Circular Letter
RUNDBRIEF Mai 1981
Ewald Frank
Navigate
Kapitoly
expand_more
Navigate
Kapitoly
Navigate
Kapitoly
Jump to any chapter without leaving the reader.
Kapitola 3
Die Decke Moses
3 / 5
Obwohl sich die Juden seit jeher besonders auf Mose berufen, liegt gerade die Decke Moses bis auf den heutigen Tag über ihnen. Paulus schreibt in 2. Korinther 3: „Denn bis auf den heutigen Tag ist dieselbe Decke immer noch da, wenn die Schriften des Alten Bundes vorgelesen werden, und wird nicht abgetan, weil sie nur in Christus weggenommen wird. Ja, bis heute liegt, so oft Mose vorgelesen wird, eine Decke über ihren Herzen. Sobald Israel sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggezogen.“ Wir alle können die Geschichte in 2. Mose 34 nachlesen, um besser zu begreifen, worum es hier geht. Gott der HErr hatte dem Mose das Wort für Israel aufgetragen. Als er vom Berge herabkam, strahlte sein Angesicht von der Herrlichkeit Gottes. Mose trat dann vor die Israeliten und teilte ihnen alle Worte Gottes mit. Danach legte er eine Decke über sein Gesicht, so daß die Israeliten nicht sahen, wie der Glanz verschwand.
Das Wort, das Mose ihnen mitteilte, war Offenbarung Gottes, doch den Israeliten blieb nur der Buchstabe des Wortes, nicht aber die darin enthaltene Offenbarung übrig. Ihr geistliches Denken wurde verhärtet, und deshalb begreifen sie den Sinn der Schriften des Alten Bundes nicht, auch wenn sie Tag und Nacht mit größtem Fleiß darin lesen. Die Decke liegt nicht über ihren Augen, sondern über ihrem Herzen, denn Gott offenbart sich nicht unserem Kopf, sondern unserem Herzen. Das Geheimnis liegt darin, daß diese Decke nur in Christus weggenommen wird. Christus, der Messias, ist nicht nur die Hoffnung der Gemeinde, sondern auch die ursprüngliche Hoffnung Israels. In Apg. 15:21 lesen wir: „Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, weil er ja in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.“ Das Vorlesen hat keine Erleuchtung und Erkenntnis mit sich gebracht. Wir merken, wie wichtig der Ausspruch Bruder Branhams ist, daß der HErr die Gemeinde auf Offenbarung des Geistes gegründet hat.
Das Wort, das der Apostel durch den Geist vor fast zweitausend Jahren niedergeschrieben hat, trifft auch heute noch zu. An jedem Sabbat wird bei den Juden hauptsächlich aus der Thora, das sind die fünf Bücher Mose, gelesen, ohne daß die Erleuchtung in ihre Herzen hineinkommt. Wir als neutestamentliche Gläubige sehen, worin der Fehler liegt, nämlich darin, daß sie das Neue Testament nicht anerkennen, weil sie Christus, den Messias, verworfen haben. Trotzdem begehen viele Christen denselben Fehler, indem sie nur das Neue Testament für wichtig halten und dabei das Alte außer acht lassen, weil sie sich darin nicht zurechtfinden. Dabei gehören beide untrennbar zusammen, weil das Neue Testament ja die Erfüllung der Prophetie des Alten ist. Eines ohne das andere führt zu Einseitigkeit und zu einer toten Form; bei den Juden und auch bei den Christen.
„Und was Mose betrifft, so ist er zwar „ in seinem ganzen Hause treu'' gewesen, als „Diener“, um Zeugnis abzulegen für das, was als Offenbarung verkündigt werden sollte; Christus dagegen ist treu als „Sohn“ über „sein eigenes Haus“, und sein Haus sind wir, vorausgesetzt daß wir an der freudigen Zuversicht und an der Hoffnung, deren wir uns rühmen, bis ans Ende unerschütterlich festhalten.“ (Hebr. 3:5-6)
PDF
EPUB