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Radio Luxemburg 1973-07-29 - 009

Ewald Frank

calendar_month 29. 7. 1973

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Radio-Predigt Nr. 9
29. Juli 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Gal. 5 von Vers 22:

„Die Frucht des Geistes dagegen besteht in Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut und Beständigkeit.“

In den vergangenen Predigten betrachteten wir die Geistesgaben und die Dienste in der Gemeinde Jesu Christi. Heute möchten wir über die Frucht des Geistes sprechen, die in jedem Gläubigen zu finden sein muß. Jesus sagte in Joh. 15,7:

„Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet, um was ihr wollt: es wird euch zuteil werden. Dadurch ist mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.“

Hier finden wir das Beispiel des Weinstocks und der Reben. Jesus vergleicht sich mit dem Weinstock und uns mit den Reben. So wie die Reben aus dem Weinstock hervorgehen, das Leben des Weinstocks in sich tragen und die Frucht des Weinstocks offenbaren, so wird das Leben Jesu in allen Gotteskindern durch die Frucht Gottes offenbar. Hier geht es nicht um eigene Früchte, nicht um unsere Liebe, nicht um eine irdische Freude, nicht um einen Frieden, den wir schließen, nicht um eine Geduld, die wir uns zueigen machen, nicht um eine Freundlichkeit, die wir aus Berechnung vortäuschen, nicht um Gütigkeit oder Treue, die mit irdischen Maßstäben gemessen werden kann, nicht um die Sanftmut und Beständigkeit, die wir hervorbringen können. Es geht hier um die Frucht des Geistes, die vor Gott bestehen wird. Ehe wir die Frucht des Geistes tragen können, muß der Geist Gottes in uns Wohnung genommen haben.

Die Geistesgaben sind ein Geschenk Gottes. Die Geistesfrucht aber muß wachsen und zunehmen. Als erste Frucht des Geistes wird die Liebe genannt. In Rom. 5,5 lesen wir:

„Die Hoffnung aber führt nicht zur Enttäuschung, weil die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist, der uns verliehen worden ist.“

Ohne die Ausgießung des Heiligen Geistes ist es unmöglich, die Liebe Gottes als Frucht des Geistes in unseren Herzen zu haben. Paulus schreibt in Rom. 8,35:

„Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?“

Dann zählt er mancherlei Widerwärtigkeiten auf, ruft aber aus:

„ … in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin dessen gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Mächte, weder Hohes noch Tiefes noch sonst irgend etwas Geschaffenes imstande sein wird, uns von der Liebe Gottes zu scheiden, die da ist in Christus Jesus unserem Herrn.“

In Rom. 12 von Vers 9 heißt es:

„Die Liebe sei ungeheuchelt! Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest! In der Bruderliebe zueinander seid voll Herzlichkeit: in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor.“

Die Liebe Gottes ist in der Heiligen Schrift in vielfacher Weise beschrieben worden. In 1. Kor. 13 wird sie mit den Worten hervorgehoben:

„Wenn ich in Menschen -und Engelszungen reden könnte, aber die Liebe nicht besäße, so wäre ich nur ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich die Gabe prophetischer Rede besäße, so daß ich Berge versetzen könnte, aber die Liebe mir fehlte, so wäre ich nichts.“

Dieses Schriftwort ist vielen wohlbekannt. Oft wurde es benutzt, um die Gaben des Geistes abzulehnen. Paulus jedoch betont die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Geistesgaben in der Gemeinde. Er ordnete sie und hob im 13. Kapitel die Liebe hervor. Von dieser göttlichen Liebe steht geschrieben:

„Sie ist langmütig und freundlich. Die Liebe ist frei von Eifersucht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf, sie ist nicht rücksichtslos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, läßt sich nicht erbittern, rechnet das Böse nicht an: sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, freut sich vielmehr mit der Wahrheit. Sie deckt alles zu, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erträgt alles.“

Die Liebe Gottes ist die Liebe zur Wahrheit. Gottes Wort ist die Wahrheit. Wer von der Liebe Gottes durchdrungen ist, liebt das Wort Gottes über alles. Die Liebe hört niemals auf. Die Geistesgaben und Dienste werden aufhören, wenn die Vollendung der Gemeinde stattgefunden hat. Das alles war Stückwerk, aber die Liebe Gottes werden wir mit hinübernehmen in die Herrlichkeit.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, die größte unter ihnen ist die Liebe.“

In Gal. 5,6 lesen wir von dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist. Es steht geschrieben:

„Dienet einander durch die Liebe, denn das ganze Gesetz findet seine Erfüllung in dem einen Gebot: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’“

Jesus sprach:

„So ihr Liebe untereinander habt, wird die Welt erkennen, daß ihr meine Jünger seid.“

In den Briefen des Apostels Johannes lesen wir viel von der Liebe. In 1. Joh. 2,5-6 steht:

„Wer aber sein Wort hält, in dem ist die Liebe zu Gott zur Vollendung gekommen: daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer da behauptet, er bleibt in ihm, der ist auch verpflichtet, selbst ebenso zu wandeln, wie er gewandelt ist.“

Durch den Gehorsam dem Worte Gottes gegenüber kommt die Liebe zu Gott in uns zur Vollendung. Die einzige Möglichkeit, in der das Werk Gottes in der Gemeinde Jesu Christi auch in dieser Zeit zum Abschluß und zur Vollendung gebracht werden kann, ist in der Befolgung Seines geoffenbarten Wortes. In Kap. 4 von Vers 6 heißt es:

„Wir aber sind aus Gott: wer Gott erkennt, der hört auf uns: wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist der Täuschung.“

In Vers 7 steht:

„Geliebte, laßt uns einander lieben, denn die Liebe stammt aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt: denn Gott ist Liebe.“

Vers 16 sagt:

„Und wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und geglaubt.“

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Bleiben wir in der Liebe, so bleiben wir in Gott. Die Früchte des Geistes: Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut und Beständigkeit bestimmen unser Leben.

Verehrte Hörer! Wir stehen jetzt vor der Frage, ob die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen wurde. Werden alle Früchte des Geistes wirklich in unserem Leben offenbar? Wenn nicht, gehören wir zu denen, die die äußere Form der Gottseligkeit wahren, aber die Kraft Gottes verleugnen. Die Früchte des Heiligen Geistes können nur durch die Liebe offenbar werden, selbst alle Gaben des Geistes müssen durch die Liebe tätig sein. Joder Dienst eines Apostels, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrers muß in dieser göttlichen Liebe wirksam sein, wenn er Frucht bringen und zur Auferbauung der Gemeinde dienen soll. Gott ist Liebe! Die durch den Geist Gottes wiedergeboren und mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, tragen die Liebe Gottes in ihren Herzen.

Können wir zu jedem Worte Gottes ,Ja* sagen? Sind wir willig, unser Leben Ihm völlig zu weihen, so daß Er uns nach Seinem Wohlgefallen gestalten kann? Möge Er es in uns bewirken.

Wir wollen beten.

Himmlischer Vater, wir danken Dir für Dein heiliges Wort. Wir bekennen uns schuldig vor Dir und bitten Dich von ganzem Herzen, daß Du Deine Liebe durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgießen mögest. Wirke die Frucht des Geistes in allen, die Dein Wort jetzt gehört haben. Gib uns allen das rechte Verständnis über Dein Wirken in Deiner Gemeinde und laß uns daran Anteil haben. Herr, vollende Du selbst Deine Gemeinde durch Deine Kraft. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.