Circular Letter

RUNDBRIEF August 1980

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 7 calendar_month 17. 10. 1980

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Br. Branham sagte: „Wenn ihr die Tageszeit wissen wollt, schaut auf die Uhr; wollt ihr den Wochentag wissen, seht auf den Kalender; wenn ihr aber wissen wollt, wie spät es an der Weltenuhr ist, dann schaut auf Israel.“ Jemand bezeichnete Israel als den goldenen Zeiger an der Uhr Gottes. Obwohl dieses Volk von aller Welt verachtet und bedrängt wird, vergeht doch fast kein Tag, an dem es nicht in der Presse oder den Nachrichten erwähnt wird. In den letzten Wochen und Monaten hat sich vieles verändert, und wir können damit rechnen, daß in Kürze alle noch ausstehenden Dinge Schlag auf Schlag eintreffen werden.

Wenn wir jetzt Rußland namentlich erwähnen, dann keineswegs aus einer politischen Motivation heraus, sondern schlicht und einfach deshalb, weil dieses Land in der biblischen Prophetie eine Hauptrolle in der Endzeit spielen muß. Schon im Jahre 1933 sprach der HErr zu Br. Branham: „Gib acht auf Rußland! Gib acht auf Rußland, den König des Nordens!“

Wie ja bekannt ist, bin ich selbst in Rußland gewesen, und es gibt kaum ein anderes Volk auf Erden, das mit diesem slawischen Volk verglichen werden könnte. In vielen Beziehungen haben sie uns manches voraus. Doch hier geht es um die heilsgeschichtliche Entwicklung, die in der Bibel schon im voraus geschrieben wurde. Menschliche Geschichtsschreibung geschieht immer im Nachhinein. Es wird berichtet, was stattgefunden hat. Göttliche Geschichtsschreibung dagegen ist ganz anders. Die göttliche Heilsgeschichte ist in seiner Gesamtheit über die Spanne der 7000 Jahre im voraus geschrieben worden. Alle Ereignisse sind bereits von 1. Mose bis Offb. 22 festgehalten worden. Darin unterscheidet sich die Bibel von allen anderen Büchern, die es auf Erden gibt.

Wenn es um das Volk Israel geht und um die Völker, die es bedrängen und angreifen, dann sind unsere Herzen mit Wehmut erfüllt. Auch wenn wir an das vernichtende Ende der Feinde Israels denken, erfaßt uns tiefes Leid; wir freuen uns keinesfalls darüber, wir respektieren lediglich die göttliche Entscheidung in aller Ehrfurcht. Gott der HErr, der in Seiner Allwissenheit alle Dinge im voraus nach dem Vorsatz Seines Willens festlegen konnte, wird schlußendlich vor aller Welt verherrlicht und hochgeehrt dastehen, jedes Knie wird sich beugen und jede Zungen wird bekennen, daß Jesus Christus der HErr ist.

In der Heiligen Schrift werden manchmal die Dinge nicht mit Namen genannt, sondern lediglich beschrieben. Es stand nicht geschrieben, daß ein Mann namens Judas der Verräter des Messias sein würde. Lediglich der Tatbestand ist uns mitgeteilt worden, die Einzelheiten und der Name wurden erst später zur Zeit der Erfüllung erkennbar. Petrus hat damals anhand der Ereignisse in Apg. 1, von Vers 16, den Verräter mit Namen genannt und bezog sich auf die Schriftstellen, die der Heilige Geist durch den Mund Davids im voraus ausgesprochen hatte. Der Antichrist wird auch nicht namentlich erwähnt, er wird nur beschrieben, doch alle, die vom Geist Gottes erleuchtet sind, erkennen aufgrund der Beschreibung, daß er weder im Judentum noch im Islam oder in Rußland zu finden ist, sondern daß er seinen Sitz in der religiösen Welthauptstadt hat.

In Hes. 36-39 werden uns die Zusammenhänge mit dem wieder gesammelten und in ihr Heimatland zurückgebrachten Volk Israel gegeben. Einige Male ist in diesen Kapiteln die Rede von dem Mann aus dem äußersten Norden. Es wird von dem Fürsten von Ros (Kap. 38) und den mit ihm Verbündeten berichtet, die ja z.T. sogar namentlich als Volksstämme erwähnt werden. Es steht geschrieben:

„Aus dem äußersten Norden will ich ihn herbeilocken mit all seinen Scharen: ja viele Völker sind mit dir. Rüste dich und halte dich bereit, du mit all deinen Scharen, die sich bei dir gesammelt haben, und sei du ihr Anführer!“ (Kap. 38:7)

Beachtenswert ist, daß Rußland nicht nur im Norden, sondern im äußersten Norden von Israel liegt. Syrien, der Libanon und die Türkei liegen auch nördlich, aber sie liegen nicht im äußersten Norden. Seht ihr, wie genau der Heilige Geist das Land beschreibt, aus dem der Anführer kommt, der die vielen Scharen um sich sammelt? Das überwältigt uns. Gott wußte alle Dinge ganz genau und gibt uns die Beschreibung, damit wir sie zur Zeit der Erfüllung erkennen können. Die schlimmsten Gegensätze werden überwunden, wenn ein gemeinsamer Feind gefunden wird. Der Islam hat bis vor kurzem, und sieht viel leicht noch heute, was die Ideologie betrifft, im Kommunismus den Todfeind. So gewiß der Islam den Anspruch stellt, die einzige Religion auf Erden zu sein, die den Glauben an den alleinigen Gott vertritt und zu verteidigen hat und um jeden Preis mir allen Mut ein verbreiten muß, so gewiß leugnet der atheistische Kommunismus die Existenz Gottes — und dennoch finden diese beiden Gegensätze, die eigentlich sonst nichts gemeinsam haben, zusammen, weil es gegen das Volk Israel geht. Der Gott Israels hat es so gefügt, daß zwei Weltanschauungen, die islamische und die kommunistische, sich dort in der Gegend, in der Gott sich den meisten Propheten geoffenbart und ein großer Teil der Heilsgeschichte bereits stattgefunden hat und weiterhin stattfinden wird, vereinigen.

Gemäß Sach. 12:3 sollte Jerusalem zu einem Hebestein für alle Völker werden. Es steht geschrieben:

„An jenem Tage will ich Jerusalem zu einem Hebestein für alle Völker machen: alle, die ihn aufheben wollen, werden sich unfehlbar wund an ihm ritzen, wenn alle Völker der Erde sich gegen die Stadt versammeln.“

Es fällt direkt auf, daß alle Völker um des Öles willen auf die Knie gezwungen werden und ihre Einstellung gegen Israel beziehen. Doch nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf militärischem Gebiet wird Druck ausgeübt. Die Aufforderung in der sowjetischen Zeitung TASS, die Türkei müsse aus der NATO austreten, hat in mir ein Signal ausgelöst. Beim Nachforschen stellte ich fest, daß Mesech und Thubal, die auch im Propheten Hesekiel erwähnt werden, in der heutigen Türkei liegen. Man kann das in einigen Bibel-Landkarten nachsehen. Auch die Türkei, die ohnehin zur islamischen Welt gehört, wird gegen Israel ziehen.

Die Bekanntgabe, daß Syrien dem Warschauer Pakt beitreten wird, war auch eine Überraschung, paßt aber ganz genau in das Gesamtbild. In Damaskus ist ja das Hauptquartier der PLO. Somit wird die Stadt Damaskus bei der nächsten Auseinandersetzung das Hauptangriffsziel Israels sein. Der Prophet Jesaja weissagte:

„Wisset wohl: Damaskus scheidet aus der Zahl der Städte aus und wird zu einem wüsten Trümmerhaufen werden.“ (Jes. 17)

Die arabische Welt ruft laut und deutlich zum heiligen Krieg auf, der nicht nur so bezeichnet wird, weil es ein religiös bedingter Krieg ist, sondern weil er in der Bibel so genannt wird. In Joel, Kap. 2 und 4, wird auf diese Zeit Bezug genommen. In Kap. 4:9 steht:

„Macht dieses unter den Heidenvölkern bekannt: „Rüstet euch zum heiligen Kriege! Bietet die geübten Streiter auf, laßt alle Kriegsleute aufmarschieren und anrücken!“

Geschieht das alles nicht vor unseren Augen? Wenn wir nicht wüßten, daß Gott auf der Seite Seines auserwählten Volkes Israel steht, dann müßten wir es mit der Angst zu tun bekommen. Jetzt ist es soweit: Die gesamte arabische Welt, die Erzfeinde Israels, rufen zum heiligen Krieg auf. Man wird versuchen, auch Ägypten wieder gegen Israel zu stimmen, denn Äthiopien wird mit am Krieg teilnehmen und muß durch den Sudan und Ägypten, um nach Israel zu gelangen; Libyen wird ebenfalls gegen Israel kämpfen und muß auch durch Ägypten marschieren (Hes. 38:5).

Rußland hat sich in Syrien volle militärische Handlungs-, Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit gesichert und kann somit bis an die Grenze Israels vorrücken, das bedeutet, daß die gesamte strategische Planung von den besten Militärexperten vorgenommen werden kann. Am Tage X braucht der Anführer nur den Befehl weiterzugeben, nachdem er ihn selbst von oben bekommen hat. Es steht geschrieben:

„Nach geraumer Zeit sollst du Befehl erhalten: am Ende der Jahre sollst du über ein Land kommen.“ (Hes. 38, 8)

„Jawohl, zu jener Zeit, wo mein Volk Israel wieder in Sicherheit wohnt, wirst du aufbrechen und von deinem Wohnsitz, vom äußersten Norden her, kommen, du und viele Völker mit dir.“ (Vers 14-15)

„Am Ende der Tage wird es geschehen.“ (Vers 16)

„Ich will dich herbeilocken und am Gängelbande führen und dich vom äußersten Norden heranziehen lassen und dich auf die Berge Israels kommen lassen. Aber dort will ich dir den Bogen aus der linken Hand schlagen und die Pfeile deiner rechten Hand entfallen lassen. Auf den Bergen Israels sollst du fallen, du selbst und alle deine Scharen und die Völker, die bei dir sind; den Raubvögeln, allem Getier, das Flügel hat, und den Raubtieren des Feldes überlasse ich dich zum Fraß“ (Kap. 39, 2-4)

Wir leben am Ende der Tage, in denen sich vor unseren Augen ein großer Teil der biblischen Prophetie erfüllt. Zunächst wird der militärische Schlag der Antisemiten gegen Israel vorbereitet und dann der religiöse Schlag der antichristlichen Welt gegen die wahre Gemeinde Jesu Christi. Wie im Natürlichen ein Verwandtschaftsverhältnis und eine Beziehung zwischen den Nachkommen Ismaels und Isaaks besteht, so ist in geistlicher Hinsicht eine Beziehung zwischen dem wahren und dem falschen Christentum vorhanden. Ismael und Isaak nannten Abraham mit Recht ihren Vater, denn er war es tatsächlich. Antichristen und Christen berufen sich beide auf denselben Gott und Vater. Man muß das Natürliche und das Geistliche miteinander vergleichen, um die Gesamtübersicht und das rechte Verständnis für diese Entwicklung zu haben.