Circular Letter
RUNDBRIEF September 1981
Ewald Frank
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Kapitola 1
RUNDBRIEF September 1981
1 / 6
„Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.“ Heb. 13,8
RUNDBRIEF September 1981
Ganz herzlich grüße ich euch alle in dem teuren Namen des HErrn Jesus Christus mit dem Wort aus Sprüche 31:8-9:
„Tu deinen Mund auf für die Stummen, für die Sache aller Hilflosen! Tu deinen Mund auf zu gerechtem Richterspruch und schaffe Recht dem Elenden und Armen!“
Manchmal wird gesagt: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!” Das trifft für alle Menschen zu. Wenn es aber um die Sache Gottes geht, müssen diejenigen, zu denen der HErr gesprochen hat, reden. Sie treten nicht für ihr eigenes, sondern für das Recht der Elenden und Armen ein. Wir sehen es bei Mose, denn als Gott zu ihm geredet hatte, tat er seinen Mund auf und setzte sich für die Unterdrückten und Hilflosen ein. Die Elenden und Armen kamen zu ihrem Recht. Das Volk Gottes wurde in der Gesamtheit gemäß dem verheißenen Wort herausgeführt und erlebte die Wunder Gottes.
Um auf der Erde gehört zu werden, benötigt Gott immer einen menschlichen Mund, durch den Er reden kann. Männer, deren Ohren Seine Stimme vernommen und die einen Auftrag empfangen hatten, waren dann der Mund, durch den Er sprach; deshalb schreibt Paulus an Timotheus: „Führe den Auftrag so aus, daß du ohne Flecken, ohne Tadel bleibst bis zur Erscheinung unsers HErrn Jesus Christus.” (1.Tim. 6:14).
Nachdem Gott zu Mose gesprochen und ihn beauftragt hatte, wandte dieser ein, daß er nicht reden kann. Doch der HErr sprach: „ICH aber will mit deinem und mit seinem Munde sein und euch angeben, was ihr zu tun habt.” Auf Aaron bezogen sagte der HErr: „Er soll also für dich zum Volk reden und zwar so, daß er für dich der Mund ist und du für ihn an Gottes Statt bist.” Das ist ein sehr wichtiges Wort. Nicht immer ist der Prophet, zu dem Gott redete, in der Lage gewesen, allein den Auftrag auszuführen. Er trägt aber die Verantwortung vor Gott. Dennoch kann jemand anders auf eine Anweisung vom HErrn zum Dienst hinzugezogen werden. Dann verläuft alles in der göttlichen Harmonie und umfaßt den Gesamtauftrag.
Mose war der Prophet und damit der Mund Gottes. Er empfing das Wort und teilte es Aaron mit. Dieser hatte Mose an Gottes Statt anzusehen und das empfangene Wort auszuteilen. Schon damals hat der HErr die göttliche Ordnung festgelegt, die uns ein wenig zu hoch gegriffen scheint aber für immer gültig bleibt. Nicht jeder, der das prophetische Wort weitertrug, ist von Gott zu einem Propheten berufen worden, doch war und ist es bei einem heilsgeschichtlichen Auftrag erforderlich, daß eine göttliche Berufung durch einen Propheten bestätigt wurde. Beides hatte Gott selbst angeordnet. Erstens, daß Mose Sein Prophet und damit der Mund des HErrn ist, und zweitens, daß Aaron der Mund Moses war, der das Wort dem Volke Gottes mitteilte. Es war die gleiche Sendung, der gleiche Auftrag.
Ohne es vorgehabt zu haben, muß ich unwillkürlich an dieser Stelle an das denken, was Gott in weiser Voraussicht in unserer Zeit getan hat. ER hat die Berufung, das Wort zu verkündigen und die geistliche Speise auszuteilen, gegeben und es auch durch den Mund Seines Propheten in Gegenwart von Zeugen bestätigt. Keiner hat es gewußt und keiner gewollt, und doch befinden wir uns mitten in einer direkten heilsgeschichtlichen Entwicklung.
Paulus konnte sagen: „Ich habe es euch so überliefert, wie ich es vom HErrn empfangen habe.” Männer Gottes im Alten und Neuen Testament haben das Wort vom HErrn empfangen; andere wurden oft schon zu ihren Zeiten damit beauftragt, es weiterzugeben. Zu Mose sprach der HErr weiter: „Siehe, Ich mache dich für den Pharao zu einem Gott, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein. Du sollst ihm alles sagen, was Ich dir auftragen werde.” Aaron hatte nichts mit einer Deutung oder Auslegung des Wortes zu tun, er war verpflichtet, unter der Inspiration des Heiligen Geistes genau das weiterzugeben, was Gott geredet hatte. So ist es mit jedem, der zu einem Dienst im Reiche Gottes berufen wurde.
Es steht geschrieben: „Wer euch aufnimmt, der nimmt Mich auf, und wer euch hört, der hört Mich.” Menschen, an die das Wort Gottes erging, und diejenigen, die es im Glauben aufgenommen haben, wurden aus dem menschlichen in den göttlichen Stand versetzt. Deshalb wurden auch die, durch welche Gott sprach, Götter genannt. (Joh. 10:34-35). Äußerlich blieben sie Menschen, innerlich wurden sie von Gott durchdrungen.
In Psalm 82:6 steht: „Wohl habe Ich selber gesagt, daß ihr Götter seid und Söhne des Höchsten allesamt.” Selbst im Alten Testament wurden diejenigen, an die das Wort Gottes erging, schon Götter und Söhne des Höchsten genannt. Im Neuen Testament werden alle Wiedergeborenen als Söhne und Töchter Gottes bezeichnet. Die Voraussetzung und Grundlage dafür ist in der Tatsache zu suchen und zu finden, daß wir durch das ewigbleibende Wort Gottes, das an uns er ging, zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren worden sind. (1. Petr. 1:23). Der HErr selber war das Wort und wurde als Sohn Gottes im Fleische offenbar. Wir, die wir im Fleische sind, nehmen das Wort Gottes auf und werden so in den göttlichen Stand Zurück versetzt und zu Söhnen und Töchtern Gottes. Durch das Versohnungsblut des Lammes Gottes ist unsere Sünde gesühnt und vergeben, unsere Schuld bezahlt. Doch durch das Wort und den Geist Gottes wird etwas Neues in uns geschaffen, und wir bekommen Anteil an der göttlichen Natur. Wir sind als Gotteskinder „göttlichen Geschlechts” und tragen das Wesen Jesu Christi.
Menschen können Vergebung ihrer Sünden durch den Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, empfangen haben, ohne daß sie die Wiedergeburt erlebten. Es ist sogar möglich, daß Menschen in ihrem Geiste die Salbung des Heiligen Geistes erleben, ohne daß sie in der Seele wiedergeboren worden sind. Einerseits werden Gaben betätigt, andererseits ist das alte Wesen mit Haß, Neid und Eifersucht noch immer da. Das richtige Erlebnis mit Gott besteht darin, daß wir die Vergebung empfangen, zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren und durch den Heiligen Geist versiegelt werden. Wir müssen sagen können: „Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.” Nur wer das ganze Wort Gottes als göttlichen Samen im Glauben aufnimmt, hat die Möglichkeit, die Auswirkung des ganzen Wortes Gottes zu erleben. Wir müssen die Dinge einmal so sehen, wie sie tatsächlich sind. Viele glauben an Jesus Christus, sind gerechtfertigt worden und bleiben dabei stehen. Andere haben eine Salbung mit dem Heiligen Geist empfangen, gehen aber an den Verheißungen des Wortes für diese Zeit vorbei. Der Mensch, den der HErr wirklich ruft, lebt von jedem Worte Gottes, und nicht nur von einzelnen Schriftstellen, die ihm zusagen. Durch die Wiedererstattung alles dessen, was verloren ging, soll alles in den rechten Stand zurückversetzt werden, dabei darf nicht ein einziges Glied in der Kette fehlen, es muß das Gesamtpaket alles dessen sein, was Gott verheißen hat.
Gott gab einzelnen Weisungen und Befehle, die sie ausführten. ER gab aber auch verbindliche Anordnungen für Israel und die Gemeinde. Dem Volke Israel gab Er das Gesetz mit allen dazugehörenden Verordnungen. Im Neuen Testament gab der HErr die Lehren für die Gemeinde. Paulus schreibt an Timotheus: „Als Vorbild gesunder Lehren halte die fest, welche du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus wurzeln. Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.” (2. Tim. 1:13-14). Gott hat in die Gemeinde Apostel, Propheten, Hirten, Lehrer und Evangelisten gesetzt. Solange die Gemeinde auf Erden ist, muß es diese Dienste geben, und sie werden in völliger Übereinstimmung mit denen am Anfang sein. Wenn jemand sich als Prophet, Lehrer oder Apostel ausgibt, seine Verkündigung aber nicht mit der des Urchristentums übereinstimmt, dann handelt es sich um Menschen, die nur die betreffenden Titel tragen, aber keine göttliche Berufung haben. Ist jemand in dieser Zeit von Gott beauftragt, so muß sein Dienst in allem mit der Bibel übereinstimmen. Der Maßstab kann allein das Wort Gottes sein.
Es hat keine Zeit wie diese in der Menschheitsgeschichte gegeben. Jetzt wird der gesamte Heilsratschluß Gottes vollständig zusammengefaßt. Durch die Erfüllung erhielten beim ersten Kommen Christi die betreffenden Bibelstellen ihre vorgesehene Bedeutung, und sie erhalten sie auch jetzt. Am Ende der Gnadenzeit offenbart der Geist Gottes alles, was bis dahin noch verborgen geblieben ist, und verbindet es mit dem, was schon bekannt war. Was Gott in unserer Zeit getan hat und weiterhin tut, wird aber nur von denen begriffen und als wertvoll erachtet, die selber Anteil daran haben. Wir müssen bei allem, was Gott uns anvertraut hat, demütig und nüchtern bleiben. Es ist ja nur Gnade, wenn der HErr sich unser erbarmt hat und zu uns redet. Gehören wir zu denjenigen, zu denen der HErr durch Sein geistgewirktes, geoffenbartes Wort gesprochen hat, dann ergeht es uns wie denen, an die das Wort direkt ergangen war. Diejenigen, zu denen der HErr sprach, haben Gnade gefunden. Auch wir können dessen gewiß sein, daß wir Gnade vor ihm gefunden haben, weil Er zu uns geredet hat. Das Wort richtet zur Zeit der Erfüllung immer das aus, wozu es gesandt wurde.
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