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Rundbrief März 1984

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 6 calendar_month 14. 3. 1984

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Kapitola 1

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„Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.” (Heb. 13:8)

Rundbrief März 1984

Ganz herzlich grüße ich Euch alle in dem teuren Namen des HErrn. Einleitend werden wir das Wort aus Lukas 11:33-36, betrachten. Der HErr sagte: „Niemand zündet ein Licht an und stellt es dann in einen verborgenen Winkel oder unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Eintretenden den hellen Schein sehen.”

Gott hat das Licht an den Anfang Seines Schöpfungswerkes gestellt. ER sprach: „Es werde Licht!”, und es ward Licht. Solange Finsternis über der Urflut lag, blieb die Erde wüst und leer. Sobald jedoch das Licht erschienen war, konnte jeder Same aus dem Erdboden zum Leben hervorkommen, denn Licht und Leben gehören zusammen.

Auch am Anfang des Erlösungswerkes standen das Licht und das Leben. „In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen” (Joh. 1:4). Von Ihm, der das Wort war und der alles ins Dasein gerufen hat, kommt das Leben, weil Er selbst das göttliche Leben ist. Das Leben Gottes wurde in dem Menschensohn auf Erden offenbar und damit zum Licht der Menschen.

„Das Licht war da, das wahre, das jeden Menschen erleuchtet, es kam gerade in die Welt.” Jesus Christus ist das wahre Licht. Nur da, wo Er ist, kann neues, geistliches Leben hervorkommen. Alle, die Ihn aufnehmen, werden nicht nach dem Willen eines Menschen, sondern aus Gott gezeugt und geboren. Erst wenn das in einem Menschen geschehen ist, wird das göttliche Leben hervorkommen und zum Licht für andere Menschen werden.

„Denn so hat der HErr uns geboten: ,ICH habe dich zum Licht der Heiden gemacht, damit du zum Heil werdest bis ans Ende der Erde.’“ (Apg. 13:47). Jedem Bibelleser wird auffallen, daß Jesaja in der Einzahl, nämlich in bezug auf unsern HErrn und Erlöser gesprochen hat: „… ICH bestimme Dich zum Licht der Heidenvölker, damit Mein Heil bis ans Ende der Erde reiche.” (Jesaja 49:6b). Paulus hat jedoch erkannt, daß diese Verheißung durch die Gemeinde zur Ausführung gelangen sollte.

Er hatte den Leib des HErrn vor Augen, als er sagte: „Denn so hat der HErr uns geboten…” Damit schließt er sich und die Gemeinde Christi in den weltweiten Missionsauftrag ein. Es geht um den Dienst und die Fortsetzung des Werkes, das Gott durch Christus begonnen hat.

In der Bergpredigt spricht der HErr: „Ihr seid das Licht der Welt! Eine Stadt, die oben auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben.“ Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit, ist das Licht Gottes, das hervorstrahlt. Wenn der Erlöser in den Erlösten ist, muß Sein Leben als das göttliche Licht aus ihnen hervorleuchten. Wie Gott durch Christus wirkte, so wirkt Christus durch die Gemeinde. Sie besteht aus Menschenkindern, die zu Gotteskindern geworden sind, sie ist eine göttliche Einrichtung und damit Offenbarungsstätte der Kraft Gottes auf Erden.

Seit Beginn des Neuen Testaments war die Erfüllung des prophetischen Wortes das Licht, das hervorstrahlte. Die Propheten haben den heilsgeschichtlichen Ablauf vorausgesagt. Seit den Tagen Johannes des Täufers brach sich das Himmelreich mit Gewalt Bahn. Er verkündigte das für jene Zeit verheißene Wort und stellte den Messias vor. Gleichzeitig erfüllte sich durch ihn das prophetische Wort. Jesus Christus, unser HErr, predigte das Reich Gottes, und gleichzeitig erfüllte sich durch Ihn biblische Prophetie. Genauso ist es mit Seiner Gemeinde: sie verkündigt das Evangelium vom Reiche Gottes, ist jedoch selbst ein fester Bestandteil dieses Reiches, indem sich wiederum biblische Prophetie an ihr erfüllt.

Sowohl Johannes der Täufer als auch unser HErr ordneten ihren Dienst biblisch ein. Johannes bezog sich auf das Wort aus Jesaja 40 und sagte: „Ich bin die Stimme dessen, der in der Wüste ruft…“ (Joh. 1:23) Unser HErr antwortete den Jüngern des Johannes mit dem, was in Jesaja 35 über Ihn geschrieben stand: „Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird die Heilsbotschaft verkündigt.“ (Matth. 11:5) Petrus wurde nach der Himmelfahrt des HErrn als erster gebraucht, die Dinge, die geschehen waren, biblisch einzuordnen (Apg. 1:16). Auch Paulus wußte, wie wir bereits gesehen haben, daß sein Dienst mit dem prophetischen Wort in Einklang stand, ja, er bettete seine gesamte Verkündigung darin ein. Er war der Apostel, dem Gott die Offenbarung über die Gemeinde und ihren vielfältigen Auftrag gab.

Durch den prophetischen Dienst in unserer Zeit sollte der Gemeinde gezeigt werden, was Gott mit ihr und durch sie vorhat. Petrus schreibt in 2. Petrus 1:19: „…und um so fester steht uns nun das prophetische Wort, das wir besitzen, und ihr tut wohl, auf dieses acht zu geben als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint.”

Der HErr sagte: „Die Leuchte des Leibes ist das Auge. Solange nun dein Auge gesund ist, hat auch dein ganzer Leib Licht. Wenn es aber nichts taugt, so befindet sich auch dein ganzer Leib in Finsternis” (Lukas 11:34). Im Natürlichen ist uns das klar verständlich. Ein Mensch, der kein Augenlicht hat, tappt im Dunkeln. Das gleiche trifft auf den geistlichen Bereich zu. Früher wurden die Propheten „Seher” genannt. Gott zeigte ihnen Visionen, sie wurden inspiriert und sprachen aus, was Gott sagen wollte. Ja, es steht geschrieben: „Gott der HErr tut nichts, Er offenbare denn Seinen Ratschluß Seinen Knechten, den Propheten.” (Amos 3:7). Wie wir oft genug dargelegt haben, wollte Gott auch vor dem großen und schrecklichen Tag des HErrn einen Propheten senden, durch dessen Dienst das Herz der Kinder Gottes der ursprünglichen Verkündigung der apostolischen Glaubensväter zugewandt werden sollte. Leider haben die großen Evangelisten, Theologen und Bibellehrer weder den von Gott gesandten Mann noch die Botschaft, die er gebracht hat, erkannt. Sie tappen im Dunkeln und orientieren sich weiterhin an den Überlieferungen und Schriftauslegungen der nachapostolischen Kirchenväter, anstatt sich an das original prophetisch-apostolische Vermächtnis zu halten.

In einer Gemeinde, in der das ursprüngliche Wort Gottes nicht verkündigt wird, kann das wahre Licht nicht aufleuchten. „Wo keine prophetische Offenbarung ist, da geht das Volk irre.” Da nützen auch keine Predigten über Licht und Leben, die Gemeinde bleibt in der Finsternis und damit geistlich tot. Alle Anstrengungen, die Welt zu evangelisieren, sind ebenfalls umsonst, wenn man an dem vorbeigeht, was Gott jetzt tut. Der Leib des HErrn braucht ein scharfes Adlerauge, einen klaren prophetischen Blick, in diesem so verführerischen Zeitalter. Die geistlichen Führer haben schon immer eine große Verantwortung gehabt. Die Propheten im Alten Testament, sowie Johannes der Täufer, unser HErr Jesus, der ja selbst das Licht der Welt ist, die Apostel und alle wahren Männer Gottes mußten sich mit der religiösen Geistlichkeit ihrer Zeit auseinandersetzen. Heute wie damals liegt die Not darin, daß sie alle ein großes religiöses Wissen haben, aber für das, was gemäß dem prophetischen Wort im Reiche Gottes geschieht, blind sind. Deshalb hat der HErr mit großem Schmerz, weil Ihn das Volk jammerte, die Schriftgelehrten als blinde Blindenleiter bezeichnet, denn Er sah, daß sie alle in die Grube stürzen würden. Sie waren von sich überzeugt, alles richtig zu wissen. „Dies hörten einige von den Pharisäern, die sich in Seiner Nähe befanden, und fragten Ihn: ,Sind wir etwa auch blind?' Jesus antwortete ihnen: ,Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde. Da ihr aber behauptet: Wir sind sehend, so bleibt eure Sünde.’“

Wohl dem, der begriffen hat, was die Worte des HErrn bedeuten: „Solange nun dein Auge gut ist, hat auch dein ganzer Leib Licht.” Was aber ist, wenn die heutigen christlichen Gemeinden geistlich blind sind und nur noch die Form der Gottseligkeit haben? Zwar rühmen sie sich, alles zu besitzen, doch in Wirklichkeit geschieht nur das in ihrer Mitte, was sie selbst hervorbringen. Dem letzten Gemeindezeitalter hält der HErr vor: „Weil du sagst: ,Ich bin reich, ja reich bin ich geworden und habe an nichts Mangel, und weil du nicht weißt, daß gerade du elend und erbarmenswert, arm, blind und nackt bist…” (Offbg. 3:17).

In der Bergpredigt hat der HErr die geistlich Armen angesprochen und ihnen das Himmelreich verheißen. ER sagte auch: „Zu einer Scheidung bin Ich in diese Welt gekommen; die Nichtsehenden sollen sehen können und die Sehenden blind werden.” Solange Saulus zu den Füßen Gamaliels saß, wurde er zwar theologisch geschult, hatte aber das, was mit Christus in seiner Zeit geschah, überhaupt nicht verstanden. Erst als der HErr ihm begegnete, gingen ihm die Augen auf, und er wurde zu einem auserwählten Rüstzeug.

Der HErr sprach zu ihm: „…Ich werde dich retten vor dem Volk und vor den Heiden, zu denen Ich dich senden will. Du sollst ihnen die Augen öffnen, damit sie sich von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt Satans zu Gott bekehren, auf daß sie Vergebung der Sünden und ein Erbteil unter denen erhalten, die durch den Glauben an Mich geheiligt worden sind.” (Apg. 26:17). Hier steht nicht: „ICH, Jesus, werde ihnen die Augen öffnen”, sondern: „Du, Paulus, sollst ihnen die Augen öffnen.” Durch eine wahrhaft apostolische Verkündigung, die das prophetische Wort immer mit einbezieht, werden die geistlichen Augen der Zuhörer aufgetan. Das ist Sinn und Zweck des Missionsbefehls, den die Gemeinde erhalten hat. Doch bevor sie dazu imstande ist, den ganzen Ratschluß Gottes zu verkündigen, muß sie selbst vollkommen von dem göttlichen Wort erleuchtet und durchdrungen werden. Ihr gilt jetzt die Aufforderung aus Jesaja 60:1: „Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht ist gekommen!”