Circular Letter

RUNDBRIEF April 1996

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 4 calendar_month 12. 4. 1996

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Für den Apostel Paulus war das Thema der Wiederkunft Christi sehr wichtig. Dreizehnmal erwähnt er die Taufe, aber fünfzigmal spricht er von der Wiederkunft. Genaugenommen nimmt jeder dreißigste Vers im Neuen Testament Bezug auf das zweite Kommen bzw. die Wiederkunft Jesu Christi.

Es ist ein wichtiges, ein zentrales Thema in der Heiligen Schrift. So wie die Hoffnung der gläubigen Israeliten das Kommen des Messias war und jetzt wieder ist, so ist die Hoffnung der Gläubigen aus den Nationen die Wiederkunft Jesu Christi. „Und jeder, der diese Hoffnung auf Ihn setzt, reinigt sich, gleichwie Er rein ist.“ (1. Joh. 3:3). Wie schon oft gepredigt und geschrieben: Die Wiederkunft Christi wird das größte Ereignis am Ende der Gnadenzeit sein! Alle damit verbundenen Einzelheiten und was dabei geschehen wird, ist im Wort ausführlich beschrieben worden.

Wenn der himmlische Bräutigam wiederkommt und Seine irdische Braut zum Hochzeitsmahl des Lammes hinaufnimmt, wird sich Matth. 25:1-10 buchstäblich erfüllen: Die Hälfte der Jungfrauen, die dem Bräutigam entgegengeht, ist wirklich bereit und wird zum Hochzeitsmahl eingehen. Auf das «Bereitsein» kommt es an, wie geschrieben steht: „…und Seine Braut hat sich bereitet“ (Offbg. 19:7). In verschiedenen Bibelstellen wird uns die Auserwählung, die ja dann offenbar werden wird, vor Augen geführt: Zwei werden auf einem Bett liegen, zwei auf einer Mühle mahlen, zwei auf dem Felde sein usw.; einer wird angenommen, der andere bleibt zurück.

Bei der Wiederkunft Jesu Christi werden alle Bibelstellen, die damit im Zusammenhang stehen, ihre buchstäbliche Erfüllung finden, auch das, was im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde zu Korinth steht: „Seht, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wohl aber werden wir alle verwandelt werden…“ (1. Kor. 15:51). Paulus hat das ihm geoffenbarte Geheimnis niedergeschrieben; er hat deutlich gesagt, wie es geschehen wird, nämlich, daß zu dem bestimmten Zeitpunkt der Wiederkunft Christi die in Christo Lebenden nicht erst noch sterben, sondern unmittelbar verwandelt werden. Diesen Gedanken führt er in 2. Kor. 5 weiter aus, wo er selbst nicht erst durch den Tod entkleidet, sondern direkt durch die Verwandlung überkleidet werden wollte.

Sehr wichtig bei diesem Thema ist, daß sich die Wiederkunft Jesu Christi nicht über Jahre, Wochen oder Tage erstreckt und auch nicht in verschiedenen Etappen vor sich geht, sondern wie der Herr Jesus es selbst gesagt hat: „Denn wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum Westen leuchtet, so wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein“ (Matth. 24:27).

Paulus stimmt mit den Worten des Herrn genau überein und beschreibt, wie es geschehen wird: „… im Nu, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenstoß; denn die Posaune wird erschallen, und sofort werden die Toten in Unvergänglichkeit auferweckt werden, und wir werden verwandelt werden.“ (1. Kor. 15:52). Auf diese Posaune bezieht sich der Apostel in 1. Thess. 4, indem er schreibt: „Denn der Herr selbst wird, sobald Sein Weckruf ergeht, sobald die Stimme des Engelfürsten erschallt und die Posaune Gottes ertönt, vom Himmel herabkommen, und die Töten in Christus werden zuerst auferstehen; darauf werden wir, die wir noch leben und übriggeblieben sind, zusammen mit ihnen auf Wolken dem Herrn entgegen in die Luft entrückt werden; und alsdann werden wir allezeit mit dem Herrn vereinigt sein.“ (Vv. 16-17).

Paulus sprach nicht in Ungewißheit, sondern hatte das Absolut des Wortes Gottes. Deshalb konnte er auch schreiben: „Denn so gewiß wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, ebenso gewiß wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit Ihm zusammenbringen. Denn das sagen wir euch auf Grund eines Wortes des Herrn…(1. Thess. 4:14-15a). Klarer, übersichtlicher und bis in alle Einzelheiten hinein, als in der Heiligen Schrift ausgeführt, kann es nicht gesagt werden. Wir glauben, wie die Schrift sagt. Wer lehrt, daß der Herr Jesus schon gekommen ist, hat das Wort verlassen und den Verstand verloren; er ist zerrütteten Sinnes und steht im Grunde genommen unter antichristlichem Einfluß, welcher die leibliche Wiederkunft Jesu Christi leugnet und dieselbe vergeistlicht. Die Lehre, daß die „Parusie“ Christi bereits geschehen ist, entbehrt jeder biblischen Grundlage. Das Wort „Parusie“ bedeutet ja «leibliche Anwesenheit».

Alle genauen Bibelübersetzungen geben die beiden wichtigen Stellen, nämlich 1. Joh. 4:2 und 2. Joh., Vers 7, in unterschiedlichen Zeitformen wieder. Die erste bezieht sich auf das Kommen Jesu Christi damals, als das Wort Fleisch wurde, und lautet: „Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus im Fleisch gekommen ist, stammt von Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht so bekennt, stammt nicht von Gott, und das ist der Geist des Widerchrists …“ Der Apostel fährt fort und schreibt: „Wir stammen von Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht von Gott stammt, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Truges.

Der Lieblingsjünger Jesu führt die Abstammung der wahren Kinder Gottes bis zum Ende des 5. Kapitels mit aller Deutlichkeit aus. Er spricht von der Zeugung aus Gott und hebt hervor: „Wir wissen, daß wir von Gott stammen, die ganze Welt dagegen in der Gewalt des Bösen liegt…“ (V. 19).

In der zweiten Stelle, nämlich 2. Joh., Vers 7, bezieht sich der Apostel auf die Wiederkunft Jesu Christi, also auf Sein zweites Kommen, und schreibt: „Denn viele Irrlehrer sind in die Welt ausgegangen, die Jesus Christus nicht als den bekennen, der im Fleisch kommt. Dies ist der Irrlehrer und der Widerchrist.“  (Züricher Übersetzung.) Diese Bibelstelle steht tatsächlich in den sorgfältigen Übersetzungen in der Zukunftsform, wie z. B. in der Übersetzung von Dr. Hermann Menge, der griechischen Interlinear-Übersetzung, der hebräischen «Bethel Edition», der «Züricher Bibel» und anderen. Wer die leibliche Wiederkunft des Herrn leugnet und Sein Kommen vergeistlicht, ist demnach verführt und hat sich selbst für die Erstauferstehung, Verwandlung und Entrückung disqualifiziert!

Jesus hat in Seinem Fleischesleibe gelitten, ist gestorben und begraben worden und ist am dritten Tage von den Toten auferstanden. ER selbst sagte nach Seiner Auferstehung: „Seht Meine Hände und Meine Füße an, daß Ich es leibhaftig bin! Betastet Mich und beschaut Mich; ein Geist hat ja doch kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr solche an Mir wahrnehmt“ (Luk. 24:39). Thomas wollte und konnte nicht eher glauben, bis er die Wundenmale in den Händen und in der Seite des auferstandenen Erlösers gesehen hatte (Joh. 20:24-29). Wir predigen Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen und gen Himmel Gefahrenen. Gemäß Apg. 1:11 wird derselbe Jesus, der vor den Augen Sei-ner Jünger leibhaftig in den Himmel emporgehoben wurde (Luk. 24), in derselben Weise wiederkommen.

Entsprechend dem göttlichen Heilsplan bleiben unserem Herrn die Merkmale der Erlösung bis zur Vollendung der Gemeinde aus den Nationen und den Auserwählten aus Israel. Wenn Israel sich bekehrt, werden sie auf den Gekreuzigten blicken, auf Ihn, den sie durchbohrt haben (Sach. 12:10), ja, vor aller Welt wird unser Herr sich vor Aufrichtung der Königsherrschaft als der Gekreuzigte mit großer Kraft und Herrlichkeit offenbaren: „… und sehen werden Ihn die Augen aller, auch die, welche Ihn durchstochen haben, und wehklagen werden um Ihn alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen!“ (Offbg. 1:7). Jedes Knie wird sich dann vor Ihm beugen, und jede Zunge wird bekennen, daß der von aller Welt verachtete, zum Heil der Seinen Gekreuzigte der Herr selbst ist.

Bei Seiner Wiederkunft erfüllt sich, daß „unser niedriger Leib verwandelt wird zur Gleichgestalt mit Seinem Herrlichkeitsleibe vermöge der Kraft, mit der Er auch alle Dinge sich zu unterwerfen vermag.“ (Phil. 3:21).

Johannes ermahnt uns: „Und gerade jetzt, ihr Kindlein, bleibet in Ihm, damit wir, wenn Er sich offenbart, freudige Zuversicht haben dürfen und bei Seiner Ankunft nicht beschämt vor Ihm zurücktreten müssen … Wir wissen jedoch, daß, wenn diese Offenbarung eintritt, wir Ihm gleich sein werden; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist.“ (1. Joh. 2:28+3:2b). Das ist dann vollendete Erlösung nach Seele, Geist und Leib. Der Herr der Herrlichkeit, in dessen Bild wir geschaffen wurden, ist uns in diesem Fleischesleibe gleich geworden, in dem wir gesündigt haben und der dem Tode preisgegeben war, um an unserer Statt zu sterben, Schuld und Sünde zu vergeben, völlige Sühne zu bewirken, Tod und Teufel zu überwinden, bis hin zur Leibesverwandlung, tun Ihm gleich zu sein. Wie wir alle irdisch das Bild Adams an uns tragen, so werden wir dann das Bild Christi tragen (1. Kor. 15:45-49).

Abschließend sei zu diesem Thema, das von den Aposteln eingehend behandelt wurde, noch erwähnt, was Petrus in Verbindung mit der Wiederkunft Jesu Christi schreibt: „Denn wir sind nicht klug ersonnenen Fabeln nachgegangen, als wir euch die Macht und Wiederkunft unsers Herrn Jesus Christus verkündigten, sondern wir sind Augenzeugen Seiner wunderbaren Herrlichkeit gewesen.“ (2. Petr. 1:16). Bei der Wiederkunft Jesu Christi wird die Macht Gottes, die Auferstehungskraft, die Verwandlungskraft offenbar werden. In diesem Zusammenhang schreibt der Apostel Petrus die Worte: „Und um so fester steht uns nun das prophetische Wort, das wir besitzen …“ (V. 19)

Das gleiche darf ich und dürfen auch wir sagen. Wir haben beides: das prophetische und das apostolische Wort. Wir glauben, wie die Schrift sagt. Doch es muß sich auch erfüllen, daß Menschen sagen: „Christus ist hier! Christus ist da!“ Der Herr ermahnte uns: „Glaubt es nicht!“ (Matth. 24:23). Christus kommt weder auf einen Berg noch in ein Tal, weder in die Wüste noch in ein Gemach. Wir werden Ihm, wie geschrieben steht, entgegengerückt und in der Luft begegnen. Das ist So spricht der Herr. Wer aus dem Wortsamen durch den Geist Gottes wiedergeboren wurde, hat die Verbindung zum Wort durch den Geist und kann nur glauben, wie die Schrift sagt. Jesus Christus, der seit Pfingsten im Geist alle Tage bis an der Welt Ende mit und in den Seinen ist, wird leibhaftig wiederkommen; dann werden unsere vergänglichen und sterblichen Leiber in die Unvergänglichkeit und Unsterblichkeit verwandelt werden, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.