Circular Letter
Rundbrief März 1984
Ewald Frank
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Kapitola 2
Rückblick in die vergangenen 25 Jahre
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„ICH habe dir also zur Pflicht gemacht: Sei stark und entschlossen, habe keine Angst und verzage nicht. Denn mit dir ist der HErr, dein Gott, bei allem, was du unternimmst.” (Josua 1:9)
Diesen Bibeltext sehe ich im Hinblick auf die vergangenen 25 Jahre, seit mir bewußt geworden ist, wie wichtig die Predigten Bruder Branhams sind, als gerechtfertigt an. Zu allem, was wir bis auf den heutigen Tag unternommen haben, gab Gott Seinen Segen und ließ es uns gelingen. Unsere ersten Gottesdienste fanden in einem kleinen Hauskreis bei der Familie Borg statt, wo ich Mitte 1959 damit begann, den Geschwistern die Predigten Bruder Branhams vom Tonband zu übersetzen.
Schon bald reichten die Räumlichkeiten nicht mehr aus, und wir mieteten den Ratskeller auf der Lutherischen-Kirch-Straße, der ungefähr 70 Leuten Platz bot. Dort versammelten wir uns von April 1960 an. Als dieser Raum ebenfalls zu klein wurde, zogen wir im April 1963 in einen Saal auf der Hubertusstraße um, der genau 120 Sitzplätze hatte.
Im Jahre 1969 war auch dieser Saal zu klein geworden. Auf der Fasanenstraße fanden wir einen, der 280 Personen fassen konnte, und mieteten ihn. Als dann auch dieser nicht mehr ausreichte, stand ich vor der Entscheidung, ob wir uns nicht selbst eine Kapelle bauen sollten.
Ich glaube, daß Gott uns darin geleitet hat, das richtige Grundstück zu finden, auf dem die Kapelle stehen sollte, und daß ihr Bau ein besonderer Meilenstein im Werk des HErrn war. Mit viel Eigenleistung konnte das Gebäude errichtet werden. Der Saal bietet 550, die Empore 150 Personen Platz. Zu Ostern 1974 fand die Einweihung statt, zu der viele Geschwister von nah und fern kamen. In den 10 Jahren, die seitdem vergangen sind, wurden wir, wie die Gottesdienstbesucher immer wieder bezeugen, in den Versammlungen oftmals reich gesegnet.
Wie wir heute sehen, hat es sich auch gelohnt und als sehr praktisch erwiesen, das ganze Gebäude zu unterkellern, denn dadurch erhielten wir zusätzliche Räumlichkeiten, die wir unter anderem als Speisesaal für ca. 330 Personen und als Küche ausstatten konnten.
Im Juli 1976, als ich mich in der Nähe des Kellereingangs zur Kapelle befand – die Abenddämmerung setzte gerade ein –, hörte ich plötzlich laut und deutlich die Worte: „Begib dich auf das Nachbargrundstück und weihe es Mir, denn Ich werde Menschen aus vielen Völkern senden und an diesem Orte segnen.” Ich blieb sofort stehen, drehte mich um, ging, der Stimme des HErrn gehorchend, durch die Pforte, die zum Einkaufszentrum führt, auf das unbebaute Nachbargrundstück, kniete nieder und weihte es dem HErrn.
Gleich am darauffolgenden Montag erkundigte ich mich nach dem Eigentümer, rief ihn an und trug ihm mein Anliegen vor. Dieser in der ganzen Umgebung bekannte Geschäftsmann teilte mir seine Zukunftspläne mit, die er in einem großen Bauvorhaben auf dem Gelände verwirklichen wollte. Er endete mit den Worten: „Es tut mir leid, aber wir benötigen die ganze Fläche für uns.” Ich sagte: „Denken Sie daran, daß Gott Seine Hand darauf gelegt hat.” Doch für ihn war die Angelegenheit damit zunächst erledigt. Ich unternahm nichts, denn ich wußte, daß der Wille des HErrn geschehen würde. Genau drei Wochen später, am 9. August, läutete schon kurz vor 8.00 Uhr morgens das Telefon. Es meldete sich derselbe Herr und sagte: „Herr Frank, ich habe keine Erklärung dafür, aber ich muß Ihrem Wunsch entsprechen und Ihnen das Grundstück verkaufen.” Schon einen Tag später waren wir beim Notar. Gott kann immer noch Herzen wie Wasserbäche lenken.
Beim Kauf jedoch hatte ich nicht begriffen, daß es sich um ein Grundstück handelte, das nur für gewerbliche Zwecke bebaut werden durfte. Als ich beim Bauamt vorsprach, sagte mir der Leiter sehr deutlich, es wäre nicht möglich, unser Vorhaben durchzuführen. Außerdem, so meinte er, würde sich doch jeder vor einem solchen Kauf genau über alles erkundigen. Er fügte hinzu: „Im übrigen habe ich die Pfarrer in der russischen Gefangenschaft kennengelernt. Für mich ist jeder Pastor ein Lump.” Aufgeregt schilderte er mir seine Erlebnisse und Enttäuschungen. Zum Schluß sagte er: „Für die Kirche habe ich nichts übrig.” Wie aus der Pistole geschossen erwiderte ich: „Ich auch nicht.” Er schaute mich zunächst einmal an und schwieg. Nun konnte ich ihm mein Zeugnis geben. Schließlich wurden wir Freunde, und alle Hindernisse erledigten sich von selbst.
Als das erste Gebäude im Rohbau fertig war, kam Bruder Schmidt einmal über das Grundstück und sagte im Vorbeigehen zu mir: „Der Bau reicht doch kaum für die Hälfte der Besucher!” Er ging seines Weges und ich ebenfalls, doch das, was er gesagt hatte, gab mir zu denken. Einige Tage später sagte ich dem HErrn im Gebet: „HErr, wenn Du willst, daß wir zwei anstatt ein Haus bauen, so gib mir die Gewißheit.” Ich schlug die Bibel auf, und meine Augen fielen auf die Stelle in 2. Chronik 16:6b: „So machten sie sich denn an die Bauten und führten sie glücklich aus.”
Wie in den Tagen Moses stellte der HErr Brüder mit allen Fähigkeiten in unsere Mitte, die zu den verschiedenen Arbeiten erforderlich waren. So konnten auch diese beiden Gebäude durch deren selbstlosen Einsatz zu einem großen Teil durch Eigenleistung fertiggestellt werden. Wir haben jetzt die Möglichkeit, ca. 200 Personen Unterkunft zu geben und zu verpflegen. Alle Besucher wissen das zu schätzen.
Gleichzeitig konnten, wir in den Häusern alles unterbringen, was für das Missionswerk notwendig ist: die Druckerei, Büro-, Verarbeitungs-, Versand- und Lagerräume. Über unser Verstehen hinaus hat Gott zur rechten Zeit für alles gesorgt. Kein einziges Mal mußten wir um Geld betteln oder einen Kredit aufnehmen. Aufgrund all der besonderen Führungen des HErrn bin ich davon überzeugt, daß ich im Willen Gottes gehandelt habe und daß es Sein Werk ist, für das Er Sorge trägt.
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