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Radio Luxemburg 1973-09-02 - 014

Ewald Frank

calendar_month 2. 9. 1973

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Radio-Predigt Nr. 14
2. September 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Jes. 21,11-12:

„Wächter, wie spät ist's in der Nacht? Wächter, wie spät ist's in der Nacht?’ Der Wächter antwortet: ,Der Morgen kommt, aber es ist noch Nacht: wenn ihr mehr wissen wollt, so kommt ein andermal wieder und fragt.’“

Wir wissen, daß der Tag der Gnade und des Heils zu Ende geht. Der Abend ist da und die Nacht bricht herein. In Vers 5 lesen wir:

„Laß den Wächter auf seinen Posten treten, was er sehen wird, das soll er ansagen.“

Dieses Wort erinnert uns an die Propheten, die auch ,Seher’ genannt werden. Dazu lese man 1. Sam. 9,9. Im 19. Vers heißt es:

„Samuel antwortete dem Saul: ,Ich bin der Seher.’“

Alle Propheten Gottes waren Seher. Sie standen als Wächter auf Zions Mauern. Was immer ihnen von Gott gezeigt und gesagt wurde, das verkündigten sie dem Volk. Der Herr selbst bezeugt in Hos. 12,11:

„Ich habe doch zu den Propheten geredet, und ich bin es, der sich oftmals durcli zahlreiche Gesichte kundgegeben und durch die Propheten in Gleichnissen geredet hat.“

Echte Propheten sind ein Sprachrohr Gottes. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte hat Gott sich ihrer bedient. Unser Thema lautet:

„Wächter, wie spät ist’s in der Nacht?“

Besonders unter den Gläubigen ist es zu einer wichtigen Frage geworden, wie spät es wohl an der Uhr Gottes sein mag. Die Frage ist so wichtig, daß der Prophet Jesaja sie wiederholt. Nur durch die Offenbarung des prophetischen Wortes wird uns die richtige Antwort zuteil. Mit Fragen von heilsgeschichtlicher Bedeutung können wir uns nicht an jeden Prediger oder l-vangelisten wenden. Sie haben zwar alle ihren Platz, jedoch benötigen wir nicht eine Antwort von Menschen, sondern die Antwort Gottes. Wir müssen zunächst erkennen, wer in unserer Zeit die biblischen Merkmale eines von (Sott gesandten Wächters hat. Wie wir gelesen haben, sprach der Herr durch Seine Propheten und tat sich ihnen durch zahlreiche Gesichte kund. Das ist sehr wichtig. Wir haben das Recht, den Dienst eines Mannes zu prüfen, der sich als Knecht Gottes ausgibt, um festzustellen, ob bei ihm die biblischen Merkmale zu finden sind.

Im Propheten Jesaja lesen wir weiter von dem Wächter:

„So horche er scharf auf, mit gespannter Aufmerksamkeit, und lasse den Löwenruf erschallen.“

In Amos 3,8 lesen wir:

„Der Löwe hat gebrüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Gott der Herr hat geredet: wer sollte nicht als Prophet reden?“

Oft besteht die Meinung, der Herr habe mit dem Tode der Apostel aufgehört zu wirken. Doch dem ist nicht so. Gerade in unserer Zeit ist das Wort Gottes in einer Klarheit verkündigt und bestätigt worden wie nie zuvor seit den Tagen der Apostel. Ich denke in diesem Zusammenhang an den Dienst Bruder Branhams, den Tnusende auch in Europa miterlebt haben. Sie sind Zeugen dessen geworden, was Gottes Wort über den Dienst eines Propheten sagt. Welch eine heilige Atmosphäre war in seinen Versammlungen, besonders wenn er für die Kranken betete und dabei zahlreiche Gesichte sah, die er den betreffenden Menschen auf der Stelle sagte und die Richtigkeit derselben sogleich vor Gott und Menschen unter Beweis gestellt wurde. Seine Wortverkündigung und die göttliche Vollmacht in seinem Dienst ist eine Legitimation, die keiner widerlegen kann. Ehe er sagte: „So spricht der Herr!“, wartete er ab, bis er in einem Gesicht die Offenbarung erhielt.

Alle wahren Gotteskinder erkennen, daß der Herr nicht aufgehört hat, Sein Wort zu bestätigen und zu den Seinen zu reden. Nicht jeder kann ein Prophet, ein von Gott gesetzter Wächter sein. Zu diesem Dienst bedarf es einer göttlichen Berufung. Der Prophet Jesaja weissagte:

„ … wenn ihr mehr wissen wollt, so kommt ein andermal wieder und fragt.“

Auch wir sollten in dieser Zeit nicht an dem Dienst und der Botschaft eines von Gott gesandten Propheten vorbeigehen, sondern immer wieder kommen, um zu erfahren, was dem Wächter Gottes gezeigt wurde.

Wer die Predigten Br. Branhams liest oder hört, wird von selbst zu dem Schluß kommen, daß er ein Prophet, ein Seher war. Der Engel des Herrn wies ihn am Anfang seines Dienstes darauf hin, daß alles, was ihm in einer Vision gezeigt wird, bei Gott beschlossen und unabänderlich ist. Millionen hatten die Gelegenheit, während den 33 Jahren seines weltweiten Dienstes die Unfehlbarkeit dieser Gabe mitzuerleben. Hier geht es nicht um die Unfehlbarkeit eines Menschen, sondern um die Unfehlbarkeit Gottes. Jedes Wort Gottes, jede Offenbarung Gottes, alles was Er tut, ist unfehlbar. Wenn Gott ein Gesicht, eine Vision zeigt, dann kann man sich darauf verlassen.

Der Schreiber der Offenbarung bezeugt:

„ … und dieser legt nunmehr Zeugnis ab von dem Worte Gottes und von dem Zeugnis Jesu Christi, von allem, was er gesehen hat.“

Ein biblischer Prophet und Seher stellt die Verkündigung des Wortes Gottes und das Zeugnis Jesu Christi in den Mittelpunkt. Er hat aber auch die Aufgabe, den ganzen Heilsratschluß Gottes zu verkündigen. Vergessen wir nicht, daß Gott solche Menschen gebrauchte, um uns Seinen Willen und Sein Wort kundzutun. In Offb. 22,8 lesen wir:

„ … und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat.“

Er wurde auf die Insel Patmos verbannt, doch gerade dort sah er den Verlauf der Heilsgeschichte. Er hat also nicht nur ermahnend und belehrend an die Gläubigen geschrieben, sondern hatte das Vorrecht, in den Heilsratschluß Gottes hineinzusehen. So war es auch mit dem Dienst Br. Branhams. Die Geistesgaben waren wirksam. Er sah Visionen. Doch darüber hinaus wurde ihm der Heilsratschluß Gottes in einer Weise geoffenbart, wie es vorher kaum dagewesen ist.

An den Propheten Hesekiel erging das Wort des Herrn also:

„Menschensohn, ich habe dich zum Wächter für das Haus Israel bestellt: wenn du ein Wort aus meinem Munde vernommen hast, sollst du sie in meinem Namen warnen.“

Hier liegt der Schlüssel des Dienstes eines wahren Propheten:

„Wenn du ein Wort aus meinem Munde vernommen hast…“, darauf kommt es an.

Kein Prophet Gottes hat nachgesprochen, was andere sagten. Er verkündigte weder seine Meinung, noch die Ansicht einer Glaubensrichtung, sondern wartete ab, bis das Wort aus dem Munde Gottes an ihn erging. Erst dann trat er auf, um das Volk zu ermahnen.

Zu allen Zeiten offenbarte der Herr Seinen Knechten und Propheten das Wort frisch vom Thron, so daß sie in Seinem Namen reden konnten. Als (reue Wächter stießen sie in die Posaune, wodurch das Volk gewarnt und auf das hingewiesen wurde, was Gott beschlossen hatte. Das gleiche trifft auf unsere Zeit zu.

Verehrte Hörer! Was wir Ihnen hier darlegen, ist keine Theorie. Wir haben Original-Auf nahmen der Versammlungen Br. Branhams. Sie sind ein Beweis, daß Gottes Wort ihm zuteil wurde, daß er zahlreiche Visionen sah, die sich erfüllten und daß der Herr ihn vor Seinem zweiten Kommen mit einer Botschaft sandte, wie Johannes damals bei dem ersten Kommen Christi gesandt wurde. Auch Sie sollten sich die Mühe machen, einige ins Deutsche nhersetzte Predigten zu hören.

Werte Freunde! Wir alle fragen: „Wächter, wie spät ist es in der Nacht? Wächter, wie spät ist es in der Nacht?“ Die Antwort lautet: „Der Morgen kommt und auch die Nacht: wenn ihr mehr wissen wollt, so kommt ein andermal wieder und fragt.“ Beides kommt, der Morgen und die Nacht. Für die einen kommt der Morgen, für die anderen die Nacht. Was kommt für Sie?

Wir wollen beten.

I lerr, unser Gott, schenke uns allen Gnade, auf Dein Wort, das Du in dieser Zeit offenbart hast, zu achten. Schenke allen völlige Klarheit darüber durch Deinen Heiligen Geist. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.