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RUNDBRIEF September 1979

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 3 calendar_month 12. 9. 1979

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Kapitola 1

RUNDBRIEF September 1979

1 / 3

„Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit“ Heb. 13.8

RUNDBRIEF September 1979

Herzlich grüße ich Euch alle in dem Namen des HERRn Jesus Christus mit dem Wort aus Jer. 17, 12 – 18:

„O, Thron der Herrlichkeit, hocherhaben von Anbeginn an, du Stätte unsers Heiligtums! O, Hoffnung Israels, HERR! Alle, die dich verlassen, werden zu schanden, und die von dir abfallen, deren Namen werden auf die Erde geschrieben; denn verlassen haben sie den Brunnquell lebendigen Wassers, den HERRn.

Heile mich, HERR, so werde ich heil, hilf mir, so ist mir geholfen! denn mein Lobpreis bist du. Siehe! jene sagen zu mir: "Wo bleibt denn das Drohwort des HERRn? möge es doch eintreffen!" Ich aber habe mich nicht dem Hirtenamt in deinem Dienst entzogen und habe den Tag des Unheils nicht herbeigewünscht: du weißt es wohl! Was über meine Lippen gekommen ist, liegt offen vor deinen Augen. Mache mich nicht völlig hoffnungslos, du bist meine Zuflucht am Tage des Unheils! Laß meine Verfolger zu schanden werden, aber nicht mich! laß sie verzagt dastehen, aber nicht mich! Bringe über sie den Tag des Unheils und zerschmettere sie mit doppelter Vernichtung!“

Der treue HERR möge Sein Heiliges und trostreiches Wort an jedem Einzelnen segnen. Der Geist Gottes mache jedem das groß und lebendig, was jeder persönlich benötigt. Aus dem Text entnehmen wir, daß der Thron der Herrlichkeit hier auf Erden im Heiligtum unter Seinem Volke aufgerichtet war. Die Juden beteten den allein wahren Gott an der Stätte an, die Er dazu erwählt hatte. Menschenwort ist hinfällig, es reißt nieder, Gotteswort ist mächtig und wirkungskräftig, es richtet auf. Trost und Hoffnung, Glaube und Zuversicht strömen aus dem Worte Gottes. Der HERR ist die Hoffnung Israels, Er ist die einzige Hoffnung der Gemeinde. Wer Ihn verläßt, wird zu schanden, und die von Ihm abfallen, deren Namen werden in die Erde geschrieben, von der sie genommen sind. Doch wer aus Gott geboren ist, hat die Gewissheit, daß sein Name im Himmel angeschrieben ist.

In der Abhandlung über die Hebräerbriefe lehrt Br. Branham, daß ein wiedergeborenes Gotteskind der Sünde des Unglaubens nicht verfallen kann. Wie könnte jemand, der aus Gott geboren ist und den göttlichen Samen in sich trägt, je leugnen, was er erlebt hat. Das bedeutet nicht, daß wir sündlos oder fehlerlos über diese Erde gehen. Im Glauben schauen wir auf das Lamm Gottes, auf den HERRn, der unser Fürsprecher geworden ist. Wenn uns der Feind dennoch geschlagen hat, so rufen wir mit dem Propheten aus:

„Heile mich, HERR, so werde ich heil, hilf mir, so ist mir geholfen.“

Gott ist kein Mensch, daß Er lüge, Er ist auch nicht von Umständen abhängig. ER ist erhaben und doch nicht teilnahmslos. ER ist nie überrascht, braucht keine Situation neu zu beurteilen. ER kennt das Ende schon vor dem Anfang und weiß um alles, was dazwischen liegt. Jeder Tag unseres Lebens war vor Ihm, ehe wir da waren. Wir aber müssen stille werden und den Willen Gottes erfragen. Wenn eine Phase zu Ende geht, beginnt die nächste. Das Werk Gottes mit der Gemeinde kommt ja erst durch die Entrückung zum Abschluß.

Der HERR hat Israel und die Gemeinde erwählt. ER hat die Verantwortung übernommen. Wer sein Vertrauen auf Ihn setzt, wird im Glauben neu gestärkt. Der Weg Israels und der Gemeinde geht über Höhen und durch Tiefen. Auch das Leben der Gottesmänner und aller Gläubigen verläuft so. Wir wissen jedoch, an wen wir glauben und wer es ist, der uns vor Grundlegung der Welt erwählt hat.

Israel als das von Gott auserwählte Volk war von Anfang an die Zielscheibe der grausamsten Angriffe des Feindes. Bei allen Propheten, bei dem HERRn Jeus und der neutestamentlichen Gemeinde ist es genauso. In der Stunde der schwersten Prüfung kam Satan, der Erzfeind, sogar mit dem Worte Gottes zu Christus, der das Wort war. Doch seine Absicht war es, Ihn herabzustürzen, indem er sagte: „Es steht geschrieben.“ Wer das Wort Gottes dazu gebraucht, andere herabzustürzen oder zu zerstören, steht unter demselben Einfluß. Der Feind ist gekommen, um zu zerstören und umzubringen. Doch Jesus, der das Wort ist, kam, damit wir leben und volles Genüge haben.

In der Stunde der Prüfung lernt man die Menschen so kennen, wie sie wirklich sind. Alle Frommen haben seit eh und je die richtigen Bibelstellen zur Hand, doch wer fragt danach, was Jesus getan, was Er gesagt und wie Er gehandelt hätte. Bei allem dürfen wir ausrufen: „Erkennet, daß der HERR Seine Heiligen wunderbar führt.“ Durch die Gnade Gottes wird eine im Blut des Lammes gewaschene, weiß gekleidete Schar da sein. Am Ende wird offenbar werden, daß alle Erlösten mit ihrem Erlöser als Sieger und überwinder zur Herrlichkeit eingehen. Hier mögen wir mit dem Liederdichter singen: „Oft habe ich gejammert, wenn Satans List mich schlug, jetzt halt ich den umklammert, der meine Sünden trug.“ Jemand schrieb: „Wenn Gott etwas tun will, läßt Er Schwierigkeiten kommen, will Er etwas Großes tun, bringt Er uns in eine unmögliche Lage.“

Jerusalem ist über dreißigmal von Feindesmächten zerstört worden. Keine andere Stadt auf Erden hat das gleiche Schicksal über sich ergehen lassen müssen, doch nun, am Ende der Tage, steht die von Gott erwählte Stadt auferbaut da, zu einem Zeugnis für alle Völker, daß Gottes Wort wahr ist. Auch ist kein anderes Volk so schwere Wege gegangen wie das von Gott auserwählte Volk. Gemäß der Verheißung hat der HERR sie gesammelt und auf den Boden ihres rechtmäßigen Erbteils eingepflanzt. Die Gemeinde ist durch manche Stürme gegangen, mußte einen schweren Weg gehen, wurde oft von Feindesmächten zerstört, doch am Ende wird sie auferbaut auf dem Grund der Apostel und Propheten zu einem lebendigen Zeugnis dastehen. Nur da, wo Gott etwas Besonderes vorhat, wo es um die Verwirklichung Seiner Verheißungen geht, wird der Feind mit aller Macht zuschlagen. Er will die Absicht und das Vorhaben Gottes vereiteln und zunichte machen. Doch unser HERR ist der HERR jeder Lage. ER wird Seinen Ratschluß verwirklichen und Seine Sache herrlich hinausführen.

Der Prophet Jeremia ging einen schweren Weg. Er rief aus: „Ich aber habe mich dem Hirtenamt in Deinem Dienst nicht entzogen.“ Hier ist ein sehr wichtiger Gedanke. Er wußte, daß er von Gott in den göttlichen Dienst gestellt wurde. Es war nicht sein Hirtenamt, das er wahrzunehmen hatte, sondern, über das Volk Gottes gesetzt, war es das Hirtenamt dessen, der ihn dazu berufen hatte, das er ausführte. Wer sich dessen bewußt ist, kann sich dem Dienst nicht entziehen. Er schreibt weiter: „Und habe den Tag des Unheils nicht herbeigewünscht: du weißt es wohl!“ Sicher hat der Mann Gottes einem und dem anderen aus dem Herzen gesprochen. Wer wünscht schon den Tag des Unheils herbei. Der HERR allein ist es, der die Gesamt-übersicht hat. Wer von Menschen eingesetzt wurde, kann auch von ihnen wieder abgesetzt werden. Wer aber von Gott eingesetzt wird, den können Menschen nicht absetzen. In Kapitel 20 sagt der Prophet: „Doch wenn ich mir vornehme, ich will Seiner nicht mehr gedenken und in Seinem Namen nicht mehr reden, so ist es mir im Inneren als wäre ein loderndes Feuer in meinen Gebeinen eingeschlossen, und mühe ich mich ab, es auszuhalten, so vermag ich es nicht.“

Niemand kann ermessen, was mit einer göttlichen Berufung verbunden ist; wie Jona möchte man fliehen und sich willig über Bord werfen lassen, wenn Prüfungen und Schwierigkeiten kommen. Gern gäbe man den Platz einem anderen. Doch das Wort bleibt bestehen: „Denn unwiderruflich sind die Gnadengaben und die Berufung Gottes.“ Weder Israel noch die Gemeinde, weder Propheten noch Apostel noch irgendein Knecht Gottes konnte sich seinen Weg selber vorschreiben. Auch kann sich niemand ein Urteil darüberbilden oder sich zum Richter über den Knecht eines anderen machen. Gerade in den schwersten Prüfungen, wenn das Feuer am heißesten brennt, geht der Läuterungsprozess seinem Höhepunkt entgegen. So zeigt sich, aus welchem Material wir gemacht sind. Niemand braucht besorgt zu sein, dem echten Gold wird kein Schaden zugefügt. Die Schlacke wird lediglich gelöst. Wer nach dem göttlichen Vorsatz berufen und vor Grundlegung der Welt erwählt wurde, weiß, daß uns alles zum Besten dient. Auch wenn der Teufel sich vorgenommen hat, alles durcheinander zu bringen und zu zerstören, so bleibt für immer bestehen, daß Jesus Sieger ist. Wir müssen nur acht geben, daß wir das Schwert des Geistes nicht gegeneinander richten, sondern gegen den Feind. Der Feind ist der einzige Gegner, mit dem wir es zu tun haben. Hiob sollte Gott absagen und sterben, obwohl es der Teufel war, der zugeschlagen hatte. Es ist besser, dem Teufel abzusagen, und zu erkennen, daß Gott uns nur Gutes getan hat, und mit Ihm zu leben.

So gewiß Gott uns Sein Wort durch einen mächtig bestätigten Propheten ganz neu geschenkt hat, so sicher wird Er uns helfen und zur Vollendung führen. Es mag viele Strömungen auf dem christlichen Markt geben, doch die von Gott Herausgerufenen sind diejenigen, die auf die Stimme Seines für diese Zeit geoffenbarten Wortes hören. Wir sind dem HERRn so dankbar, daß Er sich ein geringes Volk auserwählt hat und daß wir aus Gnaden dazugehören dürfen. Wie bereits erwähnt, erkennen wir aus dem Alten und Neuen Testament, daß die Wut des Feindes gegen das Volk Gottes und besonders gegen die von Gott eingesetzten Leiter gerichtet ist. Paulus schreibt: „Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Mächten, mit den Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt.“ (Eph. 6) Gerade deshalb sollen wir die volle Waffenrüstung Gottes anziehen, damit wir am bösen Tage Widerstand leisten können. Der HERR lebt, Er hat Rat auch gegen den Tod. Paulus schreibt: „Unter Ehre und Schande, bei übler und guter Nachrede, als wären wir Verführer und doch wahrhaftig.“ In Zeiten der schwersten Prüfungen wird offenbar, wie wir zu Gott und zueinander stehen.

Vielleicht sind wir jetzt an den Anfang einer neuen Phase gestellt. Nach all der Belehrung und der tiefen Einführung in den Heilsratschluß Gottes sollten wir fähig sein, größere Verantwortung zu übernehmen. Die wahren Brautseelen werden sich in der Liebe des Bräutigams finden. Es muß zu einer geistgewirkten Gemeinschaft unter den Auserwählten kommen. Wir müssen eine königliche Priesterschaft sein, die geistliche Opfer darbringt, Menschen, die in den Riß treten, die Fürbitte einlegen und die Gottes Antwort erhalten. Obwohl Christus unser HERR und König war, hat Er als Hoherpriester nach der göttlichen Ordnung Melchisedeks, nicht nach der menschlichen Ordnung Aarons, sich selbst als Opfer dargebracht. Da Er in allen Dingen versucht wurde wie wir, kann Er als Fürsprecher für uns eintreten. ER nahm alle Schuld und Sünde auf sich, trug sie ans Kreuz, dorthin wo das Blut der Versöhnung zur Vergebung der Sünden floß. So wollen auch wir als Priesterseelen mit unserer eigenen und der Not anderer zum Kreuz kommen, sie dort hinlegen, wo der HERR sie hingetragen hat. Das Kreuz und seine Bedeutung muß dem Gläubigen täglich neu vor Augen stehen. Paulus sagt: „Ich sterbe täglich.“

Nur wenn die Retterliebe unseres Heilandes unsere Herzen erfüllt, können wir fürbittend in rechter Weise für einander eintreten. Die wahren Gotteskinder haben Anteil an der göttlichen Natur und stehen so im Dienst des göttlichen Heiligtums der Gemeinde. Es muß zu einer völligen Harmonie der Gemeinde mit dem HERRn kommen. ER kann keinen Dienst alleine ausführen. Als Haupt braucht Er die Glieder. ER braucht den Leib. Der gesamte Dienst unseres Heilandes wird durch die Gemeinde fortgesetzt. Wir müssen das Geheimnis Christi und der Gemeinde voll begreifen. Der HERR bewirke völlige übereinstimmung mit sich, mit Seinem Worte, mit Seinem Wirken unter allen Gliedern Seines Leibes und nehme den ersten Platz ein.