natürliche Mensch nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes kommt.“ (1. Kor. 2,14)

Wir haben bereits in den vergangenen Predigten auf das Erlebnis der Erfüllung des Heiligen Geistes hingewiesen. Männer und Frauen, die mit dem Geiste Gottes erfüllt sind, müssen sich der Leitung des Heiligen Geistes unterstellen, um gehorsam in den Wegen Gottes wandeln zu können. Wer unter der Leitung des Geistes steht, der erkennt, was Gott gemäß Seinem Worte tut. Schon die Propheten des Alten Testaments sind uns dafür ein treffendes Beispiel. Am Anfang des Neuen Testaments finden wir Simeon, dem durch den Geist geoffenbart wurde, daß er vor seinem Tode Christus, den Messias, sehen würde.

Als die größte Verheißung aller Zeiten in Erfüllung ging, wurde er vom Geist in den Tempel geleitet, nahm das Jesuskind auf seine Arme und sprach:

„Herr, nun läßt Du Deinen Knecht in Frieden ziehen, wie Du ihm verheißen hast, denn meine Augen haben Dein Heil gesehen, das Du vor den Augen aller Völker bereitet hast. Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung Deines Volkes Israel.“

Das ist echte, biblische Leitung des Heiligen Geistes, keine fromme Phantasie, sondern ein Miterleben der Verheißung, die Gott gegeben hat. Alle Kinder Gottes, die unter der Leitung des Heiligen Geistes standen, haben zu ihrer Zeit das vom Geist geoffenbarte Wort erkannt, die Erfüllung der Verheißungen gesehen und miterlebt.

Betrachten wir das Wort aus Rom. 8,14 genau, so bleibt uns da kein Spielraum. Es steht wörtlich:

„Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.“

Doch ehe wir vom Geiste Gottes geleitet werden können, müssen wir mit Ihm erfüllt werden. Ehe unsere Lampen brennen können, müssen sie mit öl gefüllt werden. In Matthäus 25 gab der Herr Jesus diesen Vergleich mit dem öl in den Lampen. Wir dürfen nicht vergessen, daß es kluge und törichte Jungfrauen gibt.

„Zur Mitternacht aber erscholl ein Geschrei: ,Der Bräutigam kommt. Macht euch auf, ihm zu begegnen' … die törichten aber sagten zu den klugen Jungfrauen: ,Gebt uns von eurem öl, denn unsere Lampen wollen ausgehen.'“

Jesus gab die ernste Ermahnung:

„Laßt eure Hüften gegürtet sein und eure Lampen brennen, denn ihr sollt Leuten gleichen, die auf ihren Herrn warten.“

Jesus Christus kommt bald wieder, um die wartende, vom Geist erfüllte, zubereitete Brautgemeinde in Seine Herrlichkeit zu nehmen. Wer läßt sich in dieser Zeit vom Geiste Gottes leiten? Wer ist mit dem Geiste Gottes erfüllt? Wessen Hüften sind mit Wahrheit umgürtet und wessen Lampe brennt? Es genügt nicht allein, daß wir von der Wiederkunft Jesu Christi sprechen und wie herrlich es dort droben einmal sein wird, heute müssen wir über die Zubereitung sprechen. Niemand begnüge sich mit Buße und Bekehrung, mit Taufe und Wiedergeburt; wir alle müssen die Verheißung erleben und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Der Heilige Geist führt uns in alle Wahrheit. Er wird uns nie an den Verheißungen des Wortes vorbeiführen. Er wird uns die Erfüllung des Wortes Gottes in dieser Zeit offenbaren. Wer vom Heiligen Geist geleitet wird, kommt zu Jesus, denn Er ist das Wort.

In den Gemeinden des /Vollen Evangeliums* spricht man gerne von der Geistesleitung, doch der Heilige Geist wirkt nicht nach den Richtlinien einer Gemeinde, sondern einzig und allein gemäß dem Worte Gottes. Simeon sah durch Offenbarung die Erfüllung der Verheißung in seiner Zeit. Ebenso erkannten alle Kinder Gottes das Wirken des Herrn zu ihrer Zeit. Wer immer in dieser Zeit lebt, wird durch den Heiligen Geist in die Verheißungen des Wortes hineingeführt. Das sind Menschen, die wirklich unter der Leitung des Heiligen Geistes stehen; sie sprechen nicht viel darüber, erleben aber das, was Gott in Seinem Worte zugesagt hat.

In der Weise wird Christus in unserem Leben offenbar, wie geschrieben steht: „Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit Ihm in Herrlichkeit offenbar werden.“

Wahre Kinder Gottes legen nicht Zeugnis von sich selbst ab, sie sprechen nicht von ihren Erlebnissen, sondern tun, wie Simeon getan hat: Sie verkündigen – durch den Geist Gottes getrieben – das, was der Herr gemäß Seinem Worte tut.

„Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr auf den Tag der Erlösung versiegelt worden seid.“

Wer immer in einer solchen Weise durch den Heiligen Geist von Gott versiegelt wurde, hat das Angeld für die Leibeserlösung und kann mit tiefer Freude auf das Erscheinen des Herrn warten.

Verehrte Hörer, liebe Brüder und Schwestern in dem Herrn! Wir müssen alles mit Gott erleben, wie die Heilige Schrift es lehrt. Jede Verheißung Seines Wortes muß sich in und an uns erfüllen. Gott hält, was Er verspricht. Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und derselbe in Ewigkeit. Zu Menschen, die dies erleben, spricht die Bibel:

„Denn durch einen Geist sind wir alle durch die Taufe zu einem Leib zusammengeschlossen worden, wir mögen Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie sein. Und wir sind alle mit einem Geist getränkt worden.“

So sieht die Gemeinde Jesu Christi aus: „Alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.“ Wir wollen beten.

Treuer Herr, ich bitte Dich von Herzen darum, daß Du allen hilfst, sich der Leitung Deines Geistes zu unterstellen, damit sie sich in Wahrheit als Kinder Gottes erweisen. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen!