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Radio Luxemburg 1973-11-11 - 024

Ewald Frank

calendar_month 11. 11. 1973

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Radio-Predigt Nr. 24
11. November 1973

Verehrte Hörer! Ganz herzlich grüße ich alle in dem teuren Namen Jesus. Besonders danke ich den vielen neuen Zuhörern, die mir geschrieben haben. Es ist unser Anliegen, in die Tiefen des Wortes Gottes und des göttlichen Heilsplanes hineinzuschauen. Oft ist das Evangelium nach Menschenart verkündigt worden, doch die Zeit ist gekommen, in der Gott Sein Wort gemäß der göttlichen Offenbarung verkündigen läßt. Wir beginnen unsere Betrachtung mit Offb. 4,4:

„Rings um den Thron sah ich vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen vierundzwanzig Älteste sitzen, die mit weißen Gewändern angetan waren und goldene Kronen auf ihren Häuptern hatten.“

In einer biblischen Gemeinde gibt es Älteste. Aus der Zeit des Urchristentums lesen wir von den Aposteln:

„Sie erwählten ihnen für jede Gemeinde Älteste und befahlen diese unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.“ (Apg. 14,23)

Im Buch der Offenbarung wird uns die vollendete Gemeinde des lebendigen Gottes in der Herrlichkeit gezeigt. Die Zahl 24 deutet auf die zwölf Erzväter des Alten und die zwölf Apostel des Neuen Testaments hin. Es gibt nur eine Gemeinde: sie besteht aus allen Völkern, Sprachen und Nationen. Es sind die von Gott Begnadigten und Auserwählten aus der gesamten Zeit. In Offb. 21 wurde dem Johannes die Braut des Lammes gezeigt. Er sah die heilige Stadt aus dem Himmel herabkommen, geschmückt mit der Herrlichkeit Gottes. In der Mauer befanden sich zwölf Tore mit den Namen der zwölf Stämme Israels daran geschrieben. Auch hat die Mauer der Stadt zwölf Grundsteine, auf denen die Namen der zwölf Apostel geschrieben stehen. Diese Tatsache beweist, daß es derselbe Gott ist, dem wir im Alten und Neuen Testament begegnen, der Seinen Heilsratschluß für die gesamte Zeitspanne gefaßt hat und zur Ausführung bringen wird. Jesus, unser Herr, sagte:

„Viele werden von Osten und Westen kommen und sich mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zum Mahl niedersetzen.“

Die vierundzwanzig Ältesten werden uns hier gekrönt gezeigt, die dann aber ihre Kronen niederlegen und dem Herrn, Ihrem Gott, die Huldigung darbringen, – dem, der allein würdig ist, Preis und Ehre hinzunehmen.

„Aus dem Throne gehen Blitze, Stimmen und Donnerschläge hervor…“

Hier wird uns nicht der Gnadenthron, auf dem das Blut der Versöhnung ist, gezeigt, von dem wir in Hebr. 4 lesen: „So wollen wir denn mit freudiger Zuversicht zum Thron der Gnade hinzutreten, um Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden zur rechtzeitigen Hilfe“, sondern der Gerichtsthron. Während der Zeit des Heils spricht das Blut des Gotteslammes für uns. Wir können mit freudiger Zuversicht im Namen Jesu Christi zu dem Throne der Gnade hinzutreten. Doch wenn die Gnadenzeit zu Ende sein wird, begegnen wir dem Richter, der auf dem Gerichtsthron sitzt, aus dem Stimmen, Blitze und Donnerschläge hervorgehen.

In 2. Mose 20,18 lesen wir, daß das Volk Israel Gott den Herrn bei der Gesetzgebung in dieser Weise kennenlernte:

„Als aber das ganze Volk die Donnerschläge und die flammenden Blitze, den Posaunenschall und den rauschenden Berg wahrnahm, da zitterten sie und blieben in der Ferne stehen.“

Das Volk Israel erlebte Gott, wie Er in Seiner Gerechtigkeit das Gesetz Seines Wortes gab. So wird die ganze Menschheit demselben Gott am Tage des Gerichtes begegnen. Wohl dem, der sich schon hier richten läßt, um dann nicht gerichtet zu werden.

Der Prophet Jesaja hatte ein Erlebnis, von dem er uns in Kapitel 6 berichtet:

„ … ich sah den Herrn auf einem hohen und ragenden Throne sitzen, während seine Säume das Heiligtum füllten, Seraphe standen über Ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Antlitz, mit zweien bedeckte er seine Beine, und mit zweien flog er; und der eine rief dem andern beständig die Worte zu: ,Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist seiner Herrlichkeit voll!’ … Da rief ich aus: ,Wehe mir, ich bin verloren! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen; und nun habe ich den König, den Herrn der Heerscharen, mit meinen Augen gesehen!“’

Niemals sah ein Prophet Gottes mehrere Personen auf dem Thron, sondern immer nur den Einen.

In der heiligen Gegenwart Gottes erkannte der Prophet seinen Zustand und rief aus: „Wehe mir, ich bin verloren!“ Doch dann wurden seine Lippen mit glühender Kohle vom Altar berührt, seine Sünde war getilgt, seine Schuld von ihm gewichen. Erst danach war er bereit, der Bote Gottes zu sein, und antwortete: „Hier bin ich, sende mich!“ Johannes berichtet weiter:

„Vor dem Thron ist ein gläsernes Meer, wie Kristall; und inmitten des Thrones, und zwar rings um den Thron, sind vier Lebewesen, die vorn und hinten mit Augen übersät sind.“

Diese Lebewesen werden schon im ersten Kapitel des Propheten Hesekiel beschrieben:

„ … sie hatten Menschengestalt, aber jedes hatte vier Gesichter und jedes von ihnen vier Flügel…“

Der Prophet sah jedes der vier Lebewesen mit einem anderen Gesicht. Das eine mit dem eines Menschen, das zweite mit dem Aussehen eines Löwen, das dritte glich einem Stier und das vierte war ein Adlergesicht.

„ … und ohne Aufhören rufen sie bei Tag und bei Nacht: ,Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der da war und der da ist und der da kommt!“’

Der wiederkommende Herr, der sich uns gleich in Kapitel 1 als das Alpha und Omega, als Gott der Herr, als der, der da ist, der da war und der da kommt, als der Allmächtige vorstellt, der wird hier von den vier Lebewesen ohne Aufhören bei Tag und bei Nacht verherrlicht.

„Und jedesmal, wenn die vier Lebewesen Preis und Ehre und Danksagung dem darbringen, der auf dem Throne sitzt, dem, der in Ewigkeit lebt, werfen sich die vierundzwanzig Ältesten vor dem auf dem Throne Sitzenden nieder und beten den an, der in alle Ewigkeit lebt…“

Der Prophet Jesaja sah die himmlischen Heerscharen, die ohne Aufhören den Herrn priesen mit den Worten:

„Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen.“

Johannes sah die vier Lebewesen, die da ohne Aufhören rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott!“ und die 24 Ältesten, die sich niederwarfen, um dem allmächtigen Gott die Ehre darzubringen, – alles im Himmel bringt dem Herrn Huldigung dar. Die Erlösten stimmen schon hier mit ein. Wir sind zutiefst ergriffen und danken dem Herrn aus der Tiefe unseres Inneren.

Durch den Propheten Jesaja spricht der Herr:

„Bin nicht ich es gewesen, der Herr, außer dem es keinen Gott weiter gibt? Außer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott. Wendet euch zu mir und laßt euch retten, alle ihr Enden der Erde! denn ich bin Gott und keiner sonst! Bei mir selbst habe ich geschworen, hervorgegangen ist aus meinem Munde Wahrheit und ein Wort, das unverbrüchlich ist: Vor mir soll jedes Knie sich beugen, mir jede Zunge huldigen…’ Im Herrn allein habe ich volle Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm werden kommen und sich dabei schämen alle, die ihm feindselig widerstrebt haben.“

Paulus schreibt in Rom. 14,10-11:

„Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl Gottes offenbar werden müssen, denn es steht geschrieben: ,So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen.’“

Dazu lesen wir noch Phil. 2,10-11:

„ … damit im Namen Jesu sich jedes Knie aller derer beuge, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Verehrte Hörer! Es ist schön und erbaulich, wenn wir von der Gemeinde Jesu Christi sprechen, die vor dem Throne sein wird, von der goldenen Stadt usw., doch das Wichtigste ist, daß auch wir dazugehören. Ach, daß Gott uns alle ergreifen und auf den glorreichen Tag der Wiederkunft Jesu Christi zubereiten könnte, daß wir würdig werden, allem zu entfliehen, was über die Erde kommen wird. Schon jetzt müssen wir unsere Knie vor dem Herrn beugen und bekennen, daß Er unser Erlöser ist. Er rettet, Er befreit, Er heilt, Er segnet, Er bleibt derselbe in Ewigkeit. Ihm gehört unser Leben. Durch die Gnade Gottes können wir jetzt schon dem Gott des Himmels und der Erde die Huldigung und die Anbetung darbringen, denn Er hat sich in dem Namen, der über alle Namen ist, auf Erden als Mensch geoffenbart. Wie steht es mit Ihnen? Können Sie in diesen Lobpreis Gottes mit einstimmen?

Laßt uns beten!

Herr, mein Gott, segne die Deinen auf der ganzen Erde. Schenke ihnen Gnade, damit sie sich für diesen glorreichen Tag zubereiten lassen. Heile die Kranken, rette die Verlorenen, segne alle, die Deinen Namen anrufen. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.