Circular Letter
RUNDBRIEF Dezember 1978
Ewald Frank
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Kapitola 2
Aus prophetischer Sicht!
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„Es unterwinde sich nicht jeder, Lehrer zu sein!“, so schreibt Jakobus. Ebenso müssen wir beachten, daß nicht viele einen prophetischen Dienst ausführen können. Das prophetische Wort muß besonders behutsam behandelt werden. Der Buchstabe allein genügt nicht. Man kann ihn mißverstehen, wenn man nicht unter der Leitung des Heiligen Geistes ist. Ehe ein Auftrag ausgeführt werden kann, muß man dazu von Gott bestimmt worden sein. Nur wenn wir den Platz einnehmen, der uns von Gott gegeben ist, werden wir den uns zuteil gewordenen Auftrag ausführen können.
Wir müssen uns stets prüfen, ob es der Heilige Geist ist, der da wirksam ist, oder ob es ein religiöser Geist ist. Immer, wenn der Heilige Geist in der Gemeinde wirksam ist, wird Jesus Christus verherrlicht und die Frucht des Geistes offenbar werden. Es gibt keine Betätigung der Geistesgaben oder eines Dienstes, der durch den Geist Gottes aufgetragen wird, ohne daß dadurch die Frucht des Geistes offenbar wird. Wir leben in einer Zeit, in der alles mögliche als von Gott oder durch den Geist gewirkt bezeichnet wird. Dennoch stehen wir uns im Wege, wenn wir nicht Gott den Platz einräumen, der Ihm gebührt. Wer das Wort Gottes nur mit dem Verstände erfaßt hat, wird zuschanden werden.
Bei dem ersten Kommen des HErrn gab es genügend religiöse Männer, die das Tun Gottes nicht verstanden. Sie hatten das Wort als Buchstaben, aber nicht die Erleuchtung durch den Geist, um die Erfüllung zu sehen. Das gesprochene Wort wurde zum geschriebenen Wort, das geschriebene Wort muß zum geoffenbarten Wort werden. Dann ist es lebendig und wirksam.
Ein treffliches Beispiel, wie sorgfältig ein prophetischer Auftrag behandelt werden muß, finden wir bei dem Propheten Elia. Nachdem der Gottesmann gerade das gewaltige Erlebnis der Gottesoffenbarung am Berge Horeb hatte, sprach der HErr zu ihm: „Kehre jetzt auf demselben Wege nach der Steppe von Damaskus zurück, gehe in die Stadt hinein und salbe Hasael zum König über Syrien; und Jehu, den Sohn Nimsis, sollst du zum König über Israel salben, und Elisa, den Sohn Saphats, aus Abel-Mehola, sollst du zum Propheten an deiner Statt salben.“ (1. Kön. 19)
Jeder von uns hätte annehmen müssen, daß Elia diese drei Aufträge unverzüglich ausführen würde, denn der HErr hatte es ihm deutlich befohlen. Wem käme überhaupt der Gedanke, daß er von den drei Dingen nur eines ausführte? Doch erst viel später, während des Dienstes Elisas, als Elia schon längst zur Herrlichkeit eingegangen war, wurde Hasael König über Syrien, und Jehu zum König über Israel gesalbt. Man lese dieses in 2. Kön. 8 und 9 nach. Berechtigt können wir fragen, wie es möglich ist, daß der HErr einem Mann den klaren Auftrag gibt, drei Dinge zu tun, und ihn dann mit allen Ehren in einem feurigen Wagen abholt und in den Himmel nimmt, ohne daß er getan hatte, was ihm geboten worden war.
Seht, hier wird die geistliche Gesinnung eines Menschen geprüft. Wer hat den Sinn des HErrn erkannt und wer ist Sein Ratgeber gewesen? Derselbe Geist, der auf Elia ruhte, ruhte auf Elisa, und den Dienst, den Elia auszuführen hatte, setzte Elisa fort. Gott hat Dinge in Vergangenheitsform ausgesprochen, die noch in weiter Zukunft lagen. (Siehe Jes. 53) Jedes Wort wird erfüllt, obwohl es in anderer Weise geschehen kann, wie wir es im Augenblick erwarten. Oft stehen wir unter dem Eindruck, daß der HErr etwas gesagt hat, und meinen, es müsse nun erfüllt werden, und trotzdem geschieht es dann zu einer anderen Zeit und völlig anders als wir es erwarten.
Oh, wie sorgfältig muß man besonders mit dem prophetischen Wort und dem prophetischen Dienst sein! Was die biblische Prophetie betrifft, so sind die Juden damals daran vorbeigegangen, obwohl sie sehnsüchtig auf die Erfüllung gewartet hatten. Bei der Wiederkunft Jesu Christi wird es ähnlich sein. Auch bei dem prophetischen Dienst in der Gemeinde müssen wir es Gott überlassen, der allein die Gesamtübersicht hat, alles nach Seinem ewigen Rat und Willen zu tun.
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