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Radio Luxemburg 1973-10-28 - 022

Ewald Frank

calendar_month 28. 10. 1973

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Radio-Predigt Nr. 22
28. Oktober 1973

Verehrte Hörer! Ich grüße Sie herzlich in dem teuren Namen des Herrn. Heute beginnen wir mit dem vierten Sendschreiben:

„Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: ,So spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und dessen Füße dem schimmernden Golderz gleichen.“

In jedem Sendschreiben werden zwei Gruppen in der Gemeinde angesprochen. Die eine wird gelobt, die andere getadelt: eine Gruppe, die von ganzem Herzen am Worte Gottes festhält und sich durch den Heiligen Geist leiten läßt, die in der wahren Lehre der Apostel und Propheten bleibt; die andere, die an verschiedenen Lehren festhält, welche nicttt mit der Bibel übereinstimmen. Der Herr spricht hier:

„Ich kenne deine Werke, deine Liebe und Treue, deine Hilfsbereitschaft und dein standhaftes Ausharren und weiß, daß deine Werke in letzter Zeit noch zahlreicher sind als die ersten.“

Dies Lob gilt den wahren Gotteskindern, die aus Liebe und Treue zu ihrem Herrn und Heiland bereit waren, alles zu tun, was Er ihnen geboten hat. Es ist eine Hilfsbereitschaft und aufopfernde Liebe, in der sie tätig sind. Weiter aber heißt es:

„Doch ich habe an dir auszusetzen, daß du das Weib Isebel gewähren läßt, die sich für eine Prophetin ausgibt und als Lehrerin wirkt und meine Knechte dazu verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopferfleisch zu essen.“

Aus dieser Ermahnung entnehmen wir, daß es dem Herrn nicht gefällt, wenn irgend etwas in Seiner Gemeinde geduldet wird, das nicht mit Seinem Worte übereinstimmt. Selbst die Knechte Gottes müssen achtgeben, daß sie nicht verführt werden. Gott gibt eine Frist zur Umkehr, zur Sinnesänderung, zur Bekehrung. Gott läßt Trübsale über die Gemeinde kommen, damit die Seinen inne werden, in welch einer Weise sie vor Ihm schuldig geworden sind. Er ist es, der Nieren und Herzen erforscht und einem jeden nach seinen Werken vergelten wird.

Den anderen zu Thyatira, die sich nicht durch, die Lehre der Isebel verführen ließen, legte Er keine weitere Last auf. Sie sollten festhalten, was sie besaßen, bis der Herr kommt:

„Und wer da überwindet und in meinen Werken bis ans Ende verharrt, dem will ich Macht über die Heiden geben, und er soll sie mit eisernem Stabe weiden.“

Die Verheißung gilt wieder nur den Überwindern. Sie sind es, die sich an die reine Lehre der Heiligen Schrift halten, die keine geistliche Hurerei betreiben und sich nicht mit fremden Lehren beflecken.

„Wer ein Ohr hat zu hören, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Dem Engel der Gemeinde zu Sardes wird gesagt:

„So spricht der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: ,Ich kenne deine Werke: du hast den Ruf, daß du lebst, und bist doch tot.“

Hier wird der Zustand der Gemeinde dem Engel geoffenbart. Es war das dunkle Zeitalter, in dem geistlich fast alles starb. Es war nur noch ein kleiner Überrest, von dem gesagt wurde:

„Wache auf und stärke die übrigen, die nahe am Sterben sind! denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen vor meinem Gott erfunden. “

Wir stellen fest, daß der Herr einen anderen Maßstab anlegt, als wir Menschen es gewöhnt sind. Was in unseren Augen als gut erscheint, braucht noch lange nicht in Seinen Augen gut zu sein. Hier ruft Er auf:

„Denke also daran, wie du empfangen und vernommen hast, halte daran fest und gehe in dich.“

In dem dunklen Zeitalter erging die Ermahnung, zum Ursprung zurückzukommen und sich darauf zu besinnen, in welch einer Weise das Evangelium empfangen wurde; so sollte es für immer festgehalten werden. Dann spricht der Herr:

„Willst du aber nicht wachsam sein, so werde ich wie ein Dieb kommen, und du sollst sicherlich nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.“

Der Herr möchte, daß Sein Wort ernst genommen und befolgt wird.

Doch auch zu der Zeit gab es einen Überrest, von dem geschrieben steht:

,,Du hast jedoch einige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben: diese sollen mit mir in weißen Kleidern einhergehen, denn sie sind dessen würdig.“

Das sind die Überwinder, die auf die Mahnung des Wortes Gottes gehört haben. Sie befleckten sich nicht, sondern hielten ihre Kleider rein. Sie sind dessen würdig, mit dem Herrn in der Herrlichkeit zu sein. Ihnen ruft Er zu:

„Wer da überwindet, der wird mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nimmermehr aus dem Buche des Lebens ausstreichen und werde seinen Namen vor meinem Vater und vor seinen Engeln bekennen. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Der Herr kennt die Seinen, ihre Namen stehen im Lebensbuche des geschlachteten Lammes seit Grundlegung der Welt. Sie hören Seine Stimme, glauben Seinem Wort und überwinden in der Kraft des Herrn und werden Seine Herrlichkeit schauen.

Dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe:

„So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der die Schlüssel Davids hat, Er, der da öffnet, so daß niemand wieder zuschließen wird, und der da zuschließt, so daß niemand wieder öffnet.“

Der Herr selbst ist es, der in jenem dunklen Zeitalter die Türen für die Verkündigung des Evangeliums neu öffnete, die niemand mehr zuschließen konnte. Er spricht:

„Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine offene Tür vor dir angebracht, die niemand zuzuschließen vermag: denn du besitzest zwar nur eine kleine Kraft, hast aber doch an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet.“

Es kommt darauf an, daß wir den Herrn und Sein Wort bekennen, daran festhalten und Seinen Namen nicht verleugnen. Dann läßt der Herr in Erfüllung gehen, was Er verheißen hat:

„Siehe, ich füge es so: aus der Synagoge des Satans, von den Leuten, die sich Juden nennen, aber es nicht sind, sondern lügen: – siehe, ich will sie dahin bringen, daß sie kommen und sich vor deinen Füßen niederwerfen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.“

Der Herr steht zu den Seinen und bekennt sich zu ihnen. Er vermag sogar diejenigen, die sich als gläubig bezeichnen, es aber nicht sind, unter Seine gewaltige Hand zu beugen und sich an ihnen mächtig zu erweisen um derer willen, die an Ihm und Seinem Worte treu festhalten. Er spricht:

„Weil du das Wort vom standhaften Warten auf mich bewahrt hast, will auch ich dich bewahren aus der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die Bewohner der Erde zu versuchen.“

Die Überwinder jenes Zeitalters gingen zur Herrlichkeit ein. Die Stunde der Prüfung für die ganze Erde kam nicht zu ihrer Zeit. Der Herr spricht weiter:

„Ich komme bald: halte fest, was du hast, damit niemand dir deine Krone raube.“

Die Kinder Gottes stehen in einem Kampf, ohne den es keinen Sieg gibt, der zur Krönung führt.

„Wer da überwindet, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird seinen Platz dort nie wieder verlieren, und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel von meinem Gott herabkommt, und auch meinen neuen Namen.“

Das ist die Verheißung, die der Herr den Überwindern gab. Wieder schließt Er mit den Worten:

„Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Dem Engel zu Laodicea wird gesagt:

„So spricht der, welcher das Amen ist. Der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes.“

Der Zustand dieser Gemeinde ist so erschreckend, daß der Herr kein Lob aussprechen konnte, sondern nur einen schweren Tadel. Dennoch wendet Er sich in Liebe an diejenigen, die bereit sind, auf Seine Stimme zu hören und spricht:

„Ich rate dir, kaufe Gold von mir, das durch Feuer geläutert ist … und Augensalbe zum Bestreichen deiner Augen.“

In diesem letzten Zeitalter kommen alle Dinge zum Abschluß. Wie am Anfang hat Gott noch einmal durch Sein Wort gesprochen und das Licht in der Finsternis leuchten lassen. Er ruft uns zu:

„Ich überführe und züchtige alle, die ich lieb habe.“

Die Stunde der großen Versuchung ist über den ganzen Erdkreis gekommen. Die Entscheidung muß fallen, ob wir Seinem Worte oder den Deutungen folgen, ob wir die Schande unserer Blöße mit Feigenblättern zudecken wollen oder ob wir Buße tun und von Ihm selber mit dem Kleid Seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit angetan werden.

„Wer da überwindet, wird mit Ihm alles ererben.“

Wir wollen beten. Herr, mein Gott, mache uns alle würdig, dem zu entfliehen, was über den Erdkreis kommen wird. Gib uns die Kraft zum Überwinden und der Versuchung in diesem bösen Zeitalter zu widerstehen. Segne alle, die Dein Wort jetzt gehört haben, damit sie den Ernst dieser Stunde erkennen. Sei uns allen gnädig, in Jesu Namen. Amen.