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Rundbrief Dezember 1984

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 5 calendar_month 26. 12. 1984

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Über dieses Thema wird es wohl die verschiedensten Ansichten gegeben, bis der HErr kommt. In der Heiligen Schrift ist von dem ersten, dem zweiten und dem dritten Kommen des HErrn die Rede. Das erste Mal kam Er, um die Gemeinde zu erlösen; zum zweiten Mal kommt Er, um sie heimzuholen; das dritte Mal kommt Er mit ihr nach dem Hochzeitsmahl zum Tausendjährigen Reich.

Im Worte Gottes kann im gleichen Vers sowohl vom ersten, als auch vom zweiten, sowohl vom zweiten, als auch vom dritten Kommen des HErrn die Rede sein. Selbst die Jünger verstanden das prophetische Wort nicht und fragten ihren HErrn und Meister damals: „Richtest Du jetzt das Königtum für Israel wieder auf?” (Apg. 1:6). Als Er von Seinem Leiden und Sterben sprach, rief Petrus aus: „HErr, das widerfahre Dir nur nicht!” (Matth. 16:21-22). Wir wollen deshalb nicht leichtfertig über die urteilen, denen es nicht gegeben ist, biblisch alles in den Zusammenhang zu bringen, in den es gehört.

Die Wiederkunft Jesu Christi ist heute für alle Gläubigen ein aktuelles Thema, besonders aber für diejenigen, die den Tag der gnädigen Heimsuchung Gottes in dieser Zeit erkannt haben. Doch gerade in diesem Zusammenhang hat der HErr die Warnung ausgesprochen, daß viele falsche Propheten und falsche Gesalbte auftreten werden, um, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten zu verführen. Da durch die Verbreitung verschiedener unbiblischer Lehren völlige Verwirrung bei vielen herrscht, wollen wir mit Gottes Hilfe versuchen, aus der Heiligen Schrift die Zusammenhänge dieses großen heilsgeschichtlichen Ereignisses, das nahe bevorsteht, zu beleuchten.

Die weitverbreitete Meinung, daß die Wiederkunft Christi mit der Erscheinung der übernatürlichen Wolke stattfand, muß als absolut falsch und unbiblisch zurückgewiesen werden. Erstens ist überhaupt nichts von all dem erfüllt worden, was bei dem Kommen des HErrn geschehen muß; zweitens waren zu dem Zeitpunkt die Siegel noch gar nicht geöffnet; drittens hatte zu der Zeit die Herausrufung und Zubereitung der Braut noch gar nicht stattgefunden. Sind nicht gerade die Predigten, die Bruder Branham nach diesem gewaltigen Ereignis vom 28. Februar 1963 hielt, von größter Wichtigkeit? Hat er nicht erst danach die geistliche Speise, die später ausgeteilt werden sollte, eingelagert, wie Ihm befohlen worden war?

Am 26. April 1965 hielt Bruder Branham die Predigt „ER beweist Sein Wort”. Auf Seite 33 in der deutschen Übersetzung gibt er den Altarruf und bittet darum, Jesus Christus anzunehmen. Wörtlich sagte er: „Vielleicht werdet ihr Ihm nie wieder so nahe sein, bis ihr Ihn in Person sehen werdet, wenn Er in Seinem sichtbaren Leib vom Himmel herabkommt.” Bis an sein Lebensende hat er, wie alle wahrhaft Gläubigen seit den Tagen der Apostel, auf das Kommen des HErrn gewartet. Wie können Fanatiker behaupten, Er sei schon gekommen?

Unsere Aufgabe kann es nicht sein, die verschiedenen Ansichten aufzulisten und uns mit jeder einzeln zu befassen. Zusammenfassend kann jedoch gesagt werden, daß alle Männer, die sich zwar einerseits auf Zitate Bruder Branhams berufen, sie andererseits aber nicht in die Heilige Schrift einordnen, zum Spielball irreführender Geister werden und die göttliche Botschaft mißbrauchen. Paulus sagt denen, die auf die Wiederkunft des HErrn warten, folgendes: „Wir richten aber in betreff der Ankunft unseres HErrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit Ihm eine Bitte an euch, liebe Brüder: Laßt euch nicht leichthin aus der ruhigen Überlegung in Aufregung versetzen und euch durch nichts erschrecken…” (2. Thess. 2, von Vers 1). Überall lassen sich dennoch teure Seelen in Unruhe versetzen, nur weil die Rede von „Offenbarungen” und „Geheimnissen” ist.

Auch die Behauptung, die Auferstehung habe stattgefunden, ist vollkommen unsinnig. Die Gräber, die sich aufgetan haben sollen, werden auf die Denominationen gedeutet, aus denen die einzelnen herausgekommen sind. Welch eine Verdrehung! Aus 1. Thessaloniker 4 geht eindeutig hervor, daß bei der Auferstehung nicht die gegenwärtig Lebenden, sondern die in Christus Entschlafenen hervorkommen werden. Ebenso beschämend ist, daß weiterhin gelehrt wird, der Bräutigam sei bereits da, jetzt würde das Hochzeitsmahl abgehalten und die Braut Christi sei nun die Frau Christi. Die Gebete enden sogar mit den Worten: „Das bitte ich im Namen Jesu Christi, meines Ehemannes.” Kann es noch eine schlimmere Zerrüttung der Sinne bei gläubigen Menschen geben?

Mit Nachdruck müssen wir betonen, daß wir mit dem allem nichts zu tun haben, weil es unbiblisch ist. Hier geht es auch nicht um die Beurteilung eines Predigers, hier geht es darum, das Machwerk des Feindes bloßzustellen. Wie wir gleich sehen werden, handelt es sich bei diesen falschen Lehren nicht nur um eine Erkenntnis, sondern um den antichristlichen Geist, der in den Menschen wirksam ist. Sie richten sich gegen Christus und das, was Er und die Apostel gelehrt haben. Was gegen Christus ist, das ist antichristlich.

Von größter Bedeutung sind die zwei Bibelstellen über das erste und das zweite Kommen Christi in leiblicher Gestalt: „Geliebte, schenkt nicht jedem Geiste Glauben, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgezogen. Daran könnt ihr den Geist Gottes erkennen: Jeder Geist, der da bekennt, daß Jesus der im Fleisch gekommene Christus ist, der ist aus Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht so bekennt, ist nicht aus Gott; das ist vielmehr der Geist des Antichrists, von dessen Kommen ihr gehört habt und der jetzt schon in der Welt ist” (1. Joh. 4:1-3).

Im 2. Johannes-Brief lesen wir von Vers 7: „Denn viele Verführer sind in die Welt ausgezogen, die Jesus Christus nicht als den im Fleisch Erscheinenden bekennen: dies ist der Verführer und Antichrist” Das ist SO SPRICHT DER HERR. Jeder, der behauptet, daß die Wiederkunft Jesu Christi auf andere Weise schon stattgefunden hat – als Wort, als Geist oder als Wolke –, der ist verführt; ganz gleich, wie sehr dabei besondere Offenbarungen betont werden. Alle, die von dem eben angeführten Wort abweichen, sind dem antichristlichen Geist zum Opfer gefallen. Der HErr hat sich in Seinem Wort geoffenbart, Er wirkt durch Seinen Geist, Er ist in den Versammlungen der Heiligen gegenwärtig, wie Er es verheißen hat. Das alles hat seinen Platz, ist doch aber nicht das große Ereignis der Wiederkunft Jesu Christi.

Diese beiden Schriftstellen stehen in vollkommener Harmonie mit all den anderen zu diesem Thema, von denen einige wiedergegeben werden sollen. Die Bibel bezeugt eindeutig, daß derselbe Jesus Christus, der in diese Welt hineingeboren wurde und hier in Seinem Fleischesleib litt, starb, begraben wurde und am dritten Tage von den Toten auferstanden ist, so wiederkommen wird, wie Er gen Himmel gefahren ist, denn es steht geschrieben: „Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und blickt zum Himmel empor? Dieser Jesus, der aus eurer Mitte in den Himmel emporgehoben worden ist, wird in derselben Weise kommen, wie ihr Ihn in den Himmel habt auffahren sehen” (Apostelgeschichte 1:11).

In Lukas 24:50 wird uns berichtet, was am Ende der vierzig Tage nach der Auferstehung Jesu geschah: „Hierauf führte Er sie hinaus bis in die Nähe von Bethanien, erhob dann Seine Hände und segnete sie; und es begab sich: während Er sie segnete, schied Er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben,“

Die Schrift muß sich in jeder Weise erfüllen. Mit Bezug auf die Wiederkunft Jesu Christi stehen die mahnenden Worte: „Wenn es möglich wäre, würden auch die Auserwählten irregeführt” (Matth. 24:24). Der Verführung fallen diejenigen anheim, die zwar das Kommen Christi erwarten, aber nicht zur Wort-Braut gehören. Vor dem, was heute Menschen behaupten, hat der HErr schon damals gewarnt: „Wenn dann jemand zu euch sagt: ,Seht, hier ist Christus!’ oder: ,Dort!’ so glaubt es nicht.“ Ein Prediger ruft laut: „Christus ist hier! ER ist wiedergekommen!”, und die Zuhörer antworten voller Begeisterung: „Ja, Er ist hier! ER ist gekommen.” Der HErr sprach: „Seht, Ich habe es euch vorausgesagt.” Diese Mahnungen werden allerdings nur von denjenigen beachtet, die das glauben, was der HErr gesagt hat.

Bei der Wiederkunft des HErrn handelt es sich doch nicht um eine Lehre oder Erkenntnis, sondern um das größte heilsgeschichtliche Ereignis, das am Ende der Gnadenzeit stattfinden wird. In 1. Thess. 4 steht in Vers 16 geschrieben: „Denn der HErr selbst wird, sobald Sein Weckruf ergeht, sobald die Stimme des Erzengels erschallt und die Posaune Gottes ertönt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen.“

Dem gehen die Verse 14 und 15 voraus. Dort heißt es: „Denn so gewiß wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, ebenso gewiß wird Gott auch die durch Jesum Entschlafenen mit Ihm bringen.” So glauben wir es, und so wird es geschehen. Unser HErr hat in Johannes 14 verheißen, daß Er hingehen und die Stätte bereiten wird und daß Er wiederkommt, um uns zu sich zu nehmen, damit wir dort sind, wo Er ist. In 1. Thess. 3,13 steht: „Ja, Er mache eure Herzen fest, damit sie vor unserem Gott und Vater tadellos in Heiligkeit seien, wenn unser HErr Jesus mit allen Seinen Heiligen kommt.“ Bei der Wiederkunft des HErrn findet die Vereinigung aller in Christus Entschlafenen und der mit Ihm Lebenden statt. In 1. Thess. 4, Vers 15, fährt der Apostel fort: „Denn das sagen wir euch als ein Wort des HErrn: wir, die wir leben, die wir bis zur Ankunft des HErrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen.” Aus diesen Schriftstellen geht eindeutig hervor, daß alle, die in Christo entschlafen sind und sich jetzt im Paradies befinden, mit Christus kommen und einen Auferstehungsleib erhalten werden.

„Darauf werden wir, die wir noch leben und übriggeblieben sind, verwandelt und zusammen mit ihnen auf Wolken dem HErrn entgegen in die Luft entrückt werden.” Dann erfüllt sich auch, daß zwei auf einem Felde sind, zwei auf einer Mühle mahlen, zwei in einem Bett liegen, einer wird genommen, und der andere wird zurückbleiben. Sobald diese Begegnung in der Luft stattgefunden hat, gehen wir mit dem HErrn zum Hochzeitsmahl, das in Offbg. 19 beschrieben wird und nicht hier auf Erden in irgendeinem Land, sondern im Himmel stattfindet.

Was bei der Wiederkunft des HErrn mit unseren Leibern geschehen wird, beschreibt der Apostel Paulus in Phil. 3:20-21: „Denn unser Bürgertum ist im Himmel, von woher wir auch den HErrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit Seinem Leibe der Herrlichkeit nach der wirksamen Kraft, mit der Er vermag auch alle Dinge sich zu unterwerfen.” In 1. Joh. 3:2 lesen wir: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen, daß, wenn es offenbar werden wird, wir Ihm gleich sein werden, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist.” Amen. So wird es sein und nicht anders.

Dazu gehört auch das Wort in Rom. 8:23: „Aber … auch wir selbst, die wir doch den Geist als Erstlingsgabe bereits besitzen, seufzen gleichfalls in unserm Inneren beim Warten auf die Sohnschaft, nämlich auf die Erlösung unseres Leibes.” Bis jetzt seufzt die ganze Schöpfung noch, und keiner von denen, die lehren, daß Christus gekommen ist, wurde in seinem Leibe verwandelt. Paulus behandelt dieses Thema ebenfalls in 1. Kor. 15, von Vers 35: „,Aber’ wird mancher fragen, ,wie werden die Toten auf erweckt, und mit was für einem Leibe erscheinen sie?’ … Mit der Auferstehung der Toten verhält es sich also; Es wird gesät in Vergänglichkeit, auferweckt in Unvergänglichkeit … gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein geistlicher Leib … Seht, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wohl aber werden wir alle verwandelt werden … Denn dieser vergängliche Leib muß die Unvergänglichkeit anziehen, und dieser sterbliche Leib muß die Unsterblichkeit anziehen.” Das alles sind nicht Lehren, über die gestritten werden kann – es sind Tatsachen, die bei der Wiederkunft Jesu Christi wirklich geschehen und erlebt werden!

Alle sollten die ernsten Worte aus 2. Joh. 7 betend lesen und zu Herzen nehmen. Daraus geht deutlich hervor, daß jeder, der nicht bekennt, daß Jesus Christus leibhaftig erscheint, ein Irrlehrer und ein Widerchrist ist. Direkt danach steht die Mahnung: „Gebt acht auf euch selbst, daß ihr nicht das verliert, was ihr durch eure Arbeit bereits erreicht habt, sondern vollen Lohn empfangt” Die Angelegenheit wird noch ernster, wenn wir den nächsten Vers lesen: „Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre verbleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn.” Ist das nicht todernst? Jeder Mensch, der die Lehre Christi von Seiner leibhaftigen Wiederkunft leugnet, steht unter dem antichristlichen Geist und hat Gott nicht, denn in Christus hat Gott sich persönlich im Fleisch, in Menschengestalt, geoffenbart.

Keiner von uns sollte diese Angelegenheit leicht nehmen oder meinen, es gehe dabei nur um eine Ansicht. Nein, hinter allen falschen Lehren, die mit der Wiederkunft Jesu Christi zusammenhängen, steht der antichristliche Geist. Im 2. Johannes-Brief werden wir abschließend eindringlich davor gewarnt, mit Menschen, die nicht an die leibhaftige Wiederkunft Jesu Christi glauben, Gemeinschaft zu haben. Es heißt dort wörtlich: „Wenn jemand zu euch kommt und d lese Lehre nicht mitbringt, so nehmt ihn nicht ins Haus und bietet ihm auch keinen Gruß.” Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, sondern ist eine göttliche Forderung. Jeder, der den unbiblischen Ausführungen Gehör schenkt, gerät unweigerlich unter den Einfluß des antichristlichen Geistes und geht in die Irre. Den Antichristen haben viele erkannt, doch die wenigsten von uns begreifen, daß der antichristliche Geist durch diese falschen Lehren in frömmster Weise unter den Herausgerufenen wirksam ist.

Was die Erscheinung des HErrn in der Wolke betrifft, so haben wir bereits früher dargelegt, daß es sich dabei weder um die Erfüllung von Offenbarung 10 noch um die Wiederkunft des HErrn handeln kann. Aus biblischer Sicht betrachtet, zeigt sich unser HErr dort so, wie Kol. 1:18 Ihn beschreibt, nämlich als das Haupt Seines Leibes, der Gemeinde. Wer sich das Bild mit der Wolke genau ansieht, erkennt darin das Angesicht des HErrn. Bruder Branham erhielt am 28. Februar 1963 die Weisung bezüglich der Öffnung der Siegel. Durch die Offenbarung der Siegel wurden den Erlösten die Geheimnisse des Heilsratschlusses Gottes kundgetan. Alle Glieder, die zum Leib des HErrn gehören, erkennen Jesus Christus als das Haupt an und unterstellen sich Seiner Herrschaft. Sie hören, was Er Seiner Gemeinde durch Sein geoffenbartes Wort und den Geist jetzt sagt. Das wird die Überwinderschar sein, die der HErr heimholen wird. Dankbar erkennen wir, daß der HErr als Haupt Seines Leibes zu den einzelnen Gliedern abschließend spricht. Es ist in der Tat das letzte Reden Gottes und damit die letzte Botschaft.