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Radio Luxemburg 1973-09-30 - 018
Ewald Frank
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Radio-Predigt Nr. 18
30. September 1973
Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn mit dem Wort aus Jes. 57,14:
„Und der Herr wird gebieten: ,Schafft Bahn, schafft Bahn, bereitet den Weg! Räumt meinem Volke jeden Anstoß aus dem Wege!’“
Ich möchte zunächst allen danken, die mir geschrieben haben. Es freut uns, daß so viele die angegebene Literatur bestellen. Wahrlich, Gott der Herr hat einen geistlichen Hunger unter Sein Volk gesandt. Es ist unser Anliegen, das reine Wort Gottes ohne jegliche menschliche Deutung weiterzugeben. Der Herr ist es, der geboten hat. Sein Wort muß gelten, Sein Plan wird durchgeführt werden. Seinem Volke muß eine klare Bahn geschaffen und ein gangbarer Weg bereitet werden. Der Herr selbst muß zu Worte kommen. Er hat als der Hohe und Erhabene gesprochen:
„Räumt meinem Volke jeden Anstoß aus dem Wege!“
Dem Volke Gottes wurden zu allen Zeiten Hindernisse in den Weg gelegt, doch immer wieder sandte der Herr Seine Knechte, damit der Weg neu gebahnt wurde, auf dem sie ohne jeden Anstoß gehen konnten. Hierfür finden wir Beispiele in der Heiligen Schrift. Der Herr hatte dem Volke Israel durch Mose Sein Wort und Seinen Willen geoffenbart, die Verheißungen erfüllt und ihnen den Weg gewiesen, den sie gehen sollten. Gott der Herr wai mit ihnen bei Tag und bei Nacht und erleuchtete ihnen den Weg. Doch es dauerte nicht lange, da trat Bileam auf und brachte das Volk Israel zu Fall. Der Zorn Gottes kam über sie, und es starben dreiundzwanzigtausend von ihnen an einem Tage. Bileam war auch ein Prophet, doch er hatte keinen göttlichen Auftrag. Er hatte nicht das Wort der Verheißung für jene Zeit. Er konnte dem Volke Israel keinen Segen bringen. Wohl lesen wir, daß der Herr zu ihm sprach, doch was nützt eine Offenbarung, wenn man an dem Wort der Verheißung vorbeigeht? Wahre Boten Gottes sind Wort-Propheten. Ihnen offenbart der Herr zuerst Seinen Willen durch Sein Wort und leitet sie durch Seinen Heiligen Geist.
Bileam gehörte nicht zu dem auserwählten Volk. Er hatte keinen Anteil an den Verheißungen und Segnungen für jene Zeit. Er war von Balak, dem König der Moabiter, beauftragt. Auch jener gehörte nicht zum Volke Israel, an dem sich die Verheißungen Gottes erfüllten. Bileam sollte fluchen, was Gott gesegnet hatte. Doch der Herr gestattet nicht, daß Seinen Auserwählten geflucht wird. Nein, über sie kommt der Segen des allmächtigen Gottes.
Hier haben wir eine Gegenüberstellung von zwei Propheten: Mose, der von Gott gesandte Prophet mit dem ,So spricht der Herr’ für jene Zeit, von Gott beauftragt, dem Volk das Wort und die Befreiung zu bringen, – und Bileam, ohne göttlichen Auftrag, ohne das Wort der Verheißung, der im Gegensatz zu dem sprach, was Gott geredet hatte.
Jeder Mensch, er sei Prediger oder Prophet, der bereit ist, den Auserwählten Gottes zu fluchen oder es darauf abgesehen hat, ihnen Hindernisse in den Weg zu legen, um sie zu Fall zu bringen, legt damit Zeugnis ab, daß er nicht zum Volke Gottes gehört. Solche Menschen werden selbst zu Fall kommen. Der Fluch wird sie früher oder später treffen.
Zur Zeit des Propheten Jeremia trat ebenfalls ein Prophet namens Hananja auf. Jeremia weissagte im Namen des Herrn:
„Erst wenn volle 70 Jahre für Babylon vergangen sind, werde ich mich euer wieder annehmen und meine Glücksverheißung an euch in Erfüllung gehen lassen, daß ich euch an diesen Ort zurückbringe.“
Doch der Prophet Hananja trat auf und weissagte:
„Noch vor Ablauf von zwei Jahren will ich alle Tempelgeräte des Herrn, die Nebuchadnezar, der König von Babylon, von dieser Stätte weggenommen und nach Babylon gebracht hat, wieder an diese Stätte zurückbringen.“
Das Volk muß jetzt entscheiden, wer von diesen beiden im Auftrage Gottes durch die Inspiration des Heiligen Geistes die Wahrheit sagte und wer von sich aus redete. Das Sonderbare ist, daß die Volksmassen immer auf ’ diejenigen hören, die von sich aus redeten und weissagten. Als Jeremia mit der Verkündigung alles dessen, was er dem gesamten Volke auf Befehl des Herrn vorhalten sollte, zu Ende gekommen war, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und das ganze Volk und riefen: „Jetzt mußt du sterben!“ Den Propheten Hananja ergriffen sie nicht, denn er hatte im Einvernehmen mit ihren Propheten und Priestern und dem gesamten Volke jener Zeit gesprochen. Doch Jeremia sprach im Einvernehmen und im Auftrage Gottes.
Zur Zeit des Königs Ahab weissagten 400 Propheten in Israel das Gegenteil von dem, was Micha im Namen des Herrn und aufgrund der göttlichen Offenbarung, die ihm zuteil wurde, geweissagt hatte. Gegen die vierhundert Propheten Israels unternahm Ahab nichts, doch betreffs Micha sprach er:
„Tut ihn ins Gefängnis! Wenn ich zurückkomme, werde ich mich mit ihm befassen.“
Micha war seiner Offenbarung so gewiß, daß er ihm nachrief:
„Wenn du zurückkommst, dann hat der Herr nicht durch mich geredet!“
Wir gehen jetzt zum Neuen Testament über. Auch in den Tagen vor dem ersten Kommen Christi predigten viele. Doch es trat ein Mann von Gott gesandt auf mit der Botschaft Gottes an die Auserwählten jener Zeit. Alle, die von Gott begnadigt wurden, hörten auf ihn. Es kommt darauf an zu erkennen, wer im Auftrag Gottes das verheißene Wort und damit das ,So spricht der Herr’ dem Volke Gottes bringt. Paulus war von der Richtigkeit der Verkündigung des Evangeliums so überzeugt, daß er schreiben konnte:
„Wer das Evangelium anders verkündigt als wir, der sei verflucht.“ (Gal. 1)
Allerdings konnte er sagen:
„Ich habe es nicht von einem Menschen empfangen, noch durch Unterricht erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.“
Im Sendschreiben an die Gemeinde zu Ephesus lesen wir:
„Du hast die geprüft, die sich für Apostel ausgaben, ohne es zu sein, und hast Lügner in ihnen erkannt.“
Auch heute stehen überall falsche Propheten, Apostel und Lehrer auf den Kanzeln, erfreuen sich des hohen Ansehens bei Menschen, doch in ihrer Verkündigung sind sie falsch, weil sie nicht mit dem übereinstimmen, was den wahren Propheten, Aposteln und Lehrern von Gott als richtig geoffenbart wurde.
Alle von Gott gesandten Verkündiger stimmen hundertprozentig mit dem ttberein, was die Knechte Gottes im Namen des Herrn geredet haben. Unser Maßstab kann nur das Wort Gottes sein. Deshalb lautet die Frage: Stimmt die heutige Lehre über die Gottheit in den Gemeinden mit dem Gesamt-BdUgnis der Bibel überein? Sprach je ein Prophet, Apostel oder Lehrer von mehreren Personen Gottes oder lehrten sie, daß der eine Gott sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbarte? Wie tauften die Apostel? Betrachteten sie Matth. 28,19 als eine Tauf-Formel oder als einen Auftrag? Wer die Taufpraxis in der Apostelgeschichte nachliest, wird feststellen, daß sie den Missionsbefehl richtig verstanden hatten, indem sie auf den Namen des ,Herrn Jesus Christus’ tauften. Sie hatten erkannt, daß es sich dabei um den Namen Jesus handelt, der über alle Namen ist, in welchem sich der allmächtige Gott im Neuen Testament offenbart.
Wie steht es mit dem Abendmahl? Wen kümmert es, was die Bibel darüber sagt? Wo nimmt man heute noch ein Brot, wie der Herr Jesus es tat? Er segnete es, brach es und gab es Seinen Jüngern. Der Apostel Paulus sagte: „Ich habe es vom Herrn so empfangen, wie ich es euch überliefert habe.“ Jeder muß sich in dieser Zeit die Mühe machen, der Aufforderung des Herrn nachzukommen:
„Schafft Bahn, schafft Bahn, bereitet einen Weg! Räumt meinem Volke jeden Anstoß aus dem Wege!“
Das größte Hindernis für das Volk Gottes sind die unbiblischen Lehren. Es gibt nur eine wahre, durch den Heiligen Geist geoffenbarte Lehre über jedes biblische Thema. Alles andere sind Auslegungen und Deutungen der Menschen, ob es sich dabei um die Gottheit, die Taufe, das Abendmahl oder die weiteren Lehren der Bibel handelt.
Verehrte Hörer! Es ist Ihnen überlassen, ob Sie in Gleichgültigkeit die göttlichen Dinge vor sich herschieben wollen oder ob Sie bereit sind, alles aus dem Wege zu räumen und den gebahnten Weg des Herrn zu gehen, die biblischen Lehren anzuerkennen und sich somit auf die Seite Gottes zu stellen.
Laßt uns beten.
Himmlischer Vater, sei Deinem Volke gnädig! Schenke ihnen den klaren Blick für Dein Wort. Gib ihnen die Unterscheidung, damit sie das Echte und Wahre erkennen. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.