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Radio Luxemburg 1973-07-15 - 007

Ewald Frank

calendar_month 15. 7. 1973

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Radio-Predigt Nr. 7
15. Juli 1973

Verehrte Hörer! Ganz herzlich grüße ich Sie in dem teuren Namen des Herrn mit 2. Petr. 1,21:

„ … denn noch niemals ist eine Weissagung durch menschlichen Willen ergangen, sondern, vom heiligen Geist getrieben, haben Menschen von Gott aus geredet.“

Nachdem wir die ersten fünf Geistesgaben kurz betrachtet haben, möchten wir mit der Gabe der Weissagung fortsetzen. Auch diese Gabe wird nicht durch den Willen eines Menschen, sondern einzig und allein gemäß dem Willen Gottes unter der Leitung des Heiligen Geistes betätigt. Gott redet durch sie zu Seiner Gemeinde.

Während der Zeit des Alten Testaments sprach Gott durch die Propheten in mannigfaltiger Weise durch Weissagung. Im letzten Buch der Bibel lesen wir in Kap. 1,3:

„ … selig ist, der da liest die Worte der Weissagung und die das bewahren, was in ihr geschrieben steht; denn die Zeit der Erfüllung ist nahe.“

In 1. Kor. 12,10 lesen wir von der Gabe der Weissagung, die zur Auferbauung der Gemeinde dient. Es steht geschrieben:

„Jaget also der Liebe nach, doch bemüht euch auch um die Geistesgaben, besonders aber um die Gabe der Weissagung.“

Dieses Wort gilt noch heute für die Gemeinde des Herrn Paulus betonte die Liebe, doch hob er auch die Notwendigkeit der Geistesgaben hervor.

Bei der Geistesausgießung zu Pfingsten zitierte Petrus die Weissagung des Propheten Joel:

„In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Gott, da werde ich von meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen, so daß eure Söhne und Töchter weissagen, eure jungen Männer Gesichte schauen und eure Greise Offenbarungen in Träumen empfangen.“

Die erste Geistesgabe, die in Verbindung mit der Geistesausgießung erwähnt wird, ist die Weissagung. Paulus sagte:

„Strebet nach den Geistesgaben, am meisten, daß ihr weissagen könntet.“

Diese Gabe ist notwendig für den Aufbau der Gemeinde Jesu Christi. Sie dient zur Ermahnung, Besserung und Erbauung.

In Apg. 21,9 heißt es, daß die vier Töchter des Evangelisten Philippus die Gabe der Weissagung besaßen. Der Prophet Agabus weissagte dem Paulus, wie es ihm zu Jerusalem ergehen würde. In Apg. 19,6 lesen wir:

„Als Paulus den Gläubigen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten mit Zungen und weissagten.“

Auch heute geschieht das gleiche, wenn Menschen wirklich mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Viele nennen sich gläubig, ohne diese Erfahrung gemacht zu haben.

Als nächste Geistesgabe wird die Unterscheidung der Geister genannt. Jeder, der diese Gabe besitzt, kann unterscheiden, welch ein Geist wirksam ist. Das Wirken des Geistes Gottes geschieht immer in völliger Übereinstimmung mit dem Worte Gottes. Sofern andere Geister wirksam sind, offenbart es der Geist Gottes. Paulus stellte fest, daß die Frau in Apg. 16,16-18 einen Wahrsagergeist hatte, obwohl es stimmte, was sie sagte. Sie rief:

„Diese Männer sind Knechte des höchsten Gottes, die euch den Weg zur Rettung verkündigen … Darüber wurde Paulus unwillig: er wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren, und er fuhr wirklich auf der Stelle aus.“

Wir sehen, daß es äußerst wichtig ist, nicht nur die wohlklingenden Worte zu hören, sondern den Geist zu erkennen, aus dem ein Mensch spricht.

Petrus sagte dem Zauberer Simon:

„ … denn ich sehe, daß du in ,Galle der Bitterkeit* und in ,Bande der Ungerechtigkeit* geraten bist.“ (Apg. 8,23)

Viele meinen die Gabe der Unterscheidung zu haben, weil sie alles verurteilen, was nicht mit ihrer Lehre und Erkenntnis übereinstimmt.

Weiter wird die Gabe des Zungenredens und die Gabe der Auslegung der Zungenreden genannt. Von dieser Gabe steht geschrieben:

„Denn der Zungenredner redet nicht zu den Menschen, sondern zu Gott. Niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist Geheimnisse.“

Der Zungenredner spricht in einer ihm unbekannten Sprache. Er redet durch den Heiligen Geist mit Gott über göttliche Geheimnisse. Durch die Gabe der Auslegung wird es dann der Gemeinde mitgeteilt. Bei einer Auslegung geht es nicht um die Wiederholung einer Bibelstelle, sondern um die Offenbarung des Geheimnisses, das der Geist der Gemeinde mitteilen möchte. Wir sind uns darüber im Klaren, daß gewisse Geistesgaben mißbraucht werden und manches geschieht, was unbiblisch ist; doch das ändert nichts an der Tatsache, daß auch heute der Heilige Geist in biblischer Ordnung durch die Gaben in der Gemeinde wirkt. Die Gemeinde des lebendigen Gottes ist für immer die Grundfeste und Säule der Wahrheit. Für sie gilt nur die Richtlinie der Heiligen Schrift. Paulus schreibt:

„Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst, wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.“

Wir brauchen beides, die Erbauung jedes einzelnen Gliedes und auch die Erbauung der ganzen Gemeinde. Deshalb schreibt er:

„Ich möchte, daß ihr allesamt mit Zungen redet, aber noch lieber, daß ihr die Gabe der Weissagung besäßet.“

Die Anweisungen für die Gemeinde des Herrn gelten noch heute. Paulus schreibt in 1. Kor. 14,39:

„Also, meine Brüder: bemüht euch eifrig um die Gabe der Weissagung und hindert auch das Zungenreden nicht. Laßt aber alles mit Anstand und in Ordnung vor sich gehen.“

Es steht geschrieben:

„Will man in Zungensprachen reden, so sollen es jedesmal nur zwei oder höchstens drei sein, und zwar der Reihe nach, und einer soll die Auslegung geben.“

Wenn man den Maßstab der biblischen Gemeinde heute anlegen darf, so ist wohl die Frage berechtigt: Wo offenbart sich der Herr und bestätigt Sein Wort in dieser Zeit, wie Er es verheißen hat? Wo ist die Gemeinde Jesu Christi, in der alle Geistesgaben in der rechten Weise unter der Leitung des Heiligen Geistes zum Segen und zur Auferbauung gebraucht werden? Paulus schreibt:

„So aber, liebe Brüder, wenn ich als Zungenredner zu euch käme, was würde ich euch nützen, wenn ich an euch nicht Worte der Offenbarung oder der Erkenntnis, der prophetischen Zuspräche oder der Belehrung richtete?“

Paulus wußte um seine Verantwortung für die Gemeinde Gott gegenüber. Er wußte, daß er zum Apostel und Lehrer bestimmt worden war, um der Gemeinde das mitzuteilen, was Gott ihr zu sagen hatte. Er sprach:

„Ich danke Gott: mehr als ihr alle rede ich in Zungen, aber in einer Gemeindeversammlung will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstände reden, um auch andere zu unterweisen, als viele tausend Worte in Zungen.“

Das ist echte, apostolische Gemeindeordnung, wo die Dienste und Gaben biblisch betätigt werden.

Werte Freunde! Vielleicht haben Sie Ihr geistliches Gehör so lange auf das gerichtet, was Menschen aus eigener Sicht predigen. In dieser Zeit geht es allein darum, daß Gottes Wort als wahrhaftig und verbindlich für alle Gläubigen auf den Leuchter gestellt wird. Nur wer sich von Herzen demütigen und vor Gott beugen kann, wird die Gnade haben, das Wirken des Geistes Gottes zu erkennen. Die Gemeinde Jesu Christi wird von allem Sauerteig menschlicher Lehren befreit und folgt nur der Belehrung des Wortes Gottes. Christus, der Sohn Gottes, ist das Haupt der Gemeinde. Verehrte Hörer! Haben Sie das, was wir jetzt aus dem Worte Gottes betrachtet haben, erlebt? Hat der Geist Gottes dieses alles in Ihnen wirken können? Es steht geschrieben:

„Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, indem er jedem eine besondere Gabe zuteilt, wie Er will.“

Wir wollen beten.

Himmlischer Vater, Dein Wort ist die Wahrheit. Wir beugen uns vor Dir und bitten Dich, sei uns gnädig. Schenke uns den biblischen Glauben und die Offenbarung Deines Heiligen Geistes. Füge uns in die Gemeinde Jesu Christi hinein und setze uns zum Segen für andere. Befreie uns von allen Menschenmeinungen und vom Unglauben. Erfülle uns alle mit der Kraft des Heiligen Geistes. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.