Circular Letter

RUNDBRIEF Mai 1981

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 5 calendar_month 27. 5. 1981

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Was jetzt mit scheinbar großem Erfolg durch die charismatische Bewegung geschieht, hat Bruder Branham besonders in den Predigten nach Öffnung der Siegel vorausgesagt. Je näher wir dem Ende kommen, umso schwieriger ist es zu unterscheiden, was tatsächlich von Gott ist. Als Gläubige nehmen wir zur Kenntnis, in welch einer Weise sich Gottes Wort in allen Bereichen erfüllt, doch in der Hauptsache geht es um die geistliche Entwicklung in der Gesamt-Gemeinde. Alle christlichen Glaubens-Richtungen sind überzeugt, daß Christus mit ihnen ist. Das Bestreben nach Einheit ist so groß wie nie zuvor. Es werden Bibelstellen fälschlich verwendet, die absolut nicht in den Zusammenhang gehören. Gemäß dem hohenpriesterlichen Gebet gelangt die Gemeinde zu einer von Gott gewirkten Einheit. Diese darf nicht mit einem menschlichen Machwerk verwechselt werden, das alle vereinigt, ganz gleich, was sie glauben und lehren. Das Bestreben in dieser Zeit besteht darin, eine möglichst breite Grundlage zu schaffen, auf der alle bereitwilligen Gemeinden und Kirchen Platz haben. Bei Gott aber sieht die Einheit ganz anders aus. Sie wird nicht durch Super-Kongresse oder religiöse Begeisterung erreicht, sondern besteht darin, wie der HErr es selber sagt: „Ich in ihnen und du in mir, auf daß sie zu vollkommener Einheit gelangen.“ Nur wer die Einheit Gottes erkennt und glaubt, daß Gott selbst in Christus Menschengestalt angenommen hat, kann zur wirklichen Einheit gelangen. Gott in Christus und Christus in uns, das ist die wahre Einheit, von der unser HErr spricht. Alle menschlichen Bemühungen tragen antichristliche Merkmale; sie gleichen dem Opfer, das Kain Gott darbrachte. Sie mögen noch so gut gemeint sein, haben aber nichts mit der wahren Gemeinde Gottes und ihrer Vollendung zu tun. Die Erstgeborenen, die zur Brautgemeinde gehören, werden mit dem himmlischen Bräutigam vereinigt.

Die Schriftkundigen unserer Zeit wissen natürlich bestens, in welch einer Weise Gott in der Vergangenheit gewirkt hat, und deshalb bedarf es gar keiner großen Anstrengung, das Wirken Gottes eigenmächtig nachzuahmen, indem man selbst etwas produziert. Da kann die Rede sein von drei Visionen, einem Stadion und davon, daß namhafte religiöse Führer sofort zustimmten und daß alle unter einen Hut gebracht werden konnten und einmütig das gleiche sagten. So etwas geschieht nicht zum erstenmal. Es wird uns deutlich berichtet, was in den Tagen Ahabs geschah, als Zedekia seine Vision erzählte und die vierhundert geistlichen Führer von einem Lügengeist betört wurden:

Sie glaubten und sagten das gleiche. Bei Micha war es ganz anders. Ihm ging es weder um eine große Sache noch um sein Ansehen; seine Offenbarung war keine wohlüberlegte Vorstellung, wie man die Sache erfolgreich vortragen und durchführen kann. Der wahre Prophet Gottes sah und hörte, was Gott beschlossen hatte. Seine Vision war nicht auf seine Vorstellung abgestimmt, sondern stimmte mit dem Worte Gottes überein; er suchte auch nicht die leitenden Persönlichkeiten auf. Wir müssen alle Dinge, die an uns herangetragen werden, am Worte Gottes prüfen.

Ohne Scheu bezeuge ich hier vor allen, daß Gott Seinen Knecht und Propheten, William Branham, sandte. Das wissen auch alle religiösen Leiter der charismatischen Bewegung, weil sie seinen bevollmächtigten Dienst zum großen Teil miterlebten. Durch ihn hat Gott das ,,So spricht der HErr“ an Sein Volk gerichtet. Wer die von Gott bestätigte Wahrheit des Wortes nicht glauben will, wird den Irrtum annehmen müssen. Beides liegt ganz eng beieinander; es sind Zwillinge und Halbbrüder. Doch Dank sei Gott, daß die Auserwählten nicht verführt werden können.

Wo und wann hat Gott einen Seiner Knechte dazu beauftragt, Menschen aus aller Welt herbeizurufen, um dann etwas Großes zu tun? Wer die Heilige Schrift gelesen hat, findet darin genau das Gegenteil. Der HErr spricht: „Gehet hin in alle Weit…“ Das ist biblische Sendung. In der Apostelgeschichte hat Gott zuerst an 120 Gläubigen etwas getan, dann hörten die Menschen davon und kamen zusammen. Es brauchten keine Sensationspropaganda gemacht, keine Unsummen für Reklame-Zwecke ausgegeben und keine Bettelgottesdienste veranstaltet werden – da, wo Gott wirkte, strömten die Menschen zusammen. Selbstverständlich möchten wir, daß noch viele erreicht werden, aber das muß zu der von Gott bestimmten Zeit und so, wie Er es will, geschehen. Bruder Branham hat in einer Predigt darauf hingewiesen, daß man Gott einen großen Dienst tun kann, ohne daß es Sein Wille ist. Ging es einem biblischen Evangelisten jemals um Geld? Verwendete je einer viel Zeit dazu, um große Programme zu präsentieren? Versuchte auch nur einer von ihnen, die Gutmütigkeit der Gläubigen auszunutzen? Heute jedoch scheint der Name des HErrn dazu vorgeschoben zu werden, um aus der Sache Gottes ein möglichst großes Geschäft zu machen. Vielleicht muß der HErr wieder einmal die Tische der Geldwechsler umwerfen und in Seinem Tempel aufräumen, um daraus ein Bethaus zu machen.

Wir glauben daran, daß es im Willen Gottes ist, das Evangelium vom Reich unter allen Völkern zu predigen. Doch dazu bedarf es einer Berufung und eines Auftrages von Gott. ER weiß, wann Zeit und Stunde gekommen ist, und wird sich auch dabei nicht verspäten. IHM geht es darum, Seine Gemeinde, die zum Teil noch in der charismatischen Bewegung und anderen Gemeinschaften ist, herauszurufen, damit Er sich in ihrer Mitte so offenbaren kann wie am Anfang. In den heutigen christlichen Strömungen werden die biblischen Lehren nicht in Übereinstimmung der Apostel verkündigt, geschweige ist da die Rede von dem, was Gott jetzt tut. Nach außen macht es großen Eindruck, wenn man sagen kann: ,,Hier sind Katholiken und Protestanten, hier sind viele verschiedene Glaubensrichtungen eins geworden.“ Die Frage ist, mit wem sie eins geworden sind, worin sie eins geworden sind und zu welchem Zweck. Es wird jetzt am Ende dahinkommen, daß nur die wirklich Auserwählten bewahrt bleiben, weil sie von Gott aus die Dinge durchschauen und abgesondert werden. Die Botschaft der Endzeit ist eine Herausforderung an alle wirklich Gläubigen, aus jeder Vermischung herauszukommen. Dann endet die religiöse Verwirrung. Wird eine Sache als biblisch dargestellt, ist es schwierig zu unterscheiden, ob es wirklich so ist, besonders dann, wenn in dem Zusammenhang von Traumgesichten und Offenbarungen die Rede ist. Doch wir sind voller Zuversicht, daß der HErr die Seinen erhalten und recht leiten wird. Möchten doch diese kurzen Ausführungen noch vielen die Augen öffnen.