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Radio Luxemburg 1973-08-12 - 011

Ewald Frank

calendar_month 12. 8. 1973

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Radio-Predigt Nr. 11
12. August 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße alle herzlich in dem teuren Namen unseres Herrn Jesus Christus. Herzlich danke ich allen, die mir geschrieben haben. Gleichzeitig möchte ich denen Mut zusprechen, die noch schreiben möchten. Für mich ist es eine Bestätigung, daß Gottes Wort nicht leer zurückkommt, sondern ausrichtet, wozu es gesandt ist.

Wir lesen das Wort aus Daniel 9,2:

„Im ersten Jahr seiner Regierung richtete ich, Daniel, meine Aufmerksamkeit in den heiligen Schriften auf die Zahl der Jahre, inbetreff derer das Wort des Herrn einst an den Propheten Jeremia ergangen war.“

Während dieser Zeit war das Volk Israel in der babylonischen Gefangenschaft. Der Prophet Daniel wünschte das Vorhaben Gottes mit Seinem Volke zu erfahren. Er durchforschte die Heilige Schrift und fand die Weissagung des Propheten Jeremia in Kapitel 29,10:

„Vielmehr, so spricht der Herr: ,Erst wenn volle 70 Jahre für Babylon vergangen sind, werde ich mich euer wieder annehmen und meine Glücksverheißung an euch in Erfüllung gehen lassen, daß ich euch an diesen Ort zurückbringe.“

Ein echter Prophet Gottes wartet nicht nur auf eine Offenbarung, sondern durchforscht die Heilige Schrift, um den Willen Gottes zu erfahren. Dazu lesen wir aus Kap. 9,23:

„ … so achte nun auf das Wort, damit du die Offenbarung genau verstehst.“

Wenn jemand die Offenbarung des Geistes recht verstehen will, so muß er auf das Wort Gottes achten. Daniel betete, um den Willen Gottes zu erkennen. Er redete mit Gott. In Kap. 9,3 wird uns gesagt:

„So richtete ich denn mein Angesicht zu Gott dem Herrn, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen unter Fasten und in Sack und Asche.“

Der Prophet beugte sich tief vor dem Allmächtigen. Er schüttete Ihm sein Herz aus, bekannte seine Sünden und die Sünde des Volkes Israel. Wir sollten das Gebet Daniels in Kapitel 9 von Vers 4 sorgfältig lesen, um zu erkennen, in welch einer Weise wir vor den Herrn kommen müssen. Ein Gott wohlgefälliges Gebet schließt das Bekennen unserer Schuld und das Bekennen der Schuld des Volkes Gottes mit ein. Wir müssen erkennen, was in den Augen Gottes Sünde ist. Das Hauptübel unter dem Volke Gottes ist die Sünde des Unglaubens und des Ungehorsams. Schon im Garten Eden brachte Satan, die alte Schlange, es fertig, Mißtrauen in die Herzen der ersten Menschen zu legen. Er stellte das Wort Gottes in Frage und verleitete sie zum Ungehorsam und zur Übertretung.

In 1. Sam. 15,22-23 steht geschrieben:

„Da antwortete Samuel: ,Hat der Herr etwa an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Wohlgefallen wie am Gehorsam gegen seine Befehle? Wisse wohl: Gehorsam ist besser als Schlachtopfer, Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern; denn Ungehorsam ist ebenso schlimm wie die Sünde der Zauberei, und Eigenwille ist wie Abgötterei und Götzendienst.“

Mach diesen Worten sagte Samuel zu Saul:

„Weil du den Befehl des Herrn verworfen hast, hat er dich auch verworfen.“

Dieses Wort gilt noch heute. Wenn wir den Befehl des Herrn verwerfen, so wird Er uns auch verwerfen. Heute ruft Er Seinem Volke zu:

„Ich habe keinen Wohlgefallen an schönen Gottesdiensten, sondern an dem Gehorsam.“

Er hat nur dann Wohlgefal-l( n an uns, wenn wir den Befehlen Seines Wortes Folge leisten. Der Gehorsam Gott und Seinem Wort gegenüber steht an erster Stelle. Daran können wir uns im Glauben prüfen. Der Ausspruch:

„ … denn Ungehorsam ist ebenso schlimm wie die Sünde der Zauberei“

trifft uns wie ein Hammerschlag des Allmächtigen. Die Gläubigen haben mit Recht Angst vor der Sünde der Zauberei, doch viele sind sich dessen nicht bewußt, daß sie durch Ungehorsam in die schlimme Sünde der Zauberei verstrickt sind. Wer den biblischen Maßstab anlegt, stellt mit Entsetzen fest, daß vielen Gläubigen die schlimme Sünde der Zauberei anhaftet.

Paulus schreibt an die Galater in Kap. 3,1:

„ … wer hat euch nur bezaubert?“

Die Gläubigen hatten einen guten Anfang gemacht, doch es heißt:

„Wer jedoch bis ans Ende ausharrt, der wird gerettet werden.“  (Matth. 24,13)

In Offb. 18,23 steht:

„ … und durch deine Zauberkünste sind alle Völker verführt worden.“

Nur das Volk Gottes entgeht dieser geistlichen Verführung und wird in der Wahrheit geheiligt. Viele haben ihr Leben für die Wahrheit gelassen und ließen sich nicht bezaubern, sondern tranken aus dem Becher des Heils. Sie verabscheuten den Becher der Abgötterei und des Götzendienstes. Standhaft hielten sie an dem Glauben fest, der den Heiligen ein für allemal übergeben wurde. Christus war ihr Leben und Sterben ihr Gewinn.

Obwohl die Heilige Schrift uns so eindringlich sagt, daß Eigenwille der Abgötterei und dem Götzendienst gleichkommt, ist soviel Eigenwille unter dem Volke Gottes. Viele meinen, weil sie sich der Sünde des Götzendienstes und der Abgötterei nicht schuldig machten, ist alles in Ordnung. Sie sind sich jedoch dessen nicht bewußt, daß sie im Starrsinn und Eigenwillen, im Ungehorsam und in Auflehnung gegen Gott und Gottes Wort stehen. Die Form der Gottseligkeit wird noch gewahrt, doch Gott der Herr hat sich abgewandt. Jesus Christus sagte: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Joh. 4,24)

Dem Propheten Daniel lag das Wohlergehen des Volkes Gottes so sehr auf dem Herzen, daß er sich vor Gott im Sack und in der Asche niederwarf und seine Sünde und die des Volkes bekannte. Mit größter Sorgfalt las er die Weissagung des Propheten Jeremia.

Wir müssen mit aufrichtigem Herzen die Heilige Schrift durchforschen, um zu sehen, was die Propheten im Namen des Herrn geredet haben.

Daniel schämte sich nicht zu bekennen:

„Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind gottlos und ungehorsam gewesen…“

Wer von uns Predigern, Evangelisten oder Gläubigen hat den Mut, solch ein Gebet mit wahrhaftigem Herzen vor das Angesicht Gottes zu bringen? Wer ist bereit zuzugeben, gottlos und ungehorsam dem Worte Gottes gegenüber gehandelt zu haben? Wer ist bereit einzugestehen, gesündigt und Unrecht getan zu haben? Wer erkennt, im Eigenwillen und Götzendienst, im Ungehorsam und der geistlichen Zauberei gefangen zu sein?

Daniel kommt zu dem Kernpunkt, indem er bekennt:

„Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Fürsten, zu unseren Vätern und dem ganzen Volke des Landes geredet haben.“

Es sei denn, daß wir in dieser Zeit erkennen, daß Gott einen Propheten mit der Offenbarung Seines Wortes sandte, Buße tun und uns vor Gott beugen, sonst kommen wir aus der Verstrickung des Ungehorsams und damit der Zaubereisünde nicht heraus. Vor unseren Augen hat sich die Verheißung des Propheten Maleachi erfüllt:

„Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt.“

Doch wer hat seinem Zeugnis Glauben geschenkt, und wem ist der Arm des Herrn offenbar geworden? Jesus selbst sagte in Matth. 17, nachdem der Dienst des Propheten Johannes schon beendet war:

„Elia muß zuerst kommen und alles wieder in den rechten Stand bringen.“

Das klare Wort Gottes, die biblischen Verheißungen für diese Zeit sind wie durch eine mächtige Posaune dem Volke Gottes verkündigt worden. Alle, die vor Gott Gnade gefunden haben, achten auf das, was der Herr uns in dieser Zeit zu sagen hat. Sie leben nicht in der Vergangenheit, sondern erkennen, was Gott gemäß Seinem Worte gegenwärtig tut.

Verehrte Hörer! Ich kann Ihnen nicht vorenthalten, was Gott in dieser Zeit getan hat, und ich vertraue, daß der Herr Ihnen Gnade schenkt, es zu erkennen und sich von Herzen darüber zu freuen. Besprechen Sie sich nicht mit Fleisch und Blut und fragen Sie nicht diejenigen um Rat, denen der Heilsplan Gottes verhüllt geblieben ist, sondern bitten Sie Gott um Klarheit. Wir wollen beten.

Allmächtiger Gott, befreie Dein Volk von allem Eigenwillen und Ungehorsam, löse alle Bande der geistlichen Zauberei und kröne alle mit Gnade und Barmherzigkeit. Ich bitte es im Namen Jesu. Amen.