Circular Letter

Rundbrief Mai 1983

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 4 calendar_month 29. 5. 1983

Navigate

Kapitoly

expand_more

Navigate

Kapitoly

Jump to any chapter without leaving the reader.

Über kein Thema in der Bibel gibt es so viele Schriftstellen wie über die Heiligung. Trotzdem scheinen die wenigsten verstanden zu haben, was die göttliche Heiligung tatsächlich ist, denn wie in vielen anderen Dingen haben sie auch hier ihre eigenen Gedanken, nach denen sie ihre Heiligung suchen. Das aber hat nichts mit dem zu tun, was Gott fordert, sondern ist eine Heiligung „nach Hausmacherart”. Der HErr jedoch will bei Seiner Wiederkunft eine Gemeinde vorfinden, die Ihm wohlgefällig ist und völlig tadellos vor Ihm dasteht. „ER selber aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und völlig tadellos möge euer Geist, samt der Seele und dem Leibe bis zur Wiederkunft unseres HErrn Jesus Christus bewahrt geblieben sein. Treu ist der, der euch beruft. Er wird es auch vollführen.” (1. Thess. 5, 23-24). Uns fällt auf, daß in diesem Bibeltext die Gläubigen angesprochen werden, die bei der Wiederkunft Jesu Christi auf Erden sind.

Bruder Branham hat immer wieder auf die Bereiche Seele und Geist Bezug genommen und darauf hingewiesen, daß es möglich ist, im Geist gewaltige Segnungen zu erleben und trotzdem in seiner Seele verloren zu sein. Doch jetzt, kurz vor dem Kommen Jesu, muß eine Überwinderschar hervorkommen, eine Wort-Braut, eine Geist-Braut, die in jedem Bereich vollkommen mit der Schrift übereinstimmt.

Unser HErr bat für die Seinen: „Heilige sie in Deiner Wahrheit: Dein Wort ist die Wahrheit.” Dieser Ausspruch ist von größter Bedeutung. Eine Gott wohlgefällige Heiligung vollzieht sich nur innerhalb des Wortes Gottes. Eine andere Heiligung gibt es nicht, die vor Gott gilt. Eigene Vorstellungen, eigene Bemühungen können vor Ihm nicht bestehen. Wenn Jesus sagte: „Heilige sie in Deiner Wahrheit.”, dann meint Er damit das ganze Wort. Schon im Alten Testament gab der HErr Anordnungen für das persönliche Leben eines Menschen, die befolgt werden mußten. Durch das Befolgen dieser Verordnungen wurden die Menschen, die ihr Opfer vor Gott dargebracht hatten, dem HErrn wohlgefällig. In 3. Mose 11 steht geschrieben: „ICH bin der HErr, euer Gott. Heiligt euch also und seid heilig! denn Ich bin heilig. . . Ich bin der HErr, der euch aus Ägypten herausgeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein, denn Ich bin heilig.”

Auch im Neuen Testament wird den von Gott Herausgeführten geboten: „ . . . sondert euch ab', gebietet der HErr, ,und rühret nichts Unreines an, so will Ich euch aufnehmen' und: ICH will euer Vater sein, und ihr sollt Mir Söhne und Töchter sein', spricht der HErr, der Allmächtige. Da wir nun solche Verheißungen haben, Geliebte, wollen wir uns von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen und völlige Heiligung bei uns schaffen in der Furcht Gottes!” (2. Kor. 6,17 — 7,1). Die völlige Heiligung, die uns durch das Wort Gottes gezeigt wird, muß von der Seele ausgehen und überträgt sich dann auf den Geist und den Leib. Nur wenn das Wort in die Seele eingedrungen ist, kann der Geist die göttliche Heiligung am ganzen Menschen vollziehen. Die innere Zustimmung zu jedem Wort Gottes und die Bereitwilligkeit, es gehorsam zu tun, sind die Voraussetzungen für die wirkliche Heiligung.

In 3. Mose 22,17-30, gibt der HErr Anweisungen über die Darbringung des Opfers. Indem der Gläubige Gott ein fehlerloses Opfer darbrachte, wurde er dem HErrn wohlgefällig, sollte aber seinerseits dem Worte Gottes nachkommen, um dadurch in Wahrheit geheiligt zu werden. Für uns ist das fehlerlose Lamm Gottes als vollkommenes Opfer dargebracht worden. In Ihm haben auch wir Gottes Wohlgefallen empfangen und lassen uns als Gläubige durch die gehorsame Erfüllung der Wahrheit heiligen. Der HErr spricht: „So beobachtet denn Meine Gebote und tut nach ihnen: ICH bin der HErr! und entweiht Meinen heiligen Namen nicht, damit Ich inmitten der Israeliten geheiligt werde: ICH bin der HErr, der euch heiligt.” (3. Mose 22, 31-32). Wer dem Worte Gottes nicht nachkommt, entweiht den Namen des HErrn und kann nicht geheiligt werden. Gott aber will, daß Sein Name inmitten Seines Volkes geheiligt wird. Im Vaterunser beten wir: „Geheiligt werde Dein Name.” Alle diejenigen, auf denen Gottes Wohlgefallen ruht und die Sein Wort befolgen, haben vor Seinem Namen heilige Ehrfurcht. Der HErr wiederum vollzieht eine vom Geist gewirkte Heiligung an denen, die Sein Wort bewahren und danach tun.

„Denn beide, sowohl der Heiligende, als auch die, welche von Ihm geheiligt werden, stammen ja alle von dem gleichen Vater her” (Hebr. 2, 11). Wir sind als Söhne und Töchter Gottes aus dem ursprünglichen Samen, und deshalb haben wir Anteil an der göttlichen Natur erhalten. In 1. Petr. 1, Vers 15-16, bezieht sich der Apostel auf das vorhin zitierte Schriftwort aus 3. Mose und schreibt: „Sondern werdet nach dem Vorbild des Heiligen, der euch berufen hat, gleichfalls in eurem ganzen Wandel heilig, weil ja doch geschrieben steht: Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig.”

Es geht um die Gott wohlgefällige Heiligung, ohne die niemand den HErrn schauen wird. Eine selbsterwählte Frömmigkeit führt zu Selbstgerechtigkeit und verursacht, daß man auf andere herabschaut. So begibt man sich in den Tempel Gottes und spricht: „HErr, ich danke Dir, daß ich nicht so bin wie dieser und jener!” Unsere Frage muß doch sein: „HErr, bin ich so, wie Du mich haben möchtest? Wie stehe ich vor Dir?” Gegen Menschen, die in ihren eigenen Augen besonders geistlich sind, verteidigt Paulus die wahrhaft Gläubigen mit den Worten: „Niemand soll euch verurteilen, indem er sich in demutsvollem Wesen und in Verehrung der Engel gefällt, sich mit Gesichten brüstet, ohne Grund von seinem fleischlichen Sinn aufgeblasen ist und sich nicht an das Haupt hält, von dem aus der ganze Leib durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten wird und so ein gottgeordnetes Wachstum vollzieht” (Kol. 2, 18-19).

Dieser Text zwingt uns zum Nachdenken. Jemand kann tatsächlich sich selber gefallen, gesegnet werden, Gaben betätigen, Gesichte sehen und trotzdem fleischlich und menschlich gesinnt sein. So haben wir es gelesen. Wir würden meinen, solche Menschen seien schon halb im Himmel. Der Apostel jedoch hat mit seinem klaren prophetischen Blick die Sache durchschaut und erklärt, daß derartige Gläubige, die sich nicht unterordnen und in den Leib des HErrn einfügen lassen, überhaupt keinen Anteil am geistlichen Aufbau und am Wachstum haben. Sie sind aufgeblasen, mehr nicht. Sie treten viele Worte, die an die Gemeinde gerichtet sind, mit Füßen. Wie können sie dann darin geheiligt werden? Alle Gaben und Segnungen werden aufhören, doch das Wort Gottes und diejenigen, die sich im Glaubensgehorsam darin heiligen lassen, bleiben in Ewigkeit bestehen.

Wer sich nicht jedem Wort, das an die Gemeinde gerichtet ist, fügt, lebt doch in Auflehnung gegen Gott, der geredet hat. Möge es dem Geiste Gottes gelingen, einem jeden einzelnen klarzumachen, wie die göttliche Heüigung, durch die wir dem HErrn wohlgefällig werden, wirklich geschieht.