Circular Letter

Rundbrief Dezember 1984

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 5 calendar_month 26. 12. 1984

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Aufgrund der verbreiteten Gerüchte ist es notwendig, folgende Erklärung abzugeben: Weder ich noch Brüder aus Krefeld haben hier oder an einem anderen Ort jemals die Polygamie gepredigt. Andererseits bin ich Menschen begegnet, die mich fragten: „Wie verstehst du denn ,Heirat und Scheidung'?” Meine Antwort war und wird immer dieselbe bleiben: „Ich glaube so, wie die Schrift es lehrt und wie Bruder Branham es dargelegt hat.” Es ist dabei vorgekommen, daß die Fragenden danach behauptet haben, ich oder Brüder aus Krefeld würden die Lehre der Polygamie vertreten. Das war nicht, ist nicht und wird nicht sein.

Dem Vernehmen nach besteht über dieses Thema noch immer Unklarheit, obwohl doch alles darüber gesagt worden ist. Jeder sollte da beginnen und dort aufhören, wo Gottes Wort es tut. Auch müssen die entsprechenden Schriftstellen sorgfältig in dem Zusammenhang gelesen und angewandt werden, zu dem sie gehören.

Im Grunde genommen bedürfen wir keines Nachhilfeunterrichts, sondern benötigen Ehrfurcht vor Gott und Seinem Wort. Ohne es zu merken, setzen sich Menschen über das, was Gott gesagt hat, hinweg und wiederholen die alten Überlieferungen.

Was Gott durch Mose sagen ließ und was Er durch Paulus angeordnet hat, kann in der Heiligen Schrift nachgelesen werden. Ebenso steht jedem die Predigt „Heirat und Scheidung” zur Verfügung. Nach den Worten von Bruder Branham war die ganze Darlegung, und nicht nur Anfang und Ende, „SO SPRICHT DER HERR”. Wir sollten uns hüten, seinen Ausführungen und dem, was im Worte Gottes steht, auch nur das geringste hinzuzufügen oder etwas daran abzuändern. Es besteht nicht einmal die Notwendigkeit, einen Kommentar darüber abzugeben.

Dieses ist das älteste Problem und geht bis zur Verführung Evas durch die Schlange, und damit zum ersten Ehebruch, zurück. Deshalb setzt der Teufel alles daran, zu verhindern, daß Klarheit in die Herzen und die Gesinnung der Menschen einzieht. Wenn trotz der gründlichen Belehrung dennoch Unklarheit besteht, dann doch nur in den Menschen, die sich der Wahrheit verschließen. Wenn wir behaupten, Gottes Wort zu glauben, dann können wir uns nicht aussuchen, was wir glauben oder was wir nicht glauben wollen. Wir sind verpflichtet, jedes Wort Gottes von Herzen anzunehmen. Der Einfältigste wird durch die göttliche Belehrung weiser als die Schriftgelehrten.

Wie bei jeder Lehre finden wir auch hier Extreme. Einige behaupten, daß wir schon jetzt leiblich in den Zustand vor dem Sündenfall, nämlich zu dem Anfang vor der Übertretung zurückversetzt worden sind. Fortan sollen Frauen ihre Kinder ohne Schmerzen gebären und die Kinder von schwarzen Eltern weiß bleiben. Es heißt, daß Christus uns zum Anfang zurückgebracht hat. Es wird so geschickt und einleuchtend dargelegt, dennoch wissen auch diejenigen, die so lehren oder glauben, daß es nicht Realität, sondern Phantasie ist.

Durch den Geist Gottes jedoch werden wir jedes Wort richtig einordnen können, wenn wir aufrichtig und demütig sind. Aus göttlicher Sicht ist die Erlösung vollbracht, der Tod besiegt, die Hölle überwunden. Dennoch existieren die Hölle und der Tod noch. Erst bei der Wiederkunft des HErrn werden unsere Leiber verwandelt. In 1. Kor. 15:54 steht geschrieben: „Wenn aber dieser vergängliche Leib die Unvergänglichkeit angezogen hat und dieser sterbliche Leib die Unsterblichkeit, dann wird sich das Wort erfüllen, das geschrieben steht: ,Verschlungen ist der Tod in Sieg…’“

Andere wiederum vertreten die Meinung, einziger Zweck der besagten Predigt sei es gewesen, all den Männern und Frauen, die mehrmals geschieden waren und wieder geheiratet hatten, die Vergebung auszusprechen. Gewiß war das der Höhepunkt und das Entscheidende in der Predigt. Eine Last wurde von all denen genommen, die sich so lange zermartert hatten. Jetzt wurde ihnen auf Geheiß des HErrn die entscheidende Antwort, nämlich die Vergebung, zuteil. Bei keiner anderen Versammlung flössen so viele Tränen der Freude und stieg solch ein Lobpreis aus dankbaren Herzen auf.

Doch wer die Predigt aufmerksam liest, wird feststellen, daß darin noch mehr enthalten ist. Manche Aussprüche bereiten einigen große Mühe, und auch die Beispiele, die Bruder Branham gebrauchte, werden beanstandet. Nach Meinung einiger hat er gar nicht die richtigen Bibelstellen gelesen. Andere sagen laut, die Predigt hätte überhaupt nicht veröffentlicht werden dürfen. Ist nicht alles aus gesamtbiblischer Sicht beleuchtet und klargemacht worden? Warum sollte es nicht wahr sein? Nur weil es nicht in unser frommes Denken hineinpaßt?

Die Darlegung ist von größter Bedeutung für die Beurteilung eines Falles. Die Geister werden geschieden; keiner kann weiterhin in den ausgefahrenen Geleisen der Denominationsspuren weiterfahren. Wir werden dazu gezwungen, alles aus biblischer Sicht zu betrachten, um zu erkennen, was richtig und was falsch ist, wo und wann es sich um eine Sünde, also um eine Übertretung handelt. Wir müssen ein für allemal begreifen, daß Sünde die Übertretung des Gesetzes Gottes ist – und sonst nichts. Paulus schreibt: „Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz…” (Rom. 7:7). Der Geist Gottes überführt aufgrund des Gesetzes und der Gebote. In Römer 4:7 steht: „Glückselig sind die, denen die Gesetzesübertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt worden sind.“ Nur einer ist Gesetzgeber und Richter (Jak. 4:12). ER kann nicht nach einer Faustregel richten, sondern allein entsprechend Seinem eigenen Gesetzbuch. Christus wurde unter das Gesetz getan, um die zu erlösen, die dadurch verurteilt wurden. ER nahm den Fluch des Gesetzes auf sich, damit wir frei ausgehen können.

Gott hat im Alten und im Neuen Testament Weisungen für den natürlichen und auch für den übernatürlichen Bereich gegeben. Keiner von uns kann behaupten, daß er schon alles versteht und einordnen kann, was uns im Worte gesagt wird. Wir werden zwei Schriftstellen betrachten, die vollkommen gegensätzlich zu sein scheinen. Wie wir sehen werden, gebot der HErr Dinge, die wir mit unserem Verstand nicht einordnen können. In 1. Mose 2:24 steht: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und die beiden werden ein Fleisch sein.” Dieser Ausspruch betrifft den Anfang und wurde vor dem Sündenfall gemacht, unmittelbar nachdem Eva aus Adam genommen wurde. Auf diese Stelle hat sich der HErr Jesus in Matth. 19 bezogen, als Er sagte: „Was somit Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ Später, in der Gesetzgebung gab der HErr verschiedene Weisungen, zum Beispiel in 2. Mose 21:2-10, was mit einem hebräischen Knecht geschehen soll. Im siebenten Jahr konnte er frei ausgehen, doch die Bedingungen, die damit verbunden waren, sind aus heutiger Sicht unverständlich: „Hat ihm dagegen sein Herr eine Frau gegeben und diese ihm Söhne und Töchter geboren, so soll die Frau samt ihren Kindern ihrem Herrn verbleiben, und er soll allein entlassen werden.“ Hier könnte man fragen, mit welchem Recht eine Familie so rücksichtslos zerrissen werden konnte? Wie kann man diese beiden Schriftstellen miteinander in Einklang bringen? Es gibt keinen Menschen auf Erden, der das Recht hat, die Entscheidungen des HErrn zu tadeln. Entschloß sich der Mann um seiner Familie willen, bei seinem Herrn zu bleiben, so wurde sein Ohr durchbohrt, und damit war er zeitlebens zur Knechtschaft verurteilt (Vers 6).

Es wird begreiflich, daß William Branham darlegen mußte, daß nach dem Sündenfall ein anderer Bund gemacht worden ist. Dies wird durch weitere Bibelstellen und die Praxis bestätigt. Von denen, die laut denken, ist dann zu hören: „Das war im Alten Testament!” Das stimmt, und Gott sei Dank, daß es heute nicht so ist. Dennoch haben wir es mit dem lebendigen Gott zu tun. „Yahwe des Alten Testaments ist Jesus des Neuen Testaments.” Muß Er nicht in einer so wichtigen Sache im Prinzip immer das gleiche sagen?

In 5. Mose 24:1 gestattete der HErr dem Mann, seiner Frau einen Scheidebrief auszustellen. Es gibt aber keine einzige Stelle, wo der Frau das gleiche Recht eingeräumt wurde. Auf dieses Wort angesprochen, verschärfte Jesus die Sache und sprach: „ICH dagegen sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet – außer aufgrund von Unzucht – der verschuldet es, daß dann Ehebruch mit ihr verübt wird…” (Matth. 5:32). Auch im Neuen Testament wird der Frau nicht gesagt, daß sie mit dem Mann das gleiche tun kann. Bruder Branham betont immer wieder, daß die Sache gleichbleibend verläuft. Ob wir Matth. 5:32, Matth. 19:9, 1. Kor. 7:10 oder andere Schriftstellen nehmen, wir sehen, daß auch überall im Neuen Testament der Unterschied zwischen Mann und Frau deutlich hervorgehoben wird.

Es gibt nur eine Ausnahme. Paulus schreibt an die Korinther von einer Ehe, in der ein Teil ungläubig ist: „Wenn jedoch der ungläubige Teil durchaus die Trennung will, so mag er sich trennen: in solchen Fällen ist der Bruder oder die Schwester nicht sklavisch gebunden; vielmehr hat Gott uns zu einem Leben in Frieden berufen.” In diesem Fall werden beide, der Bruder und die Schwester, gleichermaßen eingestuft, und die Schuld trifft den ungläubigen Teil. Eine Trennung, die aus Glaubensgründen vollzogen wird, bildet die Ausnahme. Die Betreffenden waren dann offensichtlich nicht von Gott zusammengefügt. Paulus schreibt weiter: „Denn wie kannst du, o Frau, wissen, ob du deinen Mann wirklich retten wirst? Oder wie kannst du, o Mann, wissen, ob du deine Frau wirklich retten wirst?” (1. Kor. 7:15-16). Der Apostel war, Gott sei Dank, kein frommer Schwätzer, der für jede Situation Patentrezepte verschrieb oder die schon Geprüften niederschlug.

Wenn Bruder Branham den Ausspruch gemacht hat: „Ein Mann kann seine Frau entlassen und eine andere heiraten, aber die Frau kann ihren Ehemann nicht entlassen und einen anderen heiraten!”(Heirat und Scheidung, S. 37), so stimmt er genau mit den in der Heiligen Schrift gegebenen Anordnungen überein.

Schon im Jahr 1933 wurde ihm gezeigt, daß die Frauen ihren Platz verlassen werden. In dieser Zeit ist ja die Rede von Emanzipation – von Gleichberechtigung –, und Frauen nehmen sich in unserer Generation Dinge heraus, die während der vergangenen sechstausend Jahre undenkbar gewesen wären. Dank sei Gott für all die teuren Schwestern, die ihrem Ehemann gegenüber den rechten Platz gefunden haben. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, wie sie vor dem HErrn stehen. Ihnen wird es an Glück und Segen nicht fehlen. Sie werden schon den Himmel auf Erden haben.

Mit Sicherheit ist die Scheidungsmöglichkeit keine Empfehlung für den Mann, sondern nur auf einen Notfall zutreffend. Wehe dem Mann, der nur einen Vorwand sucht, um es tun zu können! Wehe der Frau, die ihn dazu zwingt, daß er es tun muß!

Die gläubigen Frauen müssen zur Kenntnis nehmen, daß sie von Gott einen untergeordneten Platz zugewiesen bekommen haben (1.Mose 3:16). Das gilt auch im Neuen Testament (1. Kor. 14:34-36). Sofern sie diesen verlassen und über den Mann bestimmen wollen, gerät die göttliche Ordnung durcheinander. Eine Frau, die sich nicht bewußt in jeder Hinsicht ihrem Mann unterordnet, stellt sich unbewußt unter die Herrschaft des Widersachers. Sie befindet sich dann im offenen Widerspruch zum Wort Gottes, und ihre Frömmigkeit ist pharisäisch. Der HErr hat die Frauen in der besagten Predigt ernsthaft warnen lassen, sich nicht in Sicherheit zu wiegen in dem Gedanken, ihr Ehemann sei ja auf sie angewiesen. Der HErr will Ordnung schaffen und läßt nichts mehr durch, was nicht gemäß Seinem Worte ist. Der Mann muß als Haupt der Frau ungehindert seinen Stand einnehmen und sich Christus, seinem Haupt, unterordnen können. Eine Frau, die sich enthauptet, wird doch kopflos. Wie viele Frauen setzen sich über all die entsprechenden Bibelstellen hinweg, treten das Wort Gottes mit Füßen und dünken sich dabei noch, geistlich zu sein! Das zivile Gesetz hat sie ja in die große Freiheit versetzt!?

Die genannte Predigt hat unter keinen Umständen die Zielsetzung, den Männern einen Freibrief auszustellen, wohl aber die, daß die göttliche Ordnung wieder zur Geltung kommt. Es bleibt dabei, daß Mose, der HErr Jesus, Paulus und auch Bruder Branham dem Mann seinen und der Frau ihren Platz zugewiesen haben. Das ist allen einschlägigen Stellen zu entnehmen.

In 1. Kor. 11 steht: „Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Abbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja doch nicht von der Frau, sondern die Frau vom Manne; auch ist der Mann ja nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.“ Der Apostel spricht darüber, daß sie langes Haar tragen muß, das als Zeichen der Herrschaft über sie bestimmt ist.

Bruder Branham sagt, wenn eine Frau ihr Haar schneidet, so kann der Mann sie entlassen und eine andere heiraten. Das zeigt den Ernst der Sache. Ungehorsam ist wie die Sünde der Zauberei. Hier geht es doch nicht darum, jemanden zu unterdrücken, sondern daß Gott zu Seinem Recht kommt und alles in den rechten Stand gebracht wird. Wer nicht bereit ist, eine biblische Kurskorrektur vorzunehmen, wird auch an der letzten göttlichen Heimsuchung nicht teilhaben.

Heute kann man sagen, daß es nur gut ist, daß Paulus und Bruder Branham nicht mehr unter uns sind, sonst käme wohl keine Schwester mehr, um sie zu hören, denn sie hatten es ja, wie zu vernehmen ist, nur auf sie abgesehen. Doch es kämen alle Schwestern gern, die sich unter die gewaltige Hand Gottes beugen. Oh, wie wird es sein, wenn diese himmlische Harmonie einkehrt!

Unser geliebter Bruder Branham hat in allem hundertprozentig mit Paulus übereingestimmt. Er sagte: „Deshalb gestattet Gott ihr nicht, zu lehren, läßt sie nichts in der Gemeinde tun, außer mit verhülltem Haupt still zu sitzen.” Dieser Ausspruch muß mit 1. Tim. 2:11-12, verglichen werden: „Die Frau suche Belehrung durch stilles Zuhören in aller Unterordnung; dagegen gestatte ich keiner Frau, Lehrvorträge zu halten oder sich die Gewalt über den Mann anzumaßen; nein, sie soll in stiller Zurückhaltung verbleiben…” Das ist für alle Frauen das ABC. Gott ist heilig; aus Seinem Mund ist jedes Wort der Heiligen Schrift hervorgegangen. Dort, wo Sein Wort Seele und Geist durchdringt, wird die entsprechende Frucht im täglichen Leben, in der Ehe und dann auch in der Gemeinde offenbar. Wir sind überwältigt von der Liebe Gottes, mit der Er in allem Ernst mit uns spricht. Am Ende muß doch alles in den rechten Stand gebracht worden sein; vorher kann der HErr sich weder offenbaren noch wiederkommen. Christus wartet im Himmel, bis das göttliche Resultat der letzten prophetischen Botschaft praktisch offenbar geworden ist.