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Rundbrief Mai 1984

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 5 calendar_month 28. 5. 1984

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Die neutestamentliche Gemeinde kann in jeder Beziehung geistlich mit dem Volk Israel im Alten Testament verglichen werden. Das irdische Volk Gottes wurde aus einem fremden Land, aus der Gewalt einer irdischen Macht befreit und führte dann einen irdischen Kampf mit irdischen Feinden. Die Gemeinde als geistliches Volk Gottes muß einen geistlichen Kampf mit bösen Feindesmächten führen. Während das Volk Israel lediglich die Anweisungen des HErrn zu befolgen brauchte, als Gott es aus Ägypten herausführte, mußten sie sich beim Einzug in das Verheißene Land jedes Fleckchen Boden erkämpfen. Beim Auszug ließ der HErr durch Mose anordnen, daß in jedem Haus ein Lamm geschlachtet und daß dessen Blut an die Türpfosten gestrichen werden sollte. Dann fand der Auszug statt. In einer einzigen Nacht war das ganze Volk befreit und gerettet. Sie zogen durch das Rote Meer, das sich geteilt hatte, erreichten das andere Ufer und wanderten durch die Wüste. Die ganze Zeit hindurch trug Gott für alles Sorge. Erst als sie das Verheißene Land in Besitz nahmen, begannen für sie selbst die harten Kämpfe.

Nach dem Willen Gottes hat das Lamm Gottes Sein Blut für das Volk Gottes vergossen. Alle Erlösten sind unter dem Blut der Versöhnung, haben Vergebung ihrer Schuld und Sünde empfangen. Es geschah am Kreuz auf Golgatha, daß unser HErr sterbend ausrief: „Es ist vollbracht!“ Diese Tatsache gilt für jedes Glied am Leibe des HErrn. So gewiß keine Klaue in Ägypten zurückblieb, so gewiß wird kein einziges Glied, das zum Leibe Jesu Christi gehört, zurückbleiben. Wenn wir uns jetzt anschicken, die göttlichen Verheißungen in Besitz zu nehmen, müssen wir jedoch damit rechnen, daß uns die Feinde entgegentreten und Widerstand leisten werden. Deshalb wollen wir uns geistlich zum rüstigen Vorwärtsschreiten bereit machen und wie ein Mann zusammenstehen.

In 5. Mose 20 ließ der HErr durch den Mund Seines Knechtes folgende Anordnung bekanntgeben: „Ist jemand unter euch, der Angst hat und verzagten Herzens ist? Der trete ab und kehre zu seinem Haus zurück, damit er seine Volksgenossen nicht ebenso mutlos macht, wie er selbst ist.“ Das gleiche würde der HErr uns heute sagen. Zehn der zwölf Kundschafter glaubten nicht und machten das ganze Volk durch ihren Unglauben irre. Josua und Kaleb glaubten. Sie brachten den Beweis der Frucht des Verheißenen Landes mit und ermutigten alle, vorwärts zu gehen. Sie glaubten Gott und waren bereit, das Land der Verheißung einzunehmen. Zwar mußten sie kämpfen, doch sie gingen vorwärts. Heute fordert der HErr uns in gleicher Weise auf, Mut zu haben und nicht auf die Feinde, sondern auf Gott zu blicken, der die Verheißungen gegeben hat und gewiß erfüllen wird.

Es verwundert uns nicht, daß wir jetzt in den größten geistlichen Kampf verwickelt sind. Die Stunde Gottes – die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Satan kann das Volk Gottes nicht länger durch fromme Sprüche täuschen und somit unter seinem Einfluß halten. In unserem Leittext heißt es: „Denn für jede Sache gibt es eine zur bestimmten Zeit eintretende Entscheidung.“ Am 6. April 1984 war ich zutiefst betroffen, als ich erfuhr, was für eine teuflische Lüge als SO SPRICHT DER HERR dargestellt worden ist! Im letzten Rundbrief habe ich die Entwicklung der vergangenen Jahre kurz erwähnt. Es tut mir sehr leid, daß alle Gläubigen der Endzeitbotschaft in diese geistliche Auseinandersetzung hineingezogen werden, doch eine Befreiung ist nur möglich, wenn die Lüge aufgedeckt und die Wahrheit offenbar wird. In Hebräer 10 lesen wir: „Denkt an die früheren Tage zurück, in denen ihr nach empfangener Erleuchtung einen harten Leidenskampf geduldig bestanden habt, indem ihr teils selbst durch Beschimpfungen und Drangsale zum öffentlichen Schauspiel gemacht wurdet, teils an den Geschicken derer teilnehmen mußtet, die in solche Lagen versetzt waren“ (Vers 32-33). Solche Dinge sind nie angenehm, doch weder die Propheten noch die Apostel hatten ein angenehmes Leben. Es ist ein direkter Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Unser HErr mußte die schlimmsten Beschimpfungen hinnehmen und wurde zum öffentlichen Schauspiel gemacht. Selbst wenn es die Apostel dabei nicht persönlich betraf, blieben sie doch nicht unberührt von all dem, was in jenen Tagen vor sich ging. Genauso ist es auch heute mit allen, die der Endzeitbotschaft Glauben geschenkt haben.

Obwohl ich dessen überdrüssig bin, und ihr sicher auch, können wir das, was geschehen ist, nicht einfach außer acht lassen und zur Tagesordnung übergehen. Ihr habt ein Recht darauf, die Wahrheit zu wissen, und könnt euch selbst ein Urteil über alles bilden. Nachdem ich erst jetzt den Wortlaut dessen, was im Februar 1979 in Ost-Berlin als Weissagung gegeben wurde und was mir damals überhaupt nicht ins Bewußtsein gedrungen ist, erfahren habe, war ich wie vom Schlag getroffen. Es hieß darin unter anderem: „ … du belügst das Volk und machst dir dadurch einen Namen, und du tust es absichtlich.“ Daß ich dieser satanischen Frechheit, die den Ausgangspunkt der gesamten Zerstörungsaktion bildete, nicht noch das in Verblendung und Vermessenheit ausgesprochene SO SPRICHT DER HERR hinzufüge, wird wohl jeder begreifen. Es ist eine Lüge Satans, um den Dienst zu zerstören, durch den die geoffenbarten Wahrheiten in absoluter Reinheit und Klarheit, in völliger Übereinstimmung mit dem Worte Gottes in alle Welt hinausgetragen werden. Weil es ihm nicht gefiel, daß sein Tun vom Garten Eden bis ans Ende aufgedeckt wurde, bediente er sich eines teuren Menschenkindes, um sein Werk der Zerstörung einzuleiten.

Als ich am 26. April im gleichen Hause nochmal dazu aufforderte, mir auch nur einen Punkt zu nennen, den ich nicht richtig gelehrt hätte, da herrschte große Verlegenheit und Schweigen. Jeder von Euch, die ihr schon seit Jahren mit der Verkündigung der Endzeitbotschaft vertraut seid, kann sich selbst ein reelles Urteil darüber bilden, ob durch diesen Dienst die biblischen Wahrheiten, angefangen mit Gottheit, Taufe, der ursprünglichen Sünde, bis hin zu den letzten Geheimnissen Gottes, nicht genau so verkündigt wurden, wie der HErr sie Seinem Knecht und Propheten geoffenbart hat, oder ob Lügen vorgetragen worden sind. In den über achtzig Ländern der Erde, die ich besucht habe, gibt es nicht einen Ort, wo nachgewiesen werden kann, daß etwas gepredigt worden wäre, was nicht mit der Bibel und der von Gott gegebenen Botschaft übereingestimmt hätte.

Womit sollte ich mir einen Namen gemacht haben? Habe ich nicht von dem Zeitpunkt an, als ich damit begann, die Predigten Bruder Branhams zu übersetzen, die Schmach Christi auf mich genommen, obwohl ich die Möglichkeit hatte, in einer Denomination etwas Großes zu werden? Habe ich mich nicht sogar bei den Predigern der Endzeitbotschaft seit Jahren der harten Kritik ausgesetzt, weil ich kompromißlos das verfochten habe, was Bruder Branham verkündigt hat, und allem entgegengetreten bin, was man ihm zwar zugeschrieben, was er aber nie gesagt hat? Zum Beispiel wurde von einem amerikanischen Bruder, den ich übersetzte, verkündigt, Bruder Branham habe einen Kalender gesehen, der sich von selbst aufschlug und beim Jahr 1977 stehenblieb. Jahrelang bat ich vergeblich darum, mir das Tonband zukommen zu lassen, auf dem Bruder Branham davon gesprochen hat.

Obwohl mir niemand das Band nennen konnte, wurde ich von den Brüdern aus den USA heftig angegriffen, als ich den vermeintlichen Ausspruch Bruder Branhams, 1977 würde die Zeit zu Ende gehen und der Übergang ins Tausendjährige Reich stattfinden, korrigierte. Um der Wahrheit willen bin ich gezwungen gewesen, die eingeschlichenen Irrtümer zu korrigieren, und werde es auch in Zukunft tun müssen.

So ist beispielsweise auch die Behauptung falsch, es sei ein Ausspruch Bruder Branhams, daß die in Christus Entschlafenen 30-40 Tage unter uns sein werden, ehe wir entrückt werden. Ich habe ihn bis heute in seinen Predigten nicht gefunden; auch keiner von denen, die das lehren. Gott wird keinen fragen, sondern alles so tun, wie Er es geplant hat. Jedenfalls ist unvorstellbar, was geschehen würde, wenn unsere heimgegangenen Brüder und Schwestern aus dem Paradies, aus der ungetrübten Herrlichkeit, in das Chaos des zwanzigsten Jahrhunderts kämen. Es könnte viel Unheil vermieden werden, wenn man da schweigt, wo die Bibel schweigt, und nur redet, was sie klar bezeugt!

Ich rechne damit, daß ich auch in Zukunft angefeindet werde, weil ich all die verschiedenen unbiblischen Lehren, die sich einschleichen, aufdecke und korrigiere. Doch ich bin vor keinem Menschen, sondern vor Gott verantwortlich, den Gläubigen das reine Wort zu bringen. Nie werde ich etwas durchgehen lassen, so wahr Gott mir hilft, sondern den Auftrag, den der HErr mir gab, ausführen, bis die herausgerufene Braut des Lammes ohne Flecken und Runzeln zubereitet dasteht.

Bruder Branham, auf den sich ja in dieser Zeit so manche berufen, die gar keine göttliche Berufung haben, berichtet am 22. April 1962 mit Bezug auf die Prediger-Versammlung in Chicago, daß er den Predigern dort folgende Herausforderung gab: „Ich sagte: ,Wenn es jemand von euch widerlegen kann, dann nehmt eure Bibel und kommt her!’ Ich fragte: ,Weshalb seid ihr jetzt so still?’ Niemand sagte etwas. Weshalb nicht? Weil sie sich vor dem Wort fürchteten. Ich sprach: ,Warum hackt ihr auf mir herum, wenn ihr es nicht widerlegen könnt? Dann haltet doch den Mund und hört auf damit! Tut etwas! Und wenn ihr es nicht mit DEM WORT beweisen könnt, dann SCHWEIGT!’“

Wie beschämt würde so mancher dastehen, wenn dieselbe Aufforderung erginge, schwarz auf weiß zu zeigen, wo es geschrieben steht! Sie kennen weder die Bibel noch die Botschaft und verdrehen deshalb die Aussprüche Bruder Branhams nach ihrem eigenen Gutdünken. Glaubt doch nicht gleich jedem, der die „Endzeitbotschaft“ im Mund führt, sondern prüft, ob das, was sie sagen, mit dem Wort Gottes übereinstimmt! Habt ihr es nötig, alles zu schlucken, was aufgetischt wird? Merkt ihr nicht, daß Satan durch verführerische Geister eine auf die jeweilige Sache abgestimmte Strategie hat und sein Unwesen treibt, um zu zerstören, was er zerstören kann? Wo es dem Feind gelingt, wird er die Menschen von einem Irrtum in den anderen führen. Etwas, das nicht von Gott stammt, kann nur vom Satan sein. Er hat zugeschlagen, doch viele werden seinem Einfluß entkommen, weil sie seine Machenschaften durchschauen. Er ist der alte Lügner, aber es wird ihm noch manche Seele entrissen werden.

Aus Gnaden ist uns die Möglichkeit geschenkt worden, die rechte Entscheidung für die Sache Gottes zu treffen. Natürlich mußte jemand als Zielscheibe dienen. Wer die Bibel kennt, sieht darin sogar den Beweis eines göttlichen Auftrages. Nie und nimmer werden diejenigen, die in all den Jahren vorher unter der wahren Verkündigung saßen, vor Gott bestehen können, wenn sie sich nicht aus diesem zerstörerischen Einfluß lösen und wieder auf die Seite Gottes stellen. Diese Sache ist sehr ernst, und jeder sollte sie zu Herzen nehmen. Niemand meine, es gehe um eine Person, um einen Menschen, vor dem man sich beugen müßte. Wir alle müssen uns vor dem lebendigen Gott beugen, denn Er ist HErr, und sonst keiner.

Jetzt muß endgültig mit der Vergangenheit abgeschlossen worden sein. In Zukunft werden wir uns nicht mehr mit dem befassen, was der Feind angerichtet hat, sondern mit Gott im Glauben vorwärts gehen. ER hat uns den Sieg aus Gnaden schon geschenkt. Möchten sich doch alle, die unter einen falschen Einfluß geraten sind, davon lösen und sich neu dem göttlichen Einfluß unterstellen. Nur so kommen wir in Übereinstimmung mit Ihm und Seinem Wort. Gott tut ja alles gemäß Seinem Wort. Durch die prophetische Botschaft dieser Zeit hat Er eine endgültige Kurskorrektur bei Seiner Gemeinde vorgenommen. Gerade deswegen müßten wir mehr als alle anderen mit dem Worte Gottes übereinstimmen.

Paulus schreibt an seinen Mitarbeiter Titus: „In der Lehre beweise Unverfälschtheit, würdevollen Ernst, gesunde, unanfechtbare Rede, damit sich jeder Gegner beschämt fühlt.“ Das sind die Merkmale eines wirklich berufenen Verkündigers des Wortes Gottes: unverfälschte Lehre, unanfechtbare Rede. Der letzte Botschafter an die Gemeinde hat bis zu seinem Ende offen zu allen gesprochen, die hören wollten. Er brachte die gesunde, reine, apostolische Lehre und das prophetische Wort. Alles, was er verkündigt hat, stimmt mit der Heiligen Schrift überein. Davon kann sich jeder selbst überzeugen. „Du aber sprich offen aus, was der gesunden Lehre entspricht.“ Das ist eine durch die Inspiration des Heiligen Geistes niedergeschriebene Anweisung, die jeder befolgen muß, der das Wort Gottes verkündigt. Können sich alle, die Bruder Branham so gern erwähnen, wie er jederzeit und in allem auf die Bibel berufen? Oder haben viele dem Worte Gottes den Rücken gekehrt und versuchen, Zitate aneinanderzureihen? Das Wort war am Anfang; das Wort wird am Ende sein. Gott ist und bleibt der Gott Seines Wortes. Die Gemeinde ist und bleibt eine Gemeinde des Wortes.

„Die Auserwählten können nicht verführt werden!“ Wie oft wird gerade dieser Satz von den Gläubigen, ja sogar von solchen in den Mund genommen, die sich selbst im größten Irrtum befinden. Wer Matthäus 24, 23-28 aufmerksam liest, wird merken, daß es in diesem Zusammenhang nicht nur um falsche Lehren geht, sondern um das Hauptthema: um den wiederkommenden Christus: „Wenn jemand zu euch sagt: ,Seht, hier ist Christus!’ oder: ,Dort!’so glaubt es nicht.“ Sogar unter den Männern, die mit Bruder Branham zusammen waren, gibt es einige, die absolut falsche Lehren vortragen, bis hin zur Behauptung, daß Christus bereits wiedergekommen sei. Betörte Gläubige schenken ihnen ohne Bedenken Glauben, weil sie ja „vom Propheten eingesetzt wurden“, wie es so schön heißt, und wiederholen dabei munter den Satz: „Die Auserwählten können ja nicht verführt werden.“ Der Teufel lacht dabei, weil er die Leute narren kann, die sich vom Worte lösen. Wer unbiblische Lehren aufnimmt, dessen Sinne werden zerrüttet, und so gleiten Menschen auf den Irrweg. Nur die gesunde Lehre hält geistlich gesund; alle Vermischungen und Deutungen hingegen machen geistlich krank und bringen den Tod.

Paulus schreibt an die Galater: „Wer euch aber irre macht: – er wird sein Strafurteil zu tragen haben, er sei, wer er wolle.“ Ist uns nicht aufgefallen, daß sich auch der Antichrist höchstpersönlich auf das Wort Gottes und auf Christus beruft? Benutzt der falsche Prophet nicht Bibelstellen, die in sein Konzept passen? Führt er nicht den Namen des HErrn im Munde? So verwundert es uns nicht, daß alle, die unter dem gleichen Geist und damit unter demselben Einfluß stehen, es ebenfalls tun.