Circular Letter

Rundbrief Dezember 1972

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 8 calendar_month 19. 12. 1972

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Zur Zeit der Reformation wandten sich alle, die vom Geiste Gottes erleuchtet waren, von Rom ab, um sich Gott und Seinem Worte zu nahen. In dieser Zeit stellt man eine Strömung in entgegengesetzter Richtung fest. Man kehrt sich von Gott und Seinem Worte ab und wendet sich wiederum Rom zu. Es ist unfaßbar, daß protestantische Kirchen und Freikirchen sich von dem vergänglichen Glanz der römischen Kirche blenden lassen. Die Bemühungen gehen dahin, die christliche Einheitskirche zu formen. Das Thema „Zurück zur Bibel“ ist nicht mehr aktuell. Es geht nicht darum, sich nach dem Worte Gottes auszurichten, sondern eine Kompromißlösung zu finden, die für alle annehmbar ist.

An dieser Stelle ist es notwendig und von Bedeutung, daß wir auf eine Weissagung eingehen, die der Herr uns in Seiner Gnade in der Gemeinde in Krefeld am 1. 1. 1968 gab:

„Siehe, so spricht der Herr! Mein Volk und meine Kinder, merket auf in dieser Stunde, denn Ich will zu euch reden, wie Ich es von alters her getan habe: in Gleichnissen. Achtet darauf, was diese Welt tut. Achtet, wie eine Gemeinde nach der anderen stirbt und eine nach der anderen hängen sie da gleich toten Lampen. Ihr Licht ist erloschen. Sie sind eingereiht und wandern nach Babel, kreuz und quer durch das Dunkel hindurch bis hin zum päpstlichen Stuhl, um von deren Licht geblendet zu werden und von deren Prunk überschattet zu werden.“

Könnte der Zustand der heutigen Gemeinden noch klarer beschrieben werden? Müssen nicht alle, die aufrichtigen Herzens sind, zugeben, daß diese Weissagung sich vor unseren Augen erfüllt? Hier werden nicht Kirchen angesprochen, sondern Gemeinden, bei denen einmal die Lampen brannten und das Licht zu finden war. Doch nun ist das Licht erloschen. Sie haben sich eingereiht, gehen gemeinsam durch das Dunkel nach Babel und landen beim päpstlichen Stuhl. Seitdem der Glanz der Herrlichkeit Gottes ihnen nicht mehr strahlt, werden sie vom irdischen Prunk geblendet. Wie erschreckend ist es, wenn man in der Presse liest, daß ein weltbekannter Evangelist mit einem kath. Orden ausgezeichnet und geehrt wird. Wer aber erkennt die Zeichen der Zeit und versteht das Reden des Herrn? Nur die wahrhaft Gläubigen werden dem Aufruf Gottes gemäß Offbg. 18:4 folgen: „Dann hörte ich eine andere Stimme aus dem Himmel rufen: ,Gehet aus ihr hinaus, ihr mein Volk, damit ihr an ihren Sünden keinen Anteil habt und von ihren Plagen nicht mitbetroffen werdet’“.

In Verbindung mit der ernsten Ermahnung des eben zitierten Wortes der Heiligen Schrift, muß allen wahrhaft Gläubigen dringend nahegelegt werden, aus Kirchen und Gemeinden auszutreten. Diese Aufforderung ist nicht populär und wird von einigen mißverstanden. Doch die Auserwählten Gottes werden es recht verstehen und für diesen Hinweis dankbar sein. Sie halten sich an das Wort von Heb. 12:18-29. In Vers 22-23 steht: „Ihr seid zu dem Berge Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, herangetreten und zu vielen tausenden von Engeln, zu einer Festversammlung und zur Gemeinde der im Himmel aufgeschriebenen Erstgeborenen…“

Wir müssen aus allen menschlichen Gemeinden heraustreten, ehe wir in die himmlische eintreten können. Alles, was Menschen aufgebaut haben, wird wie der Turmbau zu Babel zusammenfallen. Wie können Prediger und Gemeinden in der heutigen Zeit übersehen, was in Offbg. 18:2 geschrieben steht?: „Er rief mit mächtiger Stimme: Gefallen, gefallen ist das große Babyion und ist zur Behausung von Teufeln, zur Unterkunft aller unreinen Geister … geworden.“ In Offbg. 17:5 wird dieses Geheimnis als „Groß-Babylon, die Mutter der Buhlerinnen und der Greuel der Erde“ bezeichnet.

In dem Gesicht, das der Geist Gottes in Verbindung mit der Weissagung zeigte, wurde offenbart, wie sich Spalten öffneten, damit noch einige aus den Ketten und Banden herauskommen. Die Liebeshände des Herrn griffen nach ihnen und hoben sie empor. Möge es dem Herrn gefallen, den Lichtstrahl Seiner Gnade hier und da in die Gemeinden hineinstrahlen zu lassen, damit noch einige herauskommen. Jetzt, vor Abschluß dieses Zeitalters gibt Gott die letzte und ernste Ermahnung, daß wir als Sein Volk aus allem herauskommen, was nicht von Ihm ist und nicht mit Seinem Worte übereinstimmt. Nur wer mit dem Worte Gottes eins ist, kann mit Gott eins sein. Das ist die Einheit für die Jesus betete, die unter den wahrhaft Gläubigen durch den Heiligen Geist gewirkt wird. Mit Blindheit geschlagen, gehen Prediger und Gemeinden in den Weltkirchenrat. Ihre Lampen sind längst erloschen, doch der fromme Betrieb wird aufrecht erhalten. Es wird zwar noch gepredigt und gesungen, doch das öl der Offenbarung des Heiligen Geistes fließt ihnen nicht mehr zu. Sie lassen sich vom Geiste Gottes nicht mehr strafen, schauen nicht auf Gott und Seine Verheißungen für diese Zeit, sondern auf das, wasangesehen ist in dieser Welt. Es ist ihnen mehr an der Ehre von Menschen gelegen, als an der Ehre bei Gott.