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Radio Luxemburg 1973-10-07 - 019
Ewald Frank
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Radio-Predigt Nr. 19
7. Oktober 1973
Verehrte Hörer! Herzlich grüße ich alle in dem teuren Namen des Herrn. In den vor uns liegenden Betrachtungen wollen wir mit Gottes Hilfe das letzte Buch der Bibel durchforschen. Wir werden zu jedem Thema weitere Bibelstellen einbeziehen, sofern sie zur Ergänzung und Vervollständigung beitragen. Kein Buch der Bibel ist so umstritten wie die Offenbarung. Die Deutungen darüber sind zahlreich und zugleich widerspruchsvoll. Doch wir wollen Gottes Wort für sich selbst reden lassen.
Die Bezeichnung »Offenbarung des Johannes« ist unrichtig. Hier geht es nicht um Johannes, sondern um Christus, wie einleitend im ersten Vers geschrieben steht:
„Offenbarung Jesu Christi … die Gott ihm hat zuteil werden lassen. “
Nachdem Christus als Lamm Gottes, als Mittler und Fürsprecher, als Sohn Gottes, Sohn Davids, Menschensohn, König, Priester und Prophet beschrieben wurde, wird Er abschließend in der Offenbarung in Seiner göttlichen Majestät und Herrlichkeit enthüllt. Er gibt Sein Selbstzeugnis in Kapitel 1, Vers 8:
„Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“
Dieses Zeugnis Jesu Christi empfangen alle wahren Kinder Gottes. Wir sehen Jesus völlig enthüllt als den Ersten und den Letzten, als Gott den Herrn. Hier wird Er nicht mehr wie in den Evangelien und Briefen in den verschiedenen Zusammenhängen des Erlösungswerkes dargestellt. Nein, hier ist Er enthüllt als der Herr der Herrlichkeit, als der Allmächtige. Immer wenn von der Erlösung und der Gemeinde die Rede ist, sehen wir Jesus Christus neben Gott, doch hier sehen wir Ihn als Gott selbst.
„Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern vor seinem Thron.“
So grüßt Johannes die sieben Gemeinden in Kleinasien und uns heute, denn durch jedes Schriftwort werden alle Gläubigen zu allen Zeiten an allen Orten angesprochen und belehrt, selbst wenn die Briefe an die Gemeinden zu Ephesus, Korinth oder an andere Orte gerichtet wurden. Es ist von sieben Gemeinden die Rede, von sieben Engeln und sieben Geistern Gottes, die vor dem Throne sind. Es ist derselbe Gott, der in den sieben Gemeindezeitaltern durch Seinen Geist wirksam ist. Die Bezeichnung ,sieben Geister Gottes’ deutet nicht darauf hin, daß Gott aus sieben Geistern besteht, sondern auf das siebenfache Wirken des Heiligen Geistes während den sieben Gemeindezeitaltern. Hier geht es um den Verlauf der neutestamentlichen Gemeinde, welche durch sieben besondere Epochen geht. Sieben Engel-Botschafter empfingen für ihre Zeit das Wort der göttlichen Offenbarung, das ihnen vom Throne Gottes durch den Geist zuteil wurde.
In dem Grußwort heißt es weiter:
„ … und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen der Toten und von dem Herrscher der Könige der Erde. Er, der uns geliebt und uns durch Sein Blut von unseren Sünden erlöst hat.“
Er hat uns zu Königen und Priestern gemacht. Er wurde Mensch – als Sohn Gottes im Fleisch offenbar, damit wir als Menschen zu Söhnen und Töchtern werden könnten.
Verehrte Hörer! Heute geht es darum, die Offenbarung Jesu Christi zu empfangen, das von Gott geoffenbarte Wort zu glauben und zu bewahren, was in dem Buch der Weissagungen geschrieben steht. Auch für diese Zeit hatte Gott einen Botschafter, durch den das prophetische Wort neu auf den Leuchter gestellt wurde, damit alle wahren Gotteskinder göttliche Unterweisung und Belehrung, ja die Offenbarung Jesu Christi empfangen. Wem die Gnade geschenkt wird, Jesus Christus in dieser göttlichen Offenbarung zu erkennen, der wird auch die Verwirklichung des Heilsplanes durch Christus sehen. Christus ist das Geheimnis Gottes geoffenbart. Paulus schreibt in Kol. 2:
„ … auf daß wir in den ganzen Reichtum des vollen Verständnisses zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes gelangen; dieses Geheimnis ist Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.“
Die göttlichen Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind in Christus verborgen und werden nur dem offenbart, dem Jesus Christus selbst sich offenbart. In dem göttlichen Licht der Offenbarung ist der Zutritt zu den verborgenen Dingen frei. Eine Erkenntnis kann man sich aneignen, doch eine Offenbarung muß uns zuteil werden. Sie kann nicht gelehrt noch gepredigt werden, man muß sie empfangen. Johannes wurde die Offenbarung Jesu Christi zuteil. Erst dann sah und hörte er alles weitere. Der Grund dieser Offenbarung war:
„ … um seinen Knechten anzuzeigen, was in Kürze geschehen soll.“
Immer, wenn wir den Begriff ,Knecht’ in Verbindung mit dem prophetischen Wort lesen, müssen wir auf den Zusammenhang besonders achtgeben. Hier steht: „ … um seinen Knechten anzuzeigen…“ Das erinnert uns an das Wort:
„Gott der Herr tut nichts, er offenbart denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten.“
Ein Knecht Gottes ist von Seinem Herrn beauftragt und empfängt wie Johannes die Offenbarung Christi. Ihm wird ferner angezeigt, was in Kürze geschehen muß. Ein Knecht Gottes lebt nicht in Ungewißheit, sondern empfängt Einblick in den Heilsplan Gottes.
Wir lesen: „Kundgetan durch die Sendung seines Engels…“ Gott sandte Seinen Engel zu Seinem Knecht, um Seinen Ratschluß zu offenbaren. Wir sprachen schon darüber, daß Gott auf übernatürliche Weise wirkt. Ihm stehen die Engel im Himmel als Boten zur Verfügung, und Er hat Seine Knechte auf Erden, die Seine Botschaft bringen. Sein Wille geschieht im Himmel und auf Erden. Ein Mensch, der bezeugen kann, daß ihm die Offenbarung Jesu Christi zuteil wurde und dem durch die Sendung des Engels Dinge gezeigt wurden, die geschehen sollen, kann wie Johannes mit aller Gewißheit sagen:
„ … und dieser legt nunmehr Zeugnis ab von dem Worte Gottes und von dem Zeugnis Jesu Christi, von allem, was er gesehen hat.“
Der Dienst und die Aufgabe eines Knechtes Gottes besteht darin, Zeugnis von allem abzulegen, was er gesehen und gehört hat. Kraft göttlicher Berufung und Autorität legt er das Wort Gottes dar und stellt das Zeugnis Jesu Christi in den Mittelpunkt seiner Verkündigung. Durch denselben Geist, der alle
Dinge – selbst die Tiefen der Gottheit – erforscht, empfangen die von Gott Auserwählten den Einblick und das Verständnis für das, was dem Knechte Gottes kundgetan wurde. Sie schenken dem Zeugnis und der Verkündigung des Wortes Glauben. Ihnen gilt die Verheißung:
„Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und die das bewahren, was darin geschrieben steht.“
So hat Gott es geordnet: Zuerst schenkt Er Seinen Knechten die Offenbarung Jesu Christi. Dann sendet Er Seinen Engel, um Seinen Knechten anzuzeigen, was geschehen soll, und drittens preist Er die selig, die da lesen und hören alle Worte der Weissagung dieses Buches und die bewahren, was darin geschrieben steht.
Im Alten Testament war es Daniel, der von Gott begnadigt wurde, durch prophetische Offenbarung den Verlauf der zukünftigen Dinge zu sehen, insbesondere was Israel anbetrifft. Zu ihm wurde der Engel Gabriel gesandt, um ihm Aufklärung zu geben. Im Neuen Testament hatte Johannes das Vorrecht, auf der Insel Patmos den Verlauf der gesamten Heilsgeschichte, besonders die Dinge der Endzeit, zu sehen. Der Herr sandte Seinen Engel, um ihm zu zeigen, was geschehen muß. Derselbe Gott handelt in unserer Zeit in derselben Weise. Wir leben jetzt in den Tagen, von denen Daniel und Johannes sprachen, in denen Gott Sein gesamtes Werk mit Seiner Gemeinde zum Abschluß bringen wird.
Verehrte Hörer! Keinem ist damit gedient, nur zu einer Gemeinde zu gehören und zu wissen, was dort getan wird. Heute geht es darum, den Herrn der Herrlichkeit in Seinem Tun unter Seinem Volke zu erkennen.
Wir wollen beten.
Himmlischer Vater, ich bitte Dich im Namen Jesu Christi, rede Du selber zu allen, die Dein Wort jetzt gehört haben. Gib Du ihnen die Unterscheidung durch Deinen Heiligen Geist, damit sie Dein Wirken in dieser Zeit erkennen und zubereitet werden auf den glorreichen Tag der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. Ich danke Dir dafür, in Jesu Namen. Amen.