Circular Letter

Rundbrief Dezember 1976

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 5 calendar_month 14. 12. 1976

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Das Jahr 1976 ist schnell gekommen und noch schneller vergangen. Die Zeit eilt dahin. Kaum hat eine Woche begonnen, schon ist sie zu Ende. Das vergangene Jahr war von Gott in mancherlei Weise reich gesegnet. Es sind so viele Dinge, die wir aufzählen könnten, für die wir dankbar sein können. Ja, eigentlich fordert uns Gottes Wort auf, Gott für alles und in jeder Lage Dank zu sagen. Wir müssen uns bewußt werden, daß nichts eine Selbstverständlichkeit ist. Der HErr hat uns Wohnung, Nahrung und Kleidung gegeben; alle, die sich der Gesundheit erfreuen, haben viel Grund und Ursache, dem HErrn in ganz besonderer Weise zu danken, auch für die tägliche Bewahrung. Ich möchte hier ein persönliches Zeugnis geben von dem, was im Oktober geschah. Meine Reise nach Pakistan, Indien, Australien und Neuseeland war fest gebucht. Eine Woche vor dem Abflug, ungefähr um 10 Uhr morgens, sprach eine Stimme in meinem Herzen: „Sage den Flug nach Indien ab.“ Ich aber überlegte, daß doch die Säle gemietet, die Vorbereitungen getroffen waren und die Bekanntgabe der besonderen Versammlungen in Bombay und Madras stattgefunden hatte, und daß ich doch fliegen müßte. In all den Jahren habe ich immer versucht, mein Wort zu halten. Ob Biegen oder Brechen, ich möchte mein Versprechen halten und niemanden enttäuschen. Das ist einfach mein Wesen.

Doch ungefähr eine Stunde später sprach es noch lauter und kräftiger in meinem Herzen: „Sage den Flug nach Indien ab!“ Jetzt gehorchte ich sofort und sandte ein Telegramm, ohne den Grund anzugeben. Ich wußte, der Geist Gottes war es, der mich so deutlich und eindringlich gemahnt hatte. Am Dienstag, den 12. Oktober hörte ich den ersten Satz aus den Nachrichten darüber, daß eine Passagier-Maschine der Indien-Airlines über dem Flughafen von Bombay explodiert und alle 95 Menschen an Bord dabei ums Leben gekommen waren. Es war der Flug, auf dem ich an dem Tage von Bombay nach Madras gebucht war. Mir ging diese Nachricht wörtlich durch Mark und Bein. Ich erkannte daraus die gütige Hand meines Gottes, der mich gemahnt hatte, den Flug abzusagen und somit dieser schrecklichen Katastrophe zu entgehen. Vielleicht darf ich annehmen, daß meine Aufgabe hier auf Erden noch nicht erfüllt ist. Obwohl für jedes Kind Gottes die Stunde des Heimgangs nicht zu früh kommt und wir alle mit Paulus sagen können: „Ich möchte gern beim HErrn sein, doch um euretwillen ist es besser, daß ich hierbleibe.“ (Phil. 1,21-26)

Vieles könnte ich aufzählen von dem, was Gott in den verschiedenen Ländern in diesem Jahr getan hat. Ich möchte alle darum bitten, doch die vielen Segnungen und Bewahrungen aufzuzählen, einmal alles Negative und Unangenehme zu vergessen und dem HErrn zu danken. Als Menschen neigen wir dazu, uns an den negativen Dingen, die uns nur belasten, aufzuhalten, anstatt das Positive und Göttliche hervorzuheben und uns darüber zu freuen. Der HErr hat noch keinem Unrecht getan und wird es auch in Zukunft nicht tun. Seinem Namen gebührt die Ehre für immer.