Circular Letter
RUNDBRIEF März 1982
Ewald Frank
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Kapitola 3
Bewußte Fälschung?
3 / 5
Wird Gott jemanden ungestraft lassen, der gewisse Passagen aus völlig verschiedenen Predigten aus dem ursprünglichen Zusammenhang reißt und sie in ein eigenes Konzept hineinfügt?
Vor mir liegen zwei englische Traktate. Das eine trägt den Titel „The Headstone“ („Der Schlußstein“), das andere „The Seven Thunders“ („Die sieben Donner“). In ihnen sind Passagen aus 26 Predigten Bruder Branhams willkürlich zusammengestellt worden. Es wurde zum Beispiel Text aus der Predigt „Die Reife des vollkommenen Mannes“, gehalten am 14. 10. 1962, in die Donner-Theorie hineingefügt, ohne daß Bruder Branham auch nur ein einziges Mal in der vierundfünfzig Seiten langen Broschüre darauf Bezug genommen hat. Es kann doch nur eine bewußte und beabsichtigte Irreführung sein, denn die zusammengefügten Stellen gehören überhaupt nicht zusammen!
Die sieben Tugenden sind ein Bestandteil des neuen Lebens, das, vom Urchristentum an bis ans Ende, alle Gläubigen empfangen. Die ahnungslosen Seelen schlucken alles, weil ihnen der Eindruck vermittelt wird, Bruder Branham habe diese sieben Tugenden in Zusammenhang mit den sieben Donnern gebracht. Wie oft hat er betont, daß Eva nur ein einziges Wort verdreht glaubte und damit der ganzen Menschheit den Tod brachte! Wie damals bei Elisa haben die Propheten-Jünger dieser Zeit alles mögliche in einen Topf geworfen, und nun ist der Tod darin.
Es muß allen begreiflich gemacht werden, daß Bruder Branham sich in den verschiedenen Predigten, wenn er von „sieben Donnern“ spricht, auf mehrere Ereignisse bezieht:
- auf die Vision vom 22. Dezember 1962, in der ihm die Erscheinung der sieben Engel in der Wolke gezeigt wurde und er nacheinander sieben Donnerschläge hörte. Über dieses Erlebnis berichtete er in der Predigt „Ist dies die Zeit?“ vom 30. 12. 1962, Zu der Zeit wußte er selbst noch nicht genau, was das alles zu bedeuten hatte und knüpfte einige Erwartungen an dieses gewaltige Ereignis.
- auf die Erfüllung dieser Vision am 28. Februar 1963, als die sieben Donnerschläge wirklich ertönten und die sieben Engel in der Wolke erschienen. Dort bekam er den Auftrag, nach Jeffersonville zurückzukehren und über die sieben Siegel zu predigen.
- auf die sieben Donner von Offenbarung 10.
Das, was Bruder Branham zum Beispiel in der Predigt „Christus ist das Geheimnis Gottes, geoffenbart“ vom 28. Juni 1963 auf Seite 19 sagt, hat überhaupt nichts mit Offenbarung 10 zu tun. Zitat: „Es war ein solch gewaltiges Erlebnis, als Er hier davon sprach und die sieben Donner zeigte. Die Illustrierten „Look“ und „Life“ brachten dieses Bild von Wolke und Licht, das sie nicht verstehen konnten, und sie wissen es noch nicht, doch Gott sagte mir hier einige Monate, bevor es geschah: ,Gehe dorthin und warte, bis diese Geheimnisse geoffenbart werden.’ Und dann geschah es genau in der Weise, in der Er es zu tun verheißen hatte.“
Ich habe die beiden Illustrierten seinerzeit direkt aus den USA mitgebracht. Die eine ist vom 19. April und die andere vom 17. Mai 1963. Bruder Branham bezieht sich in der gerade genannten Passage auf das Erlebnis vom 28. 2. 1963, das ihm in der Vision am 22. 12. 1962 im voraus gezeigt worden war. Die Illustrierten konnten doch nichts über die sieben Siegel, geschweige denn über die sieben Donner von Offenbarung 10 schreiben! Sie wissen ja bis heute noch nicht, daß Bruder Branham über die sieben Siegel gepredigt hat. Sie konnten sich lediglich auf das gewaltige Ereignis der Erscheinung der Wolke beziehen, wußten aber nicht einmal, daß sieben Engel in dieser Konstellation, die in Form einer Pyramide war, erschienen sind. Bruder Branham spricht des öfteren von der Predigt „über die Pyramide und über die sieben Donner“. Dabei meint er nichts anderes als dieses Erlebnis mit der Wolke. Warum werfen die Brüder das alles durcheinander?
Auch die Behauptung, daß es noch einen achten Botschafter an die Gemeinde geben muß, der die Sache Gottes zum Abschluß bringen soll, ist falsch. In der Broschüre „Einführung in die Siegel“ geht Bruder Branham in seiner Ansprache „Der Übergang…“ auf Seite 72, auf die Predigt „Ist dies die Zeit?“ ein und fragt: „Wie viele von euch haben die Predigt gelesen bzw. gehört?“ Auf Seite 73 berichtet er von dem Erlebnis mit dem Schwert, das in seine Hand gelegt wurde. Es war das Schwert des Königs, das lebendige und geoffenbarte Wort Gottes. Auf Seite 76 sagt Bruder Branham, nachdem er die ersten Verse von Offenbarung 10 vorgelesen hat: „Wenn ihr es beachtet habt, es ist Christus. Im Alten Testament wird er der Engel des Bundes genannt. Er kommt nun zu den Juden, denn die Gemeinde ist vollendet… Ihr erinnert euch an den Engel in Offenbarung 1. Es ist die gleiche Sache.“ Hieraus geht eindeutig hervor, daß dieser Engel Christus, der HErr ist. Das bedarf keiner weiteren Erläuterung.
Auf Seite 78 bezieht er sich auf Offenbarung 10, 7 und sagt: „Das Geheimnis des siebenfach versiegelten Buches wird während der Botschaft des Engels der siebenten Gemeinde geoffenbart. Der siebente Engel begann zu posaunen. Die Botschaften sind aufgeschrieben, und sie sind auf den Tonbändern vorhanden und in Buchform herausgekommen.“
Wie kann jemand, wenn er einen solch klaren Ausspruch liest, glauben, daß noch ein anderer Botschafter auftreten soll, um die Geheimnisse Gottes zu offenbaren? Gilt Gottes Wort und das, was Bruder Branham gesagt hat, nicht mehr? Kann jemand wirklich so überheblich sein und nicht einsehen, daß der siebente Botschafter der letzte war? In der Hand des auferstandenen HErrn waren gemäß Offenbarung 1, Vers 20, nur sieben Sterne, nämlich die sieben Engel der sieben Gemeinden. Das ist SO SPRICHT DER HERR. Wenn sich jetzt jemand als achter feiern läßt, dann ist das eine schlimme Verführung. Ein solcher Mensch muß sich aufgrund des Wortes Gottes sagen lassen, daß in der Hand des HErrn nur sieben Sterne, nämlich sieben Engel-Botschafter gewesen sind. Folglich muß der achte dann in den Händen eines anderen sein.
Wenn noch dazu behauptet wird, daß sich jetzt Offenbarung 10, von Vers 8 bis 11, durch den Dienst eines besonderen Mannes erfüllt, dann ist doch jeder verpflichtet, anhand des Wortes Gottes zu prüfen, ob das zutrifft und sich wirklich so verhält. In Vers 11 schreibt Johannes: „Man sagte mir dann: ,Du mußt nochmals über viele Völker und Völkerschaften, Sprachen und Könige weissagen.’“ Der Mann soll doch Zeit und Stunde angeben, wann er so angesprochen wurde. Wenn er behauptet, daß dies der Fall sei, dann hat jeder das Recht zu fragen, wann, wo und was er vorher über Völker und Könige geweissagt hat, denn der Satz: „Du mußt nochmals … weissagen“ setzt doch voraus, daß er schon vorher geweissagt hat. Außerdem könnte man fragen, was davon und wie es eingetroffen ist. Geht aus Vers 8 denn nicht klar hervor, daß Johannes damit gemeint war?
Es ist eine Schande, daß man sich die Zeit nehmen muß, solch törichte Behauptungen und einen solch offenkundigen Betrug zu behandeln!
Steht jetzt bei einigen in Offenbarung 10, Vers 7, nicht mehr geschrieben, daß das Geheimnis Gottes in den Tagen der Stimme des siebenten Engels zum Abschluß gekommen sein wird? Merken diese Menschen nicht, daß sie systematisch von dem Botschafter und der Botschaft weggezogen werden und in die Gefolgschaft eines Mannes geraten? Im übrigen gibt es mittlerweile schon etwa zehn Brüder, die sich als achter Botschafter ausgeben. Außerdem gibt es noch einen, der auf der Suche ist nach sieben besonderen Männern, die in Kürze auftreten sollen. Das Ganze ist eine völlige Verwirrung unter denen, die sich im Grunde genommen von dem SO SPRICHT DER HERR des geoffenbarten Wortes abgewandt haben und ihre eigene Sache machen — natürlich unter der alten Fahne der Botschaft!
Wie wollen diese Männer vor Gott bestehen, die vor den Leuten demütig auftreten und das Wort Gottes und die Botschaft zu ihrem eigenen und zum Verderben anderer verdrehen? Ich gebe heute die Herausforderung, mir auch nur eine einzige Stelle — nicht zwei oder drei, nur eine! — zu zeigen, in der Bruder Branham die sieben Donner ans Offenbarung 10 mit den sieben Tugenden von 2. Petrus 1 in Verbindung bringt.
Warum kommt keiner von den Brüdern, die sich besonderer Offenbarungen rühmen, zu mir? Sie wissen genau, daß ich auf dem Worte Gottes und auf der Botschaft stehe. Die Lüge wird nie vor der Wahrheit bestehen können. Doch die Stunde wird bald schlagen, wo Gott ihnen die kostbaren Seelen, die sie unter dem Vorwand des Entrückungsglaubens usw. mit viel List und Geheimniskrämerei in die Irre leiten, entreißen wird!
La. aus Indien war der erste, der den Anspruch stellte, die Offenbarung der sieben Donner zu haben. Es ist bemerkenswert, daß ihm diese Offenbarung, wie er behauptet, im Juli 1969 in den USA zuteil wurde. Es ist bekannt, daß er mit verschiedenen Leuten darüber gesprochen hat. Schon damals färbten die Gespräche jenes Mannes zum Teil auf diejenigen ab, die sich heute in besonderer Weise hervortun. Lügengeister haben sieh derjenigen bemächtigt, die sich von der Wahrheit abwandten. Doch es bleibt dabei, „ … daß keine Lüge ihren Ursprung aus der Wahrheit hat“ (1. Joh. 2:21).
„Füge nichts zu Seinen Worten hinzu, damit Er dich nicht zur Rechenschaft zieht und du als Lügner dastehst!“ (Spr. 30:6) So gewiß niemand dem etwas hinzufügen konnte, was ein Mose, ein Elia, ein Jesaja, ein Paulus und viele andere im Namen des HErrn geredet haben, so gewiß kann auch dem, was Gott durch Bruder Branham geredet hat, nichts hinzugefügt werden. Die ernste Mahnung in Offenbarung 22: „Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu ihnen etwas hinzufügt, so wird Gott auf ihn die Plagen legen, von denen in diesem Buch geschrieben steht“ ist an diejenigen gerichtet, die durch die Offenbarung des Wortes herausgerufen worden sind, denn erst jetzt ist dies geheimnisvolle Buch geöffnet worden. Gemäß dem, was der HErr hier sagt, stehen alle, die etwas hinzufügen, unter dem Gericht Gottes und werden die Plagen auferlegt bekommen, die Gott angekündigt hat.
Wir sind lediglich dazu aufgefordert worden, die Worte der Weissagung dieses Buches festzuhalten und das, was darin geschrieben steht, zu bewahren. So gewiß Gott den Johannes auf der Insel Patmos dazu gebrauchte, ihm die Dinge zu zeigen, damit er sie niederschreibt, so gewiß hat Gott Bruder Branham dazu gebraucht, alles das, was geschrieben steht, zu offenbaren. Damit ist das Programm Gottes vollständig. Unsere Aufgabe ist es, die Predigten betend zu lesen und Gott dafür zu danken, daß Er uns gewürdigt hat, diese großen und gewaltigen Dinge zu erfahren. Aufgrund der direkten göttlichen Berufung habe ich nur eine Aufgabe: nämlich das weiterzugeben und als geistliche Speise auszuteilen, was der HErr durch Bruder Branham geredet hat. Genauso gut weiß ich, daß alle Zusätze und Deutungen aus einer anderen Quelle stammen und ein ganz anderes Ziel verfolgen als das, was Bruder Branham vor Augen hatte. Wir dürfen der Überzeugung leben, daß der HErr die Seinen aus dieser Stunde der Prüfung herausnehmen und ihnen durch Sein Wort und Seinen Geist über alles Klarheit schenken wird.
Weil ich die Verantwortung vor Gott trage, bin ich gezwungen, diese Klarstellung zu bringen. Die Herausgerufenen sind durch Brüder, die ihre Deutungen verbreiten, zerteilt worden. Das ist nicht im Willen Gottes. Bruder Branham hatte wie Paulus den direkten Ruf des HErrn gehört und wurde mit einer Botschaft gesandt, die dem zweiten Kommen Christi vorausgeht. Das allein ist die Grundlage, auf der wir alle unter einem Haupt — Christus — und in einem Geiste vereinigt werden. Wir müssen zu dem Punkt der Abweichung zurückkommen, der zu dieser großen Verwirrung führte, um wieder aus ihr herauszufinden.
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