Circular Letter

Rundbrief Oktober 2014

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 7 calendar_month 24. 10. 2014

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Kapitola 4

Die tragische Folge vom Missbrauch der Geistesgaben

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Ein zweiter Punkt kam als schmerzhafte Lektion bei uns hinzu.

Seit dem Erlebnis der Geistestaufe im Mai 1949 in einer Gemeinde des vollen Evangeliums in Hamburg erlebte ich die gesegneten Versammlungen der freien Pfingstgemeinden. Nach einer Predigt waren wir alle in Erwartung, dass der Geist Gottes durch die Geistesgaben – Zungenrede, Auslegung und Weissagung – reden würde.

In den 1950ern nahmen wir die Botschaft an und ließen uns in allen Lehren korrigieren, wie Bruder Branham sie biblisch verkündigt hat – ob es die Gottheit, die Taufe, das Abendmahl oder was auch immer betraf. Die Gemeinde wuchs, und auch das Geisteswirken erlebten wir weiterhin. Nach der Predigt warteten alle hauptsächlich darauf, dass Weissagungen ergingen. Es steht ja geschrieben: „Weissagungen verachtet nicht.“ Es steht aber auch: „Prüfet alles, behaltet das Gute!“ Wenn Brüder und Schwestern mit Namen gerufen wurden, damit für sie gebetet werden sollte, dachten wir, es sei genauso, wie es bei Bruder Branham gewesen war: In der Gebetsreihe seiner Versammlungen waren Personen, die er nicht kannte, und Gott zeigte ihm in Visionen ihre Namen, woher die Menschen kamen und welche Leiden sie hatten. Hier jedoch waren der Gabenträgerin, wie uns erst später bewusst wurde, die Brüder und Schwestern, die sie gerufen hat, bekannt. Niemand kam auf den Gedanken, dass sich bei uns etwas Verkehrtes, eine Nachahmung eingeschlichen haben könnte.

In einer Weissagung wurde ich schließlich aufgefordert, ein Ehepaar zum Dienst zu weihen. Ohne zu zögern tat ich es. Dann kam Samstag, der 18. November 1978. Es war ungefähr 10.00 Uhr, als der Herr mit gewaltiger Stimme gebietend sprach: „Mein Knecht, durchforsche die Apostelgeschichte, ob je ein Mann mit seiner Frau zum Dienst geweiht wurde!“

Sofort nahm ich meine Bibel zur Hand und durchforschte die Apostelgeschichte, wie der Herr es geboten hatte. Ich musste feststellen, dass kein Apostel mit seiner Frau und dass selbst die sieben Armenpfleger ohne Frauen gerufen wurden. Nur Brüder wurden zum fünffachen Dienst als Apostel, Propheten, Lehrer, Hirten und Evangelisten eingesetzt. In dem Moment, als ich der genannten Gabenträgerin dies sagte, verwandelte sich ihre Haltung: Anstatt sich unter die gewaltige Hand Gottes zu beugen und die Korrektur anzunehmen, brach die Wut Satans gegen mich durch. Mir wurde gedroht, mich, meinen Dienst und das ganze Werk zu zerstören. Von da an wurde der Knecht Gottes als Ehebrecher, als Betrüger, als Verführer, sogar als Antichrist und noch vieles mehr bezeichnet. Wegen der Gabe der Weissagung von allen geschätzt, fand sie bei vielen Gehör und Glauben, auch bei Brüdern in den USA und Kanada.

Viele wandten sich mit ihr seit Mai 1979 von der Gemeinde ab, nur wenige blieben treu, und das Werk erlitt weltweit einen großen Schaden. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon in 85 Ländern die Botschaft gepredigt. Für meinen Dienst schien alles zu Ende zu sein. Deshalb wollte ich meinem Leben an jenem 16. Juni 1979 durch die Flutwellen in der Nordsee ein Ende setzen. Doch eine Frage brannte in meinem zerrissenen Herzen: „Geliebter Herr, ich komme jetzt zu Dir. Sage mir, warum das alles über mich hereingebrochen ist.“ Im nächsten Augenblick geschah es: Aus einem Donner, der senkrecht zu meiner Rechten herabkam und immer lauter wurde, wurden mir mit einem alles durchdringen Hall von Gott selbst die Worte zugerufen: „Weil du auf die Stimme deines Weibes gehört hast!“ Das ist: so wahr Gott lebt.

Am 2. April 1962 hat der Herr mir, wie allen in der Botschaft bekannt ist, mit gebietender Stimme genaue Weisungen für meinen Dienst gegeben, u.a. in andere Städte zu gehen, Sein Wort zu verkündigen, keine lokalen Gemeinden zu gründen, kein Gesangbuch herauszugeben usw. Auch im Laufe der folgenden Jahre hat Er, wie in Rundbriefen ebenfalls berichtet, immer wieder bei besonderen Entscheidungen hörbar zu mir geredet. Doch dieses eine Mal war in jedem einzelnen der neun Worte, die mit Donnerstimme als Vorwurf an mich ergingen, der Zorn Gottes zu spüren. Wie vom Schlag getroffen, fiel ich nach links um, begab mich dann in meine Unterkunft zurück, kniete nieder, öffnete die Bibel und meine Augen fielen auf dieselben Worte, die Gott in 1Mo 3:17 an Adam richtete.

Ich begriff, dass die Zurechtweisung von Gott selbst an mich genauso nötig war wie die Adams, der auf die Stimme Evas gehört hatte, nachdem sie unter den Einfluss des Schlang gekommen war. Paulus schreibt dazu: „… denn Adam ist zuerst geschaffen worden, danach erst Eva; auch hat nicht Adam sich verführen lassen, sondern die Frau ist dadurch, dass sie sich hat verführen lassen, in Übertretung geraten“ (1Ti 2:11-14).

Wie damals im Natürlichen durch die Verführung Evas die beiden grundverschiedenen Samen hervorkamen, ist es jetzt im Geistlichen in der Gemeinde. Die einen sind zum Beispiel dankbar für die göttliche Berufung und die Fortsetzung des Dienstes, die anderen leugnen ihn und spotten darüber. Die einen freuen sich mit, dass die Botschaft in alle Welt getragen wird, die anderen glauben, mit Bruder Branham sei alles beendet.

Doch so gewiss der Sündenfall am Anfang im Plan Gottes war, so gewiss ist auch am Ende der Gnadenzeit alles in dem zugelassenen Willen Gottes. Ohne den Sündenfall durch die Verführung Evas hätte der vor Grundlegung der Welt gefasste Erlösungsplan gar nicht in Kraft treten können. Ohne das, was in unserer Zeit durch Gottes Eingreifen geschah, wäre die Vollendung der Brautgemeinde in absoluter Reinheit des Wortes und des Geisteswirkens nicht möglich. In der zurückerstatteten Gemeinde muss alles, auch die Dienste und Geistesgaben, geordnet sein. Wie Bruder Branham es oft, direkt auf Eva bezogen, betont hat, ist die Ursünde der Unglaube. Erst als Eva dem Schlang Gehör schenkte, der das in Zweifel zog, was Gott Adam gesagt hatte, konnte sie nicht anders, als der Lüge Satans zu glauben. Genauso wiederholte es sich in unserer Zeit. Erst hat Satan die Berufung des Knechtes Gottes und das, was ihm dabei gesagt wurde, in Zweifel gezogen und dann seine Argumente glaubhaft gemacht. So geschah die Verführung am Anfang und so geschieht sie bis ans Ende.

Hätte es den Sündenfall im Paradies nicht gegeben, dann hätten wir nichts vom Erlösungsplan gehört. Alles war vor Grundlegung der Welt vorherbestimmt. Auch unsere Namen wurden vor Grundlegung der Welt in das Lebensbuch des geschlachteten Lammes geschrieben (Offb 13:8). Doch seit der Zeit der Verführung ist ein böser Same weltweit gesät worden, eine Feindschaft zwischen den beiden Samen entstanden (1Mo 3:15), ein Hass, der über den Tod hinausgeht. Von Versöhnung ist bei den Verführten nichts zu hören oder zu sehen. Seit dem Moment, wo die Linie überschritten wurde, scheint es kein Zurück zu geben. Das letzte Urteil müssen wir jedoch Gott überlassen. Kain aber, den falschen Samen, den Eva durch Verführung zur Welt brachte, nahm der Herr nicht an, nur Abel und sein Opfer. Gott nimmt nur Seinen Samen, Seine wirklich wiedergeborenen Söhne und Töchter an. Der gute Same sind die Söhne des Reiches – der Weizen. „Sein Same wird Ihm dienen …“ (Ps 22:31).

Die Ernte ist reif und der Herr wird nur Seinen Weizen in Seine Scheuer nehmen (Mat 3:12). Dankbar bin ich meinem Gott, der mir das überreife Weizenfeld gezeigt hat, in dem sich kein Unkraut befand. Unser Herr hat ja in Mat 13:39-43 gesagt, dass zuerst das Unkraut gesammelt wird. Der Wort-Same wurde gesät, ist in allen zur Brautgemeinde Gehörenden aufgegangen und kommt zur völligen Reife. Ja, wir dürfen einander bald zurufen: „Lasst uns fröhlich sein und jubeln und Ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und Seine Braut hat sich gerüstet (Offb 19:7)