Circular Letter
RUNDBRIEF MÄRZ 1983
Ewald Frank
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Kapitola 2
Zum Nachdenken
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Von besonderer Bedeutung für uns ist die Zurückführung der Gemeinde Israel aus der babylonischen Gefangenschaft. Es kann in Esra und Nehemia nachgelesen werden. In Esra 8 heißt es: „Da versammelte sich das ganze Volk bis auf den letzten Mann.“ Das Volk kam zusammen, um das Wort Gottes zu hören. Ganz Israel erfuhr aufs neue, was Gott in Seinem Plan beschlossen hatte und mit ihnen zur Ausführung bringen wollte. Sie waren einmütig versammelt, hörten aufmerksam zu, was Gott ihnen zu sagen hafte, und Netten das Wort des HErrn in ihre Seele eindringen. So entstand lebendiger Glaube, der ihr ganzes Werk begleitete. Das ursprüngliche Fundament wurde freigelegt. Die Arbeit am Wiederaufbau des Tempels begann. Es herrschte Einigkeit unter ihnen. Die Drohungen von autten sehn ml zen das heimgekehrte Volk nur um so enger zusammen.
Das Versammeltwerden des Volkes Gottes bedeutet zugleich ein Herauskommen aus Babylon. Es ist unmöglich, in Babylon die Erfüllung der Verheißungen zu erleben, die Gott Seinem Volk gegeben hat. Babylon ist fremder Boden. Dort kann Gott nicht zu Seinem Recht kommen. Deshalb ergeht der Ruf: „Kommet aus ihr heraus, ihr Mein Volk, und sondert euch ab” — denn: „Gefallen, gefallen ist das große Babylon und ist zur Behausung von Teufeln, zur Unterkunft aller unreinen Geister geworden…” (Offb. 18)
Schon zur Zeit Josuas verfiel das Volk Israel dem Bann, weil Achan aus dem Stamm Juda einen schönen babylonischen Mantel, ein babylonisches Gewand, aus Jericho mitgenommen hatte. Unter diesem Gewand konnte er das Silber und das Gold verstecken, das er ebenfalls entwendet hatte. Seit den Tagen der Reformation müßte die babylonische Gefangenschaft der Gemeinde eigentlich zu Ende sein, doch alle protestantischen Kirchen und Freikirchen haben aus Babylon gebanntes, verfluchtes Gut mitgenommen. Es verbirgt sich in den verschiedenen Lehren, Erkenntnissen, Überlieferungen und Handhabungen. Die Stunde Gottes aber hat jetzt geschlagen. Gerade in dem Stamm Juda aus dem Christus dem Fleische nach hervorkommen sollte, befand sich dieses babylonische Gewand — die Ursache, weshalb Gott Sein Volk nicht segnen konnte.
Heute geht es dem HErrn um Seine Gemeinde, aus welcher der männliche Sohn, die Überwinderschar, herausgeboren werden soll. Deshalb hat Er Seine Augen, die wie Feuerflammen sind, insbesondere auf diejenigen gerichtet, mit denen Er Sein Vorhaben verwirklichen möchte. Solange sich unter ihnen noch irgend etwas aus Babylon befindet, kann Er Seinen Sieg nicht in dem Maß offenbar werden lassen, wie Er es möchte. Hier geht es nicht nur darum, aus einer Denomination herauszukommen und die offensichtlich unbiblischen Lehren abzulegen, sondern wir müssen jegliche Korrektur, die wir aus dem Worte Gottes erhalten, bis ins Kleinste annehmen, uns einer gründlichen Prüfung unterziehen und uns von allem distanzieren, was nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt und aus Babylon stammt. Oft sind wir uns gar nicht bewußt, daß wir noch an solchen Dingen festhalten, oder es sind in unseren Augen vielleicht nur Kleinigkeiten, doch schon ein wenig Sauerteig durchsäuert alles.
Die Juden zur Zeit Jesu waren so sicher, ganz genau nach dem Gesetz und den Propheten zu handeln. In Wirklichkeit aber richtete sich ihr Tun nach dem Talmud, der erst während der Zeit der babylonischen Gefangenschaft entstanden war. Dieselbe Tragödie ist mit dem Christentum von heute. Nicht das Wort Gottes ist die Grundlage der christlichen Kirchen, Freikirchen, Gemeinden und Gemeinschaften, sondern das, was während der Zeit der babylonischen Gefangenschaft auf Konzilen und Synoden beschlossen wurde. In Matth. 16, 5-12, spricht Jesus sehr deutlich: „Gebt acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.” Als Seine Jünger es trotzdem nicht verstanden, erklärte Er es ihnen näher: „Wie könnt ihr nur nicht begreifen, daß Ich nicht von Broten zu euch geredet habe … sondern von der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. Es geht hier um unbiblische Lehren, die nicht vom Geist Gottes stammen, sondern vom Feind. Er hat sie eingeführt und verschafft sich durch sie Zugang in die Gemeinden und zu den einzelnen. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Dinge, die jeder sofort als dämonisch erkennt, sondern meist scheinen sie sogar besonders fromm und „geistlich” zu sein. Durch diese Lehren haben die Dämonen ein Anrecht, ihr Unwesen zu treiben, und es bedarf der göttlichen Korrektur durch die Offenbarung des prophetischen Wortes, um alles Unbiblische zu erkennen und sich davon loszusagen.
Es genügt nicht, daß wir nur mit unserem Mund bekennen, das Wort Gottes für diese Zeit aufgenommen zu haben. Der Heilige Geist will uns in alle Wahrheiten des geoffenbarten Wortes hineinführen. Wir leben ja in einem prophetischen Zeitalter, doch die göttliche Bestätigung wird solange ausbleiben, wie wir das Reden Gottes nur mit dem Verstand aufnehmen. Die Erkenntnis hat viele aufgebläht, aber einen göttlichen Nutzen hat sie keinem gebracht. Es gibt jedoch in dieser Zeit auch eine Wort-Braut, die aus Gott geboren ist. Sie nimmt sowohl das geoffenbarte Wort als auch den Geist an und auf und wird in Kürze die Vollendung des Werkes Gottes erleben.
Jetzt wird sich herausstellen, wer Gott mit dem Herzen oder wer Ihm nur mit den Lippen dient; wer die Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christus angenommen und das Heil allein in dem vergossenen Blut des Gotteslammes sucht und gefunden hat; wer das Wort Gottes als göttlichen Samen im Herzen trägt oder wer es nur im Mund führt. Alle, die von Herzen glauben, daß Gott durch das prophetische Wort direkt zu uns gesprochen hat, folgen dem letzten Ruf und nehmen jedes Wort Gottes so an, wie es uns überbracht wurde. Die wahren Gotteskinder machen ihre Erlebnisse doch nicht mit den Knechten Gottes, die nur als Sprachrohr benutzt werden, sondern mit Gott selbst, der sie zu sich gerufen und mit sich versöhnt hat. Sie werden durch das göttliche Gnadenwerk zu einer neuen Schöpfung. Das Wirken Gottes beginnt in ihrer Seele und offenbart sich bis in ihr tägliches Leben hinein.
Bruder Branham hat von den „drei Bereichen” des Menschen gesprochen und dargelegt, daß man in seinem eigenen Geist, dem „zweiten Bereich”, mit Heiligem Geist gesalbt sein kann, obwohl die Seele verloren und überhaupt nicht gerettet ist. Das Wichtigste ist die Rettung der Seele. Nur so kommt der gläubig gewordene Mensch zur Ruhe in Gott. Der Same des Wortes ist in der Seele; der Geist befruchtet den Samen und bringt neues, göttliches Leben hervor. Das Gesetz Gottes lautet: „Jeder Same bringe nach seiner Art hervor.“ Das ist in der gesamten Natur so, in allem Pflanzen- und Tierleben, und das bleibt auch so bei den Kindern Gottes. Nie kann es anders sein; Gott behält ewig recht. Der Same Gottes ist immer Same Gottes gewesen und wird immer Same Gottes sein. So gewiß das Wort in Christus Fleisch wurde und Gestalt annahm, so gewiß wird Christus jetzt als Realität in den Gläubigen Gestalt annehmen.
Hier geht es nicht um ein Wortspiel. Hier geht es um die wichtigsten göttlichen Tatsachen. Von unserem HErrn und Erlöser heißt es: „Infolge Seiner Seelenqual wird Er Frucht sehen und satt werden.” ER selbst hat die schlimmste Seelenqual erlitten, damit unsere Seele gerettet werden kann. Jesus Christus ist als Sohn Gottes der Erstgeborene unter vielen Brüdern; Er ist der Anfang der neuen göttlichen Schöpfung. Alle Söhne und Töchter Gottes werden durch dasselbe Wort und denselben Geist zu Erstgeborenen, welche dieselben Eigenschaften und dasselbe Wesen tragen wie Er. Wer die Verheißungen wirklich glaubt, wird der göttlichen Natur teilhaftig (2. Petrus 1). Das ist der Maßstab, den jeder an sich selbst anlegen muß. Es steht geschrieben: „Aus freiem Liebeswillen hat Er uns durch das Wort der Wahrheit ins Dasein gerufen, damit wir gewissermaßen die Erstlingsfrucht unter Seinen Geschöpfen wären” (Jakobus 1:18). Wir sind durch das gesprochene Wort ins Dasein gerufen worden. So haben wir es gelesen. Das Wort, das Blut und der Geist wirken in den Gläubigen zusammen. Volles Evangelium schließt dies alles mit ein. Jeder Same wird von Anfang bis zu Ende nach seiner Art hervorbringen. Sind wir göttlicher Same, werden wir jetzt am Ende von der gleichen Art sein wie die Kinder Gottes am Anfang.
Die Heilige Schrift führt uns die Charaktereigenschaften der beiden gegensätzlichen Samen, die von Anfang an auf Erden waren, vor Augen. Besonders anschaulich ist die Geschichte von Kain und Abel. Beide waren religiös; beide bauten einen Altar; beide opferten; beide beteten; doch die Antwort von Gott bekam nur einer. Der andere offenbarte daraufhin sein eigentliches Wesen und erschlug seinen Bruder.
Als Saul zum König gesalbt worden war, kam der Geist Gottes über ihn, und er weissagte, doch in seiner Seele war keine Veränderung eingetreten. Bei David war es ganz anders. Er wurde zwar von dem gleichen Mann gesalbt, doch bei ihm kam der Geist Gottes nicht nur in den „zweiten Bereich”, sondern drang bis in sein Innerstes, in seine Seele, weil darin das göttliche Wort der ihm zuteil gewordenen Verheißung lag, das jetzt zu neuem, göttlichem Leben hervorgebracht wurde. Darin liegt das ganze Geheimnis Gottes. Er konnte nicht hassen. Saul konnte nicht lieben. Als David sich Sauls hätte bemächtigen können, sagte er: „Wie sollte ich den Gesalbten des HErrn antasten!” David, der den wahren Samen Gottes repräsentiert, der das Wort der Verheißung bekam, über dessen Lippen die prophetischen Aussprüche ergingen, respektierte die Salbung des Geistes über Saul, der gar kein Wort der Verheißung hatte.
Saul war nur im „zweiten Bereich” erfaßt. Er konnte weissagen und anschließend einen Anschlag auf David machen. David aber war im „dritten Bereich”, in der Seele, mit dem Geist erfüllt, denn das Wort Gottes war durch Vorherbestimmung in ihn hineingelegt worden. Nach außen hat sich Saul ebenfalls als Prophet gebärdet und kräftig geweissagt, doch sein Wesen war ganz anders. Durch dieses Beispiel wird uns noch deutlicher vor Augen geführt, weshalb Bruder Branham in seinen Predigten so sehr die Betonung auf den Samen des Wortes Gottes legte. David war vorherbestimmt, König zu sein. In seiner Seele war das Wort der Verheißung. Saul wurde nach menschlichem Ermessen gewählt, deshalb hatte Gott überhaupt keine Veranlassung, die Verantwortung für ihn zu übernehmen. Das ganze Geheimnis liegt in der Erwählung Gottes, damit Seine Vorherbestimmung aus freier Wahl bestehen bliebe (Römer 9:11).
Besonders in der Predigt „Die Gesalbten der Endzeit” machte Bruder Branham deutlich, daß die Salbung des Geistes über alle kommen kann, daß aber nicht alle das Wort Gottes in ihrer Seele aufnehmen. Der natürliche und auch der geistliche Regen produziert den Samen nicht, sondern befeuchtet ihn lediglich. Genauso ist es mit der natürlichen Sonne und der Sonne der Gerechtigkeit: sie bringt lediglich den Samen, der gesät wurde, hervor. Es liegt also nicht am Regen und nicht an der Sonne — obwohl beides für das Wachstum wichtig ist —, sondern an der Art des Samens. Mögen wir alle eine völlige Umwandlung und Erneuerung in unserer Seele erleben, damit das Wesen Jesu in uns Gestalt annimmt und Gott endlich in Seiner Braut das abschließende Werk ausführen kann, das Er sich vorgenommen hat.
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