Circular Letter

Rundbrief Mai 1983

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 4 calendar_month 29. 5. 1983

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„Ihr seid ja doch zur Freiheit berufen, liebe Brüder.” (Gal. 5,13). Christus hat uns von der Knechtschaft der Sünde erlöst und in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes geführt. Die geistliche Freiheit, in die wir versetzt werden, verläuft jedoch innerhalb der Schranken des Wortes Gottes. Es gibt keine Freiheit, in der jeder tun kann, was er möchte. Wer über die Schrift hinausgeht, verliert seine geistliche Freiheit und wird wieder zum Sklaven eines religiösen Systems. Dogmen und Satzungen gibt es nicht nur in den christlichen Denominationen und Organisationen, sondern auch in den Kreisen derer, die bekennen, die Botschaft für diese Zeit zu glauben. Wo immer Menschen gewisse Lehren und Verordnungen, gleich welcher Art, einfüh ren, da machen sie die Seligkeit nicht mehr ausschließlich von dem vollbrachten Erlösungswerk, das auf Golgatha geschehen ist, ubhiiti gig, sondern von Werken, die sie ihrerseits tun.

Unser Glaube und unsere Lehre, unser Denken und Handeln, unsere ganze Gesinnung muß im Einklang mit dem Wort sein und darf nicht darüber hinausgehen. Gott ist in Seinem Wort, und niemand kann es sich noch leisten, an Ihm „vorbeizuglauben”, -zudenken, -zureden und -zuleben. Wer in Jesus Christus bleibt, der bleibt in Seinem Worte. Durch die letzte Botschaft ist uns auf beeindruckende und überwältigende Weise deutlich gezeigt worden, daß die ganze Bibel vom ersten bis zum letzten Kapitel in vollkommener und absoluter Übereinstimmung verläuft. Die gesamte Heilige Schrift ist das Wort Gottes. Es war derselbe Gott, der im Alten Testament geredet hat, und derselbe, der im Neuen Testament sprach. Muß Gott einen einzigen Satz zurücknehmen, den Er je ausgesprochen hat? Würde Er heute auch nur einen einzigen Vers anders formulieren?

Doch leider hört man auch aus dem Mund von Gläubigen die Worte: „Ach, das steht ja im Alten Testament” oder „Das hat Gott zur Zeit Moses gesagt”, „Das steht doch im Gesetz”, „in den Propheten” oder „in den Psalmen”. Hat nicht Jesus selbst immer wieder auf das Alte Testament Bezug genommen; auf Mose, die Psalmen und die Propheten? Auf welcher Grundlage stand die Lehre der Apostel? Was konnte ein Paulus aufschlagen, wenn er aus dem Wort Gottes vorlesen wollte? Woher nahm er all die Beispiele, die er in seinen Briefen verwendet? Damals gab es das „Neue Testament” überhaupt noch nicht! In Römer 3 schreibt er: „Heben wir demnach das Gesetz durch den Glauben auf? Nimmermehr! Nein, wir geben dem Gesetz die rechte Stellung.”

In Hebr. 8, Vers 10, zitiert er das Wort aus dem Propheten Jere-mia 31, 33b: „So spricht der HErr: ,ICH will Meine Gesetze in ihren Sinn hineinlegen und sie ihnen in ihr Herz schreiben, und will dann ihr Gott sein, und sie sollen Mein Volk sein.” Dort steht nicht: „ICH will das Gesetz Moses mit allen Vorschriften in sie hineinlegen”, sondern: „ICH will Meine Gesetze in ihren Sinn hineinlegen und sie ihnen ins Herz schreiben.” Das Gesetz Moses beinhaltet beides: einerseits das Gesetz Gottes, das für alle verbindlich ist, andererseits das Gesetz, das für Israel und seinen Gottesdienst bestimmt war. Mitten im Gesetz Moses befindet sich das geistliche, das göttliche Gesetz — das, was als Offenbarung verkündigt werden sollte (Hebr. 3, Vers 5). Das ist der Teil, der für die Gläubigen bestimmt ist. Wenn Bruder Branham, Paulus, die vier Evangelisten und die Apostel sich auf das Alte Testament bezogen haben, dann doch nicht, um das schwere Joch des Gesetzes Moses auf uns zu legen, sondern das sanfte und leichte Joch Jesu Christi (Matth. 11, 30).

Hat Paulus nicht geschrieben: „Das Gesetz ist heilig und gut, ebenso das Gebot” (Römer 7, 12)? „ Wir wissen ja, daß das Gesetz geistlich ist” (Vers 14). Hat er nicht dargelegt, daß Erkenntnis der Sünde nur durch das Gesetz kommt? Jede Willkür muß aufhören. Warum

wurde Jesus unter das Gesetz gestellt? ER ist nicht gekommen, es aufzulösen, sondern jede Forderung gehorsam zu erfüllen und uns vom Fluch des Gesetzes loszukaufen (Gal. 3,13). Wir sind von dem Buchstaben losgelöst worden, damit wir in das neue Wesen des Geistes hineinkommen und den Dienst des neuen Bundes in rechter Weise ausführen können (Vers 6). Alle Erlösten haben Macht bekommen, Kinder Gottes zu werden.

Seit Adam stehen alle Menschen unter dem Fluch, den Gott nach der ersten Übertretung ausgesprochen hat. Im Gesetz wurde jeder Ungehorsam gegen die Gebote Gottes unter Strafe gestellt. Jesus, unser HErr und Erlöser, aber kam auf diese Erde, um die Strafe der Sünde und den Tod — das ewige Getrenntsein von Gott — auf sich zu nehmen und uns mit Gott zu versöhnen. Deshalb rief Er am Kreuz aus: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?” Durch das teure Blut des Lammes wurde nicht nur eine Anzahlung für die Erlösung unserer Seele, sondern der volle Kaufpreis entrichtet. Die Gabe des Heiligen Geistes ist nur die Anzahlung, das Angeld, das Anrecht auf unsere Leibeserlösung (Eph. 1,13-14; Eph. 4, 30), doch das Blut, in dem das Leben Gottes war, beinhaltete den vollen und endgültigen Kaufpreis für uns. Unser Leib wartet noch auf die Erlösung und Verwandlung, unsere Seele aber ist bereits erlöst und hat ewiges Leben empfangen.