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Radio Luxemburg 1973-10-21 - 021
Ewald Frank
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Radio-Predigt Nr. 21
21. Oktober 1973
Verehrte Hörer! Herzlich grüße ich! Euch in dem teuren Namen des Herrn und danke allen, die mir geschrieben haben. Heute möchten wir aus Offb. 2 lesen:
„Dem Engel der Gemeinde zu Ephesus schreibe: ,So spricht der, welcher die sieben Sterne fest in seiner rechten Hand hält und der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt!’“
Nachdem der Herr im ersten Kapitel in Seinem verherrlichten Zustand beschrieben wurde, stellt Er sich dem Engel der Gemeinde in jedem Sendschreiben in einer anderen Weise vor. Die sieben Sendschreiben werden wir nur streifen. Das Buch ,Darlegung der sieben Gemeindezeitalter’ behandelt sie eingehend. Wir begegnen bei den sieben Sendschreiben in jeder Anrede dem ,So spricht der Herr!’ Im Alten Testament sprach Gott durch die Propheten. In dem Buch der Offenbarung begegnen wir demselben Herrn, der in Seiner Gemeinde wirkt und redet. Er wandelt unter den sieben goldenen Leuchtern und spricht zu den sieben Engeln, die als Sterne in Seiner rechten Hand gezeigt werden. Sie waren die Vorsteher und Botschafter Gottes in dem bestimmten Zeitalter. So wie die lokalen Gemeinden in Kleinasien einen Vertreter hatten, einen Boten, zu dem der Herr sprach, so hatte jedes der sieben Gemeindezeitalter einen Mann Gottes, einen Botschafter, zu dem Er redete:
„So spricht der Herr: ,Ich kenne deine Werke, deine Arbeit, dein standhaftes Ausharren’“ usw.
Seine Flammenaugen sehen alles. Er wird belohnen, was immer gemäß Seinem Worte zur Ehre Seines Namens getan wurde. Er sagt:
„Du hast die geprüft, die sich für Apostel ausgeben, ohne es zu sein und hast sie als Lügner erfunden.“
Einem wahren Knechte Gottes kann man nichts vormachen. Er wird durch den Geist Gottes geleitet. Der Herr zeigt ihm alles, was die Gemeinde betrifft. Paulus schreibt von Männern, die ohne einen göttlichen Auftrag predigen:
„Denn diese Leute sind Lügenapostel, unredliche Arbeiter, die nur die Maske von Aposteln Christi tragen.“ (2. Kor. 11,13-15)
Nicht die Berufung auf den Herrn oder Seine Apostel macht jemanden zu einem Knechte Gottes. Wie bei den Jüngern Jesu muß der Auftrag des Herrn vorhanden sein.
Zunächst spricht der Herr von dem, was die Gemeinde an Gutem aufzuweisen hat: von ihrer Arbeit, von den Werken, von dem standhaften Ausharren usw. Nach dem Lob: „ … und bist nicht müde geworden“ geht der Herr zu dem zweiten Teil über, indem Er den Tadel ausspricht:
„Aber ich habe an dir auszusetzen, daß du die erste Liebe verlassest…“
Obwohl die Gemeinde soviel Lobenswertes aufzuweisen hatte, sich abmühte, dem Herrn zu dienen, für Ihn arbeitete, schwere Lasten trug und dabei nicht müde wurde, wird sie nun vom Herrn selbst getadelt, aus der ersten Liebe gefallen zu sein. Was nützen alle Werke, alle Arbeit, alles Bemühen, wenn man nicht in der ersten, göttlichen Liebe bleibt. Paulus schreibt an alle Gläubigen in 2. Kor. 13 von der Liebe Gottes, die sich als Frucht des Heiligen Geistes in unserem Leben auswirken muß. Das Predigen über die Liebe besagt noch nichts, wenn sie nicht in der Praxis der wahrhaft Gläubigen offenbar wird.
„Denke also daran, von welcher Höhe du herabgefallen bist, und gehe in dich und tue die ersten Werke wieder! Sonst komme ich über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, wenn du nicht in dich gehst.“
Dieses Wort gilt auch uns heute. Wir denken an den Anfang der neutesta-mentlichen Gemeinde, wo jedes einzelne Glied mit der Liebe Gottes erfüllt und vom Heiligen Geist geleitet wurde und der Herr sich in mächtiger Weise unter ihnen bezeugen konnte. Doch nicht lange danach spricht der Herr diesen Tadel aus und gibt die Ermahnung:
„Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer da überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, der im Paradiese Gottes steht.“
Die Verheißung gilt allein den Überwindern. Sie sind es, die Gottes Ermahnung und Zurechtweisung ernst nehmen, die in sich gehen und Buße tun, damit der Herr in ihnen die erste Liebe und die ersten Werke wirken kann. Im Paradies Gottes standen zwei Bäume: der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen und der Baum des Lebens. Hier wird nur noch von dem Baum des Lebens gesprochen, dessen Früchte die Überwinder genießen werden. Ihnen hat der Herr das Ohr geöffnet. Sie hören, was der Geist den Gemeinden sagt.
In dem Sendschreiben an die Gemeinde zu Smyrna lesen wir:
„So spricht der Erste und der Letzte, der tot gewesen und wieder lebendig geworden ist.“
Hier stellt der Herr sich der Gemeinde in einer Weise vor, die schon der Prophet Jesaja in Kap. 48,12 wiedergibt:
„Höre auf mich, Jakob, und du, Israel, den ich berufen habe! Ich bin derselbe, ich der Erste und ich auch der Letzte.“
Derselbe Herr stellt sich der Gemeinde als der Erste und der Letzte vor. Er spricht:
„Ich kenne deine Drangsal und deine Armut, – dennoch bist du reich -; ich weiß auch, daß du von denen geschmäht wirst, welche Juden zu sein behaupten und es doch nicht sind, sondern sie sind eine Synagoge des Satans.“
Auch hier spricht der Herr der Gemeinde zuerst das Lob aus und dann den Tadel. Die wahren Gläubigen wurden von den Juden geschmäht, die der Herr hier als Synagoge Satans bezeichnet. Es heißt:
„Fürchte dich nicht vor den Leiden, die dir noch bevorstehen!…“
Der Teufel hatte vor, Drangsale über sie zu bringen und einige ins Gefängnis zu werfen, damit sie erprobt würden. Doch der Herr ruft den Seinen zu:
„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“
Die Treue wird belohnt. Wieder vernehmen wir dieselben Worte:
„Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: ,Wer da überwindet, dem soll der zweite Tod nichts anhaben können!“*
So wie der Herr sich am Anfang jedes Sendschreibens in einer anderen Weise vorstellt, so gibt Er am Ende jedes Sendschreibens den Überwindern eine andere Verheißung. Wenn der große Tag kommen wird, werden wir sehen, daß der Herr alles in allem war und daß jede Verheißung, die Er gegeben hat, an allen Überwindern erfüllt wurde.
Im dritten Sendschreiben lesen wir:
„So spricht der, welcher das scharfe, zweischneidige Schwert hat: ,Ich weiß, wo du wohnst…“’
Der Herr weiß und sieht alles. Die Gemeinde zu Pergamon hatte einen großen Kampf zu bestehen. Der Thron Satans stand dort; die wahren Zeugen Jesu hielten fest am Glauben, an dem Wort der Wahrheit und haben den Herrn nicht verleugnet.
Auch hier wird zuerst das Lob und dann der Tadel ausgesprochen. Der Herr sagt:
„Doch ich habe einiges wenige an dir auszusetzen…“
Dort waren Leute in der Gemeinde, die sich nicht an die Lehre der Apostel und Propheten hielten, sondern an die Lehre Bileams. Und es waren solche unter ihnen, die der Lehre der Nikolaiten folgten. Der Herr gibt die Ermahnung:
„Gehe also ich dich, sonst komme ich bald über dich und werde jene mit dem Schwert meines Mundes bekämpfen.“
Was hat der Herr uns in dieser Zeit zu sagen? Was gefällt Ihm und was gefällt Ihm nicht? Worin besteht das Lob und worin der Tadel?
Verehrte Hörer! Derselbe Herr, der zu allen Zeiten durch Seine Knechte zu Seinem Volk sprach, hält uns auch in dieser Zeit den Spiegel Seines Wortes vor Augen. Er tadelt uns und führt uns zur Buße, weil wir die erste Liebe verlassen und manches an falschen Lehren geduldet haben. Er ruft uns zu, daß wir in uns gehen sollen, sonst kommt Er, den Leuchter umzustoßen. Wir müssen erkennen, daß der Herr selbst zu uns spricht. Sein Wort ist ein zweischneidiges Schwert. Es schneidet und dringt hindurch bis in das tiefste Innerste unserer Seele.
„Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“
Die Verheißung lautet:
„Wer da überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben: auch will ich ihm einen weißen Stein geben, auf dem ein neuer Name geschrieben steht, den außer dem Empfänger niemand kennt.“
Mit großer Sehnsucht erwarten wir diesen glorreichen Tag.
Wir wollen beten.
Himmlischer Vater, schenke einem jeden Klarheit über Dein Wirken in Deiner Gemeinde. Rede zu allen durch den Heiligen Geist. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.