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Radio Luxemburg 1973-08-19 - 012

Ewald Frank

calendar_month 19. 8. 1973

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Radio-Predigt Nr. 12
19. August 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße alle herzlich in dem Namen des Herrn Jesus Christus. Heute möchte ich allen danken, die mit ihren Gebeten und Spenden hinter dieser Missionsarbeit stehen. Unser einziges Bestreben ist es, den Gläubigen das von Gott geoffenbarte Wort zu bringen. In dieser letzten Zeit richtet der Herr eine besondere Botschaft an Sein Volk. Es kommt darauf an, daß das Wort der Verheißung für diese Zeit gepredigt wird, damit Sie den Tag und die Stunde erkennen, in der Sie leben.

In den verschiedenen Epochen gab es immer wieder ein ,Heute’ für das Volk Gottes. Es gab ein ,Heute’ zur Zeit Mose, der das Volk Israel gemäß der Verheißung Gottes herausführte. Der Herr sprach in 5. Mose 11,26-28:

„Seht, ich lege euch heute Segen und Fluch zur Wahl vor: den Segen, wenn ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, gehorcht, die ich euch heute gebiete; aber den Fluch, wenn ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, nicht gehorcht und von dem Wege, den ich euch heute gebiete, abweicht…“

Nachdem Gott das Volk Israel herausgeführt hatte, stellte Er ihnen den Segen und den Fluch zur Wahl. Obwohl der Herr alles für Sein Volk getan und große Wunder und Zeichen geschehen ließ, erkannten sie Seine Wege nicht. In Hebr. 3 lesen wir:

„Deshalb war ich über dieses Geschlecht entrüstet und sprach: allezeit gehen sie mit ihrem Herzen irre! Sie aber erkannten meine Wege nicht… so daß ich in meinem Zorn schwur: sie sollen nimmermehr in meine Ruhe eingehen.“

Die Verheißung erfüllte sich nicht an ihnen, weil sie die Wege Gottes trotz der vielen Segnungen nicht erkannten. Im 12. Vers ergeht die Ermahnung:

„Gebt acht, liebe Brüder, daß sich in keinem von euch ein böses Herz des Unglaubens im Abfall von dem lebendigen Gott zeige.“

Dieses Wort ist an uns alle gerichtet, damit der Unglaube uns nicht in den Abfall hineinziehe. Paulus schreibt an die Thessalonicher, daß der Abfall kommen und der Mensch der Sünde und der Gesetzlosigkeit offenbar werden wird. Im 13. Vers lesen wir:

„Ermahnt euch vielmehr selbst an jedem Tage, solange das ,Heute’ noch gilt…“

Deshalb gilt uns das Wort des heiligen Geistes:

„Heute, so ihr seine Stimme höret, verstocket eure Herzen nicht!“

Viele Gläubige leben geistlich in der Vergangenheit, andere wiederum setzen ihre Hoffnung auf zukünftige Dinge, ohne zu begreifen, was Gott gegenwärtig tut. Wir müssen unser ,Heute’ und die Botschaft erkennen, die Gott an Sein Volk für diese Zeit richtet.

Als der Herr Jesus in die Synagoge kam, sagte Er nicht:

„Gestern oder morgen ist diese Schrift erfüllt.“

Er sprach:

„Heute ist diese Schrift erfüllt…“

Als Er Zachäus vom Baume herunterrief, sprach Er:

„Heute muß ich in deinem Hause einkehren…“

Daselbst angekommen, sprach Er:

„Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.“

Wir als Kinder Gottes müssen einmal von der Vergangenheit frei werden und uns dem gegenwärtigen Wirken Gottes stellen. Auch wir müssen sagen können: „Heute wirkt Gott in unserer Mitte. Heute offenbart Er Sein Wort. Heute redet Er mit uns. Heute bringt Er alles in den rechten Stand. Heute ist uns Heil widerfahren.“ Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und derselbe in Ewigkeit. Er ist nicht der ,Ich war’, sondern der ,Ich bin’ – der Gegenwärtige, der jetzt in Seiner Gemeinde wirkt. Dem Schacher am Kreuz gab Er keine Verheißung für die Zukunft. Er sagte:

„Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“

Werte Hörer! Es geht um unser ,Heute’. Es geht um die Verheißungen, um das Wort, das Gott Seiner Gemeinde für diese Zeit bestimmt hat. Heute müssen wir Seine Stimme hören, Sein geoffenbartes Wort im Glauben aufnehmen und unsere Herzen nicht Verstecken. Wir wollen die Wege des Herrn erkennen, Seine Gebote befolgen und im Gehorsam vor Ihm wandeln, damit wir in Seine Ruhe eingehen können. Viele meinen, wenn sie den Heiligen Geist empfangen haben, werden sie entrückt. Sie lassen sich jedoch nicht vom Geiste Gottes leiten und gehen achtlos an dem Wirken Gottes vorbei. Vom Volke Israel steht geschrieben:

„Du gabst ihnen auch deinen guten Geist, um sie zu unterweisen: du versagtest ihrem Munde dein Manna nicht und gabst ihnen Wasser für ihren Durst.“ (Nehm. 9,20)

Hieraus ersehen wir, daß sie sich nicht durch den Geist unterweisen ließen, obwohl sie das Manna aßen und aus dem Felsen tranken.

Es kommt nicht nur darauf an, daß wir den Geist empfangen, das Manna essen und das Wasser des Lebens trinken, denn das alles hatten die Kinder Israels aufzuweisen. Doch in Neh. 9,26 heißt es:

„Aber sie wurden ungehorsam und lehnten sich gegen dich auf: sie kehrten deinem Gesetz den Rücken, sie ermordeten deine Propheten, die ihnen ins Gewissen redeten, um sie zu dir zurückzuführen und verübten arge Lästerdinge.“

Das taten Menschen, die In jener Zeit von Gott so reich gesegnet wurden. Sie vergaßen, was Gott an ihnen getan hatte. Sie wurden übermütig und halsstarrig. Viele Gläubige mögen sagen: „Wir würden doch keinen Propheten ermorden oder uns gegen Gott auflehnen.“ Doch viele tun es unbewußt, indem sie Rufmord an den Knechten Gottes begehen.

Der Herr Jesus selbst sagte in Matth. 23,24:

„Deshalb seht: ich sende zu euch Propheten, Weise und Lehrer: von diesen werdet ihr die einen töten und kreuzigen, die anderen in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen.“

Gerade vorher hatte der Herr den Schriftgelehrten und Pharisäern gesagt:

„Ihr baut die Grabstätten der Propheten aus und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt: ,Hätten wir zur Zeit unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen am Blut der Propheten schuldig gemacht.’“

Wir sehen also, daß man die Propheten immer zu ihren Lebzeiten verfolgte, doch in den späteren Generationen ihre Gräber schmückte. Jesus durchschaute die Schriftgelehrten und Pharisäer, redete sie als Heuchler an und sprach zu ihnen:

„Ihr sagt: ,Hätten wir zur Zeit unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht am Blute der Propheten schuldig gemacht.’“

Dasselbe sagen alle Christen in dieser Zeit, und doch versündigen sie sich an den von Gott gesandten und bestätigten Propheten. Es gibt nichts Schlimmeres, als die Knechte Gottes anzutasten, die im Namen des Herrn reden. Jesus sprach:

„Jerusalem, Jerusalem, da du die Propheten tötest und die zu dir Gesandten steinigst! … wie oft habe ich deine Kinder um mich sammeln wollen … doch ihr habt nicht gewollt.“

Jerusalem erkannte und begriff nicht, daß Johannes der Täufer als ein Mann Gottes aufgetreten war, um dem Herrn den Weg zu bahnen. Immer wurden diejenigen verfolgt, durch die Gott zu Seinem Volk redete. Nur eine kleine Schar glaubte und erkannte ihr ,Heute’.

Der Herr sprach:

„Nunmehr wird euer Haus euch verödet überlassen.“

Dasselbe gilt auch heute. Obwohl noch eine Form religiöser Gottseligkeit in den Gemeinden gewahrt wird, sind sie geistlich verlassen und verödet. Sie erkannten nicht, daß Gott gemäß Seinem Worte in dieser Zeit Seinen Knecht und Propheten sandte, um uns aus aller geistlichen Verwirrung und Verstrickung herauszuführen und neu auf den wahren Boden der göttlichen Offenbarung, auf der Lehre der Apostel und Propheten, zu gründen. Wie oft hat der Herr auch heute Seine Kinder versammeln wollen, wie oft hat Er Zeiten des Se gens und der Erquickung schenken wollen, doch muß Er auch heute den Gemeinden zurufen:

„ … Ihr aber habt nicht gewollt!“

Gemäß Seinem Worte steht der Herr selbst vor der Tür und klopft an. Nur wer Seine Stimme hört und Ihm Glauben schenkt, wird aus allem Irrtum herauskommen und sein ,Heute’ erkennen.

Werte Freunde, verehrte Hörer! Haben wir unser ,Heute’ erkannt? Hat Gott uns die Verheißungen Seines Wortes für diese Zeit offenbaren können? Nur dann stehen wir recht im Glauben und haben die Verbindung mit Ihm.

Wir wollen beten.

Allmächtiger Gott, rede zu allen durch Dein Wort und durch Deinen Geist. Zeige uns die Erfüllung Deines Wortes in dieser Zeit, damit wir alle unser ,Heute’ erkennen. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.