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Radio Luxemburg 1973-07-01 - 005

Ewald Frank

calendar_month 1. 7. 1973

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Radio-Predigt Nr. 5
1. Juli 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit den Worten Jesu aus Matth. 16:

„ … auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde erbauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“

In den folgenden Vorträgen möchte ich über den Aufbau der Gemeinde Gottes sprechen. Der Herr selbst erlöste sie. Er ist es, der sie auferbaut und zusammenfügt. Er selbst wird wiederkommen, um sie heimzuholen. Die Bibel spricht nur von einer Gemeinde. Sie ist keine menschliche Organisation, sondern der lebendige Organismus des Leibes Jesu Christi. In 1. Tim. 3,15 schreibt Paulus an seinen Mitarbeiter:

„ … so sollst du wissen, wie man sich im Hause Gottes zu verhalten hat, welches da ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, die Säule und Grundfeste der Wahrheit.“

Wir wollen mit Gottes Hilfe die vom Heiligen Geist erfüllte und geleitete Gemeinde betrachten. Es genügt nicht, das Evangelium zu verkündigen und von der Endzeitbotschaft zu sprechen; Gott muß sich jetzt in Seiner Gemeinde in gleicher Weise kundtun wie am Anfang. Dieselben Geistesgaben und Geistesfrüchte müssen darin offenbar werden. Gott und Gottes Wort ändern sich nicht. Auch bleibt die Gemeinde durch alle Zeiten die Grundfeste und Säule der Wahrheit. In 2. Tim. 3,16-17 wird uns gesagt:

„Jede von Gottes Geist eingegebene Schrift ist auch förderlich zur Belehrung und zur Über-führung, zur Besserung und zu Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Gottesmensch vollkommen sei, zu jedem guten Werk voll ausgerüstet.“

In der Gemeinde Jesu Christi gelten nur die biblischen Richtlinien. Darin ist kein Platz für eigene Deutungen und Auslegungen, sondern allein für biblische Belehrung.

In den Briefen des Neuen Testaments lesen wir von den fünf Diensten sowie von neun Geistesgaben und Geistesfrüchten. Alle Glieder des Leibes Jesu Christi werden die biblische Ordnung des Wortes Gottes anerkennen und sich darunter beugen. Niemand sollte mit dem Munde bekennen, das Wort Gottes zu glauben und dann an dem vorbeigehen, was die Heilige Schrift sagt. Die Gemeinde des lebendigen Gottes wurde nicht durch Menschen gegründet. Sie ist auferbaut auf dem Felsen der Offenbarung Jesu Christi und hat ihren Ursprung in dem lebendigen Gott. Er hat die Seinen vor Grundlegung der Welt ausersehen und zu Söhnen und Töchtern vorherbestimmt. (Eph. 1,3-7) Der Herr der Herrlichkeit kam selbst herab, um Seine Gemeinde durch Sein am Kreuz vergossenes Blut zu erlösen. Er heiligt sie in Seiner Wahrheit. Sein geoffenbartes Wort ist die Wahrheit. Er gründete Seine Gemeinde zu Pfingsten, nahm Wohnung darin und rüstete sie mit Seiner Kraft aus. Jeder einzelne wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und der Leitung des Heiligen Geistes unterstellt. Alle wurden als Glieder Seines Leibes zusammengefügt. In 1. Kor. 12,12 lesen wir:

„Denn wie der Leib eine Einheit ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber trotz ihrer Vielheit einen Leib bilden, so ist es auch mit Christus. Denn durch einen Geist sind wir alle durch die Taufe zu einem Leibe zusammengeschlossen worden, wir mögen Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie sein, und wir sind alle mit einem Geist getränkt worden.“

Im gleichen Kapitel werden die Dienste und auch der Gebrauch der Geistesgaben in der Gemeinde beschrieben. Hier steht:

„Es gibt nun zwar verschiedene Arten von Gnadengaben, aber nur einen und denselben Geist; und es gibt verschiedene Arten von Dienstleistungen, doch nur einen und denselben Herrn, und es gibt verschiedene Arten von Kraftwirkungen, aber nur einen und denselben Gott, der alles in allen wirkt.“

Dieses ist nur in der Gemeinde Jesu Christi möglich und nicht in einer Denomination. Man hört heute kaum noch von Geistesgaben, doch die Schrift sagt:

„Jedem wird aber die Offenbarung des Geistes zum allgemeinen Besten verliehen.“

Nicht nur einzelne Glieder, sondern jedes Glied am Leibe Jesu Christi empfängt die Offenbarung des Geistes zum Nutzen und zur Auf erbauung der Gesamtgemeinde.

Wir stehen jetzt vor der Frage: Gehören wir nur einer Kirche oder Freikirche an? Sind wir nur Mitgüeder einer christlichen Gemeinschaft oder haben wir Christus in der Offenbarung des Heiligen Geistes wirklich erlebt? Weiter lesen wir:

„So wird dem einen durch den Geist Weisheitsrede verliehen.“

Es handelt sich hierbei nicht um die Weisheit dieser Welt. Paulus sagt in 1. Kor. 2,4 und 7:

„Meine Rede und meine Predigt erfolgten nicht mit eindrucksvollen Worten menschlicher Weisheit, sondern unter der Beweisung des Geistes und der Kraft … wir tragen Gottes geheimnisvolle verborgene Weisheit vor, die Gott vor allen Weltzeiten zu unserer Verherrlichung vorherbestimmt hat.“

Die Gabe der göttlichen Weisheitsrede wird allein durch den Geist Gottes verliehen und betätigt.

Als zweite Geistegabe wird die Erkenntnisrede erwähnt. Auch hier geht es nicht um menschliche oder weltliche Erkenntnis, sondern um die durch den Geist Gottes geoffenbarte Erkenntnis. In Rom. 11,33 steht:

„O welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes. Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege.“

Das Verständnis für die geistlichen Dinge kann uns nur der Geist Gottes geben. Paulus schreibt an die Epheser:

„Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, wolle euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung durch die Erkenntnis seiner selbst verleihen und eurem Herzen erleuchtete Augen geben, damit ihr begreift, welche Hoffnung ihr infolge seiner Berufung habt, wie groß der Reichtum seines herrlichen Erbes bei den Heiligen ist, und wie überschwenglich seine Kraft sich an uns, den Gläubigen, erweist, nämlich die mit gewaltiger Macht sich betätigende Stärke, die er an Christus erwiesen hat, als er ihn von den Toten auferweckte.“

Dieselbe Kraft, derselbe Geist Gottes ist jetzt in der Gemeinde wirksam wie am Anfang.

Verehrte Hörer! Hier geht es darum, das Wirken Gottes in Seiner Gemeinde hervorzuheben. Vor der Wiederkunft Jesu Christi muß alles in den rechten Stand zurückgebracht werden. Jesus Christus selbst muß in Seiner Gemeinde zu Wort kommen und sieh in Seiner Kraft offenbaren.

Alle Propheten und Apostel waren mit dem Heiligen Geist erfüllt. Sie hatten die Einsicht und das Verständnis für den Heilsplan Gottes. Göttliche Weisheit und Erkenntnis können nicht erlernt werden, noch kann einer sie dem anderen vermitteln. Sie wird allein durch die Offenbarung des Heiligen Geistes demjenigen zuteil, der von Ihm beauftragt wurde, Seinen Heilsratschluß in göttlicher Weisheit und Erkenntnis darzulegen. Diese Gaben sind für den Aufbau der Gemeinde unerläßlich, so daß alle, die zum Leibe Jesu Christi gehören, auferbaut werden. Gott wußte, daß die Geistesgaben für den göttlichen Aufbau der Gemeinde unbedingt erforderlich sind.

Verehrte Hörer! Gestatten Sie bitte die Frage: Wie ist Ihre Einstellung dem Herrn Jesus und dem Worte Gottes gegenüber? Können Sie jede Verheißung von Herzen glauben oder sind Sie der Meinung, daß die Geistesgaben nur zur Zeit der Apostel wirksam waren? Es steht geschrieben:

„Das Reich Gottes besteht nicht in Worten allein, sondern in der Kraft.“

Werte Freunde, es kommt darauf an, daß unsere Herzens-Augen erleuchtet und wir mit dem Geist der Weisheit und der Erkenntnis Gottes erfüllt sind. Andernfalls haben wir nur einen Schein der Gottseligkeit und verleugnen Seine Kraft. Können Sie glauben, wie die Schrift sagt, oder glauben Sie die Lehre einer Gemeinde? Wenn Sie das Wort Gottes so glauben, wie es geschrieben steht, wird der Herr jede Verheißung an Ihnen erfüllen. Dann haben Sie die Gewißheit, ein Gotteskind zu sein und der Gemeinde Jesu Christi anzugehören.

Wir wollen beten.

Himmlischer Vater, ich bitte Dich im Namen Jesu Christi, schenke mir und allen Hörern die Gnade, Dich in der Weise zu erleben, wie Du es uns in Deinem Worte verheißen hast. Herr, baue Du selbst Deine Gemeinde. Offenbare Dich in ihr und bereite sie zu auf den glorreichen Tag Deiner Wiederkunft. Ich danke Dir dafür. In Jesu Namen, Amen.