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Taufe, Abendmahl, Fußwaschung
Ewald Frank
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Kapitola 4
DIE FUSSWASCHUNG
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Nachdem wir uns mit dem Abendmahl befaßt haben, müssen wir noch kurz auf die Fußwaschung eingehen. Ehe wir den entsprechenden Text im Neuen Testament wiedergeben, wollen wir das betrachten, was den Priestern im Alten Testament verordnet wurde. Das Waschbecken mußte nach göttlicher Anordnung zwischen dem Offenbarungszelt und dem Opferaltar aufgestellt werden, „… damit Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße darin waschen“ (2. Mose 30, 19). Sie durften das Offenbarungszelt nicht vorher betreten. Im Neuen Testament bilden die wahrhaft Gläubigen die „heilige Priesterschaft“. Wir müssen uns Gott in heiliger Ehrfurcht nahen und Sein Wort in allem voll respektieren.
In Joh. 13, 4-10 steht von unserem HERRN: „Er erhob sich beim Mahl von Seinem Platz, legte die Oberkleidung ab, nahm einen linnenen Schurz und band ihn sich um. Danach goß Er Wasser in das Waschbecken und begann seinen Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem linnenen Schurz, der Er sich umgebunden hatte, abzutrocknen. So kam Er denn auch zu Simon Petrus. Dieser sagte zu Ihm: ,HERR, Du willst mir die Füße waschen?‘ Jesus antwortete ihm mit den Worten: ,Was Ich damit tue, verstehst du jetzt noch nicht, du wirst es aber nachher verstehen.‘ Petrus entgegnete Ihm: ,Nun und nimmer sollst Du mir die Füße waschen!‘ Jesus antwortete ihm: ,Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du keinen Anteil an Mir.‘ Da sagte Simon Petrus zu Ihm: ,HERR, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!‘ Jesus antwortete ihm: ,Wer gebadet ist, dem braucht nichts weiter gewaschen zu werden als die Füße …‘“
Solange wir diesen Text nur als Berichterstattung verstehen, fühlen wir uns gar nicht angesprochen. Damals sprach der HERR zu denen, die dort anwesend waren; heute spricht Er durch dasselbe Wort zu uns. Wir müssen uns in die Rolle des Petrus versetzen. Er fragte: „HERR, Du willst mir die Füße waschen?“ Der HERR antwortete: „Was Ich damit tue, verstehst du jetzt nicht, du wirst es aber nachher verstehen.“ Petrus bekräftigt seine Entscheidung, indem er ausruft: „Nun und nimmer sollst Du mir die Füße waschen!“ Er wollte nicht, daß der HERR sich vor ihm so erniedrigt und diesen verachteten Dienst an ihm tut. Doch der HERR und Meister gab Seinen Jüngern eine praktische Lehre. „Wer der Größte unter euch sein will, der sei euer aller Diener.“ Der HERR diente in Demut und völliger Erniedrigung. ER legte Sein Obergewand ab, band sich einen Schurz um, beugte sich hinunter und übernahm die Aufgabe eines Haussklaven. Es war ein Beispiel für Seine Jünger, daß jeder den anderen höher achten sollte als sich selbst. Hier hat Er es in einer ganz praktischen Lektion gezeigt.
Als der HERR dem Petrus sagte: „Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du keinen Anteil an Mir“, erschrak der Apostel und rief aus: „HERR, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!“ Wie sollen wir verstehen, daß er sonst keinen Anteil an Ihm gehabt hätte? Bekommt denn irgend jemand durch die Fußwaschung einen Teil am HERRN? Es geht um den Gehorsam, den wir unserem HERRN schuldig sind, und um den Dienst untereinander. Ganz gleich, wie unscheinbar eine Weisung, eine Forderung oder eine Anordnung ist, die der HERR uns auferlegt, wir haben sie kindlich im Glauben zu erfüllen, ohne zu fragen, warum und weshalb. Befolgen wir sie nicht, so unterbrechen wir die Verbindung zu dem, der sie gab. Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Es ist uns auferlegt worden, jedes Wort und jede Weisung ernst zu nehmen und danach zu tun.
Von Vers 12 an heißt es: „Nachdem Er ihnen nun die Füße gewaschen und Seine Oberkleidung wieder angelegt und Seinen Platz am Tisch wieder einge- nommen hatte, sagte Er zu ihnen: ,Versteht ihr, was Ich an euch getan habe? Ihr redet Mich mit ‘Meister’ und ‘HERR’ an und habt recht mit dieser Benennung, denn Ich bin es wirklich. Wenn nun Ich, der HERR und der Meister, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen;denn ein Vorbild habe Ich euch gegeben, damit ihr es ebenso machet, wie Ich an euch getan habe. Wahrhlich, wahrlich Ich sage euch: Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr, und ein Sendbote nicht höher als sein Absender. Wenn ihr dies wißt, — selig seid ihr, wenn ihr danach handelt!‘“
Die Worte des Meisters lauteten klar und unmißverständlich: „Wenn nun Ich, der HERR und der Meister, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen.“ Daran gibt es nichts zu deuten oder zu erklären. Wenn der HERR sagte, daß wir einander die Füße waschen sollen, und sogar betont: „So seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen“, dann hat Er es auch so gemeint. Mit der orientalischen Sitte hat das nichts zu tun. Die war allen geläufig, auch dem HERRN und Meister. Ganz deutlich sagte Er: „… denn ein Vorbild habe Ich euch gegeben, damit ihr ebenso tut, wie Ich an euch getan habe.“ Das ist eine klare Weisung ohne jegliches Wenn und Aber. ER unterstrich Sein Gebot mit den Worten: „Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr und ein Apostel nicht höher als der ihn sandte.“
Jedesmal, wenn der HERR die Redewendung „Wahrlich, wahrlich“ verwen- dete, sollten wir in besonderer Weise aufmerken, denn dann wollte Er etwas hervorheben, was unsre Beachtung verdient hat. Hier in Joh. 13 tat Er das mehrere Male.
Über die Fußwaschung gibt es im Grunde genommen nicht viel zu sagen. Sie muß im Urchristentum so selbstverständlich gewesen sein, daß wir in der Heili- gen Schrift fast nicht mehr darüber berichtet finden. Paulus griff dieses Thema noch einmal kurz auf, als er die Bedingungen für die Aufnahme der Witwen in das Gemeindeverzeichnis festlegte. Dort heißt es: „… und durch gute Werke wohl bezeugt ist, insofern sie nämlich Kinder großgezogen, Gastfreundschaft gegen Fremde geübt, Heiligen die Füße gewaschen, Bedrängten Hilfe geleistet hat, überhaupt guten Werken aller Art eifrig nachgegangen ist“ (1. Tim. 5, 10).
Wir haben anhand der Bibel gezeigt, daß der HERR Jesus die Fußwaschung eingesetzt und uns ein praktisches Beispiel gegeben hat. Deshalb wird nie- mand, der wirklich aufrichtig ist, darüber diskutieren oder Erklärungen geben, die zum Nichtbefolgen anleiten, sondern tun, was Er gebot. Jedem Gläubigen sollte Gottes Wort so heilig sein, daß er bereit ist, auch das geringste Gebot zu erfüllen. Auf einen solchen Menschen treffen die Worte zu, mit denen der HERR dieses Thema zum Abschluß brachte: „Wenn ihr dies wißt, — selig seid ihr, wenn ihr danach handelt!“ Der Segen liegt von Anfang bis zu Ende auf den Tätern des Wortes. Möge der HERR solche Leute aus uns machen, die in Seinen Wegen wandeln und alles tun, was Er geboten hat.
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