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RUNDBRIEF April 2018

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 6 calendar_month 22. 3. 2018

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Kapitola 4

Der Zeitabschnitt bis zum Konzil zu Nizäa

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Im ersten Sendschreiben in Offb 2:2 lobt der Herr Seine Gemeinde: „Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und dein standhaftes Ausharren und dass du Böses nicht zu ertragen vermagst; du hast auch die geprüft, welche sich für Apostel ausgeben, ohne es zu sein, und hast Lügner in ihnen erkannt.“

Paulus äußerte sich in vielen Briefen, besonders in den Ermahnungen an die Thessaloniker und an Timotheus, besorgt, dass der Abfall vom wahren Glauben kommen würde. Die Gemeinde zu Korinth musste der Apostel tadeln: „Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange einst Eva mit ihrer Arglist verführt hat, so auch eure Gedanken von der Einfalt und lauteren Gesinnung gegen Christus zum Bösen hingezogen werden.

Denn wenn irgendjemand daherkommt und euch einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen andersartigen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht erhalten habt, so lasst ihr euch das bestens gefallen“ (2Kor 11:3-4).

In Gal 1:6-8 sprach der Apostel den Fluch über alle aus, die ein anderes Evangelium verkündigen: „Aber auch wenn wir selbst oder ein Engel aus dem Himmel euch ein anderes Evangelium verkündigen als das, welches wir euch verkündigt haben: Fluch über ihn!“ Die Sache ist sehr, sehr ernst.

Wie der Schlang am Anfang der natürlichen Schöpfung im Garten Eden Zweifel an dem Wort, das Gott der Herr zu Adam gesprochen hatte, säte mit dem Argument: „Sollte Gott wirklich gesagt haben …?“, und so der Unglaube entstand und die Verführung Evas in der Tat möglich wurde, so ist es in der auslaufenden Apostelzeit und danach bis heute geschehen: Zweifel am Wort, Unglaube, Ungehorsam, Sündenfall der Gemeinde: Abfall vom Wort. Die beiden Abbildungen sind eine gute Darstellung aus dem Garten Eden.

Das Wort Gottes wurde in Zweifel gezogen, eigene Deutungen und Lehren eingeführt. Wo immer das geschah, war alle Anbetung vergeblich, wie der Herr es den Juden damals sagen musste: „Treffend hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: ›Dieses Volk ehrt Mich mit den Lippen, ihr Herz aber ist weit entfernt von Mir; doch vergeblich verehren sie Mich, weil sie Menschengebote zu ihren Lehren machen.‹“ (Mk 7:6-7). Auch das, was Jesus zu den Schriftgelehrten sagte, die ihre eigenen Lehren hatten, trifft noch heute zu: „Weil Ich dagegen die Wahrheit rede, schenkt ihr Mir keinen GlaubenWer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; deshalb hört ihr sie nicht, weil ihr nicht von Gott seid (Joh 8: 45+47). Es gibt immer noch zwei verschiedene geistliche Samen: „Er antwortete: »Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; die gute Saat, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut dagegen sind die Söhne des Bösen (Mt 13:37-38).

Die wahrhaftige Anbetung Gottes kann nur aus einem erneuerten, reinen Herzen kommen. Unser Herr sprach: „Es kommt aber die Stunde, ja, sie ist jetzt schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater will solche als Seine Anbeter haben. Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in Wahrheit anbeten …“ (Joh 4:23-24). Wer nicht durch den Geist geleitet gemäß dem Wort Gottes anbetet, der betet an Gott vorbei.

In 2Thes 2 wurde von Paulus schon der endgültige Abfall und der Mensch der Sünde, der ihn repräsentiert, vorausgesagt: „… der Widersacher, der sich über alles erhöht, was Gott oder anbetungswürdig heißt, so dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich für Gott ausgibt“ (V4) … „durch jede Art von Trug der Ungerechtigkeit für die, welche deshalb verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit sich nicht zu eigen gemacht haben, um ihre Rettung zu erlangen. Und aus diesem Grunde sendet Gott ihnen einen starken Irrwahn, damit sie der Lüge Glauben schenken“ (V10-11). Wer das Wort Gottes nicht als allein gültige Wahrheit für sich und für die Gemeinde respektiert und glaubt, der ist dazu verurteilt, religiöse Lügen zu glauben.

Es ist unfassbar, was in der nachapostolischen Zeit geschah: Männer, die als Kirchenväter geehrt werden, haben ihre aus dem Heidentum beeinflussten Lehrmeinungen vorgetragen und Anhänger gefunden. Die sog. Kirchenväter waren christliche Persönlichkeiten, aber keine Apostel Jesu Christi. Keiner hatte eine echte göttliche Berufung. Die bekanntesten sind Athanasius, Augustin und Hieronymus. Es waren Männer aus dem hellenistischen Heidentum, die oft nicht einmal eine wirkliche Bekehrung zu Christus erlebt hatten und sich noch im Aberglauben befanden und ihre eigenen Vorstellungen in das Christentum einbrachten.

Seit dem Jahr 313, als Kaiser Konstantin das inzwischen verweltlichte Christentum offiziell zur Staatsreligion erklärte, fand eine tragische Entwicklung statt. Vom 20. Mai bis 25. Juli 325 lud er die Bischöfe der verschiedenen Glaubensrichtungen zum Konzil nach Nizäa ein. Damals gab es bereits 127 christliche Richtungen in den Ländern, die zum Römischen Reich gehörten. Nach heftigem Streit und Diskussionen wurde unter dem Vorsitz von Athanasius ein völlig unbiblisches trinitarisches Glaubensbekenntnis formuliert, dem nicht alle zustimmten. Mit Bezug auf den Sohn Gottes heißt es darin: „ … und an einen einigen Herrn Jesum Christum, Gottes einzigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen“ (Väter der Christenheit, S. 40).

Bis heute hat Gott keinen ewigen Sohn gezeugt, geschweige geboren. Einen ewigen Sohn hat es nie gegeben. In den 4000 Jahren des Alten Testaments sprach kein Prophet von einem Vater im Himmel oder gar von einem Sohn, sondern über viertausend Mal von Gott dem Herrn – Elohim-Jahweh. In den Apostelbriefen finden wir von Röm 1:7 an immer wieder die Anrede: „Gnade werde euch zuteil und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ Doch kein einziges Mal heißt es: „… von Gott dem Sohn“ oder „… von Gott dem Heiligen Geist“. So gewiss sich der ewige Gott Elohim als Herr/Jahweh offenbarte, in sichtbarer Gestalt im Garten Eden wandelte und Adam in Seinem Bild erschuf, so gewiss hat sich derselbe Gott als Vater im Himmel in Seinem eingeborenen Sohn auf Erden geoffenbart. Deshalb konnte der Herr Jesus sagen: „Wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen …“ (Joh 14:9). Um uns zu erlösen, hat Gott sich im Fleischesleib offenbart (1Tim 3:16).

Die Verheißung von der Geburt des Sohnes als Erlöser finden wir in vielen Stellen des Alten Testaments. Einige davon sind:

„Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein“ (2Sam 7:14).

„Lasst mich kundtun den Ratschluss des Herrn! Er hat zu mir gesagt: »Mein Sohn bist du; Ich selbst habe dich heute gezeugt“ (Ps 2:7).

„Du hast mich der Mutter gelegt in den Schoß“ (Ps 22:10-11).

„Er soll zu Mir rufen: »Mein Vater bist Du, Mein Gott und der Fels Meines Heils!« So will auch Ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde“ (Ps 89:27-28).

„Die Jungfrau wird guter Hoffnung werden und einen Sohn gebären“ (Jes 7:14).

„Denn ein Kind wird uns geboren, ein Sohn uns geschenkt werden, auf dessen Schulter die Herrschaft ruhen wird; und Sein Name lautet: »Wunderrat, Heldengott, Ewigvater, Friedefürst«“ (Jes 9:5). – aber nie: „Ewig-Sohn“!

„Du, aber Bethlehem-Ephrath, bist zwar zu klein … aber aus dir wird Mir der hervorgehen, der in Israel Herrscher sein soll …“ (Micha 5:1).

Als die Zeit erfüllt war, geschah es. So schreibt Matthäus gleich im ersten Kapitel: „Dies alles ist aber geschehen, damit das Wort erfüllt würde, das der Herr durch den Propheten gesprochen hat, der da sagt (Jes 7:14): »Siehe, die Jungfrau wird guter Hoffnung und Mutter eines Sohnes werden, dem man den Namen Immanuel geben wird«, das heißt übersetzt: ›Gott mit uns!‹«“ (Mt 1:22-23).

In Lukas 1 und 2 wird uns alles, was mit der Geburt des Sohnes Gottes zusammenhängt, genau beschrieben: „Da sagte der Engel zu ihr: »Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden! Wisse wohl: du wirst guter Hoffnung werden und Mutter eines Sohnes, dem du den Namen Jesus (hebr. Jahschua) geben sollst … Heiliger Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten; daher wird auch das Heilige, das von dir geboren werden soll, Gottes Sohn genannt werden.“ … Da sagte Maria: »Siehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe nach deinem Wort!«“ (Lk 1: 30-31, 35, 38).

Eine Stimme ruft laut: „Hört dies, ihr Völker alle!“ Dies ist die Stunde der Wahrheit! Wer ein Ohr hat zu hören, der höre, was der Geist der Gemeinde zu sagen hat: Biblisch ist nur, was in der Bibel steht, und apostolisch ist nur, was von den Aposteln gelehrt und praktiziert wurde.

Die Konstruktion des trinitarischen Glaubensbekenntnisses, das zu Unrecht als „Apostolisches Glaubensbekenntnis“ bezeichnet und im Jahr 325 im Konzil zu Nizäa und 381 zu Konstantinopel festgelegt wurde, hat nichts mit dem biblischen, dem wirklich apostolischen Bekenntnis der Urgemeinde gemeinsam. Im Konzil zu Nizäa wurde der Sohn zur zweiten, im Konzil zu Konstantinopel der Heilige Geist zur dritten Person der Gottheit erklärt. Schon kurz danach, nämlich im Jahr 385, fügte Hieronymus in seiner lateinischen Vulgata-Übersetzung dem 7. Vers in 1Joh 5 einen entsprechenden Zusatz an, nämlich: „Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins. 300 Jahre nach den Aposteln war von der Lehre der Apostel nicht mehr viel übriggeblieben.

Im hebräischen und im griechischen Urtext steht in 1Joh 5, Vers 7 nur: Drei sind es nämlich, die Zeugnis ablegen:“ Es folgt:der Geist, das Wasser und das Blut; und diese drei sind vereint. Wenn wir schon das Zeugnis der Menschen annehmen, so hat das Zeugnis Gottes doch noch größere Kraft; denn darin besteht das Zeugnis Gottes, dass Er Zeugnis über Seinen Sohn abgelegt hat (Vers 8+9; Mt 3:17; Mt 17:5). Der Apostel Petrus konnte bezeugen: „Diesen Ruf haben wir ja vom Himmel her erschallen hören, als wir mit Ihm auf dem heiligen Berge waren“ (2Pt 1:18).

Martin Luther hat die Vulgata-Übersetzung verworfen. John Wyclif dagegen hat aus der Vulgata in die englische Sprache übersetzt, und deshalb befindet sich der hinzugefügte Text noch heute in der King James Bibel. Auch wenn als Fußnote vermerkt ist, dass dieser Text von den drei im Himmel nicht im Original steht, ist der Zusatz dennoch in allen Übersetzungen zu lesen, die auf die Vulgata zurückgehen. In den deutschen Ausgaben, sei es z.B. die Züricher Bibel von 1535 oder die Lutherbibel von 1543, und bis heute finden wir, Gott sei Dank, die korrekte Wiedergabe aus dem Urtext.

Die Bibel besteht aus zwei Testamenten, dem Alten und dem Neuen Testament. Einem Testament darf doch nichts hinzugefügt, darin darf nichts verändert werden. Der Apostel Paulus schreibt: „Liebe Brüder, ich will an menschliche Verhältnisse erinnern: Auch die letztwillige Verfügung eines Menschen, die rechtskräftig geworden ist, kann doch niemand umstoßen oder nachträglich mit Zusätzen versehen (Gal 3:15).

Am Ende des Neuen Testaments steht in Offb 22:18-19 die zweifache Warnung: „Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu ihnen etwas hinzufügt, so wird Gott auf ihn die Plagen legen, von denen in diesem Buche geschrieben steht; und wenn jemand von den Worten dieses Buches der Weissagung etwas wegnimmt, so wird Gott ihm seinen Anteil am Baume des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buche geschrieben steht.“

Seit Entstehung der christlichen Kirchen im vierten Jahrhundert ist jede biblische Lehre außer Kraft gesetzt und Jesus Christus, der Erlöser, zur Nebensache gemacht worden. Nicht einer der Konzilsbeschlüsse oder der Dogmen, die im Lauf der Kirchengeschichte proklamiert wurden, ist biblisch. So weiß die Bibel auch nichts von einem Stellvertreter Christi oder Nachfolger Petri. Die katholische Kirche hat die Worte Jesu in Mt 16:18 auf das Papstamt umgedeutet. Der Herr Jesus hat dort aber nicht zu Petrus gesagt: „… auf dir will Ich Meine Gemeinde erbauen“, sondern: auf diesem Felsen will Ich Meine Gemeinde erbauenund der Felsen ist Jesus Christus.

Eine Stimme ruft laut: Hört dies, ihr Völker alle: Keine Staats- und keine Landeskirche ist die von Christus, dem Erlöser, erbaute Gemeinde, weder die katholische noch die orthodoxe, weder die koptische noch die chaldäische, weder die syrische noch die ägyptische Kirche. Das sind alles christliche Kirchen, aber nicht die Gemeinde Jesu Christi. Die Gemeinde Jesu Christi besteht nur aus biblisch Gläubigen. Das Tragische ist, dass jede Kirche, auch die anglikanische und die lutheranische, ihren Mitgliedern den Eindruck vermittelt, ihre Seligkeit sei garantiert. Bis heute hat jedoch noch keine Kirche jemanden selig gemacht. Aber alle aus allen Kirchen und Religionen können durch den Glauben an Jesus Christus, durch ein persönliches Heilserlebnis der Bekehrung selig werden (Apg 3:19).

Kaiser, Könige und Herrscher haben die Religion eines Landes bestimmt. So wurde die Welt in Religionen aufgeteilt: hier Buddhismus, da Hinduismus, Shintoismus; hier Sunniten, da Schiiten, dort Aleviten und Alawiten; hier Katholiken, da Protestanten. In Asien und Afrika haben Stammeshäupter die Religion festgelegt. Gott aber ist in keiner Religion, Gott hat sich nur in Jesus Christus offenbart, und nur im Erlöser können wir Gott begegnen (2Kor 5:19).

Durch Sakramente wurde in den christlichen Kirchen der seligmachende Glaube an Jesus Christus, den Erlöser, ersetzt, obwohl die Bibel den persönlichen Glauben eindeutig bezeugt: „Wer da gläubig geworden ist und sich hat taufen lassen, wird selig werden; wer aber ungläubig geblieben ist, wird verurteilt werden“ (Mk 16:16). Nach kirchlicher Lehre soll die Besprengung bzw. das Begießen mit Wasser auf die Stirn von Säuglingen oder Erwachsenen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist sein (Joh 3:5), ist es aber in Wirklichkeit nicht. Die Besprengung geht auf Konstantin zurück, der im Jahr 337, auf dem Sterbebett liegend, von Bischof Eusebius, der als erster die trinitarische Formel „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ verwendet hat, dreimal auf der Stirn besprengt wurde. So soll er Christ geworden sein, hat aber bis zuletzt den Sonnengott Sol angerufen.

Auch das Abendmahl ist völlig umgedeutet worden, obwohl es in 1Kor 10:14-22 deutlich beschrieben wird: „Der Kelch des Segens, den wir segnen: ist er nicht die Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Das Brot, das wir brechen: ist es nicht die Gemeinschaft mit dem Leibe Christi? Weil es ein einziges Brot ist, sind wir trotz unserer Vielheit doch ein einziger Leib, denn wir alle teilen uns in das eine Brot.“

Von einer Verwandlung des Brotes bzw. der Oblate in den Leib Christi oder des Weines in das Blut Christi steht absolut nichts im Wort Gottes geschrieben. Im Gegenteil: unser Herr sagte: „Ich werde von nun an von diesem Erzeugnis des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu jenem Tage, an dem Ich es mit euch neu trinken werde im Reiche Meines Vaters“ (Mt 26:29). In 1Kor 11:23-34 steht auch: „Denn so oft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis Er kommt.“ Der schweizer Reformator Huldrych Zwingli hat die Verwandlungslehre im Messopfer verworfen und den biblischen Standpunkt klar vertreten: „… Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes als eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi und eine vermaledeite Abgötterei“ (Heidelberger Katechismus, Frage 80).

Christus muss doch nicht täglich neu durch den Priester geopfert werden, sondern hat sich ein für allemal geopfert und die ewiggültige Erlösung vollbracht. So steht es im Worte Gottes geschrieben: Christus dagegen ist … nicht mittels des Blutes von Böcken und Kälbern, sondern mittels Seines eigenen Blutes ein für allemal in das himmlische Heiligtum eingetreten und hat eine ewiggültige Erlösung erworben (Heb 9:12). Amen.

„… um wie viel mehr wird das Blut Christi, der kraft ewigen Geistes sich selbst als ein fehlerloses Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen!“ (Heb 9:14).

„… und aufgrund dieses Willens sind wir durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt“ (Heb 10:10). Amen.

Die Bibel kennt auch keine Selig- und Heiligsprechung von Toten. In der Bergpredigt (Mt 5) hat der Herr Jesus den lebenden Gläubigen neun Seligpreisungen gegeben; eine davon ist: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!“ usw. Auf Seine wahren Nachfolger trifft noch heute zu: „Aber eure Augen sind selig zu preisen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören!“ (Mt 13:16).

„Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird selig werden“ (Apg 2:21).

Selig und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung Anteil hat! Über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und die tausend Jahre hindurch zusammen mit Ihm herrschen“ (Offb 20:6).

So wurde die Jungfrau Maria, die Gnade bei Gott gefunden hatte, um ihres Glaubens willen selig gepriesen: O selig die, welche geglaubt hat, denn die Verheißung, die der Herr ihr gegeben hat, wird in Erfüllung gehen! (Lk 1:45). Obwohl zur Mutter des Erlösers auserwählt, musste auch sie die Geistestaufe am Pfingsttag erleben. Sie wird in Apg 1:14 zusammen mit den 120 auf dem Söller, die zum Gebet versammelt waren, zum letzten Mal erwähnt: „Diese alle waren dort einmütig und andauernd im Gebet vereinigt samt einigen Frauen, besonders auch mit Maria, der Mutter Jesu, und mit Seinen Brüdern.“ Der Begriff „Mutter Gottes“ existiert in der Bibel nicht. Elisabeth sagte: „Doch woher wird mir die Ehre zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? (Lk 1:43).

Keine Lehre, keine Praxis, nichts in der Reichskirche stimmt noch mit Gott und Gottes Wort überein. Jede Lehre ist abgeändert worden und nur mit Bibelzitaten dekoriert. Da nützen auch keine Erklärungen wie: „Nur wer die Kirche zur Mutter hat, kann Gott zum Vater haben.“ Die Bibel weiß auch nichts von einer leiblichen Himmelfahrt Marias, nichts von Marienerscheinungen, sie bezeugt im Gegenteil: „Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem einen, der aus dem Himmel herabgekommen ist, der Menschensohn, der im Himmel ist“ (Joh 3:13). Die Bibel weiß auch nichts davon, dass sie Mittlerin ist. Darin heißt es: „Denn es ist nur ein Gott, ebenso auch nur ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus“ (1Tim 2:5). Von Maria als Fürsprecherin ist darin ebenfalls nicht die Rede, sondern: „Meine Kindlein, dieses schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Sollte aber jemand trotzdem sündigen, so haben wir einen Fürsprecher beim Vater, nämlich Jesus Christus, den Gerechten. Und Er ist die Versöhnung für unsere Sünden, aber nicht nur für die unsrigen, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1Joh 2:1-2). Amen.

Die tragische Entwicklung hat seit der Anerkennung des Christentums als Staatskirche ihren Lauf genommen. Mit der Einführung der Trinitätslehre wurden die Worte aus dem Missionsbefehl in Mt 28:19, wo es um den neutestamentlichen Bundesnamen geht, in dem sich Gott uns als Vater im Sohn und durch den Heiligen Geist geoffenbart hat, in den hineingetauft werden sollte, zu einer Formel festgelegt: „… im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“, die der Bibel total fremd ist. Für die Gemeinde Jesu Christi gilt noch heute: „Und alles, was ihr mit Worten oder Werken tun mögt, das tut alles im Namen des Herrn Jesus, indem ihr eure Dankgebete durch Seine Vermittlung vor Gott den Vater bringt“ (Kol 3:17).

Nun wurde auch von den Juden gefordert, die „Dreieinigkeit“ anzuerkennen. Sie konnten einen dreigestaltigen Gott aber unmöglich annehmen, denn schon das erste Gebot aus dem Munde Gottes lautete: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten hinausgeführt hat, aus dem Diensthause. Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir! Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen noch irgendein Abbild“ (2Mo 20:2-4). „So erkenne es heute und nimm es dir zu Herzen, dass der Herr allein Gott ist oben im Himmel und unten auf der Erde, sonst aber keiner“ (5Mo 4:39).

Mit dem trinitarischen Bekenntnis begann auch die Verfolgung der Juden. Sie wurden verflucht und als Christus- und Gottesmörder gebrandmarkt. „Sühnt den Tod des Gekreuzigten an ihnen!“, wurde laut verkündigt. Im Jahr 321 wurde ihnen das Halten des Sabbats verboten und der Sonntag verordnet; Synagogen wurden zu Viehställen umgewandelt.

Den himmelweiten Unterschied zwischen der Gemeinde Jesu Christi und der etablierten Reichskirche zeigt uns die Kirchengeschichte auch durch folgende Erklärung: „Papst und Kaiser als Träger einer christlichen Weltordnung“ (Große illustrierte Kirchengeschichte, S. 74). „Zu dieser seiner (des Papstes) Vollmacht gehören zwei Schwerter, das geistliche und das zeitliche – so lehrt das Evangelium (Lk 22:38). … Beide Schwerter gehören also zur Vollmacht der Kirche, das geistliche und das weltliche. Doch ist das eine für die Kirche, das andere von der Kirche zu führen: das eine durch die Hand des Priesters, das andere von Königen und Soldaten, jedoch nach Auftrag und Duldung des Priesters.“ (Große illustrierte Kirchengeschichte, S. 94).

Man führe sich die totale Verblendung vor Augen: Die zwei Schwerter, die ein Mann bei sich trug (Lk 22:36-38), die in Verbindung mit dem Leiden Christi erwähnt werden, wurden als Rechtfertigung zur Machtausübung missbraucht. Wie war es möglich, dass daraus der Schluss gezogen wurde, der Kirche seien zwei Schwerter, nämlich das geistliche und das weltliche gegeben worden? Der Erlöser selbst gab doch in dem Zusammenhang die Erklärung, dass Er wie ein Gesetzloser hingerichtet wird: „Denn Ich sage euch: Folgendes Schriftwort muss sich an Mir erfüllen: ›Er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden‹; denn in der Tat: das Mir bestimmte Geschick kommt jetzt zum Abschluss.«“ (V 37)

Der Gemeinde Jesu Christi ist nur „das Schwert des Geistes“ als Sinnbild für das Wort Gottes gegeben worden: „Nehmt auch den Helm des Heils an euch und das Schwert des Geistes, nämlich das Wort Gottes (Eph 6:17), nie jedoch das weltliche Schwert! Niemals hat die Gemeinde Jesu Christi andere verfolgt, wurde aber selbst verfolgt; das beweist die Geschichte. Zu den Aposteln sagte der Herr: „Gedenkt an das Wort, das Ich euch gesagt habe: »Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr.« Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie Mein Wort befolgt, so werden sie auch das eure befolgen (Joh 15:20). Unser Erlöser hat den 10 Geboten noch eines hinzugefügt: „Ein neues Gebot gebe Ich euch, dass ihr einander lieben sollt; wie Ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13:34).

Durch die Zwei-Schwerter-Erklärung der Kirche wurde das Gebot: „Du sollst nicht töten!“ außer Kraft gesetzt und das Töten zum Gebot gemacht. Die Päpste gebrauchten das weltliche Schwert und alle, die sich nicht fügten, waren dem Tode preisgegeben. Wer die Rede liest, die Papst Urban II. am 27. November 1095 in Clermont hielt und in der er die Kreuzritter zum Töten aller Feinde aufrief, bekommt einen Eindruck davon. Den Kreuzfahrern wurde die Vergebung ihrer Sünden und Nachlass von Sündenstrafen garantiert. Als das Heer 1099 Jerusalem einnahm, wurden zehntausende Juden und Muslime und andere ermordet. In den sieben Kreuzzügen zwischen 1095 und 1272 waren es Millionen. Zwangs-christianisierung, Inquisition, Verfolgung Andersgläubiger, Hexenverbrennungen bis zur Ermordung tausender Hugenotten in Frankreich in einer einzigen Nacht, nämlich vom 23. auf den 24. August 1572: Alles geschah „zur Ehre der heiligen Dreieinigkeit“ „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Eine Stimme ruft laut: Zu allen Zeiten gab es auch geistliche Erweckungen. Die wirklich biblisch Gläubigen waren immer den Verfolgungen durch die Kirche ausgesetzt und oft genug dem Tod preisgegeben, ob es die Albisrieder, die Waldenser, die Katharer, die Böhmischen Brüder und andere waren. So wurde Jan Hus, dem das Wort Gottes besonders wertvoll geworden war, unter dem Gelächter der Konzilsväter am 6. Juli 1415 zu Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Erdboden wurde mit dem Blut der Märtyrer getränkt. Was die römischen Päpste an Schuld auf sich geladen haben, ist einmalig auf Erden. „… und in ihr ist das Blut der Propheten und Heiligen und aller derer gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Offb 18:24). Beim Jüngsten Gericht werden sie vor denen verurteilt werden, die sie massenweise ermorden ließen.