Circular Letter

Rundbrief Dezember 2012

Ewald Frank

library_books Kapitoly: 9 calendar_month 13. 11. 2012

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„Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels zu erkennen. Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut, stammt nicht aus Gott, und auch jeder, der seinen Bruder nicht liebt.“Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: »Wir sollen einander lieben«.“ Dieses Wort sagt deutlich, woran die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels (Mat 13:38) zu erkennen sind, nämlich besonders an der Bruderliebe. Auch wir haben die Original-Botschaft, die von Anfang an war, gehört. Wo ordnet uns das Wort ein? Der Botschafter war schon zu Lebzeiten einmal ins Paradies versetzt und hörte dort die alles durchdringenden Worte: „Only perfect love will enter here!“ – „Nur vollkommene Liebe wird hier eingehen!“

Ja, es ist ganz ernst: „Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben als bleibenden Besitz in sich trägt (1Joh 3:9-15). „Wer seinen Bruder hasst“, wird einem Mörder gleichgestellt; das geht bis auf Kain zurück (1Mo 4). Hass ist der Gegensatz von Liebe; Hass lehnt ab, Liebe nimmt an. Ja, der Herr spricht noch eindringlicher: „Wenn jemand behauptet: »Ich liebe Gott« und doch seinen Bruder hasst, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, der sichtbar bei ihm ist, kann ganz gewiss Gott nicht lieben, den er nicht gesehen hat“ (1Joh 4:20). Solche Aussprüche gehen den Auserwählten zu Herzen und sie prüfen sich. Alle anderen fühlen sich gar nicht angesprochen. Sie werden weiter in der Weise Kains lieben (1Joh 3:12). Kain und Abel waren im gleichen Mutterleib – wie auch Esau und Jakob: der eine wurde angenommen, der andere abgelehnt. Bei der Entrückung werden zwei auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen, der andere zurückgelassen (Lk 17:34).

Mit Esau und Jakob hat Gott uns vor Augen geführt, was Annahme und Ablehnung, was Liebe und Hass aus Seiner Sicht bedeuten. „Dies ist der Ausspruch des Wortes des Herrn an Israel durch den Mund Maleachis: »Ich habe euch geliebt«, spricht der Herr; »und da fragt ihr: ›Wieso hast du uns geliebt?‹ Nun, ist nicht Esau der Bruder Jakobs gewesen?« – so lautet der Ausspruch des Herrn –, »und doch habe Ich Jakob geliebt, Esau aber gehasst …«“ (Mal 1:1-3; Röm 9:13).

Jakob ging es um das Erstgeburtsrecht, auf dem der Segen Gottes von Anfang an lag (1Mo 25:29-34). Esau hat es nichts bedeutet, doch Jakob wollte es um jeden Preis. Gott ist Liebe. Sein Hass Esau gegenüber bestand in der Ablehnung. Er selbst hat gesagt: „Jakob habe Ich geliebt – angenommen, Esau gehasst – abgelehnt.“ Zuerst hat Esau Gott abgelehnt, indem er das Erstgeburtsrecht für nichts achtete. Danach begann er Jakob zu verfolgen. So ist es noch heute: Wer das Erstgeburtsrecht preisgegeben oder noch nicht erhalten hat, verfolgt denjenigen, der es aus Gnaden bekommen hat; nie umgekehrt.

Gott handelt nicht willkürlich, Er zwingt aber auch Seinen Erstgeburtssegen keinem auf, den wir nur in Jesus Christus, dem Erstgeborenen unter vielen Brüdern haben (Röm 8:28-30). Jakob rang mit Gott und rief aus: „Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn!“ (1Mo 32:22‑32). Aus dem Überlister wurde Israel – ein Gottesstreiter. Wer aus Gott geboren wurde, hat das Erstgeburtsrecht und ist in Christo eine neue Kreatur (2Kor 5:17).

Es bleibt für immer wahr: Wer aus Gott geboren ist, der glaubt Gott und Seinem Wort und kann sich durch Unglauben nicht versündigen, „… weil er aus Gott erzeugt ist“ (1Joh 3:9). Die Ursünde des Unglaubens und des damit verbundenen Ungehorsams ist ein für allemal durch den wahren Glauben und Gehorsam erledigt. Abraham glaubte (1Mo 15:6) und Abraham gehorchte Gott (1Mo 22:16); genauso glaubt und gehorcht jetzt der Same Abrahams Gott (Gal 3:6-20; Jak 2:21-26). So gewiss der Kopf der Schlange zertreten (1Mo 3:15) und unser Glaube zum Sieg, der die Welt überwunden hat, geworden ist (1Joh 5:4), so gewiss haben wir durch die Wiedergeburt die göttliche Natur, das Wesen Jesu Christi, erhalten und „… Sein Same bleibt dauernd in uns.“

Was ist der göttliche Same? Der Same ist das Wort Gottes, in dem der Lebenskeim ist (Lk 8:11). Wahre Gotteskinder bleiben im Wort, das in den guten Acker gesäte Wort (Mk 4:26-29) geht auf, bringt Frucht und bleibt in ihnen (Joh 15:5-7). „Aus freiem Liebeswillen hat Er uns durch das Wort der Wahrheit erzeugt/geboren, damit wir gewissermaßen die Erstlingsfrucht unter Seinen Geschöpfen wären“ (Jak 1:18). Das geschriebene Wort ist zum geoffenbarten Wort geworden (Röm 10:16‑17), durch das wir wiedergeboren wurden zu einer lebendigen Hoffnung (1Pet 1:3+23). „Wer aber Sein Wort hält, in dem ist die Liebe zu Gott zur Vollendung gekommen“ (1Joh 2:5) und: „Niemand hat Gott jemals gesehen; doch wenn wir einander lieben, so bleibt Gott dauernd in uns, und Seine Liebe ist in uns zur Vollendung gekommen (1Joh 4:12) – in uns bis zur Vollendung! Amen.

Oh, wie tief dringen solche Worte in unsere Herzen! Nur in der Liebe Gottes werden alle zur Brautgemeinde Gehörenden ihre Vollendung erleben, denn wie dem Propheten für unsere Zeit gesagt wurde, geht nur die vollkommene Liebe dort ein.

Die göttliche Botschaft – der evangelistische, der lehrmäßige und der prophetische Teil – sowie die Heilserlebnisse sind heute die gleichen wie zur Apostelzeit. Die erste und die letzte Predigt, die erste und die letzte Taufe müssen übereinstimmen (Apg 2:37-42). „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4). Das Hauptgebot für alle Gotteskinder bleibt die in der Tat gelebte Liebe als Erkennungsmerkmal, dass Gott dauernd in uns wohnt. Alles andere können leere Behauptungen, religiöse Einbildung und Selbsttäuschung sein. Es gibt immer beides: die Theorie und die Realität. Es gibt zum Beispiel die Lehre von der Bekehrung und Wiedergeburt und es gibt das persönlich gemachte Heilserlebnis der Bekehrung und Wiedergeburt. Ein wahrhaft wiedergeborenes Gotteskind wird das Leben und Wesen Jesu Christi, des Sohnes Gottes, haben und die Früchte des Heiligen Geistes tragen.