Circular Letter
RUNDBRIEF August 1980
Ewald Frank
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Kapitola 5
Das Gründen von Gemeinden
5 / 7
Das Thema der Gemeindegründungen ist von einigen, denen es sicher bei diesem Gedanken noch um mehr geht, neu auf die Tagesordnung gesetzt worden. Es gibt immer noch Menschen, die sich nach außen hin einer Sache rühmen möchten; manche haben sogar die Wolle und nicht nur die Schafe im Sinn. Da, wo der Geist tatsächlich wirkt, kommt eine Gemeinde zustande, ohne daß Männer mit einem Auftrag aus fernem Lande anreisen müßten. In der Apostelzeit haben verschiedene Brüder an bestimmten Orten gemeinsam gedient und anschließend Älteste eingesetzt. Da, wo der Geist Gottes tatsächlich wirksam ist, wird über eine Sache nicht viel diskutiert, dort wird nur biblisch gehandelt. Überall, wo noch hin und her geredet wird, haben Menschen und nicht Gott seine Hand im Spiel. Jeder Knecht Gottes wird ein Gemeinde-Zuhause haben. Hier in Krefeld gab der HErr mir an einem Samstag die direkte Weisung, unsere geliebten Brüder Russ und Schmidt als Älteste einzusetzen. Dies geschah mit Zustimmung der ganzen Gemeinde, ehe ich meinen weltweiten Dienst begann.
Wir befinden uns jetzt nicht am Anfang, sondern am Ende der christlichen Epoche. Es geht nicht darum, daß sich irgend jemand einen Namen macht, um unter seiner Aufsicht lokale Gemeinden zu gründen; jetzt geht es um die Herausrufung und Zubereitung der Brautgemeinde, die nicht nach dem Muster aller bereits entstandenen Glaubensrichtungen geordnet werden darf. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, daß Br. Branham nur eine Heimatgemeinde hatte, aber nie eine zweite in den vielen Jahren seines Dienstes gründete. Hätte er das getan, wäre er in die Fußtapfen aller anderen Gemeindegründer getreten und hätte dadurch sein Prophetenamt in Frage gestellt. Der HErr hat in dieser Zeit eine direkte Botschaft an das ganze Volk Gottes gerichtet, das in dieser Zeit in vielen Lagern zerstreut ist.
Br. Branham hatte eine besondere Vision; er wurde im Geist unter freien Himmes versetzt, sah rechts und links neben sich einen Baum voller schönster Früchte. Die Stimme des HErrn sprach zu ihm: „Der eine Baum repräsentiert die Gläubigen an die Trinität, der andere die Gläubigen an die Einheit Gottes.“ Er stand zwischen diesen beiden Bäumen, ergriff sie mit seinen Händen und schüttelte sie gewaltig. Die Früchte fielen in großen Mengen auf ihn. Die Vision bedarf keiner Erklärung.
Es gibt keine Veranlassung, den von Gott eingeschlagenen Kurs in diesem prophetischen Abschnitt der Heilsgeschichte zu ändern. Heute begreife ich, warum der HErr mir bei meiner Berufung sagte: „Befasse dich nicht mit der Gründung von Gemeinden und gebe kein Gesangbuch heraus!“ Ich bitte jeden, nachzuforschen, ob nicht alle religiösen Bewegungen die gleichen Merkmale, nämlich die Kennzeichen einer Denomination, tragen. Ob Kirchen oder Freikirchen, Gemeinschaften oder Gemeinden: alle haben sich lehrmäßig festgelegt und sich einem Hauptquartier unterstellt. Als nächstes gab man ein eigenes Gesangbuch heraus, um als neue Glaubensrichtung den Unterschied zu den anderen hervorzuheben.
Die Brautgemeinde jedoch ist kein Ableger einer Denomination. Sie ist das Liebesprodukt des allmächtigen Gottes durch Jesus Christus, unsern HErrn, ausgesondert für den Himmlischen Bräutigam. Bruder Branham sagte wörtlich: „Aus dieser letzten Erweckung wird keine neue Denomination, sondern die Brautgemeinde hervorgehen.“ Lokale Gemeinden sind richtig und biblisch; sie entstehen jedoch, wie zur Zeit der Apostelgeschichte, durch das Wirken des Geistes. Jede lokale Gemeinschaft ist den dort dienenden Ältesten anvertraut, die der Heilige Geist über die Herde Gottes gesetzt hat (Apg. 20:28). Sofern sich auswärtige Brüder anmaßen, eine beherrschende Aufsichtsfunktion über andere Gemeinden auszuüben, ist es schon zu spät. So hat die erste christliche Organisation in Nizäa begonnen, und alle anderen haben es seitdem kopiert. Es fängt damit an, daß ein Bruder den Anspruch stellt, ein Apostel oder etwas besonderes zu sein und einige andere überzeugt, dann setzt man sich zur Beratung zusammen und es kommen verstandesmäßige und menschliche Entscheidungen zustande, die geistlich verkleidet werden — und schon beginnt etwas Eigenes — nämlich das alte Nikolaitentum.
Die Apostelgeschichte ist uns als unveränderliches Vorbild hinterlassen worden. Gepredigt wurde überall, wo sich nur eine Tür dazu öffnete: im Tempel, in den Synagogen, in der Halle Salomos. Die Gläubiggewordenen versammelten sich auch hin und her in den Häusern. Dort hatten sie Gebetsgemeinschaft, brachen das Brot und bildeten die Gemeinschaft der Heiligen.
Es ist wirklich biblisch, wenn in Zürich im Volkshaus Versammlungen stattfinden, wo viele das Wort Gottes hören; genauso biblisch ist es, daß an verschiedenen Orten Gebetsversammlungen und Andachten stattfinden. Alles hat seinen Platz, nur müssen auch wir den uns von Gott zugedachten Platz finden. Dann haben wir den rechten Blick für alle Aufgabenbereiche der Gemeinde und werden die göttliche Ordnung respektieren.
Laßt Euch von niemand beunruhigen. Gemäß dem Judabrief 17-21, müssen in der Endzeit Männer im Reiche Gottes auftreten, die Trennungen und Spaltungen verursachen. Von ihnen wird gesagt, daß sie den Heiligen Geist nicht haben; obwohl sie selbst sich besonders geistlich dünken und gebärden. Darin liegt das größte Problem.
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