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Radio Luxemburg 1973-09-23 - 017
Ewald Frank
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Radio-Predigt Nr. 17
23. September 1973
Verehrte Hörer! Herzlich grüße ich Sie in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Jes. 50,4:
„Gott der Herr hat mir die Zunge eines Jüngers verliehen, damit ich den Müden durch Zuspruch aufzurichten wisse: er weckt mich alle Morgen, regt mir das Ohr an, damit ich nach Jüngerweise aufmerke.“
Hier finden wir die Kennzeichen eines wahren Jüngers Jesu. Das Wort ,Jünger’ könnte ebenso mit ,Schüler’ übersetzt werden. Hier finden wir die Gegenüberstellung: Jesus der Meister, wir die Jünger. Er der Lehrer, wir die Schüler. Im Alten Testament finden wir nur noch eine Bibelstelle, in der das Wort ,Jünger’ vorkommt. Jes. 8,16 sagt:
„Ich will die Offenbarung unter Verschluß legen, versiegeln das Wort in meinen Jüngern.“
Was unter Verschluß gelegt wird, ist nicht für jedermann zugänglich. Gewöhnlich legt man Weil gegenstände und Kostbarkeiten unter Verschluß. In Dan. 12,4 lesen wir:
„Du aber, Daniel, halte das Gesagte unter Verschluß und versiegele das Buch bis zur Endzeit.“
In gibt kostbare Dinge im Heilsplan Gottes, die nicht zu jeder Zeit für jedermann zugänglich waren. Als Johannes das Reden der sieben Donner vernahm, wollte er es aufschreiben, doch eine Stimme vom Himmel sprach zu Ihm:
„Lege unter Verschluß und schreibe nicht auf, was die sieben Donner geredet haben.“
Gott kann offenbaren. Er kann das Geoffenbarte aber auch unter Verschluß legen, um es zu der bestimmten Zeit Seinem Volke kundzutun. In Jes. 45,3 heißt es:
„Ich will dir die im Dunkel verborgenen Schätze übergeben und die wohlversteckten Kostbarkeiten, damit du erkennst, daß ich, der Herr, es hin, der dich bei deinem Namen gerufen hat.“
Wenn Gott uns die verborgenen Schätze, die wohlversteckten Kostbarkeiten übergibt, dann sollen wir daran erkennen, daß Er uns geliebt und uns bei unserem Namen gerufen hat. Gott der Herr hat vieles vor den Augen der Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart. Den Überwindern gilt die Verheißung, von dem verborgenen Manna zu essen.
In unserem Einleitungswort geht es um das Hören und Reden nach Jünger-weise. Der Herr selbst weckt Seinen Jüngern das Ohr. Sie hören und lernen von Ihm wie ein Schüler von seinem Lehrer. Sie möchten mehr wissen. Er verleiht den Seinen auch die Gnade, das Rechte zur rechten Zeit in rechter Weise zu sagen, damit die Müden gestärkt, die Trauernden getröstet und die Verzagten neu aufgerichtet werden. Sind wir wahre Jünger Jesu? Haben wir aufmerksam hingehört? Haben wir behutsam gesprochen? Hat der Herr und Meister Sein Wort in uns durch den Heiligen Geist versiegeln können? Jn Matth. 5 lesen wir:
„Seine Jünger traten zu ihm, da tat er seinen Mund auf und lehrte sie…“
Das Wort ,Christ’ ist ein weiter Begriff. Selbst gläubig zu sein bedeutet noch nicht alles, wenn man nach eigener Weise glaubt.
Es geht um wahre Jünger. Ein Jünger hat alles, ja sich selbst aufgegeben und verleugnet, um ein echter Nachfolger des Meisters zu werden. Der Herr und Meister rief jeden Seiner Jünger. Er belehrte sie. Er öffnete ihnen das Verständnis für die Schrift. Er offenbarte sich ihnen als der Lebendige und Auferstandene. Es steht nicht geschrieben: „ … als die Gläubigen oder als die Christen versammelt waren, trat Jesus in ihre Mitte“, sondern:
„Da die Jünger versammelt waren…“ (Joh. 20,19)
Wer nennt sich heute nicht gläubig oder ein Christ? Ach, daß der Herr, unser Meister, doch wahre Nachfolger, echte Jünger in dieser Zeit finden möchte, die sich als Schüler zu Seinen Füßen setzen! Noch heute tut Er Seinen Mund auf und redet zu den Seinen. In Joh. 8,31 steht:
„Nun sagte Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: ,Wenn ihr mit meinem Worte bleibt, so seid ihr in Wahrheit meine Jünger!’“
Dasselbe sagt der Herr heute zu den Gläubigen aus den Nationen. Um gläubig zu werden, gilt nur die Bedingung: an Jesus Christus zu glauben. Um in Wahrheit ein Jünger Jesu zu sein, gilt es, in Seinem Worte zu bleiben: „Wenn ihr in meinem Worte bleibt…“, sagte Jesus.
Daß es in dieser Zeit viele Gläubige gibt, bestreitet niemand, und noch mehr gibt es, die sich Christen nennen. Wo aber sind die wahren Jünger Jesu Christi, von denen gesagt werden kann, daß sie in Seinem Worte bleiben? In Joh. 13 von Vers 5 lesen wir, daß der Herr Jesus Seinen Jüngern die Füße wusch. Danach wandte Er sich an Seine Jünger und sprach:
„Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen.“
Das sagte der Herr Jesus nicht zu den Juden, sondern zu Seinen Jüngern.
Der Meister betont:
„Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit ihr ebenso tut, wie ich an euch getan habe.“
Auch dieses Wort bedarf keiner Deutung, sondern lediglich der Befolgung. Der Herr ermahnt weiter:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: ein Knecht steht nicht höher als sein Herr, und ein Apostel nicht höher als der, der ihn gesandt hat. “
Und doch gibt es viele, die sich höher gestellt haben und gerade über dieses Wort der Schrift ihre eigenen Deutungen als maßgebend hingestellt haben. Jesus spricht zu diesem Thema:
„Wenn ihr dieses wißt, selig seid ihr, so ihr danach tut.“
Unsere Seligkeit als Jünger Jesu liegt in der Befolgung des Wortes Gottes. Es gibt keinen wahren Jünger Jesu, der nicht das herzliche Verlangen hat, den Willen Seines Meisters zu tun.
Heute nimmt jeder für sich das aus der Bibel heraus, was er möchte, ohne sich um den Rest zu kümmern. Der Missionsbefehl ist nicht an Prediger oder Evangelisten, sondern nur an die Jünger gerichtet. In Matth. 28 lesen wir:
„Die elf Jünger aber begaben sich nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.“
Der Herr Jesus gebot nicht, Bibelschulen oder Predigerseminare zu errichten. Er hat niemanden salbungsvoll ordiniert, sondern gab Seinen Jüngern den schlichten Befehl:
„Darum gehet hin in alle Well und macht alle Völker zu meinen Jüngern…“
Der Herr Jesus sagte nichts davon, daß alle katholisch oder evangelisch gemacht werden sollen. Rs steht nichts davon geschrieben, daß wir Baptisten oder Methodisten wer-den sollen. Er gab Seinen Jüngern den Auftrag, aus allen Völkern Jünger zu machen. Was der Begriff ,Jünger’ bedeutet, haben wir bereits betrachtet. Es geht um wahre Nachfolger, die ihr Kreuz auf sich nehmen und in den Fuß-stapfen ihres Meisters wandeln, die sich von Ihm belehren lassen und in Seinem Worte bleiben:
„Denn dadurch ist mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.“ (Joh. 15,8)
Nach der Auferstehung offenbarte sich der Herr im Kreise Seiner Jünger. Daselbst rief Thomas aus:
„Mein Herr und mein Gott!“
Wir sehen, daß die (Offenbarung Jesu Christi nicht unter sogenannten Gläubigen oder Christen gl all findet, sondern unter den wahren Jüngern und Nachfolgern des Herrn. In Joh. 21,1 steht:
„Später offenbarte Jesus sich Seinen Jüngern noch einmal am See Tiberias.“
Der Herr Jesus hat nicht aufgehört, sich Seinen Jüngern zu offenbaren und zu ihnen zu reden. In Apg. steht in Kapitel 11,26, daß man den Jüngern zuerst in Antiochien den Namen ,Christen’ zulegte. Die Junger wandelten in den Fußstapfen ihres Meisters. Sein Geist ruhte auf ihnen. Christus war der Gesalbte, sie die Gesalbten. Das Wort ,Christ’ bedeutet in unserer Sprache ,Gesalbter’. Die biblische Reihenfolge ist deshalb: zuerst müssen wir zu dem wahren und lebendigen Glauben an Jesus Christus kommen, dann treten wir in die Nachfolge Jesu, bleiben in Seinem Worte und erweisen uns als Seine Jünger. Der Geist Gottes kommt auf uns herab, damit wir gesalbt werden, und so sind wir zu wahren Christen geworden – zu Menschen, in denen das Leben Jesu Christi offenbar wird. Paulus schreibt in Kol. 3:
„Wenn aber Christus in unserem Leben offenbar wird, dann werden auch wir mit ihm offenbar in der Herrlichkeit.“
Wo finden wir unter den heutigen Christen und Gläubigen die wahren Jünger des Herrn, denen der Herr das Ohr auf tut, zu denen Er redet und die Er belehrt? Verehrter Hörer! Sind Sie ein wahrer Jünger Jesu Christi oder genügt es Ihnen, wenn Sie nur gläubig oder als Christ angesehen werden? Wir wollen beten.
Herr, ich bitte Dich, erwähle Dir selbst Jünger aus allen Völkern, die bereit sind, Dir nachzufolgen und Deinen Willen zu tun. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.