Circular Letter

Rundbrief April 1976

Ewald Frank

calendar_month 28. 4. 1976

Herzlich grüße ich alle in ganz Europa und in aller Welt in dem teuren Namen des HErrn Jesus Christus mit dem Wort aus Apg. 1:3: „Ihnen hatte ER sich auch nach Seinem Leiden durch viele Beweise als lebendig bezeugt, indem ER sich vierzig Tage lang vor ihnen sehen ließ und mit ihnen über das Reich Gottes redete.“

Die erste Frage, die wir uns als Gläubige zu stellen haben, ist, ob der HErr sich auch uns als der Lebendige und Auferstandene bezeugen konnte. Gott ist nicht tot, ER ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. ER läßt sich nicht für tot erklären. Den lebendigen HErrn kann man nicht bei den toten Religionen suchen. Dort wird IHN niemand finden. Der HErr ist nur da, wo ER sich als der Lebendige offenbaren kann, wo durch Seinen Geist und durch Sein Wort neues Leben in den Herzen der Menschen entstanden ist. ER ist dort, wo man IHM und Seinem Worte völligen Glauben und ganzes Vertrauen schenkt. ER hat zugesagt: „Die Welt sieht Mich nicht mehr, ihr aber werdet Mich sehen. ICH bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt. ICH werde euch nicht verlassen und nicht versäumen.“

Die vier Evangelien berichten, wie der HErr Jesus sich durch Seinen Dienst auf Erden mächtig bezeugte. ER ging durch Städte und Dörfer und half allen, die vom Teufel überwältigt waren und Hilfe bei IHM suchten. Die Apostel konnten später bezeugen, daß der HErr nach Seinem Leiden, Seiner Kreuzigung und Grablegung am dritten Tage siegreich auferstanden ist, denn ER tat sich den Seinen in der gleichen Weise kund wie vorher. ER konnte sagen: „MIR ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden … ICH habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. ICH war tot, und siehe, ICH lebe.“
Die biblische Verkündigung schließt das ein, was der HErr damals tat, und stellt zugleich in Aussicht, daß derselbe HErr sich in Seiner Gemeinde in der gleichen Weise kundtut.

In den hinter uns liegenden Versammlungen und der Brüdertagung war Golgatha der Mittelpunkt der Anbetung. Ohne das Kreuz und den Gekreuzigten gibt es keine Erlösung von Sünde und Tod und kein ewiges Leben. Nur wer Jesus Christus als den Erlöser im Glauben erblickt, empfängt das volle Heil und die Gnade Gottes. Noch heute ist das Wort vom Kreuz die Siegesbotschaft, eine Gotteskraft allen, die von ganzem Herzen an IHN glauben. Auch wir dürfen auf diesen Siegesboden treten und das in Empfang nehmen, was uns durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, aus Gnaden geschenkt wurde.

Gemäß der Heiligen Schrift hat der HErr Jesus durch Seinen Kreuzestod alle Feindesmächte besiegt und uns eine völlige Befreiung und Erlösung nach Geist, Seele und Leib geschenkt. Der Glaube, gewirkt durch den Heiligen Geist, ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Nur da, wo die Botschaft von Jesus Christus dem Gekreuzigten und Auferstandenen im Glauben und in der Vollmacht verkündigt wird, erleben Menschen ihre innere Befreiung und gelangen in den Besitz dessen, was Gott verheißen hat. Durch das teure und heilige Blut des Gotteslammes, welches am Kreuz auf Golgatha floß, ist der Schuldbrief zerrissen, die Sünde vergeben, die Schuld zugedeckt und die Feindschaft aufgehoben. Alle Gewalten und Mächte Satans sind entwaffnet und wurden öffentlich zur Schau gestellt. Die Allmacht Gottes triumphierte in Christus über alle Macht des Teufels (Kol. 2:12–15). Jesus Christus, der Sohn Gottes, rief sterbend aus: „Es ist vollbracht!“ Das Erlösungswerk war für uns alle vollendet, so daß wir durch IHN zu Söhnen Gottes werden konnten.

Alle, die in den besonderen Versammlungen zu Ostern hier anwesend waren, werden in den kommenden Wochen und Monaten noch von dem sprechen, was Gott getan hat. Gemeinsam können wir bezeugen, daß der HErr in einer ganz mächtigen Weise durch Wort und Geist Seine Gegenwart in unserer Mitte bestätigt hat. Jesus Christus hat sich als der Auferstandene bezeugt, wie es uns die Heilige Schrift berichtet. Immer wieder brachten die Einzelnen zum Ausdruck, daß sie solche Versammlungen noch nicht erlebt hatten. Fast tausend Menschen aus ganz Europa und zahlreichen Ländern von Übersee freuten sich mit uns über das besondere Wirken des Geistes Gottes. In jedem Gottesdienst verharrten wir im gemeinsamen Gebet und erlebten, daß die Geistesgaben wie im Urchristentum betätigt wurden. Der HErr schenkte Visionen, zeigte gewisse Dinge an und sprach in unserer Mitte durch Weissagung und durch Zungengesang.

Ehe die großen Versammlungen begannen, gab uns der HErr am 15. 4. 1976 während der Gebetsversammlung folgende Offenbarung des Geistes: „Siehe, so spricht der HErr! Mein Volk, seid getrost in dieser Stunde! Denn wisset gar wohl: Meine Gnade ist über euch, und ICH habe geplant diese Stunden und diese Tage. Meine Gnade ist über euch, und immer wieder besuche ICH euch. Ach, daß eure Augen geöffnet wären und ihr sehen könntet den Bogen Meines Bundes ausgespannt über dieser Stätte allezeit; und nicht nur das, auch in der Wolkensäule bin ICH hier und habe Mich gelagert um die Plattform und bin bei euch, und Meine Herrlichkeit sollt ihr schauen. Und sehet, ICH habe bereitet den Brautschmuck Meiner Braut, und gar bald werdet ihr ihn empfangen in Herrlichkeit. Die Stunde ist nahe. Meine Kinder, seid getrost!“

Bei jedem Satz und Gedanken dieser Weissagung könnten wir stehen bleiben und auf Einzelheiten eingehen. Wir waren so froh, daß der HErr eine solche Bestätigung für diese Versammlungen gab. Es ist ja unser Herzenswunsch, allein im Willen Gottes erfunden zu werden, denn gerade in diesen Tagen wird so viel getan und als von Gott hingestellt. Wir möchten nur sagen, was ER gesagt hat und tun, was ER will. Unser Wunsch ist es, nur ein Teil Seines Planes und Werkes in dieser Zeit zu sein. „Kein eigener Weg, kein eigener Wille mehr, bestimme Du allein.“

Der HErr offenbart unter Seinem Volke Seinen Willen immer wieder aufs neue durch Wort und Geist. ER bestätigt Seinen Bund mit uns und besucht uns in Seiner Liebe und erfreut uns durch Seine Gegenwart. Wie Abraham, so erfahren wir die göttlichen Verheissungen und glauben, was der HErr geredet hat.

Am 22. 4. 1976 sprach der HErr zu uns durch Weissagung: „Siehe, so spricht der HErr! Mein Volk, an dieser Stätte versammelt. ICH will mit euch reden in dieser Stunde. Glaubt nicht, daß ICH nur der Segnende bin, nein, als der Richter habe ICH Mich gar oft gezeigt, und auch heute bin ICH hier als Richter und sehe hinein in eure Herzen, sehe hinein in eure Gedanken … Viele suchen Einheit für irdische Dinge, für irdisches Wohlergehen, und nicht das, was ICH geben will von Meinem Worte, nicht das, was ihre Herzen reinigt, nicht das, was verbindet in der Liebe, sondern das, was verbindet in irdischen Dingen. Aber ICH bin ein Gott, der nicht interessiert ist an eurem irdischen Wohlergehen in erster Linie, sondern ICH bin interessiert daran, daß eure Herzen gereinigt werden und daß ihr Speise empfangt für eure Seele und daß die Einheit des Geistes kommt und nicht die Einheit des Fleisches. Das spricht der Heilige in eurer Mitte!…“

Wer die Heilige Schrift kennt, weiß um die Notwendigkeit der göttlichen Einheit in der Gemeinde Jesu Christi. Sie kann nur durch den Heiligen Geist auf biblischer Grundlage vollzogen werden. Menschen versuchen, ihre eigene Einheit in irdischer Art aufzurichten. Gar viele nennen sich gläubig, haben aber nicht erkannt, was Gott der HErr in dieser Zeit tut. Selbst diejenigen, die durch den Dienst Br. Branhams eine tiefere Erleuchtung und Belehrung im Worte Gottes empfangen haben, müssen sich von allen eigenen Ansichten befreien lassen und der Leitung des Heiligen Geistes völlig unterstellen. Das göttliche Gericht, die Rechtsprechung, beginnt am Hause Gottes. Der Erlöser ist auch Richter. ER steht vor der Tür (Jak. 5:9). Das Licht und das Recht Gottes muß unter den Seinen neu offenbar werden.

In einem Zungengesang, der durch den Geist in anderer Sprache gegeben und dann in unserer gesungen wurde, heißt es:

„Die Braut wird jetzt bereitet in schönster hellster Pracht. ICH hab sie ja geleitet aus tiefster dunkler Nacht. ICH hab sie ja geführet zu diesem Orte hier, denn auch das Wort der Stunde erfüllt sich heute hier.

Mein Knecht ist ja gefüllet mit Meinem Geist und Wort, und auch das Schwert des Geistes, das führt er fort und fort. Amerika hat nicht erkannt, daß Meine Hand zum Segen, sich diesem Land hat zugewandt, drum laßt sie auch so gehen.“

Es ist sehr wichtig, daß die Gläubigen das Wirken Gottes erkennen und, vom Heiligen Geist erfaßt, mit dankbarem Herzen ein Teil dessen sind, was Gott jetzt tut. Wir wissen, daß Amerika in ganz besonderer Weise gesegnet wurde, doch genauso wissen wir, daß Gott Seine Auserwählten aus allen Völkern, Sprachen und Nationen herausruft.

Jede göttliche Botschaft erreichte die Enden der Erde. Am 15. 1. 1963 sagte Br. Branham: „In diesen Dingen bin ich die fünfzehn — sechzehn Jahre, in denen ich auf dem Felde bin, zurückhaltend gewesen. Doch jetzt kommt die Stunde, in der etwas im Begriff ist, zu geschehen. Die Botschaft wird zu einer anderen Nation, einem anderen Volk gehen. Ich glaube, daß die Gemeinde in Amerika fast herausgerufen ist…“

Gott tut, was ER will. In Seinem Reiche kann niemand national denken, im Gegenteil, wir müssen davon völlig frei sein. Es geht darum, zu erkennen, daß Gott einen Weg mit den Seinen hat. ER benutzt das Volk, indem ER das Werkzeug für eine bestimmte Zeit findet, Seinen Auftrag auszuführen, Sein Wort und Seinen Willen neu zu verkündigen.

In diesen Tagen ist überall verkündigt worden, daß Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Die Frage ist berechtigt: „Wem ist der HErr erschienen, wo hat ER sich als der Auferstandene und Lebendige bezeugt?“ Noch gilt, was geschrieben steht: „ER wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern. Aus Seinem Munde geht ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor“. Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes. ER redet und wirkt. ER bleibt derselbe in Ewigkeit.

Das Reich Gottes besteht nicht nur in Worten, sondern wird durch die Gegenwart des HErrn in der Kraft des Heiligen Geistes offenbar. In der Bibel lesen wir von dem, was unter den Aposteln und in der Gemeinde nach der Auferstehung und Ausgießung des Heiligen Geistes geschah. Wir haben erkannt, daß derselbe Gott sich unter Seinem Volke auch jetzt in derselben Weise offenbaren möchte. Deshalb haben wir nach der Predigt eine Zeit des gemeinsamen Gebets, um dem HErrn die Möglichkeit zu geben, in unserer Mitte zu wirken wie es IHM gefällt. Es geht nicht darum, eine Erinnerung an das wach zu halten, was vor fast zweitausend Jahren geschah, sondern darum, daß wir heute dasselbe erleben.

Es sind nun schon zehn Jahre, daß wir gemäß dem göttlichen Auftrag das Wort Gottes predigen und die geistliche Speise den geistlich Hungrigen austeilen. Seit mehr als zwanzig Jahren haben wir in der Nachfolge Jesu die wunderbaren Führungen des HErrn erlebt. Vom Beginn dieses Dienstes an betonten wir, daß es darauf ankommt, die Verbindung zu Gott zu haben und an dem Wirken des Heiligen Geistes teilzunehmen. Es kann nicht genug hervorgehoben werden, daß die wirklich Gläubigen jeweils zu ihrer Zeit die Verheißungen des Wortes Gottes von Herzen glauben und die Erfüllung derselben erleben.

Jetzt, vor dem zweiten Kommen Christi, müssen alle Weissagungen, die damit zusammenhängen, verkündigt und in ihrer Erfüllung gesehen werden. Unter dem Begriff „Endzeit-Botschaft“ sollte der gesamte Heilsratschluß Gottes im Licht des prophetischen Wortes verkündigt werden. Die göttliche Botschaft ist neu auf den Leuchter gestellt worden. Jesus Christus hat sich in jeder Weise als derselbe kundgetan.

Während des Dienstes Br. Branhams wurden Millionen in aller Welt auf das besondere Wirken Gottes aufmerksam. Nach seinem Heimgang im Dezember 1965 verbreitete sich die Botschaft wie ein mächtiges Feuer bis an die Enden der Erde. Durch Gottes Gnade und Fügung haben wir einen Anteil daran haben dürfen. Gemäß der göttlichen Gnadenauswahl und Vorherbestimmung gibt es immer einen Überrest, der das Wirken Gottes dankbar annimmt. So erleben wir auch jetzt, daß unter den Menschen ein großer Hunger nach dem wahren Worte Gottes ist.

Aus den verschiedenen Glaubensrichtungen schreiben uns Menschen, die mehr über das Wirken Gottes in dieser Zeit erfahren möchten. Solchen Menschen ist kein Weg zu weit, keine Kosten zu hoch, keine Umstände zu schwer, um zu kommen und das Wort Gottes zu hören. Sie sind einfach vom Geiste Gottes erfaßt und möchten an dem teilhaben, was Gott jetzt gemäß Seinem Worte tut.

Durch den Begriff „Endzeit-Botschaft” ist nicht eine neue Lehre oder Glaubensrichtung ins Dasein gerufen worden, wir haben lediglich das Wort Gottes betont und die Dinge hervorgehoben, die jetzt in der Endzeit geschehen. Das Volk Gottes hat einen Anspruch darauf, über das informiert zu werden, was der HErr jetzt tut. Die biblischen Lehren und ins Besondere die prophetische Offenbarung des Wortes, die Verheißungen für unsere Zeit sind neu auf den Leuchter gestellt worden. Die wahrhaft Gläubigen lassen sich nicht zurückhalten. Sie sehen, erkennen und dürfen miterleben, daß Gottes Werk in diesen Tagen seinen Abschluß findet und die Brautgemeinde vollendet wird. Es ist wahr, daß ein mächtiger Weckruf durch alle Völker zieht, aber nur diejenigen, die zum Volke Gottes gehören, lassen sieh von Seinem Geiste mahnen und nehmen auf, was ER ihnen zu sagen hat. Nur wer aus Gott ist, höret auf Seine Stimme. Der HErr Jesus selbst sagte: „Meine Schafe hören Meine Stimme”. Seine Stimme ist die Stimme Seines Wortes.

Es ist mein Gebet, daß der HErr selbst durch Sein Wort zu allen reden möchte.

Im Auftrage Gottes wirkend

Br. Frank