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Radio Luxemburg 1973-10-14 - 020

Ewald Frank

calendar_month 14. 10. 1973

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Radio-Predigt Nr. 20
14. Oktober 1973

Verehrte Hörer! Herzlich grüße ich alle in dem teuren Namen des Herrn. Ich sehe es als ein großes Vorrecht an, den wahrhaft Gläubigen in dieser Zeit das von Gott geoffenbarte Wort zu verkündigen. Wir wollen heute mit der Betrachtung der Offenbarung fortfahren. Um der Kürze der Zeit willen bitte ich jeden Kapitel 1,9-20 nachzulesen. Johannes berichtet:

„Ich wurde auf die Insel Patmos um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu willen verbannt…“

Durch den Geist geriet er in Verzückung an den Tag des Herrn und hörte die mächtige Stimme wie Posaunenschall, die ihm zurief:

„Was du zu sehen bekommst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden.“

Die sieben Gemeinden in Kleinasien wurden als Vorbild für die sieben Zeitalter der neu testamentlichen Gemeinde gewählt. Die sieben Epochen sind in dem Verlauf der Kirchengeschichte klar erkennbar.

Johannes wandte sich um. Er wollte den sehen, dessen Stimme er hörte. Als erstes erblickte er sieben goldene Leuchter. Inmitten der Leuchter Einen, der wie ein Menschensohn aussah. Hier wird uns das Geheimnis Jesu Christi und das Geheimnis der Gemeinde völlig enthüllt. Die neutestamentliche Beschreibung des Herrn, wie wir sie hier vorfinden, ist der Beschreibung Gottes im Alten Testament aus Dan. 7,9-14 vergleichbar. Der Herr Jesus tritt hier nicht als Mann der Schmerzen auf, vor dem man das Angesicht verhüllt, sondern als der Herr der Herrlichkeit, als Richter, dessen Augen wie Feuerflammen sind. In Offb. 20,11 lesen wir:

„Weiter sah ich einen großen, weißen Thron und den, der auf ihm saß: vor dessen Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es fand sich keine Stätte mehr für sie.“

Aus Seinem Munde geht ein zweischneidiges Schwert hervor. Sein Angesicht leuchtete, als wenn die Sonne in all ihrer Kraft scheinen würde. So sahen die drei Jünger den Herrn Jesus auf dem Verklärungsberge. So sah Ihn Johannes. So werden wir Ihn sehen. Der Seher bezeugt:

„ … bei seinem Anblick fiel ich wie tot ihm zu Füßen nieder: da legte er seine rechte Hand auf mich und sprach: ,Fürchte dich nicht! Ich bin's, der Erste und der Letzte und der Lebende’…“

Im Alten Testament spricht Er durch den Propheten Jesaja fast die gleichen Worte aus:

„So hat der Herr gesprochen, der König Israels und sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: ,Ich bin der Erste und der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“ (Jes. 44,6)

Vor Ihm ist niemand gewesen, nach Ihm wird keiner sein. Derselbe Herr spricht weiter:

„ … ich war tot, und siehe! ich lebe in alle Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches.“

Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.

Uns geht es in dieser Zeit darum, die Offenbarung Jesu Christi mit der Gemeinde so zu sehen, wie sie dem Johannes gezeigt wurde! Schon im Alten Testament wird uns die Gemeinde als der goldene Leuchter dargestellt. Ich möchte hier nur einige Zusammenhänge aus 2. Mose 25 von Vers 31 hervorheben. Mose fertigte den goldenen Leuchter mit Blütenknäufen an, – ein Hinweis, daß die Gemeinde des Herrn aufblühen wird. Der Leuchter sollte dem Tisch mit den Schaubroten gegenübergestellt werden. Die sieben Lampen auf dem Leuchter wurden angezündet, damit der Raum erleuchtet würde, in dem sich die Schaubrote befanden. Dieses deutet darauf hin, daß in der Gemeinde des lebendigen Gottes das Licht der Offenbarung leuchtet, damit alle die von Gott bereitete Speise sehen und daran teilnehmen können. Der Prophet Sacharja beschreibt den goldenen Leuchter wie folgt:

„Ich sehe, da steht ein Leuchter ganz von Gold, und ein Ölbehälter befindet sich oben darauf, und sieben Lampen sind an ihm und sieben Gießröhren für die Lampen, die sich an ihm befinden.“ (Kap. 4,2)

Das ist eine herrliche Beschreibung der neutestamentlichen Gemeinde. Der Ölbehälter hat sieben Gießröhren, die das öl auf die sieben Lampen herunterleiten, damit sie vor dem Herrn brennen. Seit Pfingsten leben wir im Zeitalter des Heiligen Geistes. Die sieben Gießröhren, die das öl aus dem Behälter herunterleiten, deuten darauf hin, daß während jedem der sieben Zeitalter der Heilige Geist die Offenbarung des Wortes neu auf den Leuchter stellt.

Wiederholt wurde dem Johannes gesagt:

„Schreibe auf, was du zu sehen bekommst und was danach noch geschehen wird…“

Er gibt seiner Offenbarung keine eigenmächtige Deutung. Er war kein Theologe, der die Schrift auslegte, sondern ein Prophet des Herrn, dem das göttliche Geheimnis mit Christus und der Gemeinde völlig offenbart wurde. Er bekam folgenden Aufschluß:

„Was das Geheimnis der sieben Sterne betrifft, die du in meiner rechten Hand gesehen hast, sowie die sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne sind die sieben Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.“

Obwohl wir von den ,sieben Geistern Gottes’ lesen, die vor Seinem Throne sind, gibt es nur einen Heiligen Geist, der sich unter den sieben goldenen Leuchtern offenbart. So stellen die sieben Leuchter die eine Gemeinde des Herrn in den sieben Epochen dar. Jede Epoche hatte einen Stern – den Engel, dem die Botschaft durch Offenbarung des Heiligen Geistes von Gott zuteil wurde und der sie neu auf den Leuchter der Gemeinde stellte.

Ein Leuchter erfüllt keinen Zweck, wenn die Lampe nicht aufgesetzt und angezündet wird, damit die in der Dunkelheit Lebenden von dem Licht erleuchtet werden. Eine Gemeinde, in der die Offenbarung des Wortes und des Geistes nicht Raum hat, bleibt in Finsternis und hat kein geistliches Leben.

Ohne Zweifel leben wir jetzt in dem letzten Gemeindezeitalter, dem zu Laodicea. Gemäß dem Zeugnis Jesu Christi und der Offenbarung Seines prophetischen Wortes stellt der Heilige Geist in jedem der sieben Gemeinde-zeitalter das Licht neu auf den Leuchter.

Immer hatte der Herr einen Engel, einen Botschafter, in Seiner rechten Fland, zu dem Er reden und durch den Er wirken konnte. Unsere Frage ist jetzt: Wer ist der Botschafter in diesem letzten Zeitalter, der nicht im Namen einer Denomination, sondern in göttlicher Vollmacht geredet hat? Wer ist der Engel in der Hand des Herrn, an den das Wort Gottes für Sein Volk in unserer Zeit erging? Es kann nicht irgend jemand sein. Es muß ein Mann Gottes nach dem Vorbild der Propheten und Apostel sein, ein Knecht Gottes, der eine besondere Berufung und den direkten Auftrag vom Herrn empfangen hat und gleichzeitig in seinem Dienst die göttliche Bestätigung und Legitimation aufzuweisen hat. Als ein solcher Mann ist uns William Branham bekannt, durch dessen Dienst Tausende in aller Welt die Realität Gottes und die Offenbarung Seines Wortes sowie das Zeugnis Jesu Christi erlebten. Der Dienst solcher Knechte Gottes ist immer für die Gesamt-Gemeinde bestimmt gewesen. Petrus schreibt über die wahren Knechte und Propheten Gottes:

„Dabei wurde ihnen geoffenbart, daß sie durch ihren Dienst nicht sich selbst, sondern euch eben das vermitteln sollen, was euch jetzt durch die Männer verkündigt worden ist, die euch das Evangelium in der Kraft des vom Himmel herabgesandten Heiligen Geistes gepredigt haben: Dinge, in welche auch die Engel gern hineinschauen möchten.“ (1. Petr. 1,12)

Heilige Männer haben unter der Inspiration des Heiligen Geistes gestanden und dem Volke Gottes das Wort der Offenbarung mitgeteilt.

Verehrte Hörer! Wir müssen darauf achten, daß wir die Stimme des Herrn in dieser Zeit vernehmen und zu Seiner Gemeinde gehören, die als der goldene Leuchter bezeichnet wird, unter welchem der auferstandene Herr sich offenbart, redet und wirkt. Für uns ist es sehr wichtig zu sehen, wen der Herr in Seiner Rechten zum Segen für Sein Volk in dieser Zeit gebraucht. Nur dann werden wir aufmerksam auf das hören, was Gott uns durch ihn zu sagen hat. Es geht nicht darum, was Menschen als Gemeinde bezeichnen oder wen sie als von Gott gesandt ansehen, sondern darum, daß wir erkennen, wo der goldene Leuchter des Herrn – die lebendige Gemeinde Jesu Christi – ist, in der Gott zu Worte kommt. Seine Gemeinde respektiert Ihn als Alpha und Omega, als den Ersten und den Letzten, als Gott den Herrn.

Laßt uns beten.

Herr, mein Gott, ich bitte Dich, enthülle jedem das Geheimnis mit Christus und der Gemeinde. Schenke Gnade, daß Dich jeder als das Alpha und Omega, als den Ersten und den Letzten, als das Haupt Deiner Gemeinde erkennt. Höre nicht auf zu reden und zu wirken, bis Deine Gemeinde vollendet in der Herrlichkeit ist. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.