Transcript

Radio Luxemburg 1973-11-04 - 023

Ewald Frank

calendar_month 4. 11. 1973

Formats

Radio-Predigt Nr. 23
4. November 1973

Verehrte Hörer! Ganz herzlich grüße ich Euch alle in dem teuren Namen des Herrn. Heute möchten wir mit unserer Betrachtung fortfahren und lesen aus Offb. 4:

„Hierauf hatte ich ein Gesicht: ich sah, wie eine Tür im Himmel offen stand, und die erste Stimme, die ich wie Posaunenschall mit mir hatte reden hören, rief mir zu: ,Komm herauf, hierher, so will ich dir zeigen, was hernach geschehen muß!’ Sogleich geriet ich durch den Geist in Verzückung…“

In diesem Vers ist weder von der Entrückung des Johannes noch der Gemeinde die Rede. Johannes wurde aufgefordert:

„Komm herauf, hierher, so will ich dir zeigen, was hernach geschehen muß!“

Wie die Propheten des Alten Testaments, so sah auch er Gesichte im Zustand der Verzückung. Gott redete immer in übernatürlicher Weise zu Seinen Knechten. Der Prophet Hesekiel berichtet in Kapitel 1:

„ … da tat sich der Himmel auf, und ich sah göttliche Gesichte…“

Hierbei geht es nicht um Gesichte, von denen manche Gläubige bei jeder Gelegenheit zu berichten wissen, sondern um göttliche Gesichte. Die Apostel und Propheten wurden durch den Geist Gottes in die himmlische Welt versetzt und sahen Gesichte, die den Heilsplan Gottes betrafen.

Von dem Propheten Daniel lesen wir in Kap. 10,1:

„ … er aber achtete genau auf die Offenbarung und gab auf das Gesicht acht.“

In Apg. 9, Vers 10 lesen wir von einem Jünger:

„ … zu dem sprach der Herr in einem Gesicht: .Ananias!’ Jener antwortete: ,Hier bin ich, Herr!’“

Auch Kornelius sah in einem Gesicht um die neunte Tagesstunde deutlich einen Engel Gottes bei sich eintreten, der zu ihm redete. (Apg. 10,3) Von Petrus lesen wir:

„Während man ihm das Mahl zubereitete, kam eine Verzückung über ihn: er sah den Himmel offen stehen und einen Behälter herabkommen.“

Paulus berichtet in 2. Kor. 12,1:

„ … aber ich will doch auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen.“

Bei Männern Gottes handelt es sich nicht um Theologen, die ihren eigenen Geist walten lassen, sondern um Propheten und Apostel, die im Zustand der Verzückung Offenbarungen hatten. Solch ein Erlebnis schenkt Gott Seinen Knechten, wenn es um wichtige Dinge des Reiches Gottes geht. Nicht jeder Gläubige solle meinen, er müsse jeden Tag etwas Derartiges mit Gott erleben. Gott der Herr bestimmte seit jeher Seine Knechte zu Seinem Dienst. Sie hatten immer einen offenen Himmel, sahen die Herrlichkeit Gottes und empfingen die Offenbarung des Höchsten.

Johannes sah die Tür im Himmel offen und hörte die Aufforderung:

„Komm herauf, hierher, so will ich dir zeigen, was hernach geschehen muß!“

Sogleich geriet er durch den Geist in Verzückung. Ihm wurden nicht nur die sieben prophetischen Botschaften in den sieben Sendschreiben mitgeteilt, sondern auch der gesamte Verlauf der Heilsgeschichte. Wir leben jetzt in der.Zeit, in der alles zum Abschluß kommen wird. Die Dinge, die damals noch zukünftig waren, sind teilweise bereits im Verlauf der fast zweitausend Jahre erfüllt worden; andere erfüllen sich jetzt in diesem letzten Zeitalter. Die zukünftigen Dinge von damals sind zur Gegenwart geworden. Jetzt kommt es darauf an, daß wir die Erfüllung des prophetischen Wortes erkennen, das für unsere Zeit vorausgesagt wurde. Was in all den Jahren verborgen war, wurde Seinem Volk jetzt kundgetan. Gemäß der Schrift kommt das Geheimnis Gottes jetzt zum Abschluß, so wie Er es Seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat.

Johannes berichtet weiter:

„ … und siehe, da stand ein Thron im Himmel, und auf dem Thron saß einer…“

Er sah nicht zwei oder drei, er sah einen auf dem Thron. Dieser Eine wird uns schon im Alten Testament von dem Propheten Micha beschrieben, der ausrufen konnte.

„Nur was mein Gott mir offenbart, das werde ich reden!“

Wir können uns auf das Zeugnis eines wahren Propheten und auf die biblischen Offenbarungen verlassen. Der Prophet sprach:

„Darum vernehmt das Wort des Herrn! Ich habe den Herrn auf seinem Throne sitzen sehen, während das ganze himmlische Heer ihm zur Rechten und zur Linken stand.“ (2. Chron. 18,18)

Der Prophet Hesekiel sah ebenfalls die Herrlichkeit Gottes und berichtet:

„ … und auf dem Thron war eine Gestalt zu sehen, die wie ein Mann aussah, oben darauf. Und ich sah etwas wie den Schimmer von Glanzerz, wie das Aussehen von Feuer, das ringsum ein Gehäuse hat; von dem Körperteil siij der wie seine Hüften aussah, nach unten zu sah ich es: – wie Feuer anzuschauen; und strahlendes Licht war rings um ihn her. Wie der Bogen aussieht, der am Regentage in den Wolken erscheint, so war das strahlende Licht ringsum anzusehen.“ (Hes. 1,26-28)

Auch Hesekiel sah nicht zwei oder drei Gestalten auf dem Thron, sondern nur den Einen.

Der Prophet beschreibt den Herrn nicht nach menschlicher Vorstellung, sondern wie er Ihn auf dem Throne in Seiner Herrlichkeit sah. Er konnte bezeugen:

„So war das Aussehen der Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn; und als ich sie erblickte, warf ich mich auf mein Angesicht nieder und hörte die Stimme eines, der da redete.“

Nicht nur Hesekiel, sondern auch Daniel und Johannes fielen auf ihr Angesicht, als sie die übernatürliche Herrlichkeit des Herrn sahen. Der Prophet berichtet weiter:

„Und er sagte zu mir: ,Menschen-sohn, tritt auf deine Füße, denn ich will mit dir reden.’ Als er so zu mir sprach, kam eine Gotteskraft in mich, die mich auf meine Füße treten ließ, und ich hörte den an, der mit mir redete.“

So muß es uns allen ergehen. Zuerst fallen wir vor dem Herrn der Herrlichkeit auf unser Angesicht, dann aber richtet Er uns auf; eine Gotteskraft erfüllt uns und wir hören den an, der mit uns redet. Dieses erinnert uns an die sieben Sendschreiben, in denen der Herr immer wieder den Hinweis gibt:

„Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Johannes berichtet weiter:

„ … und der dort Thronende sah wie Jaspis, und Karneolstein aus, und den Thron umgab rings ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah.“

Der Regenbogen erinnert uns an den Bund, den der Herr mit den Seinen schloß. Ob im Alten oder im Neuen Testament, immer begegnen wir demselben Gott, der Seine Treue und Verheißungen denen hält, die Ihm Glauben schenken. In 2. Mose 24, von Vers 7 wurde das Volk Israel auf die Worte des Bundes verpflichtet:

„Hierauf nahm er das Bundesbuch und las es dem Volke laut vor; und sie erklärten: ,Alles, was der Herr geboten hat, wollen wir tun und willig erfüllen.’ Dann nahm Mose das Blut und besprengte mit ihm das Volk, wobei er ausrief: ,Dies ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch aufgrund aller dieser Gebote geschlossen hat!“’

Ein Bund ist ein Vertrag, ein Vermächtnis. Im Neuen Testament richtete der Herr den Neuen Bund durch Sein Blut auf. In Markus 14,24 sagte der Herr Jesus bei der Einsetzung des Abendmahles:

„Dies ist mein Blut, das Bundesblut, das für viele vergossen wird.“

So wie Mose dem Volk Israel – der herausgerufenen Gemeinde – alle Worte des Bundes vorlas, so müssen wir als Kinder Gottes alle Worte des Bundes von Herzen glauben, um unter der Versöhnung des Blutes zu stehen.

Verehrte Hörer! In dieser Zeit geht es darum, zu erkennen, wen Gott gebrauchte, um Seiner Gemeinde Sein Wort und Seinen Willen zu offenbaren. Es ist gut, wenn wir wissen, was Gott vor zwei- oder viertausend Jahren tat, doch uns ist nur dann geholfen, wenn wir von dem Wirken Gottes in dieser Zeit erfaßt werden. Es ist nicht meine Absicht, einen Mose, Hesekiel, Paulus oder Johannes hervorzuheben, sondern das übernatürliche Wirken Gottes zu betonen. Wiederum muß ich auf das Wirken Gottes in dieser Zeit durch Bruder Branham hinweisen, den Gott in außergewöhnlicher Weise gebrauchte. Mit demselben Recht, wie ich von allen KnechUen Gottes reden darf, kann ich auch von ihm reden. Er sah Gesichte, war in die Herrlichkeit verzückt, und Gott zeigte ihm, was in Kürze geschehen muß. Sein von Gott bestätigter Dienst steht dem der Apostel und Propheten nicht nach. Es fällt uns leicht, zu glauben, was Gott in der Vergangenheit tat oder was Er in Zukunft tun wird, doch der wahre Glaube an den lebendigen Gott wird darin offenbar, wenn wir von Herzen glauben, was Er gegenwärtig tut. Alle wahren Gläubigen nahmen das Wort der Schrift ernst:

„Heute, so ihr seine Stimme hört, verstocket eure Herzen nicht!“

Dies Wort gilt für das Volk Gottes in allen Zeiten.

Wir wollen beten.

Himmlischer Vater, ich bitte Dich um Deinen Segen für alle, die Dein Wort jetzt gehört haben. Mögen sie von Deinem Wirken erfaßt werden und Dir dafür danken. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.