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Radio Luxemburg 1973-09-16 - 016
Ewald Frank
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Radio-Predigt Nr. 16
16. September 1973
Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Jer. 4,3:
„Brecht euch einen Neubruch und säet nicht in die Dornen hinein!“
Dies Wort erinnert uns zunächst an 1. Mose 3,18, als Gott der Herr den Erdboden verfluchte und sprach:
„Dornen und Disteln soll er dir wachsen lassen.“
Als Gott im Begriff war, das Volk Israel zu befreien, offenbarte Er sich Mose in einem Dornbusch. (2. Mose 3) Jesus Christus nahm den Fluch auf sich und verwandelte ihn in Segen. Wir lesen in Matth. 27,29:
„ … und sie flochten eine Krone aus Dornen, die sie ihm aufs Haupt setzen.“
In Joh. 19,5 heißt es:
„So kam denn Jesus heraus, indem er die Dornenkrone und den Purpurmantel trug…“
Die Hohenpriester schrien:
„Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm!“
Pilatus entgegnete ihnen:
„Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn! denn ich finde keine Schuld an ihm.“
Er nahm den Fluch auf sich, damit wir Seines Segens teilhaftig werden könnten.
In Lukas 8 gibt uns der Herr das Gleichnis vom Sämann. Es heißt dort:
„ … wieder anderes fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es, wieder anderes aber fiel auf guten Boden, wuchs auf und brachte hundertfältigen Ertrag.“
Danach lesen wir:
„Bei diesen Worten rief Jesus laut aus: ,Wer Ohren hat zu hören, der höre!’“
Das sagte Er, nachdem Er von dem guten Boden, auf den der Same gefallen war, sprach.
Unser Text lautet: „Brecht euch einen Neubruch!“ Bearbeitet Grund und Boden, der vorher noch nicht besät war. Ein Neubruch bedeutet, neues Land urbar zu machen. Zu diesem Neubruch gibt der Herr dem Propheten die Ermahnung: „Und sät nicht in die Dornen hinein.“ Immer, wenn Gott der Herr auf Erden etwas Neues tat, beauftragte Er Seine Knechte, ein Neues zu pflügen, che die Aussaat stattfinden konnte. So war es zur Zeit der Reformation und bei jeder neuen Erweckung. Der Herr Jesus erklärte das Gleichnis mit folgenden Worten:
„Was dann unter die Dornen fiel, das deutet auf solche, die das Wort gehört haben, aber hingehen und es von den Sorgen des Reichtums und den Freuden des Lebens ersticken lassen, so daß sie die Frucht nicht zur Reife bringen.“
Der Same des Wortes ist ausgesät worden. Hei den einen ist er flüchtig auf den Weg gefallen. Der Teufel kam und raubte ihn, so daß solche Menschen nicht zum Glauben gelangen. Bei den .meieren fällt der Same des Wortes auf felsigen Boden und kann keine Wursteln schlagen. Man glaubt eine Zeit lang, doch bei der geringsten Prüfung lallt man ab. Bei den nächsten fiel der Same unter die Dornen und konnte keine Frucht bringen. Doch von der letzten Gruppe wird berichtet:
„Was aber auf den guten Boden fiel, das deutet auf solche, die das Wort, welches sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen bewahren und mit Bell.ml ichkeit Frucht bringen.“
Ans der Rede Jesu entnehmen wir vier Möglichkeiten. Wir stellen uns die Frage: Zu welcher Gruppe gehören wir? Was hat es den ersten dreien genutzt, das Wort zu hören? Es war für sie vergeblich, weil die Voraussetzungen zur Fruditbringung nicht gegeben waren. Sie begriffen und erkannten die Wichtigkeit des Samens des Wortes nicht. Sie waren nicht bereit, stille zu halten, damit ein Neues gepflügt werden konnte. Es geht uns durch Mark und Bein, wenn wir die Ermahnung des Apostels in Hebräer 6 lesen. Er berichtet von Gläubigen, die des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind, das köstliche Gottes wort und die Kräfte der zukünftigen Welt gekostet haben und sich dennoch abwandten und abfielen und nicht mehr zur Sinnesänderung und zur Buße gelangen konnten, weil sie den Sohn Gottes aufs neue kreuzigten und der Schande preisgaben. Es gibt Tausende von Menschen, die in diesem Zustand leben, ohne es zu wissen. Sie denken nicht daran, zu der Lehre Christi und der Apostel zurückzukehren, widerstreben dem Geiste Gottes, treten die Offenbarungen des Herrn mit Füßen und gehen an dem Reden Gottes vorbei, als wären sie nicht gemeint. Und dennoch haben sie die Erfahrungen gemacht, von denen Hebr. 6 schreibt. Sie legen davon bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit Zeugnis ab. Doch daß sie den Eckstein verworfen und die Erfüllung der Schrift nicht erkannt haben, erwähnen sie nicht, ja sie merken es nicht einmal. Ähnlich wie die .luden und die Obersten des Volkes zur Zeit Jesu wartet man überall auf das Kommen des Messias, doch andererseits stellt man das Wirken des Herrn und das Reden Gottes auch in dieser Zeit als vom Teufel hin, nur weil es nicht so geschehen ist, wie manche es erwarteten. Sie bedenken nicht, daß sie die Sünde wider den Heiligen Geist begehen, indem sie das Werk Gottes als vom Teufel hinstellen. Es genügt nicht, daß wir bezeugen, des Heiligen Geistes teilhaftig geworden zu sein. Wir müssen uns der Belehrung des Wortes stellen. Alle Dornen und alles Gestrüpp müssen herausgerissen werden. Wir müssen ein Neues pflügen, um den kostbaren Samen des Wortes aussäen zu können. Nur dann werden wir die Lehre über Gottheit, Taufe und Abendmahl erfassen, überhaupt die Bedeutung des prophetischen Wortes erkennen. Gott der Herr ruft uns durch den Propheten Hosea zu:
„Macht Gerechtigkeit zu eurer Aussaat und erntet nach Maßgabe der Liebe. Brecht euch einen Neubruch, da es noch Zeit ist, den Herrn zu suchen, damit er endlich kommt und Gerechtigkeit über euch regnen läßt.“
Wie oft singt man das Lied ,Regen des Segens soll fallen…’ Gott der Herr hat in Seiner Treue den Früh- und Spätregen gesandt. Er wacht über Seinem Worte bei der Aussaat, schenkt das Wachstum und wird die Frucht zur Reife bringen. Doch an der Mahnung in Hebr. 6,7 können wir nicht leichtfertig vorübergehen. Hier steht:
„Denn wenn ein Acker den oftmals auf ihn fallenden Regen in sich eingesogen hat und denen, für die er bestellt wird, nützlichen Ertrag hervorbringt, so macht er sich den von Gott kommenden Segen zueigen: bringt er dagegen Dornen und Disteln hervor, so ist er unbrauchbar und geht dem Fluch entgegen, dessen Ende zum Feuerbrand führt. “
Über dieses Wort wird freilich nicht oft gepredigt. Überall weiß man von dem Regen des Segens zu berichten. Man spricht gern davon, daß der Geist wie auf dürres Land gefallen ist, doch wer achtet auf das, was hervorwächst? Wo findet man die Frucht des Heiligen Geistes, die hundertfältige Frucht, von der Jesus gesprochen hat? Sind nicht oft Dornen und Disteln hervorgekommen? So wichtig und notwendig der Regen des Segens ist, hat er nur dann seinen wirklichen Zweck erfüllt, wenn zuerst ein Neues gepflügt, die Dornen hinweggeschafft und der echte Same des geoffenbarten Wortes gemäß der Verheißung für diese Zeit eingesät wurde. Was nützt der Regen, wenn der Acker nicht bearbeitet ist und nur dazu dient, die Dornen und Disteln mächtig wachsen zu lassen? Wenn wir über ein Weizenfeld schauen, dann steht beides nebeneinander: das Unkraut und der Weizen. In der Bergpredigt sagte der Herr Jesus:
„ … er läßt seine Sonne über Böse und Gute scheinen und läßt regnen auf Gerechte und Ungerechte.“
Unser Thema lautet:
„Brecht euch einen Neubruch und sät nicht in die Dornen hinein.“
Ist es nicht Gott der Herr gewesen, der zu den verschiedenen Zeiten Seine Knechte sandte, um ein Neues zu pflügen? Dem Propheten Jeremia sagte Er:
„Wisse wohl, ich bestelle dich heute … um auszureißen und niederzureißen, zu vernichten und zu zerstören, um aufzubauen und zu pflanzen.“
Die wahren Knechte Gottes haben zunächst ausreißen und zerstören müssen, was nicht gemäß dem Willen und dem Wort Gottes war. Danach pflügten sie ein Neues und säten die kostbare Saat des Wortes aus.
Von diesem Standpunkt aus müssen wir den Dienst Br. Branhams betrachten, der oft genug darauf hinwies, daß es nicht nur darum geht, den geistlichen Regen zu empfangen und Geistesgaben zu betätigen, denn der Herr Jesus wird an jenem Tage vielen sagen müssen: „Weichet von mir, ihr Übeltäter, ich habe euch nicht erkannt!“, und das, obwohl sie Geistesgaben betätigten.
Verehrte Hörer! Möchte Gott uns allen Gnade schenken, daß wir bereit wären anzuerkennen, daß auch in unserer Zeit ein Neubruch auf dem Boden Gottes urbar gemacht wurde und die Aussaat des Wortes der Verheißungen für diese Zeit ausgestreut wurde. Wir müssen bei der Aussaat darauf achten, daß der Boden gepflügt und zubereitet ist, damit hundertfältige Frucht hervorwachsen kann. Ich möchte mit den Worten Jesu schließen: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Der Segen Gottes sei mit Euch allen. In Jesu Namen. Amen.