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Rundbrief Dezember 1984

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 5 calendar_month 26. 12. 1984

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Kapitola 1

Rundbrief Dezember 1984

1 / 5

„Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.“(Heb. 13:8)

Rundbrief Dezember 1984

Ganz herzlich grüße ich Euch alle in dem teuren Namen des HErrn Jesus Christus mit dem Wort aus Epheser 6:13: „Darum nehmt die volle Waffenrüstung Gottes zur Hand, damit ihr imstande seid, am bösen Tage Widerstand zu leisten, alles gut auszurichten und das Feld zu behaupten.”

Jedem von uns sind die Verse 10-20 in diesem Kapitel bekannt. Sie zeigen uns die Notwendigkeit der Waffenrüstung Gottes für den geistlichen Kampf, in dem wir stehen. Jedes Wort Gottes ist uns zur Belehrung geschenkt worden, doch diese göttliche Bevollmächtigung soll uns ans Ziel, zur Verwirklichung dessen führen, was uns verheißen worden ist. Es gibt Bibelstellen, die sich automatisch erfüllen, sofern sie zum heilsgeschichtlichen Bereich und Ablauf gehören. Dann gibt es persönliche Verheißungen, deren Erfüllung von unserem Glauben und Gehorsam abhängig ist.

In diesem Kapitel ist von dem Kampf berichtet, in den wir als Gläubige hineingestellt worden sind. Der Gegner ist kein Geringerer als der Teufel selbst, der sein ganzes Heer, die Mächte der Finsternis, aufgeboten hat. Es gab aber schon einen großen Kampf, den unser HErr mit dem Satan persönlich geführt und in dem Er die gesamte Macht der Finsternis besiegt hat. Die Schrift bezeugt es uns in Kolosser 2:13-15, und so glauben wir es auch, daß unser HErr und Erlöser alle Mächte und Gewalten der Finsternis völlig entwaffnet und besiegt hat und daß Er über sie triumphierte. Daran war nicht nur ein Teil der Streitmacht Satans, sondern das gesamte Heer des Widersachers beteiligt, und demzufolge ist der Sieg unseres Gottes durch Jesus Christus, unseren HErrn, ein allumfassender, für immer zutreffender und gültiger Sieg über Satan und alle Mächte der Finsternis.

In Epheser 1, Vers 3, steht geschrieben: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres HErrn Jesus Christus, der uns mit jedem Segen geistlicher Art in der Himmelswelt in Christus gesegnet hat…” Auf Golgatha ist allen Forderungen Gottes mehr als Genüge getan worden. Deshalb ist jeder Anspruch, den der Feind an den Erlösten geltend machen möchte, eine nachträgliche Fälschung. Mit dem Zerreißen des Schuldscheines und der Begleichung aller Forderungen hat der Feind jedes Anrecht an den Erlösten verloren.

Trotzdem müssen wir uns aber noch mit den völlig besiegten und entwaffneten Mächten und Gewalten auseinandersetzen. In Kapitel 6 lesen wir, daß die Mächte und Gewalten des Teufels ihr Unwesen ebenfalls in der Himmelswelt treiben und von dort aus ihren Einfluß geltend machen. Von Gott aus wurden wir in Christus mit jedem Segen geistlicher Art in der Himmelswelt gesegnet. Doch gerade dort, in dieser Himmelswelt, macht der Teufel uns all die rechtmäßig erworbenen und uns zustehenden und gehörenden geistlichen Segnungen streitig. Deshalb sind Betrug und Verführung der Wahrheit oft so nahe.

Kämen diese bösen Mächte direkt aus der Hölle, könnten sie nicht so fromm reden und sich in allem, was vom Himmel kommt, nicht so gut auskennen. Sie sind jedoch noch nicht an ihrem endgültigen Bestimmungsort, sondern üben ihre Herrschaft auf Erden vom himmlischen Luftbereich aus. Allerdings müssen sie sich dabei der Menschen hier auf Erden bemächtigen, um Unheil anrichten zu können. Wie Bruder Branham in der Broschüre „Der größte Kampf”, Serie IV, Nr. 1, ausführlich darlegt, versuchen sie über unsere Gedankenwelt Einfluß auf uns zu bekommen. Vor dem Sündenfall sprach der Teufel zu Eva, indem er sich des Wortes Gottes bediente und es ihr auf eigene Weise präsentierte. So konnte er sie verführen. Noch heute sind wir denselben listigen und heimtückischen Angriffen des Teufels ausgesetzt.

Unser Kampf ist deshalb nicht mit Wesen aus Fleisch und Blut, sondern mit den bösen Geisterwesen, die in der Himmelswelt herrschen. Jeder Gläubiggewordene muß sich ganz persönlich bewußt werden, daß er in diese geistliche Auseinandersetzung hineingestellt worden ist. So gewiß unser Erlöser diesen größten geistlichen Kampf nicht umgehen konnte, kann er auch keinem Erlösten erspart bleiben. Wie der HErr den Feind nur mit der Autorität des geschriebenen Wortes schlug, so müssen auch wir dem Feind jedesmal mit dem geschriebenen Wort Gottes begegnen. Unser HErr trieb die Teufel aus durch das Wort (Matth. 8:16). Um Ihn versammelten sich solche, aus denen Er die Teufel ausgetrieben hatte, und dienten Ihm. Es wäre gut, wenn wir alle auch einmal über den Gedanken nachsinnen würden, der in Lukas 8, Vers 1-2, dargelegt wird: „In Seiner Begleitung befanden sich die zwölf Jünger, sowie auch einige Frauen, die Er von bösen Geistern und Krankheiten geheilt hatte, zum Beispiel Maria, die Magdalena genannt wurde, aus der sieben böse Geister ausgefahren waren…” Niemand, der von bösen Geistern beherrscht wird, kann dem HErrn dienen. Das ist unmöglich. Wer die Heilige Schrift aufmerksam liest, wird feststellen, daß der HErr von Anfang an Teufel ausgetrieben und die Kranken geheilt hat und daß Er Seinen Jüngern den gleichen Auftrag gab.

In Bezug auf die übernatürlichen Begleiterscheinungen, die der HErr den Seinen zugesagt hat, steht an erster Stelle: „In Meinem Namen werden sie böse Geister austreiben…” So war es am Anfang; doch wer ist sich heute dessen bewußt, daß ein geistlicher Kampf in vollem Gange ist? Wo findet man heute die Fortsetzung des Dienstes Jesu Christi, unseres HErrn, der Seele, Geist und Leib einbezog, wie ihn auch die Apostel ausführten? Woher kommen denn das Durcheinander, die Verwirrung, die Irrtümer – das ganze Gegeneinander, das nirgendwo so krass zutage tritt wie bei den sogenannten Gläubigen?

Wir können uns nicht länger mit dem formellen Ablauf eines Gottesdienstes zufriedengeben, sondern müssen darum bitten, daß der Sieg Gottes in Seiner Gemeinde offenbar wird. Wenn wir ein reines Wirken des Heiligen Geistes erleben wollen, dann müssen zuerst die biblischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Viele sind schon immer gläubig gewesen, manche sind es in dieser oder jener Gemeinde geworden. Wo aber wurde das biblische Muster eingehalten? Warum bleiben die fest zugesagten Verheißungen Gottes noch aus? Weshalb befindet sich die Gemeinde noch in dem gegenwärtigen Zustand? Doch nur, weil böse Geister im Spiel sind, die ihren Einfluß auf arme Seelen ausüben, ohne daß die Menschen sich dessen bewußt sind.

Das muß anders werden. Wir müssen als biblische Gemeinde Schritt für Schritt den biblischen Fußspuren folgen, ohne dabei einen einzigen auszulassen. Es muß ein Anfang gemacht werden, der nicht nach Menschenart ist, nicht mit einer neuen Lehre, nicht mit einer neuen Methode beginnt, sondern von Gott selbst auf die altbewährte biblische Weise gewirkt wird. Wer ist bereit, sich dem HErrn zu stellen? Wer ist willig, sich selbst zu prüfen? Wer hat die Möglichkeit, reell zu beurteilen, welch ein Resultat aus seinem bisherigen Glaubensleben hervorgegangen ist? Wer will es wagen, sich selbst und andere noch länger über diesen betrüblichen Zustand hinwegzutäuschen?

Was nicht biblisch ist, das ist eben unbiblisch; was nicht richtig ist, das ist falsch; und was nicht von Gott ist, das ist vom Teufel. Bei einer Selbstprüfung kann doch ein jeder feststellen, was in seinem Herzen ist und über seine Lippen oder gar durch Taten offenbar wird. Wer in seinem Geist wirklich befreit wurde, wessen Seele erlöst ist und neues, göttliches Leben durch die Wiedergeburt empfangen hat, der ist auch der göttlichen Natur teilhaftig geworden, der muß als Erlöster die Tugenden und Eigenschaften des Erlösers haben.

Es bleibt dabei, daß Jesus Christus, unser HErr und Erlöser, den Teufel und alle Mächte der Finsternis, ja sogar die Hölle und den Tod besiegt hat. ER hat die gesamte Streitmacht Satans entwaffnet, über sie triumphiert und uns das Wort vom Kreuz zur Verkündigung überlassen. Wenn wir von Jesus Christus, dem Gekreuzigten, sprechen, dann doch nicht nur im Hinblick auf das geschichtliche Ereignis, sondern weil wir glauben, daß durch diese allumfassende, für immer gültige Heilstat unseres Gottes unsere Seele erlöst und unser Geist befreit worden sind.

Auf Golgatha hat Gott das Blatt gewendet. Die Feindesmächte wurden entwaffnet, wir als das Volk Gottes bewaffnet. Doch wenn der HErr damals aus denjenigen, die um Ihn waren und Ihm dienten, zuerst die Teufel ausgetrieben hat, so kann es auch heute nicht anders sein. Es gibt allerdings auch einen vorübergehenden Einfluß des Feindes, wie wir es in Matth. 16 bei Petrus finden. Das ist keine Besessenheit, sondern eine Überlistung durch den Feind, die jedem widerfahren kann.

Der Sieg über die Macht der Finsternis ist eine Tatsache, jetzt aber muß er in jedem einzelnen offenbar werden. Unser HErr sagte: „Ihr wißt: Ich habe euch die Macht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Macht über das ganze Heer des Widersachers, und keinen Schaden wird er euch irgendwie zufügen können” (Lukas 10:19). So, wie die Erlösung ein für allemal geschehen ist, aber von jedem persönlich angenommen werden muß, nachdem er die Notwendigkeit dafür erkannt hat, muß es einem Menschen in der Gegenwart Gottes bewußt werden, daß er Befreiung nötig hat. Wer nicht begreift, daß er verloren ist, kann nicht gerettet werden. Wer nicht erkennt, daß er von den Mächten der Finsternis beherrscht wird, kann nicht befreit werden. Gott möge uns eine gnädige Heimsuchung schenken, so daß wir im Gebet zu Ihm durchdringen und im Glauben dieses Bollwerk der finsteren Mächte im himmlischen Luftbereich durchbrechen.

In diesem Kampf sollen wir das Feld behaupten und den bereits errungenen Sieg verteidigen. Gemäß der Heiligen Schrift ist der wahrhaftige Glaube an unseren HErrn, der starb, begraben wurde und am dritten Tage von den Toten auferstanden ist, auch unser Sieg, der die Welt überwunden hat (1. Joh. 5:4). Wir müssen uns jedoch immer wieder neu bewußt auf den Siegesboden von Golgatha stellen, indem wir die völlige Versöhnung durch das vergossene Blut des Lammes im Glauben annehmen und erkennen, daß der HErr in uns Wohnung genommen hat, um die uns erkauften Rechte für uns zu beanspruchen und zu verteidigen. Von den Überwindern steht geschrieben: „Diese haben ihn um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen überwunden und haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tode” (Offbg. 12:11).