Circular Letter

Rundbrief Juni 1973

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 6 calendar_month 29. 6. 1973

Navigate

Kapitoly

expand_more

Navigate

Kapitoly

Jump to any chapter without leaving the reader.

„Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.“ Geistesleitung bedeutet in der Praxis, das Richtige vor Gott zu erkennen, es in der Tat zu erleben und zur rechten Zeit auszusprechen. Wir finden ein treffendes Beispiel dafür in Lukas 2:25-32. Simeon hatte die Offenbarung der Verheißung des Wortes für jene Zeit empfangen und wurde zur rechtem Zeit durch den Heiligen Geist in den Tempel geleitet, wo er mit eigenen Augen die Erfüllung des Wortes sah. Unter der Inspiration des Geistes sprach er die herrliche Weissagung über Jesus aus.

Hier sehen wir, was echte, biblische Geistesleitung ist: nicht eine fromme Phantasie, sondern Erkenntnis und Offenbarung des Willens Gottes und Seiner Verheißungen, wodurch man zur rechten Zeit an den rechten Ort geführt wird, um Zeuge dessen zu sein, was Gott tut. Der Heilige Geist führt nie an Christus und den Verheißungen vorbei. Alle, die vom Geiste Gottes geleitet werden, erkennen auch in dieser Zeit die Erfüllung der Weissagungen. Sie kommen zu Jesus und verkündigen, durch den Geist getrieben, was gemäß dem Worte Gottes geschieht. Auch sie werden vom Geiste Gottes geleitet, erkennen das Tun Gottes und haben Anteil daran.

Besonders in den Kreisen des „Vollen Evangeliums“ hört man viel über Geistesleitung, doch sollten wir uns vor Augen stellen, daß der Heilige Geist in alle Wahrheit führt. Ein Mensch, der wirklich vom Geiste Gottes geführt wird, spricht kaum darüber. Er posaunt nicht vor sich her, sondern hinterläßt Segens spuren, wo immer er geht. An solchem Menschen ist etwas Angenehmes. Er ist kein Fanatiker, kein Extremist - nein, in seiner Nähe fühlt sich ein jeder wohl. Der Wandel eines solchen Menschen ist in den Worten beschrieben:
„… Euer Leben ist mit Christus in Gott verborgen.“ (Kol. 3:3) Obwohl das Leben mit Christus in Gott verborgen ist, so bleibt doch die Auswirkung nicht verborgen. „Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit Ihm in Herrlichkeit offenbar werden.“ (Kol. 3)

Wahre Männer Gottes reden nicht von sich selbst, ihr Zeugnis ist nicht ich-bezogen: nein, sie vermehren den Ruhm des Herrn, ihres Gottes, und nicht ihren eigenen, indem sie ihre Erlebnisse in den Vordergrund rücken. Wenn wir mit Christus in der Herrlichkeit offenbar werden wollen dann muß Er schon hier in unserem Leben offenbar werden. Gott war in Christus verborgen, doch die Werke Gottes wurden durch Ihn offenbar. So ist auch Christus, unser Leben, in uns verborgen, doch Seine Werke werden durch uns offenbar.

„Alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.“ Im Alten und im Neuen Testament haben wir genügend Beispiele von Menschen, die vom Geiste Gottes inspiriert und geleitet wurden. Jesus Christus, unser Herr, zeigt uns die deutlichen Merkmale der Wirkung des Heiligen Geistes: „Er wird der Welt die Augen öffnen… von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht überführen, er wird in alle Wahrheit leiten, wird euch das Zukünftige verkündigen und wird mich verherrlichen.“ (Joh. 16:8-14) Dies alles wirkt der Heilige Geist in dem Leben eines Menschen, der zu Christus kommt und begnadigt wird, angefangen von der Sündenerkenntnis, der Reue und Buße, der Bekehrung und Wiedergeburt, der Reinigung und Heiligung, bis hin zum Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist. Wo diese Auswirkungen und Merkmale fehlen, stimmt etwas nicht.