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Radio Luxemburg 1973-09-09 - 015

Ewald Frank

calendar_month 9. 9. 1973

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Radio-Predigt Nr. 15
9. September 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Jer. 13,15-16:

„Höret und merkt aufl Seid nicht hochmütig, denn der Herr ist's, der geredet hat! Gebt dem Herrn, eurem Gott, die Ehre, ehe es Nacht wird und bevor eure Füße sich an den Bergen in der Dunkelheit stoßen und ihr dann auf Licht wartet, er es aber zu tiefster Finsternis macht und es in Wolkendunkel verwandelt!“

Welch ein ernstes Wort unseres Gottes! Am letzten Sonntag sprachen wir über den Wächter auf Zions Mauern. Hier ermahnt uns nun der Prophet Gottes: „Seid nicht hochmütig!“ Hochmut hat schon manchen zu Fall gebracht.

In Psalm 119 ruft David aus:

„Ehe ich gedemütigt wurde, ging ich irre.“

Auch heute benötigen wir wahre Demut, um das Reden des Herrn zu erkennen. Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber schenkt Er Gnade, aus allem Irrtum herauszukommen. Der Herr wohnt in der Höhe, im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen Herzens und demütigen Geistes sind.

Unser Bibeltext beginnt: „Höret und merket auf!“ Dies ist eine wichtige Voraussetzung, geistliches Verständnis zu erlangen. Jesus selbst sagte in Joh. 8,47: „Wer aus Gott ist, der höret Gottes Wort.“ In dieser Zeit genügt es nicht, nur eine Predigt über Gott und Gottes Wort zu hören. Nein, Gott selbst muß durch Sein Wort und Seinen Geist zu uns reden. Der Prophet Jesaja rief aus: „ … denn der Herr ist es, der geredet hat.“ Wenn wir aus Gott sind, werden wir Sein Reden erkennen und uns unter die gewaltige Hand Gottes beugen. Unsere Einstellung einem wahren Knecht Gottes gegenüber, den Gott als Sprachrohr benutzt, beweist unsere Einstellung zu Gott.

Der Herr war es, der zu allen Propheten redete und der sich bis in unsere Zeit als derselbe erwies. Am 22. 12. 1962 sprach der Herr zu Br. Branham in einem Gesicht und zeigte ihm, was sich später, am 28. 2. 1963, ereignete. Zunächst sah er die Herrlichkeit Gottes, wie es bei den Propheten immer wieder der Fall war. Er sah die sieben Engel in eine übernatürliche Wolke eingehüllt und hörte die Stimme des Herrn. Die Wolke der Herrlichkeit war für Tausende sichtbar. Über 80 Fotos wurden nach der Presseveröffentlichung des Meteorologen James McDonald eingesandt. Eine dieser Aufnahmen verwenden wir häufig in unseren Broschüren. Dem Volk Gottes soll als stete Erinnerung vor Augen geführt werden, daß der Herr auch in dieser Zeit geredet hat. Die sieben Siegel wurden geöffnet und die verborgenen Geheimnisse offenbart. Jetzt zeigt es sich, ob wir demütig genug sind, dem Reden Gottes Glauben zu schenken.

In unserem Text heißt es weiter: „Gebt dem Herrn, eurem Gott, die Ehre, ehe es Nacht wird.“ Das helle Licht des Evangeliums und die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi erstrahlen aufs neue. Jesus sagte:

„Nur noch kurze Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt in dem Licht, solange ihr es noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfällt, denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Solange ihr das Licht habt; glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.“ (Joh. 12,35-36)

Zu allen Zeiten war Gottes Wort, durch den Heiligen Geist geoffenbart, ein helles Licht für diejenigen, die es glaubten. Das prophetische Wort ist von besonderer Wichtigkeit. 2. Petr. 1,19 sagt:

„ … und um so fester steht uns nun das prophetische Wort, das wir besitzen, und ihr tut wohl, darauf zu achten wie auf ein helles Licht, das an einem dunklen Ort scheint.“

In der Zeit des ersten Kommens Christi erfüllte sich das prophetische Wort in mannigfaltiger Weise. Das Licht brach hervor und alle, die dem Zeugnis des Johannes Glauben schenkten, wurden erleuchtet. Von ihm steht geschrieben:

„ … dieser kam, um Zeugnis abzulegen, Zeugnis von dem Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kämen.“

Der Herr Jesus selbst sagte:

„Das Volk, das im Finstern saß, hat ein helles Licht gesehen.“

Es war für die Gläubigen zu jeder Zeit äußerst wichtig, das Licht des erfüllten Wortes zu sehen und darin zu wandeln. Uns nützt kein frommer Betrieb, kein Bekehrenwollen der Ungläubigen. Das Gericht muß am Hause Gottes beginnen. Zuerst müssen wir als Gläubige von aller selbsterwählten Frömmigkeit und Scheinheiligkeit bell eil werden. Wir müssen uns von allen Deutungen und Auslegungen hinweg dem Worte Gottes neu zuwenden. Dann wird der Herr auch heute zu der Gemeinde Seelen hinzufügen wie zu der Zeit der Apostel. Noch sind viele Gläubige mit sich selbst zufrieden. Die meisten wissen nichts von dem, was Gott für diese Zeit verheißen und auch erfüllt hat. Sie begnügen sich zu wissen, was in ihrer Gemeinde oder Denomination, in der Allianz oder Ökumene geschieht. An alle wahrhaft Gläubigen ergeht in dieser Zeit die Aufforderung, auf das zu hören, was der Herr selbst geredet hat. Wer zur Ökumene gehört, wird auf das hören, was dort gesagt wird. Doch wer zur Gemeinde des lebendigen Gottes gehört, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

In 1. Joh. 4 werden wir aufgefordert, nicht jedem Geiste zu glauben, sondern die Geister zu prüfen, ob sie aus Gott sind.

„Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus der ins Fleisch gekommene Messias ist, der ist aus Gott.“

Hierbei geht es gewiß nicht um ein formelles Glaubensbekenntnis, das sich die gesamte Christenheit zueigen gemacht hat, sondern um die Offenbarung Jesu Christi, welcher Gott – geoffenbart im Fleisch – ist. Um mit Paulus zu sprechen, zitiere ich das Wort aus 1. Tim. 3,16:

„Kündlich groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit. Gott ist geoffenbart im Fleisch.“

Jeder Geist, der nicht bekennt, was alle Propheten und Apostel durch den Geist bekannt haben, der ist nicht aus Gott. Johannes geht so weit, daß er schreibt:

„Wir aber sind aus Gott: wer Gott erkennt, der hört auf uns.“

Heute würde man sagen:

„Das ist eine Anmaßung.“

Doch wir dürfen in biblischen Dingen nicht menschlich, sondern allein göttlich urteilen. Der Apostel hatte die rechte Gotteserkenntnis. Er wußte, seine Lehre ist göttlichen Ursprungs. Deshalb konnte er schreiben:

„Wer Gott erkennt, der hört auf uns.“

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Auch in dieser Zeit werden nur diejenigen, die Gott erkennen, auf das von Gott geoffenbarte Wort hören und annehmen, was der Herr geredet hat.

Johannes schreibt weiter:

„Wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns.“

Für Ihn gab es das Problem der Diskussion nicht. Er wußte, wer nicht auf einen von Gott gesandten Knecht hört, der im Auftrage Gottes redet, hat Gott nicht erkannt. Er verschwendete keine Zeit mit den Hochmütigen, sondern wandte sich an die Kindlein, die in der Wahrheit wandelten. Auch in dieser Zeit sandte Gott Seinen Propheten, nicht zu den Kritikern, die mit Blindheit geschlagen und vom Hochmut verblendet sind, sondern zu den Kindlein, die in der Wahrheit wandeln. Jesus selbst sagte zu Seinen Jüngern, die Er aussandte:

„Wer euch hört, der höret mich, und wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf.“

In unserem Text wird die Ermahnung gegeben, daß wir im Lichte wandeln sollen, solange es da ist. Der Prophet Jesaja schreibt ferner an diejenigen, die nicht hören wollten:

„ … und ihr dann auf Licht wartet, er es aber zu tiefer Finsternis macht.“

Gottes Wort strahlt als ein helles Licht für alle diejenigen, die Gott erkannt und Seinem Reden Glauben geschenkt haben. Auf jeden wahren, von Gott gesandten Knecht trifft das Wort zu:

„Wer aus Gott ist und Gott erkennt, der hört auf uns.“

Wohl allen, die in dieser Zeit das ,So spricht der Herr!’ des Wortes hören und in dem Licht wandeln. In aller Demut möchte ich die Worte, die Johannes damals geschrieben hat, wiederholen:

„Wer aus Gott ist und Gott erkennt, der hört auf uns.“

Die Ermahnung bleibt bestehen:

„Höret und merkt auf. Seid nicht hochmütig, denn der Herr ist's, der geredet hat. Gebt dem Herrn, unserem Gott, die Ehre, ehe es Nacht wird…“

Wahre Demut wird darin unter Beweis gestellt, daß wir Gottes Reden hören und das Wirken Gottes erleben. Wir wollen beten.

Herr, unser Gott, wir bitten Dich, mache uns wahrhaft demütig, daß wir die Stimme Deines Wortes und Deines Geistes hören. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.