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Rundbrief August 1987

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 2 calendar_month 14. 8. 1987

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Kapitola 1

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„Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.” (Heb. 13:8)

Rundbrief August 1987

Ganz herzlich grüße ich Euch alle in dem teuren Namen des HErrn mit dem Wort aus Titus 1:1-3: ”Ich, Paulus, ein Knecht Gottes und ein Apostel Jesu Christi, für den Glauben der Auserwählten Gottes und für die Erkenntnis der Wahrheit, die sich in einem gottseligen Wandel bewährt, auf Grund der Hoffnung des ewigen Lebens, das der untrügliche Gott vor ewigen Zeiten verheißen hat – kundgetan aber hat Er Sein Wort zur festgesetzten Zeit durch die Predigt, mit der ich im Auftrage Gottes, unseres Rettern, betraut worden bin.”

Diese Erklärung hätte Paulus an den Anfang eines jeden seiner Briefe setzen können, und ebenso könnte der gleiche Text als Leitwort für jede Predigt eines wirklichen Gottesmannes genommen werden. Gott hat nur einen Plan, nur eine Gemeinde, nur eine Art und Weise, in der Er wirkt. Der Begriff ”Knecht Gottes”, den Paulus mit Recht auf sich verwendet hat, besagt, daß er die Befehle Seines HErrn ausführte und die Weisungen, die er empfangen hatte, befolgte. Ein Knecht tut, was sein Herr ihm gebietet. Ursprünglich hatte das Wort ”Knecht” sogar die Bedeutung eines Sklaven – ein seinem Herrn völlig ausgelieferter und ergebener Mensch, der nicht seinen eigenen, sondern den Willen seines Gebieters tut.

Der Begriff ”Apostel Jesu Christi” bedeutet in der Tat ”ein von Jesus Christus selbst Gesandter”. Das setzt voraus, von Ihm gerufen und beauftragt worden zu sein – nicht Mutmaßungen, sondern eine buchstäbliche und wahrhaftige Berufung zum Dienst am Wort. Paulus bezieht sich darauf an einer anderen Stelle und schreibt: ”Für dieses bin ich zum Herold und Apostel bestellt worden – ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht: zum Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit” (1. Tim. 2:7). Ein Knecht Gottes im Neuen Testament ist ein Gesandter, ein Apostel Jesu Christi. Als solcher steht er für den Glauben der Auserwählten Gottes ein. Auserwählung ist keine Lehre, sondern ein von Gott selbst vor Grundlegung der Welt vollzogener Akt. Petrus schreibt:

”Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, die heilige Volksgemeinschaft, das zum Eigentum erkorene Volk…” (1Pt 2:9)

Alles, was in der Bibel über die Auserwählten gesagt wird, gilt noch heute und wird durch sie ausgelebt. Noch ehe die Zeit begann, wurden ihre Namen schon in das Lebensbuch des geschlachteten Lammes geschrieben (Offb. 13:8). In Seiner ewigen Liebe hat Er uns zu Söhnen vorherbestimmt nach dem Wohlgefallen Seines Willens. Deshalb können wir Ihn ohne Anstrengung mit allem, was in uns ist, in Seiner eigenen Liebe wieder lieben. Dies drückt sich in einer tiefen Sehnsucht nach unserem HErrn aus. ER hat ja die Wesenseinheit mit den Seinen geschaffen – eine wirkliche Gemeinschaft des Geistes, die jeden einzelnen mit Gott und alle Auserwählten miteinander verbindet.

Als nächstes erwähnt der Apostel die Tatsache, daß er für die Erkenntnis der Wahrheit eintritt, die sich in einem gottseligen Wandel bewährt. Es gibt eine Erkenntnis, die an der Wahrheit vorbeiführt, die aufbläht und dünkelhaft macht. Was jedoch mit der biblischen Erkenntnis gemeint ist, kann in 1. Kor. 12, von Vers 4 nachgelesen werden. Dort schreibt Paulus über die neun Geistesgaben und nennt die Gabe der Weisheit und die Gabe der Erkenntnis an erster Stelle. Kraft dieser beiden Gaben wird der allumfassende Ratschluß Gottes aus dem Wort dargelegt. In 1. Kor. 14 behandelt Paulus nochmals die Gaben und Dienste in der Gemeinde. In Vers 6 heißt es: ”…liebe Brüder, wenn ich als Zungenredner zu euch käme, was würde ich euch da nützen, wenn ich an euch nicht Worte der Offenbarung oder Erkenntnis, der prophetischen Zuspräche oder der Belehrung richtete?” Oft habe ich es in meinem Dienst erlebt, daß mir während der Predigt die prophetischen Zusammenhänge geoffenbart sowie Worte der Erkenntnis, der Weisheit und der Belehrung eingegeben wurden. Das können sicherlich Tausende in aller Welt bezeugen. Dabei handelt es sich nicht um den Dienst eines Menschen, sondern um Gaben des Geistes, die Gott durch einen von Ihm eigesetzten Dienst zum Segen Seines Volkes gebraucht. Daß der HErr sich der Menschen bedient, ist nicht neu. Propheten und Apostel haben seit jeher das, was sie dem Volke verkündigten und uns überliefert haben, vorher von Gott empfangen und nicht selbst mitgebracht.

Es ist äußerst wichtig zu erkennen, was Gott in einer bestimmten Zeit tut. Den Gesetzeslehrern machte der HErr damals den Vorwurf: ”Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.” (Luk. 11:52) In seiner prophetischen Rede sagte Zacharias mit Hinblick auf den Dienst des Johannes: ”Aber auch du, Knäblein, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem HErrn einhergehen, Ihm die Wege zu bereiten, um Seinem Volke die Erkenntnis des Heils zu verschaffen, die ihnen durch Vergebung ihrer Sünden zuteil werden wird” (Luk. 1, 76-77). Gott ist daran interessiert, daß wir Ihn erkennen, die Zeit, in der wir leben, und die Botschaft, die Er gegeben hat. Die Erkenntnis Gottes mündet immer in Jesus Christus. Paulus schreibt: ”Ihre Herzen sollen dadurch ermutigt werden, nachdem sie sich in Liebe fest zusammengeschlossen haben, und in den ganzen Reichtum des vollen Verständnisses, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes. Dieses ist Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen liegen” (Kol. 2:2-3). Jede Weisheit und Erkenntnis, die nicht Christus zum Inhalt und Mittelpunkt hat, können wir getrost vergessen. Es handelt sich dabei lediglich um Rechthaberei, die noch keinem Nutzen gebracht, aber viele von der echten Sache abgehalten hat.

An die Kolosser schreibt Paulus: ”Jetzt aber legt auch alles derartige ab: Zorn, Erbitterung, Bosheit, Schimpfworte und unanständige Reden eures Mundes! Belügt euch nicht gegenseitig! ihr habt ja doch den alten Menschen samt seinem ganzen Tun ausgezogen und den neuen Menschen angezogen, der zur Erkenntnis nach dem Bilde seines Schöpfers erneuert wird” (Kap. 3:8). Ebenso gewaltig ist das Wort in Eph. 1:17: ”Der Gott unseres HErrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, wolle euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung durch die Erkenntnis Seiner selbst verleihen…”

Auf die Hoffnung, die ein gläubiger Mensch in seinem Herzen trägt, geht Paulus in Rom. 5 näher ein und greift in diesem Zusammenhang auch den Gedanken der Bewährung auf. Es heißt dort: ”…das standhafte Ausharren wirkt Bewährung, die Bewährung Hoffnung; die Hoffnung aber führt nicht zur Enttäuschung, weil die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist, der uns verliehen worden ist” (4-5). In Jakobus 5:7-11 finden wir diesbezüglich ebenfalls einen sehr wichtigen Text. Der Apostel fordert uns in Vers 10 und 11 auf, das geduldige Ausharren der Propheten, die im Namen des HErrn geredet haben, zum Vorbild zu nehmen, und preist die selig, die geduldig ausgeharrt haben. Hiob wird dabei sogar namentlich erwähnt, indem Jakobus uns auf die Belohnung hinweist, die der HErr ihm nach seinem Leiden bereitet hat. So müssen auch wir standhaft ausharren, bis der Spätregen fällt, die Wiedererstattung wie bei Hiob im doppelten Maße geschieht und die Ernte eingebracht wird.

Als Begründung für das standhafte Ausharren, die Bewährung und Hoffnung, die nicht zur Enttäuschung führt, wird in Rom. 5 die Liebe Gottes genannt. Es heißt dort: ”…weil die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist…” (Vers 5). Auch darüber nützt kein Philosophieren, sondern wir müssen es in Wahrheit erlebt haben. Von der Liebe Gottes steht geschrieben, daß sie niemals aufhört – einfach deshalb, weil sie nie begonnen hat. Sie bleibt in Ewigkeit, und diejenigen, in deren Herz sie wirklich ausgegossen ist, sind aus sterblichen Geschöpfen zu ewig lebenden Söhnen und Töchtern Gottes geworden. Alle, die begrenzt lieben, und sei es auch über Jahre hinweg, tragen die ewige Liebe Gottes noch nicht in ihrem Herzen. Es gibt eine zeitliche Salbung mit dem Heiligen Geist, die sehr viele empfangen haben. Sie kann mit gewaltigen Gefühlserlebnissen und sogar mit der Betätigung von Gaben verbunden sein, ohne daß eine Wiedergeburt und Erneuerung in der Seele stattgefunden hat. Es gibt aber auch eine für die Ewigkeit geltende Versiegelung durch den Geist. Nur die Auserwählten empfangen sie; sie bilden die aus jedem Zeitalter hervorkommende Überwinderschar.

Aus freiem Liebeswillen hat Gott Seine Söhne und Töchter durch den Samen Seines ewigen Wortes wiedergeboren. Somit sind sie göttlichen Geschlechts und bilden die Gemeinde der Erstgeborenen. Sie lieben Gott als ihren Vater und alle Seine Kinder (1. Joh. 5:1). Daran kann jeder an sich selbst feststellen, ob diese nie aufhörende, göttliche Liebe durch eine wahrhaftige Erfüllung mit dem Heiligen Geist in unsere Herzen hineingelegt wurde. Oft wird eine irdische, religiöse Zuneigung unter Gleichgesinnten als ”göttliche Liebe” bezeichnet. Doch es handelt sich dabei um zwei grundverschiedene Dinge, die nicht miteinander verwechselt werden dürfen. Es ist doch nichts Besonderes, wenn Menschen, die das gleiche glauben und denken, sich lieben und einander gut gesonnen sind. Das findet man in jeder Konfession, ja sogar in weltlichen Vereinen und Clubs. Mit der Liebe Gottes hat das nichts zu tun.

Die Liebe hat ganz andere Merkmale und Maßstäbe. Sie ist nicht da zu Ende, wo die Übereinstimmung aufhört, sondern sie glaubt für andere, sie trägt mit anderen, usw. Die Liebe Gottes ist rettend, versöhnend, vergebend und opfert sich für den Nächsten auf. Deshalb schreibt Johannes: ”Daran haben wir die Liebe erkannt, daß Er Sein Leben für uns hingegeben hat; so sind nun auch wir verpflichtet, das Leben für die Brüder hinzugeben” (1. Joh. 3:16). Nur diese Liebe wird dort eingehen. Sie wird mit den Herausgeliebten zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren. Amen.

Weiter legt Paulus in seinem Brief an Titus dar, daß der untrügliche Gott das ewige Leben schon vor ewigen Zeiten verheißen hat. Er fährt fort: ”…kundgetan aber hat Er Sein Wort zur festgesetzten Zeit”. Gott wacht über Sein Wort, um die bestimmten Verheißungen zu der von Ihm festgesetzten Zeit zu verwirklichen. Sein Heilsratschluß wird durch die Predigt des geoffenbarten Wortes kundgetan. Der Apostel hat Seiner Verkündigung und der Botschaft, die er brachte, Nachdruck verliehen, indem er schrieb: ”…mit der ich im Auftrage Gottes, unseres Heilandes, betraut worden bin.” Damit hat er nicht sich selbst in den Vordergrund gerückt, sondern mit Wahrhaftigkeit bezeugt, daß seine Verkündigung im direkten Auftrage Gottes geschieht. Wer das nicht sagen kann, täte wohl daran, einen anderen Beruf zu wählen, um sich selbst und anderen nicht länger im Wege zu stehen.

Wenn wir Bruder Branham erwähnen, dann doch nur, weil wir wissen, daß er einen direkten Auftrag von Gott bekam und wie Paulus auf übernatürliche Weise zum Dienst berufen wurde. Auch seine Verkündigung stimmte mit der des Paulus überein. Wie jeder wahre Mann Gottes wußte er Ort und Zeit seiner Berufung und konnte genau wiedergeben, was der HErr zu ihm geredet hatte. Jedesmal, wenn der HErr selbst oder der zu ihm gesandte Engel mit ihm sprach, konnte er hinterher Tag und Ort nennen. Das gleiche kann ich bezeugen.

Bei meinem letzten Besuch in Osteuropa gab ich den Geschwistern die Gelegenheit, die Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen lagen. Ich war jedoch ziemlich überrascht, als mich plötzlich ein Bruder vor allen fragte: ”Bruder Frank, hat der HErr zu dir in englischer oder deutscher Sprache geredet?” Obwohl ich mit einer solchen Frage nicht gerechnet hatte, konnte ich ihm natürlich ohne zu zögern antworten: ”In Deutsch.” Jedesmal, vom 2. April 1962 bis hin zum 28. Dezember 1983, versetzte mich Sein Reden nicht nur in absolute Ehrfurcht, sondern mich hat auch die klare Aussprache überwältigt. Noch heute bin ich davon beeindruckt, wie deutlich Er jedes Wort, ja sogar jede Endsilbe aussprach. Der HErr lebt, Er ist keine fromme Einbildung, Er redet und wirkt in Seiner Souveränität, wie Er es sich vorgenommen hat.

Dankbar erkennen wir an, daß Er durch die prophetisch-apostolische Botschaft Sein Volk gemäß dem fortgeschrittenen Zeitplan Seines Heilsratschlusses auf den neuesten Stand gebracht hat. ER hat die Dinge, auf die es jetzt wirklich ankommt, hervorgehoben und erwartet von allen, die vor Ihm bestehen möchten, daß sie beherzigt, befolgt und ausgelebt werden. Wer glaubt, daß die Endzeitbotschaft des geoffenbarten Wortes, welche die Verheißungen für diese Zeit beinhaltet, dem zweiten Kommen Christi vorausgeht, der soll sich darunter beugen und ohne jeden Abstrich dazu bekennen.

Die Verkündigung eines von Gott gesandten Mannes ist wahrhaftig und bedarf keiner Korrektur. Wohl sind auch sie von Erkenntnis zu Erkenntnis, von Klarheit zu Klarheit und von Wahrheit zu Wahrheit geführt worden, aber noch nie hat ein von Gott beauftragter Mann sich in seiner Lehre korrigieren müssen. Wen Gott wirklich sendet, der verkündigt Gottes Wort, und das Wort Gottes ist wahr und bleibt in Ewigkeit. Wo unter dem Schein von besonderen Offenbarungen immer wieder neue Lehren verkündigt werden, die der Prüfung des Wortes nicht standhalten, da setzt man immer auf einen anderen Kurs, um die Menschen ”bei der Stange zu halten”. Dort sind fromme Geister wirksam, aber nicht der Heilige Geist. Die wahre Liebe Gottes verbindet mit dem untrüglichen Wort, in dem sich kein Irrtum befindet. Jeder vom Geist Gottes erfüllte Mensch wird sich in allen Bereichen vollkommen normal und natürlich benehmen. Nichts Theatralisches wird ihn umgeben, alles ist echt und zuverlässig. Das wolle Gott uns allen schenken. Amen.