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Radio Luxemburg 1973-11-18 - 025
Ewald Frank
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Radio-Predigt Nr. 25
18. November 1973
Verehrte Hörer! Herzlich grüße ich Euch in dem teuren Namen des Herrn. Heute beginnen wir mit Offb. 5,1:
„Und ich sah in der rechten Hand des auf dem Throne Sitzenden ein Buch, das inwendig beschrieben und auf der Rückseite mit sieben Siegeln versiegelt war.“
Viele hätten gern in die Geheimnisse dieses versiegelten Buches hineingeschaut, doch es war in dem Plan Gottes beschlossen, sie bis zur Endzeit verborgen zu halten. Nachdem nun die Siegel geöffnet wurden, gibt Gott den Seinen die Einsicht und das rechte Verständnis für das geoffenbarte Wort.
Gott der Herr hatte immer Seine Knechte, durch die Er Seine Geheimnisse kundtat. Der Prophet Hesekiel schreibt in Kap. 2,9-10:
„Als ich nun hinblickte, sah ich eine Hand, die sich mir entgegenstreckte, und in ihr befand sich eine Schriftrolle. Er breitete sie vor mir aus, und sie war auf der Vorderseite und auf der Rückseite beschrieben; und zwar standen Klagen, Seufzer und Wehe auf ihr geschrieben.“
Die Bezeichnung ,Schriftrolle’ im Alten Testament finden wir im Neuen Testament als ,Buch’ beschrieben. In diesem geheimnisvollen Buch finden wir nicht nur die Offenbarung des göttlichen Heilsratschlusses für die Gemeinde verzeichnet, sondern auch Klagen, Seufzer und Wehe, die über die Erde kommen sollen. Dieses Buch ist auf der Rückseite mit sieben Siegeln versiegelt. Kein Unbefugter darf sich des Inhalts bemächtigen, niemand darf hineinschauen. Johannes berichtet:
„Dann sah ich einen starken Engel, der mit lauter Stimme ausrief: ,Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen?’“
Diese Frage bewegte schon viele bis hinein in unsere Zeit. Wer ist würdig, wer ist befugt, die Geheimnisse dieses Buches zu offenbaren und die Siegel zu lösen? Die Antwort lautet:
„Doch niemand im Himmel und auf der Erde und unter der Erde vermochte das Buch zu öffnen und hineinzusehen.“
Weder ein Mensch noch ein Engel, kein Wesen war imstande, in dieses Buch der göttlichen Geheimnisse hineinzuschauen und die Siegel zu lösen.
Johannes weinte laut, weil niemand als würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen und hineinzusehen. Er war betrübt, denn es ging ihm darum, daß der Inhalt dieses Buches nicht verborgen, sondern dem Volke Gottes kundgetan würde. Doch einer von den Ältesten sagte zu ihm:
„Weine nicht! Siehe, der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids, hat überwunden, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.“
Das waren für ihn Worte des Trostes und der Hoffnung, denn Jesus Christus, der Löwe aus dem Stamme Juda, der Herr der Herrlichkeit, hat überwunden und ist allein würdig, das Buch zu öffnen, die Siegel zu lösen und den Inhalt zu offenbaren. Kein Prophet, kein Apostel war würdig, sondern der, der sich selbst als Lamm Gottes dahin-gegeben und überwunden hat.
Nachdem der Prophet Hesekiel dieses geheimnisvolle Buch, die Schriftrolle, gesehen hatte, wurde ihm gesagt:
„Und nun mache dich auf und begib dich zu den in der Verbannung Lebenden, zu deinen Volksgenossen; rede zu ihnen und sage ihnen: ,So spricht der Herr!’, mögen sie nun darauf hören oder mögen sie es lassen!“
Das Wort des Herrn erging auch in unserer Zeit. In der gleichen übernatürlichen Weise, wie die Propheten ihre Offenbarungen von Gott empfingen und Johannes die Erlebnisse auf der Insel Patmos hatte, so empfing auch Br. Branham die Offenbarung der göttlichen Geheimnisse. Nachdem ihm der Inhalt dieses geheimnisvollen Buches zuteil wurde, begab er sich zu dem Volke Gottes, das in dieser Zeit in geistlicher babylonischer Gefangenschaft lebt, und brachte im Namen des Herrn Jesus Christus das ,So spricht der Herr!’ des geoffenbarten Wortes. Ob jemand darauf hört oder nicht, so sollen sie dennoch erkennen, daß ein Prophet mit der göttlichen Offenbarung des Wortes unter ihnen gelebt und geredet hat.
Wenn immer die Hand des Herrn über Seine Propheten kam, wurde ihnen die Kraft des Geistes zuteil. Sie wurden unter das Volk Gottes geführt, um ihnen die Worte des Allmächtigen, das ,So spricht der Herr!’ zu bringen. Schon der Prophet Hesekiel berichtet:
„Als mich nun die Gotteskraft emporhob und mich entrückte, ging ich dahin, tief betrübt in der Erregung meines Geistes, während die Hand des Herrn übermächtig auf mir lastete.“
So erging es den wahren Propheten Gottes immer. Gerade Hesekiel war es, zu dem der Herr sprach:
„Menschensohn, ich habe dich zum Wächter für das Haus Israel bestellt…“
Auch wir stehen vor der Frage: Ist nicht ein Prophet, den Gott in dieser Zeit sandte, auf dem der Geist Gottes ruhte, als ein Wächter in die Gemeinde Gottes gesetzt worden, um ihr die lebendige Offenbarung des lebendigen Gottes mitzuteilen?
Johannes berichtet weiter:
„Da sah ich in der Mitte zwischen dem Thron und den vier Lebewesen einerseits und den Ältesten andererseits ein Lamm stehen, als wäre es geschlachtet: es hatte sieben Hörner und sieben Augen – das sind die sieben Geister Gottes, die auf die ganze Erde ausgesandt sind. “
In dieser Beschreibung wird die Gottheit des Lammes völlig dargestellt. Die sieben Geister Gottes haben wir schon vorher durchgenommen. Es ist ein und derselbe Geist, der in den sieben Gemeindezeitaltern auf Erden wirkte. Doch dieses Wirken Gottes wurde erst möglich, nachdem das Lamm Gottes geschlachtet wurde und den Preis für unsere Sünden bezahlt und die Sühne erworben hat. So begann die neutestamentliche Gemeinde mit der mächtigen Ausgießung des Heiligen Geistes unter den Erlösten:
„Da ging das Lamm hin und nahm das Buch aus der rechten Hand des auf dem Throne Sitzenden.“
Hier begegnen wir einer Handlung von heilsgeschichtlicher Bedeutung. Ein Theologe würde sofort sagen: „Da seht ihr Jesus als eine zweite Person in der Gottheit.“ Doch das steht hier nicht geschrieben. Hier sehen wir Jesus als Lamm: sein Erlösungswerk wird ins Blickfeld gerückt.
Erst nachdem das Lamm Gottes als das Opfer Gottes hier auf Erden dargebracht wurde, kam das Wirken des Geistes über die ganze Erde. Die Begriffe ,Geist Gottes, Liebe Gottes, Gnade Gottes, Sohn Gottes, Wort Gottes’ usw. dürfen wir niemals mit unserer menschlichen Vorstellung von Gott trennen. Es sind besondere Mitteilungen Gottes, haben aber keinen Bestand in sich selbst, sondern allein in Gott. Wir müssen begreifen, daß der Sohn Gottes die Offenbarung Gottes im Fleische ist. Wenn wir sie getrennt neben Gott beschrieben sehen, dann nur, um eine heilsgeschichtliche Handlung klar herauszustellen. Niemals können wir die Kundgebung oder Offenbarung Gottes von Gott trennen. So sah Johannes das Lamm mit den sieben Augen, welches die sieben Geister Gottes sind, – ein Gott, dessen Geist über den sieben Zeitepochen waltete.
„Als es nun das Buch genommen hatte, warfen sich die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; jeder von ihnen hatte eine Harfe und goldene, mit Räucherwerk gefüllte Schalen; das sind die Gebete der Heiligen.“
Seit Golgatha ist der Weg zu Gott frei. Der Himmel ist offen. Die Gebete der Heiligen steigen zu Gott empor. Hier steht nicht, ,die Gebete der Bekehrten oder der Gläubigen’, sondern die ,Gebete der Heiligen’, – Menschen, die nicht nur die Erlösung angenommen, sondern in der Wahrheit geheiligt wurden.
Von den vierundzwanzig Ältesten und den vier Lebewesen steht:
„Und sie sangen ein neues Lied, das da lautete: ,Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du hast dich schlachten lassen und hast für Gott durch dein Blut aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Völkern und Völkerschaften erkauft, und hast sie für unsern Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden als Könige auf der Erde herrschen.“
Verehrte Hörer! Welch ein Vorrecht, daß wir gerade in der Zeit leben dürfen, in der das Lamm das geheimnisvolle Buch geöffnet, die Siegel gebrochen und die verborgenen Geheimnisse Gottes geoffenbart hat. Wie immer hat Er es auch jetzt Seinem Knecht und Propheten geoffenbart, denn so steht es geschrieben:
„Der Herr tut nichts, er offenbart denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten.“
Gott hat eine so hohe Berufung in unser Leben hineingelegt und uns gewürdigt, Seine Botschaft für diese Zeit zu hören und zu glauben. Alle, die durch das Blut des Lammes erlöst sind, haben Anteil an der Offenbarung Seiner Geheimnisse. Sie werden vollendet auf den Tag der Wiederkunft Jesu Christi. Der Herr schenke Gnade, daß alle zubereitet werden.
Wir wollen beten.
Mein Gott, ich bitte Dich im Namen Jesu Christi, öffne all den Deinen die Herzen und rede zu ihnen durch Deinen Heiligen Geist. Möge jeder alles recht verstehen. Ich bitte es in Jesu Namen. Amen.